Arabien Winter 2022

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

martin1101 hat geschrieben:
Di 15. Feb 2022, 17:51
Warst Du jetzt - trotz Pistensperre- dort? Warum willst Du kein Foto zeigen?
Wir sind 2020 dorthin - die Piste ist allerdings mit normalem Pkw kaum zu schaffen- ie 30km -größtenteils Tiefsandpiste.
Ja, ich war dort, aber ich zeige kein Foto, weil ich niemanden ins Verderben locken will, und mich an dem Hypen nicht beteiligen will.
Soll hinfahren wer es sich zutraut, weiß was er/sie tut, keinen Unfall baut wie die Italiener, und genügend Zeit für die Rückkehr vor der Dunkelheit einplant, inklusive Fußmarsch für das letzte Stück.
Der junge arabische Fahrer hat die erste Sperre noch auf für mein Empfinden hanebüchene Weise überwunden, d.h. seitlich mit sehr steilem und steinigen Ab- und wieder Aufstieg umfahren. Niedrigster Gang, Differentialsperre, volles Programm. Von der zweiten Sperre sind wir dann zu Fuß vollends hin.

Ich bin etwas verwirrt. Die Strecke, die Google Maps ausweist und die wir gefahren sind, war nicht sandig, sondern zum Ende hin sehr steinig und zwischen großen Steinen tief ausgefahrene Löcher. Zu Beginn war sie ganz ok, fester Untergrund und Wellblech. Sie führte aber schon auf den ersten paar Kilometern durch mehrere kleine Wadis mit steilen, felsigen und ausgefahrenen Böschungen. Für 4WD kein Problem, aber mit PKW keine Chance. Sie war auch nur gut 20km lang. Vielleicht gibt es mehrere Wege, ausgeschildert ist es eh nicht.

Vielleicht bin ich da zu feige als Nicht-Allradler, aber gerade solche wie mich muss man meiner Meinung nach vom Versuch abhalten.
martin1101
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von martin1101 »

Da gibt/gab es offenbar viele Wege nach Rom.
Wir sind jedenfalls über weite Strecken in einem tiefsandigen Wadi gefahren (übrigens auch einige Einheimische)
Man konnte bis zur Kante fahren. Da runter zu fallen, ist allerdings schon etwas doof 😀
Uns hat dieses Escarpement jedenfalls sehr beeindruckt- aber wir lieben eben besondere Landschaften.
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WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Ich bin auf der anderen Seite der Halbinsel und sehe wieder ein Meer, den Persischen Golf, oder wie man hier sagt, den Arabischen Golf.

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Ganz unverhofft kam ich noch zu ein paar Vogelbildern an der Corniche von Dammam.

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In Dhahran bei Dammam gibt es seit 5 Jahren ein futuristisches Kulturzentrum namens Ithra. Veranstaltungen, Museen, Ausstellungen, Bibliothek, Gastronomie, coole Sache. Es wurde vom gleichen norwegischen Design-Büro entworfen, das auch das Opernhaus in Oslo designt hat, falls das jemand kennt. Wer hat’s gebaut und bezahlt? Die staatliche Ölfirma Saudi Aramco, auf dessen ehemaligem Ölfeld es auch steht. Also haben wir alle es am Ende mit unserem Benzin im Tank bezahlt.

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WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Dammam ist mein Exit nach 24 Tagen und 4300 Autokilometern in Saudi-Arabien. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Querschnitt. Falls ich etwas Spektakuläres am Wegesrand verpasst haben sollte, verschweigt es mir, ist eh zu spät. Ein schönes Land mit großartigen Attraktionen und erneut freundlichen Leuten, aber erwartungsgemäß sperriger und anstrengender als Jordanien. Das fängt schon mit den großen Entfernungen an. Und geht mit der touristischen Infrastruktur weiter. Ich habe sehr schöne Hotels gefunden, und weniger schöne. Im kulinarischen Angebot überwiegt Fast Food. Bessere Restaurants muss man suchen. Gut wenn auch nicht gemütlich habe ich bei den Indern, Filipinos, Indonesiern gegessen. Und: Plastik, Plastik, Plastik. Metallbesteck war eine Rarität, auch in besseren Restaurants. Das wurde erst im Osten ab Riyad besser, dort hatte plötzlich jedes Restaurant richtiges Besteck.

