Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus. Staaten: Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Georgien, Indien, Irak, Iran, Kambodscha, Kasachstan, Kirgisien, Kurdistan, Laos, Malaysia, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Tajikistan, Thailand, Tibet, Türkei, Turkmenistan, Vietnam, Uzbekistan

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Esther & Peter
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Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Esther & Peter »

Es ist wieder einmal soweit. Der Landy steht gepackt vor der Türe. Visa, Fähren, etc. sind organisiert, der Hund wedelt erwartungsvoll. Nachdem wir bereits im letzten Jahr Nordafrika nicht besucht haben und deshalb zum ersten Mal in Georgien waren (die Reise war phantastisch!), zieht es uns dieses mal erneut in östliche Richtung. Trotz den diversen Kaukasus Konflikten scheint uns diese Gegend zur Zeit bedeutend sicherer.
Die Reise führt uns von Ancona nach Griechenland, Istanbul, durchs wilde Kurdistan, Georgien, Armenien, Aserbaidschan und wieder zurück. Für uns alles Neuland! Es gibt untwerwegs sogar wüstenähnliche Gebiete.
Gerne werden wir nach unserer Rückkehr einige Informationen ins Netz stellen.

Liebe Grüsse
Esther & Peter & Tassili

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Andreas
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Andreas »

Hallo

Dann wünsche ich Euch viel Spaß und tolle Erlebnisse auf der Reise.

Ich warte gerne auf einen Bericht und Fotos.

Wenn alles klappt mit unserem Fahrzeugumbau wollen wir in 2010 eine fast Schwarzmeerumrundung starten, Ukraine-Russland-Kaukasus-Türkei.
Gruß aus dem südlichen Niedersachsen

www.carriage-road.de
Esther & Peter
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Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Esther & Peter »

Hallo Reise-Freunde

Ende Oktober sind wir von unserer Reise in den Kaukasus wohlbehalten nach 11’000 Kilometer mit unserem Land Rover Defender zurückgekehrt.

Bereits im letzten Jahr haben wir diese Gegend besucht. Die ursprünglich geplante Route um das Schwarze Meer musste seinerzeit aufgrund von Problemen mit der Fährverbindung Türkei/Russland etwas abgeändert werden. Dieses Mal hiess unser Ziel: Das Kaspische Meer. Die Route ging über Italien – Griechenland – Türkei – Georgien – Armenien – Aserbaidschan und zurück (1'300 Liter Diesel / 7 Länder / 4 Zeitzonen)

Einmal mehr: Es war eine wunderschöne Reise. Auf der gesamten Strecke hatten wir keine grossen Probleme. Die Menschen sind ausnahmslos nett, freundlich und zuvorkommend, die Landschaften grossartig und die Sehenswürdigkeiten überwältigend. Wir fühlten uns jederzeit ohne Ausnahme sicher und haben auf der ganzen Reise keine weiteren Reisende angetroffen!

Anreise

Die Autobahn vom Fährhafen Igoumenitsa bis an die Türkische Grenze ist praktisch fertig. Innerhalb der Türkei wurden oder werden in die entlegensten Gebiete 4-spurige Autobahnen in einem perfekten Zustand gelegt. Das richtige Abenteuer auf diesen Strecken geht dabei verloren, doch kommt man schnell und bequem vorwärts. Und es gibt ja noch unzählige Nebenstrassen und lohnende Umwege.

Sicherheit / Kaukasus Konflikte

Die Armenier könnens nicht mit den Azeris. Umgekehrt erst recht nicht. Für die Türkei ist Armenien ein Reizwort. Umgekehrt natürlich auch. Armenien und Aserbaidschan haben Probleme mit Georgien. Georgien möchte lieber in die EU. Dass passt den kleinen und grossen Nachbarn nicht. Dann gibt es noch die Russen mit ihren Interessen (die sich nicht unbedingt mit den westlichen Interessen decken). Der Iran ist in der Nähe. Berg Karabach macht die Gegend nicht sicherer. Gas Pipelines und Ölfelder durchziehen die Region. Dutzende Sprachen, Kulturen, Schriften und Religionen finden sich auf engstem Raum.

So kann man von der Türkei nicht direkt nach Armenien einreisen. Armenien direkt nach Aserbaidschan ist auch nicht möglich. Dafür geht Türkei/Georgien/Armenien, zurück nach Georgien, dann weiter nach Aserbaidschan, wieder zurück nach Georgien, usw. Der Pass füllt sich mit unzähligen Stempeln.

