Ralf Kiefer hat geschrieben:Unglaublich, daß "wir" denen Millionen schenken wollen! Man könnte fast meinen, daß unsere Staatsratsvorsitzende so was gut findet.
Um genau zu sein sind es 3 Milliarden, die Merkel Erdogan auf dem Tablett serviert.
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
sozusagen passiert es nicht nur vor unseren augen und der der gesamten westlichen welt, sondern sogar mit unserer unterstützung, dass atatürks erbe mit riesen schritten in eine diktatur wandert.
ich stelle selten einen vergleich zum dritten reich, aber vielleicht könnte es hier passen.
schnorr hat geschrieben:ich stelle selten einen vergleich zum dritten reich, aber vielleicht könnte es hier passen.
Vieleicht träumt Herr Erdogan von einem Großosmanischen Reich. Mit ihm als Kalifen.
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
schnorr hat geschrieben:sozusagen passiert es nicht nur vor unseren augen und der der gesamten westlichen welt, sondern sogar mit unserer unterstützung, dass atatürks erbe mit riesen schritten in eine diktatur wandert.
Die Entwicklung in kleinen Schritten ist das, was mir Sorgen macht. Jeder Schritt ist noch nicht der große Skandal auf der Weltbühne, aber die bisherige Entwicklung der letzten Jahre sollte es sein. Insofern sehe ich auch Parallelen zur deutschen Vergangenheit.
Betrachte ich die Türkei, so sehe ich bei denen nur außenpolitische Probleme mit ihren Nachbarn. Syrien, Irak und Kurdistan standen (z.B. wg. Wasser) und stehen gerade im Mittelpunkt. Das türkische Verhältnis zum Iran ist nicht gerade als freundschaftlich zu beschreiben, zu den Staaten im Kaukasus genausowenig. Wenn die nach 100 Jahren es nicht mal geschafft haben ihr Verhältnis zu den Armeniern zu verbessern, dann ist zukünftig unter Erdogan nichts zu erwarten. Am europäischen Ende der Türkei ist das Verhältnis zu Griechenland weiterhin durch den Zypernkonflikt belastet. Wie ich in Bulgarien mitbekam, wie deren nachbarschaftliches Verhältnis zu den Türken bewertet wird, dann sieht das genausowenig rosig aus. Soll heißen, daß die Türkei eher einem Pulverfaß mit entzündeter Lunte gleicht.
Das Problem mit unserer Staatsratsvorsitzenden ist zusätzlich, daß sie der Türkei bereits wieder die EU-Mitgliedschaft anbiedert. D.h. wir sollen mit solch einem Staat in einer gemeinsamen Organisation stecken, für die wir dann nicht nur finanziell geradestehen müssen, sondern sogar militärisch auf einer sehr niederschwelligen Ebene, wie wir gerade der Argumentation entnehmen, daß das deutsche Militär den Franzosen im Kampf gegen den IS in Syrien hilft, zzgl. Mali. War das eigentlich vorher bekannt, daß die EU auch ein Militärbündnis ist?
Gruß, Ralf
Edit: bessere Formulierung, weil nicht mehr so früh am Morgen
Zuletzt geändert von Ralf Kiefer am So 29. Nov 2015, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.
Gerade erst gelesen: Erdogans Kritiker auch in Reihen des Militärs werden kaltgestellt.
Vorwurf der Spionage: Drei hochrangige Militärs in der Türkei festgenommen
Es ist ein dubioser Vorgang: Erst werden in der Türkei zwei Journalisten verhaftet, jetzt zwei Generäle und ein früherer Oberst. Sie alle sollen spioniert und Staatsgeheimnisse ausgeplaudert haben. Es geht um eine Waffenlieferung nach Syrien.
Turi hat geschrieben:
Erdogan weiss ganz genau dass er einen seeeehr grossen Trumpf in der Hand hält und den wird er auch bis an die Grenze ausreizen.
Dafür sehe ich eine relativ einfache und effektive Möglichkeit im Sinne der syrischen Flüchtlinge: "wir"[1] kümmern uns um Lager möglichst in Sichtnähe zu Syrien, wo den Flüchtlingen adäquat geholfen werden kann. Allerdings geben wir nicht einfach Erdogan das "bißchen"[tm] Geld, damit er das vielleicht für diesen Zweck verwendet, sondern nehmen unsere Hilfsorganisationen, die das machen und organisieren. Die kurdischen und türkischen Verwaltungen müßten zu diesem Zweck Land zur Verfügung stellen, und dann wird nach dem Vorbild vom Lager az-Zaatari in Jordanien aufgebaut.
Über die Vorteile braucht man gar nicht diskutieren Sogar den völlig blinden EU-Befürwortern müßte einleuchten, daß das sogar Vorteile für deren Erhalt brächte. Und Erdogan könnten so schon keine Rechenfehler bei der Verwendung des Geldregens unterlaufen. Versehentliche natürlich nur ...
