Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrumenten

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Wolfgang K
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Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrumenten

Beitrag von Wolfgang K »

Neulich hat mich jemand darauf aufmerksam gemacht, dass viele dieser alten Geräte radiumhaltige Leuchtfarbe auf den Skalen besitzen. Das war zwar lange üblich, aber unproblematisch war es nicht.

Was mich aber überrascht hat war die Stärke der Strahlung. Radium ist zwar (überwiegend) ein Alpha Strahler, was die Reichweite der meisten Strahlung in Luft auf wenige cm beschränkt, dafür ist die Strahlung in unmittelbarer Nähe alles andere als gering:

Astro Compass MKII und Abrams Universal Sun Compass strahlten mit 20 Mikrosievert pro Stunde. Das sind 0,02 Millisievert pro Stunde. Ein Castor ist ein Scherz dagegen :-).

Aber keine Panik, man sollte Kompasse etc. mit Radium Farbe lediglich nicht dauerhaft am Körper tragen. Im Regal dürfte es nicht viel ausmachen – wenn es nicht gerade der Nachttisch ist, da es wie gesagt überwiegend nicht weit reichende Alpha Strahlen sind. Die gehen noch nicht mal durch Papier.

Kritischer ist der Umgang mir den Geräten, wenn die Farbe beschädigt ist und abblättern kann. Wenn die Farbe in den Körper gelangt ist das schon schlimmer:

http://www.trademarklondon.com/Radiation/index.html
http://www.bzur.de/Berichte/Radiumfarben_April_2011.pdf

Hintergrund in Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Radium
http://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_(Einheit)

Grüße
Wolfgang
abacus
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von abacus »

Wo es Alphas gibt, gibts auch Gammas.

Der Zerfall in Radon, einem radioaktiven Gas ist auch nicht ganz ohne, wenn das eingeatmet wird.
schu achbar ?

Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von schu achbar ? »

Vielleicht ist die Greenpeace Messung am Castor ja so hoch ausgefallen, weil ein Nachhaltigkeitsfreak noch Opas Uhr am Arm hatte :mrgreen:
Es gibt doch noch genug Haushalte mit solchen Geräten in der Rumpelkammer und ob jeder Billigimport überprüft wurde auf solche Spuren kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich mach mir da keine Sorgen. Die meisten Träger solcher Uhren sind wohl eher an Herzinfarkt gestorben als an ihrer Armbanduhr mit Leuchtziffern.
Wo gibt man denn so etwas ab ?
Kommt dann ein Mitarbeiter der Müllabfuhr im Strahlenanzug zu Dir :-) ?
Vielleicht sollte man es schleifen und dabei tief durchatmen.
Das spart 10 Jahre Radonkur im Erzgebirge. Und das machen die Leute freiwillig !!
Nein nur Spass, nicht nachmachen !!
Hier gehts zu Radium, Radon und Co
http://www.westerzgebirge.com/htm/erzge ... ergbau.htm
russenschleuder
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von russenschleuder »

jetzt werft doch nicht alles durcheinander.
Sievert als masseinheit ist unangebracht, da die art der exposition einen gewaltigen einfluss auf die Dosis hat.
becquerel wäre passender.

dem artikel mit dem kompass kan man nur entnehmen:
das essen von radonfarbe ist ungesund. ebenso das einatmen.

ist das wirklich neu? lakier das ding und bahalte es nicht dauerhaft im mund (nur dort ist die haut dünn genug für alpha strahler)

jetzt könnte man natürlich noch nörgeln, dass die hintergrundstrahlung nicht abgezogen wurde: http://www.quarta-rad.ru/en/manuals/RD1706.pdf
oder die vorgeschriebenen abstände nicht eingehalten wurden. (ein gerät, das die gebäudestrahlung auf einen menschen quantifizieren soll an eine strahlungsquelle halten ist nicht unbedingt eine großartige leistung...)


genauso urangläser kein problem, solnge man keine sauren lebensmittel damit in verbindung bringt.

aber was solls, sobald es um strahlung geht drehen viele leute leider durch...

sg clemens
sg Clemens
schu achbar ?

Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von schu achbar ? »

""aber was solls, sobald es um strahlung geht drehen viele leute leider durch...""

Ich nicht :-)
Sag mal, was sind Urangläser ?
russenschleuder
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von russenschleuder »

sg Clemens
schu achbar ?

Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von schu achbar ? »

Interessant, wieder was gelernt.
Sieht schick aus, wenn man auf altmodische Glassachen steht.
Wenn Radon entsteht u. nicht raus kann müsste es doch irgendwann mal reissen...
Ralf Kiefer
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von Ralf Kiefer »

russenschleuder hat geschrieben: genauso urangläser kein problem, solnge man keine sauren lebensmittel damit in verbindung bringt.
Gab's nicht auch bis in die 1970er Jahre Linsen in Objektiven, die Zählrohre zum nervösen Ticken brachten?
russenschleuder hat geschrieben: aber was solls, sobald es um strahlung geht drehen viele leute leider durch...
Ist das ein Wunder? Soviel Mist, wie in diesem Bereich schon behauptet wurde, läßt Mißtrauen aufkommen.

Gruß, Ralf
russenschleuder
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von russenschleuder »

Ralf Kiefer hat geschrieben:Gab's nicht auch bis in die 1970er Jahre Linsen in Objektiven, die Zählrohre zum nervösen Ticken brachten?
ja, das thema kam mit dem anschlag auf Litwinenko wieder in die medien.
http://www.sueddeutsche.de/wissen/strah ... h-1.837552

vor allem die antistatik pinsel sind da ganz vorne dabei.

alte, gute objektive verstauben so gut wie nie, dafür "leuchten sie im dunken" :mrgreen:
die neueren pinsel bestehen aus einem leitfähigen kunststoff.

sg clemens
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Wolfgang K
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von Wolfgang K »

Clemens!

Entschuldige bitte dass ist keine Becquerel angegeben habe, aber die kann ich Dir nicht sagen, weil ich für verschiede Geräte nur die Mikrosievert (abstand 0 cm ? ) gelesen habe. Ist diesem Zusammenhang sind Sievert aber schon passender, weil das hilft einzuordnen was man "abbekommt" wenn so ein Ding - wie bei mir - auf dem Schreibtisch steht. Vor allem im Vergleich zu anderen "Bedrohungen". Ich sah förmlich einen Demonstrationszug auf den Wecker meiner Oma zuziehen und die ersten Aaktivisten sich an meinen Zaun anketten.
aber was solls, sobald es um strahlung geht drehen viele leute leider durch...
Keine Angst, da gehöre ich nicht dazu. Ich werde mein Regal zu Hause ganz sicher nicht leer räumen... :mrgreen:

Andererseits könnte ich noch ein wenig Panik schüren in der Hoffnung, dass mir der eine oder andere hier seine Sammlung zu Endlagerung überlässt. 8)
russenschleuder
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von russenschleuder »

Hallo Wolfgang,
Wolfgang K hat geschrieben:Ist diesem Zusammenhang sind Sievert aber schon passender, weil das hilft einzuordnen was man "abbekommt" wenn so ein Ding - wie bei mir - auf dem Schreibtisch steht.
nunja, diese messgeräte haben ein sensorfeld von wenigen mm², von dieser fläche rechnen die geräte hoch auf einen menschen, dessen obsorbtionsfähige oberfläche deutlich größer als die messfläche ist.

wenn du jetzt eine strahlenquelle auf dieses sensor legst, geht dieser davon aus, dass der gesammte mensch dieser strahlung ausgesetzt ist und multiplizier das natürlich brav mit den voreingestellten parametern. da muss ja eine wahnsinnszahl herauskommen.

und genau darum ist es ja nicht möglich damit die strahlung zu messen, die du abbekommst.
Wolfgang K hat geschrieben: Keine Angst, da gehöre ich nicht dazu. Ich werde mein Regal zu Hause ganz sicher nicht leer räumen...
natürlich nicht, aber unter umständen das regal nicht mehr staubsaugen und beschädigte stellen mit klarlack nachbessern.
Wolfgang K hat geschrieben:Andererseits könnte ich noch ein wenig Panik schüren in der Hoffnung, dass mir der eine oder andere hier seine Sammlung zu Endlagerung überlässt.
:lach: der war gut

sg clemens
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Wolfgang K
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Re: Radium in alten Kompassen und sonstigen Skaleninstrument

Beitrag von Wolfgang K »

nunja, diese messgeräte haben ein sensorfeld von wenigen mm², von dieser fläche rechnen die geräte hoch auf einen menschen, dessen obsorbtionsfähige oberfläche deutlich größer als die messfläche ist.

wenn du jetzt eine strahlenquelle auf dieses sensor legst, geht dieser davon aus, dass der gesammte mensch dieser strahlung ausgesetzt ist und multiplizier das natürlich brav mit den voreingestellten parametern. da muss ja eine wahnsinnszahl herauskommen.
OK, Problem verstanden! :idea:

Das mit dem Klarlack ist eine gute Idee.

Gruß und Dank
Wolfgang
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