Die Paranoia geht soweit, dass es offiziell nicht erlaubt ist, Reiseführer und Karten der jeweiligen Länder in die anderen Staaten einzuführen. An der Georgisch/Aserbaidschanischen Grenze wurden wir über Stunden (!) ununterbrochen kontrolliert, da die Grenzer (mit Recht….) vermuteten, dass wir bereits in Armenien waren.

Visa, Zoll, Carnet de Passage, Versicherungen

Georgien: Kein Visum notwendig, Zoll professionell und freundlich, Versicherung obligatorisch und direkt am Zoll erhältlich. Kein CdP.

Armenien: Visum in der Schweiz innerhalb weniger Tage problemlos und günstig erhältlich. Zoll etwas kompliziert, jedoch sehr freundlich, Versicherung direkt am Zoll. Kein CdP.

Aserbaidschan: Visum durch die Botschaft in der Schweiz mit einigen Umwegen (Details gerne persönlich) und sehr teuer erhältlich. Zoll eine Katastrophe: Kompliziert, Zeitraubend, Stress, etc. Die Zöllner haben keinerlei Erfahrung mit individual Touristen. Kein CdP.

Unterwegs

Problemlos. Viele Schilder jedoch in der lokalen Schrift oder in Kyrillisch. Ausserhalb der Grenzen praktisch keinerlei Kontrollen. Ausser um Baku keine spürbare Korruption. Mörderischer und rücksichtsloser Fahrstil sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Ausserhalb der Hauptstädte schlechte Strassen oder Pisten. Bei Regen unpassierbare Pässe.

Übernachten

Für unsere Bedürfnisse fast keine touristische Infrastruktur, keine Campingplätze, auf dem Land keine Hotels mit westlichem Standard, in den Hauptstädten unverhältnismässig überteuerte Luxushotels. Schöne Stellplätze sind jedoch mit ein bisschen Aufwand und Zeit überall zu finden.

Hund

Unterwegs interessierten sich sämtliche Grenzbeamten für die Gesundheitsbestätigung und den EU Haustierpass, machten aber keinerlei Probleme.

Verständigung

Haben wir schon erwähnt, dass jedes Land eine eigene Schrift und eine eigene Sprache besitzt? Die jungen Leute lernen vermehrt Englisch. Russisch ist jedoch die einzige richtige Option.

Währung

Wir hatten Euro und CHF dabei und hatten keinerlei Wechselschwierigkeiten. Der Euro ist betreffend Akzeptanz dem US Dollar ebenbürtig (nur in der Boomtown Baku wird ausschliesslich in Dollar gerechnet).

Diesel

Höchstpreise von 1.80 Euro in der Türkei, Spotpreise in Aserbaidschan (da kommt das Zeug aus dem Boden) und dazwischen die gesamte Bandbreite. Diesel ist überall problemlos erhältlich.

Fazit

Georgien ist auch nach dem kurzen Krieg mit Russland ein tolles und interessantes Reiseland. Westlich ausgerichtet, mit einer faszinierenden Kultur, phantastischen Bauwerken, sehr gutes Essen und einer funktionierenden Infrastruktur. Highlights: Die Hauptstadt Tbilisi, Batumi an der Schwarzmeerküste, unbefestigte Pisten über Pässe im Kaukasus, unzählige mittelalterliche Kirchen und Kloster, verfallende Kurorte aus der Sowjetzeit.

Armenien, bettelarm, dafür umso herzlicher. Ein chaotisches Eriwan, magische Hochebenen. Kirchen mit dem Berg Ararat als Hintergrund, Bergseen und tiefe Schluchten. Für uns eine Liebe auf den ersten Blick.

Aserbaidschan, Land der Schlammvulkane und der Ölfelder. Land der Gegensätze: Hier Baku, eine Boomtown mit Wolkenkratzern, Hotelanlagen, beleuchtete 8-spurige Autobahnen, Luxuslimousinen, Designer Shops, Shoppingsmals und unglaublichen Reichtum (der auch überall hemmungslos gezeigt wird). Dort die arme Landbevölkerung, die ums überleben kämpft, schlechte Strassen, heruntergekommene Dörfer und fehlende Infrastruktur. Ein eindrückliches Land, das jedoch nicht auf Reisende eingestellt ist (ausser Baku).

Zum Schluss noch ein kleiner Dialog, der in Aserbaidschan täglich stattfindet:
Polizei: Was machen sie hier?
Wir: Wir bereisen ihr schönes Land.
Polizei: Warum?
Wir: Weil wir ihr Land sehen und kennenlernen möchten.
Polizei: Aber warum?
Wir: Wir sind Touristen.
Polizei: Aber warum sind sie gerade hier?
Wir: Weil es hier schön ist
Polizei: Aber warum hier und nicht irgendwo sonst?
Und so geht es ewig weiter.

