Algerien - Eine Reise in die Einsamkeit

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

Moderator: Moderatoren

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Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

Während wir das Dünengebiet durchstreiften hatten unsere Tuaregs schon eine Sammlung von alten Utensilien angelegt. Da war einiges dabei, was ich vorher noch nie gesehen hatte.

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Beim Laufen durch eine Sandebene fällt uns auf, dass wir bei jedem Schritt einen weißen Fleck hinterlassen. Wir fangen an zu graben...

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Unter der dünnen rötlichen Sandschicht kommt ein feiner weißer Staub zum Vorschein.

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Ahmed läßt es sich nicht nehmen, eines seiner Kunstwerke in den Sand zu zeichen und...

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...schreibt Mias Namen in den Sand.

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Wir fragen uns, wo dieser weiße Staub herkommt bzw. wie er entstanden sein könnte. Die Frage bleibt offen...

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Hey! Hier wird nicht gefaulenzt. Wir wollen weiter. :)

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majasch
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Spuren im Sand

Beitrag von majasch »

welch herrliche wüstenlandschaft! buhhhh!
Foto von Alexander
4067.jpg
auf obigen foto sehe ich eine kleine spur. (immer ca 2-3mm breit)
solche spuren habe ich schon öfter gesehen und frage mich schon so lange, von welchem tierchen (wurmähnlich/blindschleichenähnlich?) diese spur verursacht wird. teils sind solche spuren wie auf dem foto unterirdisch (wölbung im sand), teils aber auch offen (kleine mulde im sand). habe davon schon mehrere meter lange spuren gesehen, mit abruptem anfang und ende.
kennst du Alexander dieses tierchen? oder weiss jemand welch verborgenes tierchen diese spur verursacht?
gruss m
majasch
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von majasch »

Alexander hat geschrieben:.........
Unter der dünnen rötlichen Sandschicht kommt ein feiner weißer Staub zum Vorschein.
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Wir fragen uns, wo diesen weiße Staub herkommt bzw. wie er entstanden sein könnte. Die Frage bleibt offen..........
ich bin zwar kein geologe, aber hier mal meine interpretation dazu:
erosion von kalkgestein über tausende von jahren, so entsteht extrem feiner weisser «staub».
mit regen sammelt sich dieser staub als schlamm an den tiefsten stellen. stete wiederholung dieses vorganges ergibt mit der zeit solche weissen kalkschichten (man möge meine these korrigieren)
solche ansammlungen gibt’s auch mehrfach in der weiteren umgebung der weissen wüste (ägypten).
und wenn die deckschickt nicht trägt, dann kann das durchfahren so aussehen
222.jpg
pech für den fahrer (offene fenster!!!), glück für den fotografen (zur richtigen zeit am richtign ort) :)
jürgenK
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von jürgenK »

Hallo,
die 6 grauschwarzen fundstücke auf dem foto sind Spielzeugkamele der Tuaregkinder, und auf Ihrer Hand liegt eine gestielte Aterienspitze (~ 20 000 V.Chr.)
Gruß
Jürgen
Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

Hallo Maja,

deine Theorie von dem Kalk macht für mich durchaus Sinn. Eine schöne Staubwolke, in die euer Fahrer da aufwirbelt ;-)

Über dieses Wurmloch haben wir auch gerätselt. Es gibt ja diese Sandfische, die sich auch unter dem Sand fortbewegen. Aber dieses Rohr hatte die Größe eines Regenwurms. Für auch ein Rätsel und ich hoffe, dass wir es noch lüften werden.

Liebe Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

jürgenK hat geschrieben:die 6 grauschwarzen fundstücke auf dem foto sind Spielzeugkamele der Tuaregkinder, und auf Ihrer Hand liegt eine gestielte Aterienspitze (~ 20 000 V.Chr.)
20.000 Jahre? Wow, hätte ich jetzt nicht erwartet. Um was für eine Epoche handelt es sich hier? Ich dachte immer, die letzten Steinzeitmenschen lebten dort vor 7000 - 10000 Jahren.

