Drama
Regie: Shahrbanoo Sadat
Afghanistan, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Luxemburg 2019 - 90 min.
Kinostart: 04.11.2021
Kabul Ende der 80er. In Afghanistan ist eine prosowjetische Regierung an der Macht. Der 15-jährige Quodrat lebt ohne seine Eltern auf der Straße. Im Kino bewundert er die Helden der klassischen Bollywood-Filme, in die er sich in seinen Tagträumen verliert. Auf dem Schwarzmarkt verkauft er Kinotickets, was letztlich dazu führt, dass ihn die Polizei aufgreift und in ein Kinderheim steckt. Trotz harter Momente wird er dort eine Ersatzfamilie finden, tiefe Freundschaften schließen und die letzten Tage seiner Kindheit genießen.
Kabul Kinderheim ist der zweite Spielfilm der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Wie bereits ihr Kurzfilm Vice Versa One und ihr Langfilmdebüt Wolf and Sheep, lief auch dieser Film auf dem renommierten Filmfestival in Cannes. Eine märchenhafte Geschichte. Immerhin hatte Sadat bis zu ihrem 18 Lebensjahr kaum Filme gesehen. Vom Land ist sie in die Stadt nach Kabul gezogen, um dort schließlich ein Filmstudium zu beginnen. Die Werke von Agnes Varda und Abbas Kiarostami machten großen Eindruck auf sie. Einflüsse die man ihren eigenen Filmen deutlich ansieht; es ist dieser besondere Blick auf die kleinen Begebenheiten des Lebens, in denen sich die großen Bewegungen der Zeit zeigen.
All das gehört zur Geschichte von Kabul Kinderheim dazu, der seine politische Kraft aus der persönlichen Geschichte der Filmemacherin sowie der gegenwärtigen Situation in Afghanistan schöpft. Die 31-jährige konnte nur ganz knapp mit einem der letzten Evakuierungsflüge das Land verlassen. Mit der Machtübernahme der Taliban endet eine liberale Phase, in der eben auch Frauen Filme drehen konnten. Auf gespenstische Weise spannt das letzte Bild von Kabul Kinderheim den Bogen zum Schrecken der Gegenwart, nur dass damals die Mudschaheddin das Schicksal dieses gebeutelten Landes in ihre Hände nahmen. Der Islamismus trägt nicht nur den Namen der Taliban ... mehr
Gruß
Birgitt
FILM | Kabul Kinderheim
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