DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

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Hans Frommelt
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Hans Frommelt »

Im Podcast:

"Dialog Direkt!" mit Dr. Jürgen Großmann , Vorsitzender des Vorstandes, RWE AG, Essen und Dr. Peter Frey , Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Berlin (35:06 min)

http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_Dialo ... =500001013

geht es auch um das DESERTEC.
J. Grossmann zweifelt da schon etwas an der Sinnhaftigkeit von DESERTEC, so jedenfalls habe ich es herausgehört. Hans
Roger-Tecumseh
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Roger-Tecumseh »

Genau diese (siehe Link unten) international moegliche (und laengst unausweichliche) Kooperation meinte ich, wenn ich hier gleich zu Beginn die positiven - eben auch politischen - Aspekte erwaehnte. (Dabei wird uebrigens auch noch einmal ganz deutlich, dass es keineswegs nur um Europas Stromversorgung geht!)
Viele Partner koennen natuerlich auch zu vermehrten Kontroversen fuehren - muessen dies aber nicht zwangslaeufig und andauernd, wie zahlreiche bestehende weltweite Projekte zeigen. Manchmal koennen zukunfsorientierte "Sachzwaenge" eben sogar Ideologien ueberwinden! Warum also nicht auch hier? :)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 89,00.html
Alexander
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Alexander »

Solarprojekt Desertec findet Partner

Das gigantische Wüsten-Solarstrom-Projekt Desertec erhöht seine Schlagkraft. Die Initiative, bisher mehrheitlich von deutschen Unternehmen dominiert, steht kurz vor der Aufnahme führender Energieversorger aus dem europäischen Ausland und Nordafrika. mehr...

Grüsse
Alexander
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Hans Frommelt
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Immer noch in der Diskussionsphase

Beitrag von Hans Frommelt »

Präs. Busch wollte in Polen ja ein sehr kostenintensives Raketenabwehrsystem installieren. Gemäss kürzlich erfolgten Pressemitteilungen hat Präs. Obama das Projekt gestoppt. Es sei zu teuer, nicht tauglich und man provoziere nur Moskau damit! Das was gestern noch proklamiert wurde ist heute Makulatur. So schnell können Regierungsprogramme, welche auch unter dem Einfluss der Industrie entstehen, ändern. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich immer diskutieren, es gibt nicht den ausschliesslich einzig richtigen Weg.

Zwischenzeitlich wird beim DESERTEC bereits über eine Investitionssumme von 600 Milliarden Euro berichtet. Es ist wohl wie immer bei solchen Projekten, man muss zuerst Investieren, damit man sich an den 400 bis 600 Milliarden partizipieren kann. Es gibt ja für die Industrie nichts zu verlieren, nur für die Steuerzahle in Europa und die Banken, wenn es schief geht. Man kann es auch als Arbeitsprogramm für Europa und den Maghreb ansehen. Klingt ja alles irgendwie positiv und wenn man so etwas propagiert, geht man ja nicht von einem Fiasko aus oder schreit zum Himmel, dass es auch Konkurse geben kann.

Frau BK A. Merkel erwähnt in einer Rede, siehe
http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_20090 ... Merkel.pdf

„Es gibt natürlich sehr spannende und auch visionäre Projekte. Darunter ist ein Projekt, das in den letzten Tagen sehr diskutiert wird, nämlich Desertec, was ……. „

Man ist da sicherlich immer noch in der Diskussionsphase und sucht nach Pro und Contra, nach Alternativmöglichkeiten für die Stromproduktion, nach den Stimmungsbilder in Algerien, Marokko, Mauretanien, Niger, etc..

