...dann halt in den Osten!

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Kuno
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...dann halt in den Osten!

Beitrag von Kuno »

Trotz "Ukrainekonflikt" schien mir der Osten als Reiseziel gegenüber der ehemals so geliebten Wüste in letzter Zeit immer attraktiver zu werden. Anstatt mit einem Geländewagen, gepanzert mit Riffelblech und vollgestopft mit möglichst viel unnötigen Ausrüstungsgegenständen wollte ich es doch für einmal mit dem Zug probieren... und bin voll in die Scheisse getreten. Ich kann noch kaum in Worte fassen, was ich alles in der kurzen Zeit erlebt habe, bis ich mich (wohl richtigerweise) entschloss, die Reise abzubrechen und gestern Nacht nach Hause zurückgekehrt bin. Nur so viel: Im Osten braut sich etwas zusammen!
Alexander
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Alexander »

Wie weit östlich warst du denn Kuno? Bayern, Österreich oder sogar Ungarn? :mrgreen:
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Hans-Jürgen M.
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Hans-Jürgen M. »

Hallo Kuno,

ein bißchen mehr Info wäre schon hilfreich. Warum, wieso, weshalb???

Gruß
Hans-Jürgen
Giri
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Giri »

Da kommen im Moment keine weiteren Infos, weil Kuno seinen 9000sten Beitrag im Wüschi feiern muss :lol:

Wenn Du deinen Champagner leergetrunken hast, bin ich auch auf Deine Ost-Reise gespannt.

Gruz Martin
schnorr
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von schnorr »

ich denke, er ist in bayern hängengeblieben, bei "da braut sich was zusammen " bleibt ja nur noch das oktoberfest :mrgreen:
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Surfy
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Surfy »

schnorr hat geschrieben:ich denke, er ist in bayern hängengeblieben, bei "da braut sich was zusammen " bleibt ja nur noch das oktoberfest :mrgreen:
Das nenne ich eine gute Kombination ;-)

Surfy
Kuno
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Kuno »

Wirklich vorbereitet waren wir fuer die Reise natürlich wieder einma nicht - einfach mal losfahren und sehen, wie weit man kommt. Und dann halt mal mit dem Zug. Obwohl es Sonntag war, war das Ding pumpenvoll. Wer keinen Platz reserviert hatte, hatte ganz einfach Pech und wer einen reserviert hatte, der musste nicht selten jemanden, der freundlicherweise fuer einem bereits das Sitzpolster angewaermt hatte zum Wechseln auffordern. Aber sonst war alles in Ordnung - ein paar Leute hatten nicht nur keine Reservation sondern auch noch kein Ticket (was dann gut teuer geworden ist).

Es ging alles gut und wir kamen zügig voran. Es hätte ewig so weitergehen können - aber dann war plötzlich fertig und wir befanden uns in einem Bahnhof wo die Geleise einfach aufhören. Sitzenbleiben hatte natürlich keinen Sinn und so stiegen wir aus und warfen uns ins Gewimmel von tausenden von Leuten von denen ein guter Teil an diesem Nachmittag nicht nur kohlesäurefreise Mineralwasser getrunken hatten.

Auf der nahegelegenen Kreuzung wurde für oder gegen irgend etwas demonstriert. Die Demonstration hat wahrscheinlich nichts bewirkt - ausser, dass dadurch der ganze Verkehr lahmgelegt war. Immerhin - etwas wurde also doch erreicht.

Aus dem stehenden Verkehr kam dann plötzlich jemand winken auf uns zugerannt. Wir erschraken etwas, denn der Mann hatte recht kurze Hosen an, welche aus den Häuten toter Tiere zusammengenäht waren. Und einen Bart hatte er auch noch. Unser erster Gedanke war: Bart & kurze Hosen - ganz klar, ein Salafist!

Das war er aber dann doch nicht sondern ein Schlepper - er versprach uns, dass er uns überall hinbringen könnte, wenn wir ihn bezahlen würden. Ich drückte ihm dann einen Zettel mit eienr Adresse in die Hand und er fuhr los (nachdem sich die Demonstration aufgelöst hatte).

Seine Sprache erinnerte leicht an Deutsch - war aber keins. Somit war die Unterhaltung natürlich nicht einfach. Aber irgendwie verstanden wir, dass es eine Art Versammlung oder so etwas auf einer nahegelegenen Wiese geben würde und dass darum so viele Leute aus dem ganzen Land zusammenkommen würden. Etwas ähnliches habe ich schon mal auf Island gesehen - dort nannte man es "Thing". Vermutlich war es besser nicht in die Nähe zu gehen... wie heisst es beim AA immer: "Menschenansammlungen vermeiden". Die schreiben sowas ja nicht ohne Grund.
Alexander
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Alexander »

Kuno,

ich weiß nun nicht, ob ich deinen grenzenlosen Mut bewundern soll, oder ob du einfach nur unvorbereitet in dieses fremde Land gereist bist. Auf jeden Fall wird dein Name ob deiner Verwegenheit noch über Jahrhunderte über die schweizer Grenzen hinausschallen.

