Pamir Highway, wann? wie? ..

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Naglwitz
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Pamir Highway, wann? wie? ..

Beitrag von Naglwitz »

Hallo Zentralasien-Fans!

Wir überlegen, auf dem Weg vom Iran nach Kirgisistan, einen Abstecher über den Pamir-Highway (gegen den Uhrzeigersinn) zu nehmen. Wir haben auch schon einige Reiseberichte gelesen, aber es sind einige Fragen offen:
- Hat jemand Infos betreffend die aktuelle Sicherheit? Während sich die Info des deutschen Außenamtes ja recht zuversichtlich liest, rät das österreichische Außenministerium wiederholt von Fahrten ins Pamir ab.
- Von ebendort kommt die Aussage, die Zufahrtsstraßen ins Pamir seien teilweise gesperrt. Was ist davon zu halten?
- Zwischen Dushanbe und Kalaikhum soll es angeblich eine Nord- und eine Südroute geben. Richtig oder falsch? Die World-Mapping-Project-Karte jedenfalls zeigt nur eine Route.
- Welche Route von Khorog zum Yashikul-See ist die schönere/besser befahrbare, der eigentliche Highway oder die Strecke direkt an der afghanischen Grenze?
- Ist der Highway Mitte Mai voraussichtlich überhaupt schon befahrbar?
- Wieviel Zeit sollte man zumindest haben, um von Dushanbe via Pamir nach Osh zu fahren?
- Wie könnte ein Plan B aussehen, etwa für den Fall, dass man wegen Höhenkrankheit umkehren möchte? Kann man über Garm, Dzhirgatal (wie ist die Sicherheit hier?) nach Daroot-Korgon in Kirgistan (ist die Grenze offen?) oder muss man über den Anzob-Pass (und damit wieder große Höhen), Istaravshan und Khujand nach Kirgisien?

Auf hilfreiche Antworten wartend grüßt der
Naglwitz
kurt 47
Beiträge: 31
Registriert: Fr 7. Dez 2007, 14:33

Re: Pamir Highway, wann? wie? ..

Beitrag von kurt 47 »

Servus Naglwitz,
ich bin 2012 auf meiner Reise in die Mongolei u.a. auch von Dushanbe aus über den Pamir gefahren.
Grundsätzlich: sehr spektakuläre Natur, politisch ist die Pamirgegend immer etwas unruhig, aber m.E. nicht gefährlich.
Die äußerst freundliche und neugierige Bevölkerung der Pamirregion versteht sich offenbar nicht sonderlich gut mit der Zentralregierung (und umgekehrt).
Zu meiner Zeit gab es in Khorog eine "militärische Säuberungsaktion". Da ging 1 Woche lang gar nichts mehr.
Zum Glück war ich noch am Tag vorher aus Khorog abgereist. Bin von Khorog Richtung Iskhashim (entlang der afghanischen Grenze) gefahren und mußte 1 Tag Zwangspause einlegen. Militär war überall, aber höchst korrekt und eindeutig um unsere Sicherheit bemüht. Bei der Weiterfahrt keine Probleme mehr. Der ganze Vorfall (angeblich ca. 200 tote Demonstranten in Khorog) kam gar nicht bis in die österr. Nachrichten.
Von Dushanbe nach Khorog kenne ich nur die M 41, welche von dort auch weiter nach Murghab führt. Allerdings bin ich dann von Khorog von der "Hauptstraße" abgebogen und via Iskhashim entlang der afgh. Grenze nach Murghab gefahren. Ist vermutlich die interessantere Variante (allerdings kenne ich die Alternative Khorog - Murghab via M 41 nicht).
Höhenkrankheit: hatte ich keine Probleme, allerdings atmet man offenbar ab einer gewissen Höhe bei geringster Bewegung merkbar etwas intensiver. Wie mir ein Arzt erklärte, ist ein gesunder Mensch im Auto weniger anfälliger als Radfahrer (deren sieht man genug) oder Wanderer. Sollte es beim Nachtlager gesundheitl. Probleme geben, einfach ca. 200 Meter "absteigen/abfahren".
Zeitdauer: hängt natürlich immer von pers. Interessen ab, aber von Dushanbe bis Osh solltest Du zumindest 1 Woche veranschlagen.
Jahreszeit: ob der Pamir Highway im Mai schon offen ist, ich weiß es nicht. War im Juli dort.
Abschließend: würde die Tour jederzeit wieder machen.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Viel Erfolg beim Planen und eine gute und unfallfreie Reise wünscht

Kurt 47
Christian Desertrider
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Registriert: Fr 21. Mär 2008, 18:40
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Re: Pamir Highway, wann? wie? ..