Man möchte ja auch wissen was die Umweltschützer und Archäologen über das, sicherlich gigantische Projekt, denken. Man möchte ja auch wissen, was die „Stromsparer“ noch für Pfeile im Köcher haben. Frau BK Merkel hat über verschiedene Reden nun eigeleitet, dass man darüber diskutieren soll.
Es ist wohl klar, wenn so viel Geld fliessen tut, dass man sich daran partizipieren möchte. Folglich wird die Industrie, auch die Banken, welche in das Business einbezogen werden, wohl keinen Deut gegen das Projekt anbringen. Es sind am Schluss wieder die Umweltschutzverbände, welche die Kehrseite der Medaille aufdecken müssen. In dem Sinne kann man das Projekt ja diskutieren und nach „Gegenargumenten“ suchen. Eine schlussendliche Quantifizierung ist derzeit sicher noch nicht möglich – höchstens eine erste Zwischenbilanz. Grüsse Hans
Hans Frommelt
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Vattenfall wettert gegen DESERTEC

Beitrag von Hans Frommelt »

Vattenfalls Firmenchef Josefsson wetterte gegen das DESERTEC-Solarstromprojekt.

http://www.netzeitung.de/wirtschaft/unt ... 84700.html

Josefsson verwies zudem auf das Risiko terroristischer Anschläge. Man kann sich leicht vorstellen, was es kostet, die Sahara, von der Westküste bis in die VAE durch Polizei und Militär unter Kontrolle zu halten. Soll dies der Steuerzahler oder der Strombezüger bezahlen? Wenn es dem Strombezüger aufgebürdet würde, dann wird es ein stolzer Strompreis werden. Hans
mikepiller
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von mikepiller »

Desertec-Projekt zieht Dutzende Investoren an

Das gigantische Solarstrom-Projekt Desertec erhöht seine Schlagkraft. Die Initiative, bisher von deutschen Firmen dominiert, steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor der Aufnahme führender Energieversorger aus dem europäischen Ausland und Nordafrika - deren Einstieg gilt als essentiell wichtig.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 89,00.html


Glühender Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
Roger-Tecumseh
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Roger-Tecumseh »

mikepiller hat geschrieben:Desertec-Projekt zieht Dutzende Investoren an

Das gigantische Solarstrom-Projekt Desertec erhöht seine Schlagkraft. Die Initiative, bisher von deutschen Firmen dominiert, steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor der Aufnahme führender Energieversorger aus dem europäischen Ausland und Nordafrika - deren Einstieg gilt als essentiell wichtig.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 89,00.html


Glühender Gruß
Micha


Doch nicht etwa schon Gluehwein am Brandenburger Tor, oder einfach nur herbstlich muede??

(Scroll mal ein paar Beitraege nach oben! :lol: )
mikepiller
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von mikepiller »

Ups...

beides, Roger, lach!

Aber gib mir eine Nacht, und dann bin ich wieder voll da.

Löschen kann ich ihn nicht mehr-

ich gönne es dem Hans, er wird es zu nutzen wissen, grins..

Gruß
Micha
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Birgitt
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Birgitt »

Ich habe - ehrlich gesagt - so langsam den Überblick verloren,
was hier schon gepostet wurde und was nicht.

Falls doppelt, bitte ich um Nachsicht

:arrow: Entwicklung braucht nachhaltige Energie


Gruß
Birgitt
Hans Frommelt
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Ein Lob an Frau H. Wieczorek-Zeul

Beitrag von Hans Frommelt »

So ist es halt an einem Stammtisch, wenn Stammtisch‘ler meinen, ihren Senf über alles abgeben zu müssen. Beim Libyenthema wird ebenfalls vergessen, was der Auslöser war. Man schaukelt als Stammtisch‘ler und prostet sich zu als wäre man am Oktoberfest und wolle ein paar Minuten die Welt vergessen. Im Vorraum der Toilette erwähnt man dann so nebenbei, dass man nicht böse sein soll, wenn ein wenig gefrotzelt wird. So geschehen mit mir. Da erhielt ich kürzlich von xxxxxxxxx *) folgendes PM:

„Hallo Hans,
xxxxxxxxxxxx *)
Gruss, „

Die Interessen an einem Sahara-Forum sind halt unterschiedlich, von Stammtischplaudereien, Überbrücken der Langeweile, Frotzeln bis zur Informations-Weitervermittlung. Ich selbst schätze das letztere sehr stark und möchte mich bei den vielen Forumsschreiber bedanken für das Engagement.
Nun eine Bemerkung zu „deinem Falls doppelt“ bzw. „Entwicklung braucht nachhaltige Energie“ : Der Linkhinweis ist kein Doppel zum DESERTEC. Auf Seite 19 deines Links ist die Afrikakarte. Wenn du die Afrikakarte von DESERTEC mit der Afrikakarte des Bundamtes vergleichst, so bist du mittendrin in der Thematik.

Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schreibt:

„Die Bundesregierung will den Kooperationsländern dabei helfen, durch den Ausbau nachhaltiger Energiesysteme den Zugang zu sauberer Energie zu verbessern, Armut zu überwindensowie klima- und umweltschädliche Formen der Energie zu ersetzen. Um die Zusammenarbeitmit den Entwicklungsländern im Energie- undUmweltsektor zu einer strategischen Partnerschaft auszubauen, wurden die jährlichenNeuzusagen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Jahr 2008 auf über 700Millionen Euro erhöht. Und weitere Steigerungen sind geplant.

Ihre Heidemarie Wieczorek-Zeul“

Das ist Nachhaltig, nicht das DESERTEC mit Saharastrom für Deutschland. Besten Dank für deinen Link-Hinweis. Hans

MODERATOR-NOTE:   *) PM sind persönliche Mitteilungen. Wir bitten dies zu respektieren und diese hier nicht zu veröffentlichen.
Persönliche Differenzen gehören nicht ins Forum!

schu achbar ?

Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von schu achbar ? »

Hier ein kritischer Artikel über das EEG der Bundesregierung
Ein Miliarden schwerer Schuldenberg.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 93,00.html


Hier meine Alternative

http://www.honda.de/content/news/17506_30135.html


Würde natürlich auch gern einen VW Motor nehmen.
Da gibts doch so ein BKW-Versuchsprogramm von VW und ..??
Vielleicht weiss das Jemand ??
Hans Frommelt
Beiträge: 202
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Hans Frommelt »

Kritische Artikel gibt es zu tausende zum EEG, meistens gekocht von den Atömler und Fossilen. Der Spiegelbeitrag hat absolut nichts mit dem gesetzten Thema zu tun. Auch der zweite Beitrag nicht - obwohl ja beide Beiträge interessant und die Argumentationen beim einigermasen aufmerksamen Zeitungsleser längstens bekannt sind. Ich denke, es sollte doch möglich sein, dass man das Thema im Sinne eines barcamp, siehe Wiki, diskutieren kann. Gesucht sind Contra und weniger Pro zum DESERTEC und nicht Pro und Contra zum EEG.
Noch etwas zum Schuldenberg. Lese einmal nach, wie vor bald hundert Jahren die ersten Wasserkraftwerke finanziert wurden. Damals hätte man auch schreiben können, Indexbereinigt, „Ein Milliarden schwerer Schuldenberg“. Man hat es überlebt, die damaligen „Schulden“ sind zerronnen, so wie auch heute die Finanzierung der Erneuerbaren Energien über das EEG in der Volkswirtschaft zerfliessen wird. Das sind politische Investitionen und haben mit einer Betriebswirtschaft nichts zu tun. So wie gegen die erste Dampflok argumentiert wird, so wird halt heute gegen das EEG votiert. Solche Beiträge sind Erscheinungsbilder unserer gelebten Zeit und gehören zum täglichen Journalismus. Alle Gegner suchen nach Contras, so auch ich beim DESERTEC. Über das Googel FINDEET man zehntausende von Pro-Hinweisen – ist ja normal. Alle grossen Industrieunternehmen und Banken möchten sich an den 400 Milliarden partizipieren und ihre Angestellten (Sklaven) werden sich hüten, etwas kritisches über das DESERTEC in die Zeitungen und ein Forum zu setzen. Ich bin gespannt darüber, ob du den Mut hast, etwas Kritisches über das DESERTEC in das Forum zu setzen. Das Frotzeln kann man jetzt lassen, diese Phase ist nun abgedroschen und es wäre schön, wenn man das Thema im Sinne eines barcamp diskutieren könnte.
Das Thema lautet: DESERTEC, Saharstrom für Deutschland, sinnvoll oder nicht?
Hans
Hans Frommelt
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Spektrum der Wissenschaft / Leserbriefe

