Der Chronist des GrauensEr ging durch die Straßen des besetzten Mossuls, unterhielt sich mit Ladenbesitzern, besuchte Freunde, die im Krankenhaus arbeiteten. Er ließ sich das Haar und den Bart wachsen wie die Besatzer der Terrormiliz Islamischer Staat. Er wurde Zeuge der Enthauptungen und Steinigungen. Und in der Nacht berichtete das „Mossul Auge“ der Welt, was sich in der irakischen Stadt zutrug. Wäre er aufgeflogen – es wäre sein sicherer Tod gewesen. Nach mehr als drei aufreibenden Jahren wurde ihm die Last zu schwer. Seine Geheimnisse fraßen ihn auf, nahmen ihm die Kraft. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP lüftete er das Geheimnis. Hinter dem „Mossul Auge“ steckt Omar Mohammed, 31 Jahre alt, Historiker, Dozent, Blogger.
08.12.2017 - taz
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Birgitt