Beitrag von Christian Desertrider »

- Hat jemand Infos betreffend die aktuelle Sicherheit? Während sich die Info des deutschen Außenamtes ja recht zuversichtlich liest, rät das österreichische Außenministerium wiederholt von Fahrten ins Pamir ab.
Da kann man jeweils nur hoffen, dass es bis Sommer keine negativen Änderungen gibt, allerdings wird die Lage oft unterschiedlich beurteilt. Dabei würde ich den Pamir aber sicherer sehen als Dushanbe.

- Von ebendort kommt die Aussage, die Zufahrtsstraßen ins Pamir seien teilweise gesperrt. Was ist davon zu halten?
Im Januar gab es Berichte, dass der Kyzylart-Pass (d.h. der Übergang von Tadschikistan nach Kirgistan zu wäre, wegen Zusammenstössen der Grenzkräfte), in der Praxis ist zu hoffen, dass Ausländer passieren können.

- Zwischen Dushanbe und Kalaikhum soll es angeblich eine Nord- und eine Südroute geben. Richtig oder falsch? Die World-Mapping-Project-Karte jedenfalls zeigt nur eine Route.
Die Nordroute geht über den Karabubotpass (bzw. Saghirdashtpass), sie wäre daher auch für eine erste Akkli gut (>3000m), die Südroute geht über Kuljob (der Ort war den Monat in den News, da ein Gefängnisdirektor von einem Häftling beim Haareschneiden erstochen wurde) und dann zur afghanischen Grenze über Shuroabad. Letzten Herbst war einiges in Bau, wahrscheinlich wird das in Zukunft die schnellere Strecke sein. Beide Strecken sind lohnend. (die Nordroute konnte ich bei meiner ersten Pamirfahrt nicht angehen, da Soldaten sie sperrten und mir zu verstehen gaben, dass Schiessereien unterwegs seien, beim zweiten Mal sind wir die Nordroute gefahren, diese war aber auch gesperrt, da eine Brücke überholt wurde, so dass nur Velo und Fussgänger passieren konnten)

- Welche Route von Khorog zum Yashikul-See ist die schönere/besser befahrbare, der eigentliche Highway oder die Strecke direkt an der afghanischen Grenze?
Hier gilt auch, dass beide schön sind, "exotischer" ist wohl die Route am Panj entlang über Ishkashim (Wakhan ist eigentlich nur ein Nebenfluss und liegt in Afghanistan)

- Ist der Highway Mitte Mai voraussichtlich überhaupt schon befahrbar?
Der HWY ist das ganze Jahr offen, manchmal ist er wetterbedingt blockiert (sogar im Sommer, z.B. wenn die Flüsse Hochwsser führen, für den Winter hat es Schneeräumdienste an den Pässen)

- Wieviel Zeit sollte man zumindest haben, um von Dushanbe via Pamir nach Osh zu fahren?
wir kennen den Weg nur per Rad, bis Kirgistan hatte ich von Dushanbe beim ersten Mal ca. 10 Tage gebraucht.

- Wie könnte ein Plan B aussehen, etwa für den Fall, dass man wegen Höhenkrankheit umkehren möchte? Kann man über Garm, Dzhirgatal (wie ist die Sicherheit hier?) nach Daroot-Korgon in Kirgistan (ist die Grenze offen?) oder muss man über den Anzob-Pass (und damit wieder große Höhen), Istaravshan und Khujand nach Kirgisien?

Daroot-Korgon ist üblicherweise dicht für Drittstaatler, nur 2012 bei der Sperrung des Pamirs konnten Touristen dort ausreisen.
Anzob-Pass geht nur per Motorrad, dafür gibt es den Tunnel des Grauens, der führt nicht so hoch und auch der nächste Pass ist untertunnelt, somit spielt Höhe weniger eine Rolle.
Dieses Jahr ist übrigens ein norwegisches Auto (bzw. ein amerikanischer Krankenwagen) am Kyzylart umgekehrt, weil der Motor infolge Höhe geschwächelt hat, sie wurden daraufhin geschleppt (hat allerdings wenig Verkehr im Ostpamir, gegenüber 2009 hat er aber stark zugenommen).

Grüsse

Christian

PS http://bike-pamir.blogspot.com (2009 und 2010)
http://bike-asia.blogspot.com/ (letzten Sommer-Juli)
Naglwitz
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Re: Pamir Highway, wann? wie? ..

Beitrag von Naglwitz »

Hallo Christian,

ich finde es sehr schade, dass solche prägnanten und umfassenden Informationen nur mehr selten im Forum gepostet werden.
Herzlichen Dank!

Naglwitz
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