15916-57-13-26-01 und ein Motor...

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

...man beginnt meinen Patrol in Gedanken zu waschen.
Die Frage, ob ich denn meinen schönen Patrol nicht einmal waschen möchte, beantworte ich immer mit: Nein, das muss so!

In Lâayoune (Westsahara) kriegt meine Patrol Heckscheibe sogar eine Aufschrift:

1-10208475tb.jpg

...was soviel bedeutet wie: "wasch mich/ich will in die Lavage"

Der lustige Garde in meinem Stammhotel hat es mir rangekritzelt.

Nun ja, auf einmal steigt in mir der Wunsch, mich selber mal wieder richtig zu waschen.

Da bietet sich doch eine Badewanne geradezu an.

Halb gefüllt kommt es auf einmal kalt aus dem Hahn... :evil:

Das ganze sofort anhalten und auf duschen umstellen... :cry:
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Tag 6, 15.12.2011

Tag zum ausruhen im Hotel...

Ich kann die Wäsche im Hotel abgeben, sie wird mir für 5€ gewaschen. Nett :!:

Ich kann schon etwas Bilder aussortieren.

pünktlich um 17:00 kann ich die saubere Wäsche abholen und verziehe mich wieder aus dem Hotel.


Weiterfahrt auf der Landstrasse Richtung Süden.

Ich halte mich peinlichst genau an alle (Teilweise sinnbefreiten) Verkehrsregeln.


keine Polizei.

Schade.




Fahrt durch den ersten offiziell angegebenen Minengürtel.

Ich mag ja nicht dramatisieren, aber Kamele hat es da seit einer Weile keine mehr. Ist denen auch zu riskant!

Kurz nach dem Gürtel, Suche eines geeigneten Nachtplatzes. Noch bei Dämmerung finde ich einen traumhaften Platz an einer grossen Sicheldüne.
Feierabend.
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Der Übernachtungsplatz am Morgen...

So könnte ich jeden Tag erwachen. Man beachte auch die vom Sand bedrängen Büsche.

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Nun, da ich weiter auf der Strasse fahre, komme ich unweigerlich in Kontrollen.

Diesmal:

Gendarm: Nationalität?
Ich: Schweiz
Gendarm: Was haben sie in diesen Kanistern? (Meine stillen 4x20L Dieselkanister als Beifahrer)
Ich: Leer. Da kommt viel Diesel rein für den grossen Sandkasten in Mauretanien
Gendarm: Nationalität?
Ich: (etwas verunsichert über die selbe Frage) trotzdem Schweizer?!
Gendarm: Allez, bonne Voyage

Feeeeeeerien....

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Da könnte man sogar hurtig rein...

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Erneute Kontrolle.
Diesmal wieder Polizei.

Polizist: Guten Tag, wo wollen sie hin?
Ich: Tee und Wasser holen, dan Mauretanien
Polizist: Zeigen sie mir den Pass - oder haben sie etwa Fiches?
Ich: Ja, voilà
Polizist: Geben sie mir den Versicherungsnachweis (Das erste mal wollte jemand den sehen...)

Polizist: Geben sie mir "un bon billet" (Par Dirham/Euronen) und ich werde sie ziehen lassen.
Ich: Ah non, vraiment pas!!!

2min warten, dann konnte ich gehen 8)



wer kennt es?

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Ein Erlebnis aus dem Alltag, das aufzeigt, wie man sich in Menschen täuschen kann, wenn man sich (nur) auf den ersten Eindruck verlässt...

Bei einer Tankstelle frage ich nach Wasser.

2 Männer kommen zu mir und sagen, ich solle ihnen folgen.

So lande ich in einem Café (CTM in Bojador)

Der Besitzer wirkt doch sehr mürrisch und verbissen, ist wortkarg und durchaus unfreundliche zu mir.

Offenbar ist er schon informiert über meinen Wunsch nach Wasser und sagt: "Bringen sie mir die Bidons"
und: "Suchen sie nicht noch nach China-Tee?"