Die Menschen in diesen eigenartigen Lederhosen, die du getroffen hast, sind als das kriegerische Bergvolk am Rande der Alpen bekannt. Früher nannte man sie Bajuwaren, was etwas zu kriegerisch klang. Daher wurde die Stammeszugehörigkeit später in Bayern geändert. Da in den letzten Jahren auch in Deutschland immer mehr englische Begriffe verwendet werden bezeichnet man die Bayern manchmal auch schlicht als "The Bavarians".

Es gibt zwei Arten von Lederhosen. Einmal die ganz kurze, die gerne im Sommer zur heißen Jahreszeit getragen wird. Sie eignet sich besonders dann, wenn die Bajuwaren die alte Tradition des Herumhüpfens pflegen und sich dabei krägtig auf die Beine schlagen. Es soll sich dabei um einen ritualen Tanz handeln der auch Schuhplattler genannt wird. Je mehr die Bajuwaren von diesem Gerstengebräu trinken, dass du bereits erwähnt hast, um so kräftiger schlagen sie sich auf die Beine. Dabei werden Laute ausgestossen, die nur ein Hiesiger verstehen kann. Für dieses Geschrei wurde der Begriff jodeln kreiert. Ob es sich dabei um ein Balzverhalten oder eher um ein Ritual handelt, dass auf den Kampf mit seinen Alpennachbarn vorbereiten sollte, kann ich dir leider nicht sagen.

Desweiteren gibt es eine dreiviertellange Lederhose, die eher in der kühleren Jahreszeit getragen wird. Diese Hose ist auch unter dem Namen Knickerbocker bekannt, die auch gerne von den femininen Kriegerinnen getragen wird.

Eines haben die beiden Hosen aber gemeinsam. Es gibt auf der rechten Seite eine kleine Tasche, in welcher der Hirschfänger aufbewahrt wird. Der Hirschfänger besteht aus einer scharf geschliffenen Messerklinge und einem Reh- oder Hirschfuss (daher der Name) als Griff. Der Bayer wird dir damit nicht den Kopf abschneiden. Die Abtrennung des Kopfs hat in Bayern keine Tradition. Eher wird der Hirschfänger im Nahkampf verwendet z.B. im Bierzelt, wenn ein anderer Bayer seinen Arm um die Frau seines Begehrens legt, oder jemand versehentlich aus seinem Bierkrug trinkt. Dann sitzt die Klinge sehr locker und es bedarf dann schon mal einige weitere Lederhosenträger, um die Streithähne zu trennen.

Kuno, ich sehe, dass du offensichtlich wieder gesund zurückgekehrt bist. Du hattest großes Glück, dass du das heilige Land wieder ohne Probleme verlassen konntest. Nicht jedem ist das bisher gelungen. Das Geringste was einem Fremden passieren kann ist, dass ihm das Ohrwatschl abgebissen wird.

Früher gab das Auswärtige Amt Reisewarnungen für Bayern heraus. Da sich aber eh keiner daran hält, weil man ja lieber die netten Einheimischen fragt und wenn nichts passiert man sich super sicher gefühlt hat, wurden die Reisewarnungen eingestellt.

Persönlich kann ich nur vor diesem Land nur warnen, stamme ich doch selbst aus dieser südlichen Region. Ich trage zwar keine Lederhosen mehr. Aber meinen Hirschfänger trage ich immer noch mit mir. :)

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: ...dann halt in den Osten!

Beitrag von Alexander »

Bei näherer Betrachtung des nachfolgenden Artikels hege ich Zweifel daran, dass Kuno wirklich nur an Dirndl- und Lederhosenträgern interessiert war. Sollte er einen erneuten Versuch der "Heimführung in die Neutralität" unternommen haben? In diesem Falle hätte Bayern Kuno unverzüglich arrestieren und ausweisen müssen. In anderen Ländern wird man schon wegen eines Fotos von einer Brücke der Spionage bezichtigt und für den Rest des irdischen Daseins die Wiedereinreise verweigert.

Das Problem, wie es sich derzeit darstellt, wäre die Bundesrepublik aufgrund des desolaten Zustandes der Bewaffnung (die Bayern haben leider kein eigenes stehendes Heer mehr) nicht mal in der Lage, eine völkerrechtswidrige territoriale Zusammenlegung durch die Schweiz zu verhindern. Und das Bisschen an funktionierender Bewaffnung verkaufen wir ans Ausland, um unser marodes Staatssäckel zu sanieren. Ein bi(er)laterales Abkommen mit der Schweiz sollte einem alpenländischen Grenzkonflikt allerdings zuvorkommen. Ich hoffe hier auf die Weitsicht unserer Politiker.


Oft in den letzten Jahrzehnten fühlten sich die Schweizer von ihren nördlichen Nachbarn dominiert und bedrängt. Das schuf böses Blut. Und manchmal auch handfeste politische Gegenwehr. Vor drei Jahren wollte der Schweizer SVP-Nationalrat Dominique Baettig den Anrainer-Regionen aus Deutschland, Frankreich und Italien mit einem Gesetz den Beitritt zum Alpenländle erleichtern. mehr...

Grüsse
Alexander
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