Beitrag von Hans Frommelt »

Die Leserbriefe an die Zeitschrift: Spektrum der Wissenschaft sind zusammengefasst unter:

http://www.spektrum-der-wissenschaft.de ... y=0&skip=0

In den Leserbriefen hat es ein paar interessante Aspekte für eine Meinungsbildung. Hans
Birgitt
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Birgitt »

Operation Wüstenstrom
Der Streit um das Solarprojekt Desertec

28.08.2009 - scinexx

Es gilt als Vorhaben der Superlative, als größte und teuerste Initiative zur Förderung der Erneuerbaren Energien, als ambitionierteste Vision zur CO2-freien Energieerzeugung - und ist trotzdem heiß umstritten: Das Projekt „Desertec“. [...] Während die Anhänger von Desertec auf ein neues, grünes Energiezeitalter hoffen und Vorteile für den Klimaschutz rühmen, warnen die Kritiker vor übertriebenen Hoffnungen und zweifeln an der Umsetzbarkeit des 400 Milliarden Euro-Vorhabens. [...] Doch wer hat recht? ... mehr


:arrow: Dossier mit folgendem Inhalt:


Sonnenkraft-Zapfanlagen statt Wüste
Die Vision Desertec

Strom satt – auch für Europa?
50 Kraftwerke und ein Supernetz

Mehr als nur ein „alter Hut“
Solarthermische Kraftwerke

Ein Sonnenturm als Lichtfänger
Pilotvorhaben in Jülich als Prototyp für Solarstrom aus der Wüste

Solare Hightech aus Deutschland
Solarthermische Kraftwerke auf dem Vormarsch?

Strommasten statt Beduinen?
Desertec und die Folgen

Energie-Revolution oder Fata Morgana?
Reaktionen auf das Projekt Wüstenstrom

Sandstürme, Terroranschläge und noch viel mehr
Fragen und Antworten zur Wüstenstrominitiative

Von der Vision zur Wirklichkeit
Versuch eines Fazits



Gruß
Birgitt
Hans Frommelt
Beiträge: 202
Registriert: So 29. Mär 2009, 11:58

Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo Birgitt
Im Dossierteil: Sandstürme, Terroranschläge und noch viel mehr -
Fragen und Antworten zur Wüstenstrominitiative
werden Antworten gegeben, die an einer Realität nicht wenig vorbeizielen.

Bei der Frage, ob die Spiegel wegen den Sandstürmen nicht abgeschmirgelt werden, meinen die DESERTEC-Experten, dass in der Mojave-Wüste solches nicht vorkomme. Zudem werden die Spiegel in der Steinwüste der Sahara aufgestellt. Die nebenstehende Sat-Aufnahme zeigt eindrücklich, was in der Sahara so ablaufen kann. Solche Bilder fand ich keine zur Mojava-Wüste. Vielleicht können die Wuestenforum-Experten die Sache klären und haben interessante Linkhinweise zur Mojove-Wüste, wo vergleichbare Sandstürme toben wie auf dem Sat-Bild gezeigt.
Zudem machen die Sandstürme vor den Steinwüsten der Sahara nicht halt. Bekanntlich entsteht der Saharasand durch den Abrieb bei Sandstürmen in den „Steinwüsten“,(sofern die Bezeichung „Steinwüste“ überhaupt richtig ist). Wenn es nicht so ist, lasse ich mich gerne belehren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende gibt zu verstehen, dass Libyen und auch Algerien Konfliktfrei sind. Noch klappt es, aber es kann schon morgen oder übermorgen nicht mehr klappen, so wie bei den Gaslieferungen aus dem Osten. Gaddafi als zuverlässiger und vertrauenswürdiger Vertragspartner zu bezeichnen, ist nicht wenig gewagt. Der Vorsitzende sollte ab und zu etwas im Wüstenforum blättern, dann würde er wohl diese Sätze nicht ein zweites mal unterschreiben.