Sonst kenne ich es vom Orient und Südasien, dass wenn eine Dienstleistung nachgefragt wird, sie auch angeboten wird. Das ist hier nicht immer so. Im Apart-Hotel in Qunfudhah war morgens um halb neun trotz geöffnetem Coffee Shop kein Kaffee aufzutreiben, noch nicht mal ein Nescafé-Tütchen oder ein Teebeutel. Dafür fehlt aber (noch) komplett die Bakschisch-Kultur. Keiner erwartet was, keiner fragt danach, das Horten von kleinen Scheinen und Münzen in der linken Hosentasche kann entfallen.

Autofahren: wie gesagt, weite Strecken. Die Straßen sind besser als in Jordanien und haben gefühlt weniger Speed Bumps. In den Städten sind so gut wie alle Straßen mehrspurig mit Mittelstreifen oder Einbahnstraßen. Wenn man eine Abbiegung oder Abfahrt verpasst, steht ein größerer Umweg an. Blinken ist ebenso wie in Jordanien eher unüblich. Über Geschwindigkeitsbeschränkungen und Blitzer habe ich schon erzählt. Ein wichtiges Element der Verkehrsführung ist der U-Turn, d.h. nicht links abbiegen sondern rechts und nach 500 Metern in eigener Spur und Lücke im Mittelstreifen geordnet wenden. Rotphasen an der Ampel dauern. In Jordanien gibt es Elektroautos, hier nicht. Das Benzin kostet 52 Eurocent, der Diesel 16. Ob ein Zusammenhang besteht?

Es gibt eine Zweiklassengesellschaft: einheimische Saudis einerseits und die Arbeiter und Dienstleister (Fahrer, Kellner, Hotelangestellte, etc.) aus Kenia, Uganda, Somalia, Bangladesch, Indonesien, aber auch Ägypten, Jemen, etc. andererseits. Letztere zeigten immer eine ehrliche Riesenfreude, wenn ich sie angesprochen und nach dem Woher und Umständen und Dauer ihres Aufenthalts im Land und nach der Familie zuhause gefragt habe. Vielleicht widerfährt ihnen sonst weniger Interesse an ihrer Person? Natürlich waren auch die Saudis stets freundlich, haben mich im Land willkommen geheißen und ihre Hilfe angeboten, gerne mit dem Ausruf „Mashallah“, nachdem sie realisiert hatten, dass ich einfach nur Tourist bin.

Sehr gewöhnt habe ich mich an die täglichen Gebetsrufe. Egal was man vom Islam oder von Religion im Allgemeinen hält, das mittägliche und abendliche Innehalten der Geschäftigkeit gliedert den Tag und erzeugt eine innere Ruhe, vor allem abends zur schönsten Dämmerungszeit.

Geht das Land seinen Öffnungs- und Liberalisierungskurs weiter? Oder gewinnen Konservative wieder an Einfluss und das Pendel schwingt zurück? Wird die Vision 2030 Wirklichkeit und das Land kommt von der Ölabhängigkeit los? Werden die Frauen den Nikab ablegen? Kann frau sich auch mit Nikab emanzipieren? (Ich hatte auch Fotoaufträge und nette WhatsApp-Chats mit verschleierten jungen Damen.) Werden irgendwann Kritiker nicht mehr zerstückelt und Verurteilte nicht mehr öffentlich geköpft? Es bleibt spannend.

