Regie: Atiq Rahimi
Frankreich / Deutschland 2012 - 103 min.
Kinostart: 10.10.2013
In einer Stadt - wahrscheinlich Afghanistan - hockt eine junge Frau an der Seite ihres im Krieg verwundeten und im Koma liegenden Mannes und sagt ihm, was sie nie zu sagen gewagt hat, erzählt von ihrer Kindheit, ihren Träumen und Sehnsüchten, von ihrer Einsamkeit in zehn Jahren Ehe, in der er sie nie geküsst, sondern nur wie ein Stück Fleisch genommen hat. Langsam gewinnt sie an Schönheit, Stolz und Persönlichkeit. Als sich eine Liebesbeziehung mit einem Soldaten anbahnt, scheint Veränderung möglich.
Atiq Rahimis Verfilmung seines gleichnamigen Bestsellers ist eine schockierende Hymne an weibliche Selbstbefreiung und gibt afghanischen Frauen eine Stimme. Der persischen Mythologie nach absorbiert der "Stein der Geduld" alle Geständnisse und Geheimnisse eines Menschen, bis er vollgesogen von Schmerz, Trauer und Leid am Ende zerspringt am Tag der Apokalypse, so die Deutung. Diese Geschichte erzählt die Tante ihrer Nichte als afghanische Legende. Für die junge Frau irgendwo in einer Bergortschaft wird ihr im Koma liegender Mann zum Stein der Geduld, der ohne urteilen zu können, alles in sich aufnimmt [...] Der Monolog als sehr präzise Textform, die Sprache, wird in dieser größtenteils als Kammerspiel inszenierten Tragödie zur Offenbarung, der gelähmte Körper des Mannes zum Symbol eines gelähmten Systems. In farblich perfekt komponierten Bildern präsentiert der Gewinner des renommierten Prix Goncourt mit Golshifteh Farahani ("Alles über Elly", "Huhn mit Pflaumen") in der Hauptrolle ein wuchtiges Meisterwerk, das sich wie ein Stachel in die Seele bohrt ... mehr
Website mit weiteren Infos:
Stein der Geduld - Der Film
Dazu ein Artikel vom 10.10.2013 bei Deutschlandradio
Gruß
Birgitt