Bei den Fragen und Antworten wird zudem unterschieden zwischen Konfliktregionen und Terroranschlägen. Da soll mir jemand erklären, wo der Unterschied liegt. Die beiden Begriffe gehören eindeutig zusammen. Der Nordafrika-Experte vom Spiegel meint, dass in Marokko und Tunesien die Terrorgefahr, mit anderen Worten, das Konfliktpotential vergleichsweise gering sei. Der Vorsitzende von DESERTEC bezeichnet Libyen und Algerien als Konfliktfrei. Da werden die politischen Probleme aller Maghrestaaten massiv heruntergespielt.

Das DLF wird in dem Sinne zitiert, dass in Europa Reservekapazitäten vorhanden sind, wenn die Solarkraftwerke streiken, oder in den Stromkabeln ein Kurzschluss entstanden ist, oder eine Terrorgruppe den Strom abschaltet. Man rechnet also mit einem Totalausfall. Welcher Passagier würde noch in einen neuen Typ eines Flugzeuges einsteigen, wenn bereits bei der Projektstudie mit Abstürzen gerechnet wird! Das sind schon eigenartige Argumentationen der Befürworter.

Bei der Frage, ob sich die Investitionen lohnen - schlussendlich will man ja Steuergelder akquirieren - , gibt man bereits zu, dass höhere Preise zu erwarten sind. Argumentiert wird mit der Bemerkung, dass die Nordafrikanischen Solarthermische Kraftwerke rund um die Uhr und über das ganze Jahr hinweg Strom nach Bedarf liefern werden. Dem ist nicht so. Auch in der Sahara geht im Winter die Sonne später auf und verschwindet früher hinter den Steinen als im Sommer. Die Sonnenscheindauer ist im Winter deutlich geringer als im Sommer. Die vielen Fotos im Wuestenschiff belegen, dass im Winter der Himmel häufig bedeckt ist, vielfach regnet es sogar mehrere Tage. Gerade dann, wenn in Deutschland der Stromkonsum am höchsten ist, kann unter Umständen keine oder nur eine geringere Stromlieferung von Nordafrika erwartet werden. Da wird dem Leser schon recht viel Saharasand in die Augen gestreut. Die Argumente von Hermann Scheer sind da einleuchtender.

Dass die solarthermischen Kraftwerke mit ihren thermischen Speichern Strom nach Bedarf liefern werden, auch nachts, ist nicht so ohne weiteres nachvollziebar. Die Wärme wird im Wärmespeicher nur für ein paar Stunden zwischengespeichert und nicht für Tage, Wochen oder Monate wie bei einem Pumpspeicherkraftwerk. Die Grosstechnische Anpassung der Stromproduktion an den Stromverbrauch kann nicht über solarthermische Kraftwerke erfolgen. Die Wolken und Sandstürme richten sich nicht nach dem Strombedarf Deutschlands. Da werden auch in Zukunft Hochdruckkraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke, Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke notwendig sein, wenn die Sonne in der Sahara nicht scheinen wird. Die sehr komplexe Materie der Stromwirtschaft wird da auf einen einfachen Nenner herunter buchstabiert in dem Sinne, dass man meint, alles ist trivial und machbar. Die USA träumte lange von einem Raketenabfangsystem und musste schlussendlich kleinlaut zugeben, dass ein solches System schlussendlich zu komplex und nicht finanzierbar ist.

An dieser Stelle ein Dank an Birgitt, dass sie da gezielt recherchiert und Links in das Forum stellt. Solche Links bieten eine tolle Grundlage für Statements von Saharareisenden, welche das Thema dank ihrer Praxiserfahrung durchleuchten können. Hans.
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