Komme ich wieder? Nicht vor 2030.
WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Wieder meine persönlichen Empfehlungen an Nachahmer:

Tolle Hotels waren:
  • Iris Boutique in Taif, neu, tolles Frühstück, sehr freundlicher Empfang.
  • Aber in Abha, etwas außerhalb.
  • Swiss Inn Park in Tabuk, tolles Frühstück, allerdings in der Einflugschneise.
  • Windham Garden in Dammam.
Ok waren:
  • Touq Balad in Jeddah, fußläufig zu Al Balad, Parken aber nur mit Parkschein.
  • Ritaj Alsahel in Yanbu, fußläufig zur kleinen Altstadt und Uferpromenade.
  • Mera Houses in Baljurashi, es gibt wenig Alternativen.
  • Carawan Al Fahad in Riyad, direkt beim Kingdom Center, schon etwas betagt und laut wegen schlecht schließender Fenster. Aber gutes Frühstücksbuffet.
  • The View in Mubarraz bei Hofuf. Ich habe dieses Apart-Hotel-Konzept nicht wirklich verstanden, außer dass es im Haus nichts zu essen gibt. Was macht das Hotelzimmer zum Appartment? Die Mikrowelle? Hier wie auch anderswo war nachts bis mindestens ein Uhr Ramba-Zamba: überdrehte Kinder kreischen, Eltern schimpfen, Türen knallen, Fernseher brüllen, etc..
Nicht wirklich gut waren:
  • Mena Red Sea Palace in Jeddah, schon im Text beschrieben
  • Sky Apartments in Qunfudhah, ohne Kaffee
Recht gut gegessen habe ich hier (aber alles unterhalb des jordanischen Niveaus):
  • Wong Solo in Jeddah, indonesisch, aber Kantine (Fliesen, Glastische, Plastikstühle).
  • Shawly in Jeddah, philippinisch, ein bisschen weniger Kantine.
  • Malabar im Souk von Taif, indisch, Kantine, Plastikfolie über den Tisch.
  • The Roof in Abha, Metallbesteck auf Nachfrage, tolle Aussicht.
  • Al Marsah Sea Food Restaurant in Yanbu, ulkiges Ambiente auf dem Dach, die Tische sind mit Holzwänden in „Einzelzellen“ separiert.
  • ACME in Al Ula Old Town, sorry, Burger, aber gute.
  • Arksh in Tabuk, international, Karte nur online auf Arabisch mit Bildchen.
  • Al Nakheel in Jeddah an der Corniche. Man sitzt schön, aber zumindest meine Speisenwahl war kein großer Genuss.
Besonders fein gegessen habe ich gegen Ende doch noch in
  • Shikara in Riyad, sehr leckerer Inder, sogar mit schönem Ambiente.
  • Shark (شرق) in Hofuf am Rand des Qaisariah Souk, arabisch und auch mit schönem Ambiente.
Der Rest ist nicht erwähnenswert, meist Fast Food.
WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Ich habe Saudi-Arabien mit dem Bus über die Brücke nach Manama in Bahrain verlassen. Das Leben ist zurück. Fast alle Frauen haben wieder ein Gesicht (abgesehen von Corona-Maske), sehr viele haben auch wieder Haare. Man hört wieder Musik aus Cafés und an der Uferpromenade. Ok, Jazz-Geklimper aus dem Lautsprecher, Straßenmusikanten wären zu viel verlangt. Es ist mir erst in den letzten Tagen aufgefallen, dass Musik in Saudi-Arabien fast komplett gefehlt hat, außer an den Hot Spots in Al Ula.

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Allerdings habe ich den „bunter-Hund“-Status verloren. Hier interessiert sich keiner mehr für mich. Nur der Frisör in Little India hat sich über den „exotischen“ Kunden gefreut.

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Es gibt interessante Hochhäuser, wie das Bahrain World Trade Center, der United Tower und das Four Seasons Hotel, wo sich ein Blick in die Lobby und den schönen Park lohnt. Von dort fährt auch ein Wassertaxi zur gegenüberliegenden The Avenues Mall mit besagter Uferpromenade.