Viele Grüsse
Alexander
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jürgenK
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von jürgenK »

Vor 70000-20000 Jahren ermöglichte eine Feuchtzeit mit günstigeren Umweltbedingungen die endpaläolith. Aterien-Kultur des archaischen Homo sapiens. Kennzeichnend sind die gestielten Spitzen dieser für Nordafrika endemischen Kultur. Fundstellen bisher im Tassili: Erg Tihodaine, Erg Admer, Tadrart u. Ti-n-Hanakaten.
Grüße
jürgenK
landcruiser.
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von landcruiser. »

Wunderbare Bilder, die die Sehnsucht wecken und man lernt auch noch etwas dazu!
majasch
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von majasch »

Alexander hat geschrieben: Über dieses Wurmloch haben wir auch gerätselt. Es gibt ja diese Sandfische, die sich auch unter dem Sand fortbewegen. Aber dieses Rohr hatte die Größe eines Regenwurms. Für auch ein Rätsel und ich hoffe, dass wir es noch lüften werden.
hallo Alexander
ja, habe nach deinem hinweis "sandfisch" etwas recherchiert unter Fitzsimons Burrowing Skink
der wäre von der grösse recht passend. habe u.a. folgende bilder davon gefunden
Legless-Skink.jpg
Acontias lineatus.jpg
Fitzsimons burrowing skink.jpg
passt nicht schecht zu "deiner" spur ............ aber irgendwie finde ich obige spur zu sehr "schlangenhaft". es fehlen mir die rel. abrupten richtungswechsel. bezweifle somit dass es ein skink ist?
siehe auch hier http://www.sareptiles.co.za/forum/viewt ... 5&p=269183
meine vermutung geht eher richtung wurmähnliches tierchen :?:
gruss m
Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

Ich liebe das Wandern in der Wüste. Besonders wenn das Gelände unwegbar ist und entlang des Grats von Dünenriegeln. Die Aussicht von dort oben ist überwältigend. Man sieht von Horizont zu Horizont. Und man hört nur den Wind und den eigenen Atem.

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Wir hatten wieder die Grenzen des Erg Admer erreicht. Es war spät und wir waren nur hier, um zu treffen und zu übernachten.

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In dieser Nacht sollte sich alles entladen, was sich in den Tagen vorher schon abgezeichnet hatte.

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Der Himmel wurde schwarz. Pechschwarz. Der Wind nahm an Heftigkeit zu und die Temperaturen fielen ins Bodenlose.

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Ein zarter, kaum sichtbarer Regenbogen kündigte das an, was wir schon seit Tagen erwartet hatten: Regen.

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MIa schlug vor, diese Nacht in ihrem Zelt zu verbringen. Die Nacht zeigte, dass dieser Vorschlag die richtige Lösung war. Die Nacht wurde kalt und windig.

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Sogar die Kamele suchten Schutz hinter den Büschen.

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Hey Skorpion. Du solltest dich jetzt zurückziehen. Diese Nacht wird ungemütlich.

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Mathilda
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Mathilda »

Hallo Alexander und Majasch,

Majasch, deine Bilder zeigen einen afrik.Skink, im arabischen heisst ein aehnliches Wesen Zarudny Wormlizard.
Es sind nachtaktive Tiere.
Wenn sie unter dem Sand "travelln" ergibt sich eine Woelbung (und oft ist diese sehr ungleichmaessig als Spur)- sind sie aber auf der Oberflaeche gibt es diese schlangenartigen, in gewissen Abstaenden irgendwie geringelte Abdruecke (durch den Kopf verursacht). Zu Alexanders urspruenglicher Anfrage koennte ich mir durchaus solch einen juvenilen Skink oder Wurmlizard denken - kann aber nur Erwachsene Spuren beurteilen. Ich kann ja mal einen eigenen Titel darueber machen. Sandfische - auch Skinke, aber mit richtigen Fuessen, hinterlassen eher Fussabdruecke im Lizard style.