[1] Bliebe lediglich über dieses "wir" zu diskutieren! Wir haben eine Organisation namens UN. Dort sind Hilfsorganisationen für Krisen etabliert, dort wird sogar Geld dafür gesammelt. Wenn die EU und ihre einzelnen Staaten statt Geld in das aktuell komplette Chaos inkl. Grenzzäunen dieses in diesen Topf einbezahlt hätten, wäre allen geholfen, außer Schleppern, Boots- und Paßverkäufern, Containerbauer, Hoteliers von abgewrackten Etablissements, einigen Anwälten mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht und den vielen anderen Notfallprofiteuren hierzulande. Nicht mal die Pharmaindustrie hätte Einbußen erleiden müssen, weil man die Zwangsimpfungen sogar in den Lagern durchsetzen könnte. Profiteure solcher Lager wären stattdessen Hersteller von technischen Produkten wie Wasseraufbereitung, Stromversorgung u.ä. Das sind alles Produkte, die nach einer Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat ein paar km weiter benötigt werden. Diese Sachen könnten die rückkehrenden Syrer in ihren Heimatorten sogar selbst aufbauen, wenn sie im Lager während ihrer Zeit dort die nötige Schulung dafür bekommen. Alleine das wär's schon wert selbstbewußte Menschen bei ihrem Neuanfang zu unterstützen.
Dafür sehe ich eine relativ einfache und effektive Möglichkeit im Sinne der syrischen Flüchtlinge: "wir"[1] kümmern uns um Lager möglichst in Sichtnähe zu Syrien, wo den Flüchtlingen adäquat geholfen werden kann
Waren meine Worte am Anfang der Krise, nur mit dem Zusatz, die EU Aussengrenzen zu schliessen.
Ein Problem, das würde vermutlich nur auf syrischem Boden funktionieren, Erdogan kann sicher rechnen
und wird auf seinem Boden keine andere Organisation in grossem Stil arbeiten lassen.
Hätte auch noch weitere Vorteile, vor Ort müsste man nicht unserer gesamten Gesetzesflut Herr werden, sofern dir richtigen Leute dort verantwortlich wären, Praktiker und keine Bürokraten.
Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Heute zur Abwechslung eine positive Meldung aus Kurdistan bzw. Rojave. Es könnte daran liegen, daß Erdogan anderweitig beschäftigt ist
Das Leben kehrt zurück nach Kobanê
Neues Gesundheitszentrum von internationalen Freiwilligen erbaut
In die zu 80% vom IS zerstörte Stadt kehrt das Leben zurück. Am 20. November 2015 wurde das von internationalen ehrenamtlichen Aufbauhelfern und Bauarbeitern aus Kobanê gebaute Gesundheitszentrum offiziell der Stadt und dem Betreiber, dem "Kurdischen Roten Halbmond" (Heyva Sor a Kurdistane), übergeben.
Meine ehrliche Meinung in Anbetracht der gesamten Flüchtlings- Kriegs-situation nach einem Blick in die Kristallkugel und nach Studieren bisheriger Vorgehensweisen.:
Persönlich halte ich es für vorstellbar, daß aus dem Erdogan nun (da er sich ja als IslamPapst und Sultan sieht) ein zweiter Ghaddafi gemacht werden soll mit Milliarden von Euros um (wie G damals) kurzfristig UNSER Flüchtlingsproblem zu "lösen".
Vielleicht kriegt er als Zuckerl auch noch ein Stückerl des zerfallenen Syrien.
Dem Ethnozid an den Kurden wird man willfährig zuschauen.
Wenn er dann in 10 Jahren endgültig Allmachtsphantasien entwickeln wird (kennen wir auch..) ist er dann der böse Diktator und muss per Regimechange ähnlich Syrien wieder weg. Damit wären weitere Kriege zum Wohle der Wirtschaft gesichert, und man könnte wieder die "Menschenrechte" als Erklärung fürs Volkerl hernehmen.
In Türkisch-Kurdistan schleicht sich der Krieg weiter ein:
Der Krieg des türkischen Militärs im eigenen Land: Diyarbakir unter Beschuss
Die Lage in den kurdischen Städten eskaliert. Die Bevölkerung befürchtet die Vorbereitung eines Massakers seitens des türkischen Militärs. Zehntausende Bewohner Diyarbakırs sind auf der Flucht.
Über die Gebiete Cizre und Silopi wurde ab dem 14.12.15 eine unbefristete Ausgangssperre verhängt. Das heißt konkret, dass das Haus Tag und Nacht nicht verlassen werden darf, weil auf alles, was sich bewegt, geschossen wird. Um nicht zu verhungern, ist die Zivilbevölkerung jedoch gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, um sich mit Trinkwasser und Lebensmitteln zu versorgen.
Mehr bei Telepolis ...
So ähnlich hatte der syrische Krieg auch begonnen, jeden Tag ein Stück Gewalt mehr.
In unseren Medien wird meist die Darstellung der türkischen regierungstreuen Medien übernommen, wonach es sich um Kämpfe zwischen der PKK und den türkischen Militärs handele.
Deswegen schenkt Deutschland und die EU dem Erdogan-Regime ein paar Milliarden, denn es merkt kaum einer.
Für mich ist's wirklich wie "damals" mit Syrien. Nicht nur die meisten Städtenamen sind mir bekannt, sondern auch Bilder aus den Städten und den Menschen dort im Kopf, an den Tee, den sie mir brachten, als andere den Reifen flickten, an die Wassermelone abends zu uns ans Zelt in "the-middle-of-nowhere" (es war im Krater vom Nemrut Dagi, also nicht ganz aus der Welt ), usw. Aber die vielen steinewerfenden Jungs zwischen dem Vansee und Dogubayazit habe ich trotzdem nicht vergessen!