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Wenn ich mich vorher besser eingelesen hätte, hätte ich nicht erst im Nationalmuseum vom sagenhaften Königreich Dilmun erfahren. Wikipedia sagt: „Während der Bronzezeit stieg die Insel Bahrain wegen des in der Region einmaligen Vorkommens von Süßwasser aus heute versiegten artesischen Quellen zu einem bedeutenden Handelsplatz auf. Die strategisch günstige Lage am Seehandelsweg zwischen Mesopotamien und dem Indus-Tal beförderte Wohlstand und Bedeutung von Dilmun zusätzlich.“

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Außerdem habe ich das „Haus des Koran“ besucht, mit vielen alten Handschriften des Korans aus allen Jahrhunderten und allen islamischen Regionen. Und dem ersten Druck eines Korans, der erstaunlicherweise 1694 in Deutschland gefertigt wurde. Leider war fotografieren verboten.

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Die große Moschee Al Fateh von 1988.

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Eine zweite große Moschee Al Fadhel, mit mosaikbestücktem Minarett, das leider momentan hinter Gerüst verborgen ist.

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Aber es gibt auch einen Shri Krishna Tempel, da viele Inder hier leben.

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Weiter draußen auf der Insel findet man ebenfalls allerlei Sehenswertes.
Vom alten Königreich Dilmun ist die Hauptstadt ausgegraben.

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Daneben steht ein Fort von den Portugiesen, die hier zu ihrer großen Seefahrerzeit einen Stützpunkt errichtet hatten.

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Dilmun hat unzählige dieser Grabhügel hinterlassen, wie schon im Museum zu sehen war.

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Heute ist Sonntag, also sind heute die Christen dran. Erst letzten Dezember wurde die größte Kirche in Arabien eingeweiht, die Kathedrale „Unserer Lieben Frau von Arabien“.

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Der Baum des Lebens steht einsam im trockenen Land. Man weiß nicht, wo er sein Wasser hernimmt.

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Außerdem steht er mitten im Ölfeld.

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Zu guter Letzt gibt es im Städtchen Muharraq schön renovierte historische Häuser zu bewundern, mit kleinen Museen und Kunstausstellungen.

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Achim Vogt
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von Achim Vogt »

Tolle Eindrücke, lieber Wolfgang - danke dafür!

Ich muss allerdings noch einen Kommentar zu Al Ula (Mada'in Saleh) loswerden: als ich 2012 dort war, war von Tourismus noch keine Rede. Vier saudische Touristen und eine Österreicherin waren über den ganzen Tag die einzigen anderen Besucher! Eine touristische Infrastruktur gab es noch nicht. Nach den Bildern von Dir und anderen Reisenden in der jüngsten Zeit scheint es mir, als sei diese Zeit wohl für immer verloren.

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Viele Grüße
Achim
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Achim Vogt
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von Achim Vogt »

Außerdem wollte ich die Gelegenheit Deiner Bilder aus Bahrain gerne nutzen, um auf einen älteren Thread von Uwe aus dem Jahr 2016 hinzuweisen - so viele Berichte über Bahrain gab es ja in den letzten Jahren nicht. Erst jetzt, in den vergangenen Tagen, gibt es Reisende, die mit dem eigenen Fahrzeug nach Bahrain gefahren sind.

Bahrain - ein Reiseland?

Viele Grüße
Achim
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Achja, noch ein paar Worte zu Formalitäten und Covid in Bahrain. Ein Visum für 2 Wochen gibt es bei Ankunft für 5 BD, auch an der Landgrenze.

Die Grenzformalitäten für den Bus haben ca. 45 Minuten gedauert, im Fahrplan einkalkuliert. Mit dem Auto geht es gewiss schneller.

Bei Landeinreise braucht man angeblich weiterhin einen PCR-Test, das hat aber keinen interessiert, das Geld hätte ich mir sparen können. Bei Flugzeugeinreise wohl nicht mehr, es wird aber einer bei Ankunft gemacht, dessen Ergebnis man im Hotel abwarten muss.