Alexander, zauberhafte Bilder.

Gruss, Mathilda
Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

Am Abend hatten wir noch Sabines Gruppe getroffen, die mit Kamelen unterwegs war. Mit einem Deutschen und acht Schweizern haben wir etwas Wüstenlatein beim Abendessen zum Besten gegeben. ;-) Ich muss aber sagen, unser Koch war um Längen besser. 8)

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Am Morgen brachen wir unser Zelt ab und gingen bzw. fuhren unseren Weg Richtung Ilizi.

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Die Straße wurde bei meinem vorletzten Besuch 2000 neu gebaut.

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Die Straße ist sehr kurvig und hat einige steile Stellen. Nicht umsonst steht hier das Schild, dass einen zur Vorsicht ermahnt und auf die Prüfung der Bremsen hinweist.

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Nicht jedem hat diese Warntafel geholfen, oder sie wurde einfach ignoriert? Ein Lkw, der bergab nicht die Kurve geschaft und sich auf die Seite gelegt hat. Ein Pkw, den das gleiche Schicksaal ereilt hat, liegt gleich daneben.

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Es wundert aber nicht, dass man sich nicht immer auf die Straße konzentriert. Die Landschaft und die Aussicht sind beeindruckend.

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Wir legen eine Mittagspause ein bei...

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majasch
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von majasch »

Mathilda hat geschrieben:........... zeigen einen afrik.Skink, im arabischen heisst ein aehnliches Wesen Zarudny Wormlizard. ............
danke dir Mathilda für deinen spannenden beitrag.
das gab mir ganz neue suchmöglichkeiten (googlen... spannende filmchen) :)
sehr interessant wie diese tierchen unterschiedliche spuren hinterlassen bez. oberirdisch/unterirdische fortbewegung.
Mathilda hat geschrieben:........................... Ich kann ja mal einen eigenen Titel darueber machen. ............
oh ja, das fände ich super wenn wir von deinem wissen "profitieren" könnten!!! habe selber mal in der wüste einen apothekerskink beobachtet + fotografiert. war damals für mich eine völlig "neue" welt
gespannt darauf und jetzt schon DANKE gruss m
Alexander
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Alexander »

Während wir so durch die Gegend streifen, entdecken wir einen Ameisenbau. Und wir wundern uns...

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...wie Ameisen dazu kommen, eine kerzengerade Ameisenstraße zu bauen. Jede überflüssige Unebenheit wurde von den fleißigen Tierchen zur Seite geräumt.

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Die Straße führt zu einem weiteren Ameisenbau.

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In diesem Tal leben einige Nomaden mit ihren Ziegenherden.

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Was uns hier anzieht, ist nicht nur die Landschaft. Es gibt hier einige Wandmalereien.

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Viele kleine runde Steine? Nein, jede Menge Sch....kügelchen. Entsprechend unangenehm riecht es hier. :mrgreen:

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Neugierig betrachten die Esel die fremden Besucher.

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Mia
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Re: Zurück aus Algerien

Beitrag von Mia »

Hallo,

Achmed entfachte aus ein paar trockenen Gräsern und ein bisschen Holz ein kleines Feuer für den obligatorischen Tee nach dem Mittagessen.
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Es war wie immer, auch zur Mittagsrast ein sorgfältig ausgewählter Platz, diesmal mit prachtvollem Bergpanorama.
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Doch fast perfekt getarnt auf dem rotbraunen Boden neben unserer Sitzmatte, wuchs eine kleine Pflanze mit fleischigen rotgrünen Blättern und kleinen entzückenden roten Blüten.
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Grüße Mia
(ich habe schnell noch eine kleine Wüstenreise machen müssen)
Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produziert stets die Hölle. (Karl Popper)
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