Esther, Peter und Tassili

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abacus
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von abacus »

Danke für den interessanten Bericht.

Was ist denn mit der legendären Fähre Trabsun-Sotschi los?

Grüße
sven
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Achim Vogt
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Achim Vogt »

Ich bin im Sommer 2009 folgende Strecke gefahren:

Berlin - Krakau - Slowakei - Ungarn - Rumänien (Siebenbürgen) - Moldawien - Odessa (Ukraine) - Fähre nach Poti (Georgien).

Die Strecke ist spannend und nicht sehr lang (die Variante von Krakau direkt in die Ukraine und weiter nach Odessa hat den Vorteil von weniger Grenzen und noch kürzerer Strecke, ist aber auch nicht so abwechslungsreich).

Der Vorteil der Fähre sind zweieinhalb Tage Entspannung auf See (nicht unbedingt im Hochsommer), die Ersparnis der doppelten Durchfahrt durch die Türkei und vor allem der türkischen Spritpreise.

Im Hafen von Poti wurde keine Versicherung verlangt! Das mag allerdings erratisch sein.

Nachteile: Zeit- und nervenraubende Abfertigung in den Häfen Odessa und Poti, in unserem Fall lange Wartezeit an der Grenze Moldawien / Ukraine.

Viele Grüße
Achim
Esther & Peter
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Esther & Peter »

Zur Zeit gibt es keine Fährverbindung von Georgien nach Russland. Einzige Mögllichkeit ist über das türkische Trabzon nach Sochi. Im Hafen von Trabzon gibt es verschiedene russische Agenturen, die Tickets nach Sochi verkaufen. Unserer Erfahrung: Sehr chaotisch. Kein richtiger Fahrplan (die Fähre fährt erst, wenn sie voll ist!). Preisgestaltung untransparent (Der Preis wird wahrscheinlich von Fall zu Fall neu festgelegt). Die Agenturen versuchen, das Geld bei der Buchung sofort einzukassieren und versprechen die Abfahrt in den nächsten Stunden. Sobald bezahlt wurde verschiebt sich die Abfahrt um TAGE! Das Geld wird bei einer stonierung natürlich nicht zurückbezahlt. Wir trafen einen deutschen Rentner, der seit einer Woche im Hafengelände auf die Üeberfahrt wartet. Die Fähre fährt übrigends unter Nord-Koreanischer Flagge (und dies ohne Kommentar...)

Im Internet gibt einige recht eindrückliche Berichte über die Verhältnisse an Bord und die Einreise nach Russland.

Viel Spass

Esther & Peter & Tassili

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abacus
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von abacus »

:lol: ok, dann ist da noch alles beim alten ... danke, dachte schon, der Kahn sei mal wieder abgebrannt oder so ... wäre ja nicht das erste Mal.

Grüße
sven
Aparillo
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Aparillo »

Eine kleine Anmerkung zur Einreise nach Armenien:

Wir erhielten das Visum für 21 Tage (2009) für knapp 10$ schnell und problemlos an der Grenze zu Georgien.(Deutsche Pässe)

Die Gebühr, die fürs Auto verlangt wird, ist nach meinen Informationen eine Zollgebühr und keine Versicherung. Für 15 Tage wurden gut 40€ verlangt. Bei der Ausreise nochmal 12€.

Eine KfZ Versicherung ist meines Wissens in Armenien nicht vorgeschrieben, an der Grenze wurde uns auch keine angeboten. Die heimische Versicherung deckt den Kaukausus i.d.R. nicht ab. (meine jedenfalls nicht)
Birte
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Birte »

Tolle Infos!

Wie lange wart ihr denn unterwegs?

LG Birte
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Esther & Peter
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Esther & Peter »

und wir 4 Wochen. Schon ein bisschen eine Fahrerei, aber spannend und kurzweillig.

und Aparillo: toller Bericht. Respekt (was alles mit einem PKW und Wohnwagen möglich ist)!

Esther & Peter

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Aparillo
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Re: Kaukasus Herbst 2009 (Georgien/Armenien/Aserbaidschan)

Beitrag von Aparillo »

Wieso sollte das nicht möglich sein? es gab überall Straßen.
Solange die Räder nicht einsinken, kommt man auch mit dem Gespann (Heckantrieb) überall gut durch. Selbst die holprige georgische Heerstraße war kein Problem.
Natürlich ist das Tempo etwas gemächlicher.
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