Man trägt Maske. Theoretisch muss man bei Geschäften, Restaurants, Hotels, Museen, etc. den Impfstatus nachweisen, das wurde aber nirgends kontrolliert. Die hiesige BeAware App kann den Impfstatus anders als Tawakkalna in Saudi-Arabien für Ausländer nicht verwalten.

Gut und zentrumsnah aber trotzdem recht günstig übernachtet habe ich im 10. Stock des ibis Styles Diplomatic Area.
WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

In Dubai wachsen die Häuser nun endgültig in den Himmel, da war Manama nur ein kleiner Vorgeschmack. Der Burj Khalifa ist bekanntermaßen mit 828 Metern das höchste Gebäude der Welt. Und es wurde nochmal einiges dazu gebaut, seit ich vor 9 Jahren schon einmal hier war.

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Für die Emirate habe ich angenehme Gesellschaft in Gestalt meiner Tochter bekommen.

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Nach den Tempeln der verschiedenen Religionen in Bahrain stehen hier eher die Konsumtempel im Mittelpunkt.

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Neuerdings gibt es Führungen für Touristen im Hotel Burj al Arab. Kommen die Reichen nicht mehr so häufig?

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Bei der Führung kann man sogar die Royal Suite bewundern, die zuletzt der saudische Kronprinz für ein Jahr gemietet hat, für 25.000 Dollar die Nacht. Nun vermieten sie sie nicht mehr, sondern zeigen sie den Touristen und der arme Butler muss jetzt dem Pöbel die rosaroten Betten und goldenen Fernseher präsentieren statt Kronprinzen bewirten.

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Gestern erst wurde das neue Museum of the Future eröffnet. Wir haben es aber nur von außen betrachtet.

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Am Dubai Creek liegen die Ursprünge der Stadt Dubai und vor allem in Deira taucht man noch in echtes orientalisches Straßenleben ein.

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Im Gold-Souk findet man angemessene Geschenke für die arabische Dame.

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WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Die Expo 2020 in Dubai war der initiale Trigger für meine Reise nach Arabien. Nach der Expo 2000 in Hannover hatte ich 2015 die EXPO in Mailand besucht und bin ein großer Fan dieser Veranstaltung. Die Welt versammelt sich, zeigt Ideen für eine bessere Zukunft, man kann die Kulturen dieser Welt erleben, visuell, akustisch, kulinarisch, tolle Sache. Darum war klar, ich muss 2020 nach Dubai. Es wurde nun 2022 und eine mehrmonatige Reise daraus.

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Ein Kriegsausbruch in Europa steht allerdings komplett konträr zu einer Veranstaltung, die die Welt vereinen und Wege in eine bessere Zukunft aufzeigen soll. Es fällt mir schwer, launige Zeilen zu unserem Besuch zu formulieren.

Aber ich will mich als stolzer Bewohner von „The Länd“ outen, mein Bundesland hat sich einen eigenen Pavillon geleistet, und erschreckt dort hiesige Schulklassen mit gruseligen alemannischen Fasnetsmasken im Promo-Video. Aber präsentiert sich natürlich auch im besten Lichte, um die klugen Köpfe dieser Welt ins Länd zu locken.

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Der deutsche Pavillon ist sehr gut gemacht und zeigt unsere Errungenschaften und Ideen zu Energiewende, Biodiversität und Stadt der Zukunft.

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Und serviert Sauerbraten mit Spätzle und Rotkohl.

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Die Vereinigten Arabischen Emirate selbst haben den größten Pavillon, der ebenfalls sehr sehenswert ist.

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Nach zwei Tagen waren ich und meine Tochter allerdings reichlich platt und haben noch längst nicht jeden Länderpavillon gesehen.
WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Abu Dhabi wirkt deutlich geruhsamer und gediegener als Dubai. Es gibt eine lange sechsspurige Corniche, die den Strand und die Promenade von der Stadt trennt. Ich habe mir ein Bad im Persischen Golf gegönnt.

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Inmitten der Hochhäuser steht das renovierte Qasr Al Hosn, ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert, das vor 60 Jahren hier noch alleine über der Wüste wachte.

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Im Louvre Abu Dhabi wird in extravaganter Architektur und mit einem interessanten Konzept in 12 Sälen die Welt- und Kunstgeschichte weltumspannend und kulturübergreifend dargestellt mit wenigen selektiven Exponaten. Sehr sehenswert.

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Ein Saal behandelt eine Epoche und stellt Ähnlichkeiten aus weit entfernten Kulturen gegenüber. Hier als Beispiel goldene Begräbnismasken aus China, Syrien und Peru.

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Eine Augenweide ist die 2007 eingeweihte Sheikh-Zayed-Moschee für 40.000 Gläubige. Der Winter in Jordanien ist lang vergessen, die Sonne hat mit 32 Grad auf den vielen weißen Marmor gebrutzelt.

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Ob das Emirates Palace Hotel mit seinem sehr güldenen Ambiente auch eine Augenweide ist, darüber kann man verschiedener Meinung sein.

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WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Nach so viel Hochhäusern und Trubel suchen wir Wüsten-Feeling und buchen eine Tour in die Dünen bei der Liwa-Oase, 230 km südlich von Abu Dhabi am Rand der Rub al-Chali

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Wir bekommen eine Kamelfarm gezeigt.

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Sandrosen in einer Salzsee-Senke.

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Und natürlich viel Sand.

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Der Guide macht diese Touren seit 35 Jahren, ist lokal gut vernetzt und hat für die Abendunterhaltung seinen Freund mit Falken und Jeep engagiert.

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Geschlafen wird im Zelt.

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Nachdem wir den Sternenhimmel ausgiebig erkundet haben.

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Morgens ist ein Frühstücksbuffet bereitet.

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Bevor meine Tochter wieder nach Hause fliegt, schauen wir uns aber weitere Verrücktheiten in Dubai an.
Die künstlich aufgeschüttete Palm Jumeirah.

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Der Dubai Frame, 150 Meter hoch, mit einer 93 Meter breiten Brücke mit Aussicht.

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Surfy
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von Surfy »

Danke für die unglaublich guten Bilder und Reiseberichte!

WIr hatten uns im 2011 dort auch auf sandiges Terrain vorbereitet für die spätere Transafrika. Wenn Du selber fahren möchtest, ich habe hier einige Anregungen gesammelt. Ansonsten ist bei diesen Touren ja "nur" das Beifahren möglich - oder hat sich das in den letzten 11 Jahren geändert?

Surfy
WolfgangA
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Re: Arabien Winter 2022

Beitrag von WolfgangA »

Nachdem ich nun wieder alleine bin, fahre ich zur Oasenstadt Al-Ain.
Ich schaue mir den Kamelmarkt an, und erfahre, dass ich zwischen 6.000 AED für ein junges und 35.000 AED für ein ausgewachsenes Kamel anlegen muss.

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Die Al-Ain Oase ist Weltkulturerbe und ein Ort der Ruhe, grün und voller Vogelgezwitscher.

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Al-Ain hat mehrere Forts und Paläste aufzubieten, die mit den Emiren von Abu Dhabi in Verbindung stehen. Das Al-Jahili-Fort wurde in den 1890er Jahren als Sommerresidenz von Sheikh Zahed I gebaut und hat 2016 einen Preis für die beste Lehmbauarchitektur gewonnen.

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Das Al-Ain Palace Museum war von 1937 bis 1966 die Residenz von Sheikh Zahed, dem Gründungsvater der Vereinigten Arabischen Emirate.

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Während das Qasr Al Muwaiji der Geburtsort von Sheikh Khalifa Bin Zahed Al Nahyan ist, dem aktuellen Präsidenten der Emirate.

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25 Kilometer südlich der Stadt erhebt sich der Jebel Hafeet auf 1240 Meter, seit langem mal wieder ein Berg auf meiner Reise.

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