Der Besitzer des Restaurants schickt einen seiner Serviceleute los, um auf dem Markt China-Tee einzukaufen. )Was für eine Dienstleistung eigentlich...!)
Hätte ich doch auch selber...

Gemäss Absprache soll das Kilogramm China-Tee 120DH kosten.

Der Junge Mann kommt kurze Zeit später angelaufen und faselt was zum Chef.
Dieser übersetzt mir ins Französische: "Er hat den Tee zum Einkaufspreis übers Café gekriegt, sie zahlen somit nur 70DH."
Zu dieser Zeit hat mir/uns der Chef schon einen Tee bereitet, den ich für alle bestellt habe. Ich komme mit weiteren Einheimischen ins Gespräch.
Nun werde ich mehrmals willkommen geheissen und zu jemandem nach Hause eingeladen usw.
Und dies alles, ohne mir etwas verkaufen zu wollen.

Das Wasser wird abgefüllt, ich kriege vom Wasser, welches der Besitzer eingekauft hat (Ohne Chlor) um davon für die Kunden den Tee zu machen.
Der Preis ist abgemacht.
60L kann ich beziehen.


Auf einmal soll das Wasser aber nichts mehr kosten. Er schenke es mir, sowie die Teerunde.
Zu bezahlen bleibt nur noch das Kilogramm China-Tee

Ohne eine Bedingung daran zu knüpfen erweist er mir so viel Gutes!


Überwältigt verlasse ich die hübsche Stadt und fahre weiter in Richtung Süden.

Ein Nachtplätzchen am Meer sorgt für feuchte Träume und ein vom Wind durchgeschütteltes Fahrzeug.

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Feierabend.
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Der starke Wind in der Westsahara zieht mir den ganzen Tag um die Ohren.
Beim Kochen heisst das, die Front des Fahrzeuges immer schön gegen den Wind ausrichten und nach der Pause quietschende Keilriemen in Kauf nehmen. So bleibt das knirschend-knusperige Erlebnis beim Essen aus.

Heute werde ich einige Male zum Anhalten genötigt. Normale Autostopper, meist nach grösseren Tankstellen oder Dörfern.
Mein Auto ist voller Material, 80l Diesel als meine lebensversichernden Beifahrer und keinen Beifahrersitz.
So kriege ich halt ab und zu den Mittelfinger zu sehen, als ich mit der Achsel zucke und vorbeifahre...

Heute gibts Polizisten, die mich nach Whiskey und Bier fragen. Auch mal originell.

Sinnbefreite 60er Zonen auf einer Landstrasse, die gut mit 100km/h befahren werden kann.
Ich vermute, mit ca. 65km/h in eine Radarkontrolle geraten zu sein. Abbremsen, Abstecher ins Gelände und brav den Posten umfahren.
Von dieser Strasse biege ich ab...

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Dafür habe ich Zeit, mein Auge den schönen Details zu widmen. Sind das nicht enorme Gegensätze? Leben/Tod

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So eine Art Flechte. Überlebt durch die hohe Luftfeuchtigkeit am Meer bei der kühleren Tageszeit

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In Dakhla nehme ich weitere 240l Diesel auf. a 5,2 DH (ca. 50 Eurocent, je nach Kurs)
Einige Fladenbrote und Trinkflaschen. Fruchtsaft zum verdünnen, so habe ich etwas Geschmack im Wasser... :aetsch:

Der Einheimische ist nicht motiviert, die vielen Kanister aufzufüllen. Als jedoch das Geld kommt, ist er wieder glücklich.

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Somit habe ich nun ein Kampfgewicht von über 3t mit 310l Diesel gesamthaft.
Wasser hab ich keins gekriegt. Das muss ich hier in 5l Flaschen kaufen (12DH). Fliessend ist nicht verfügbar...

Suche des Nachtplatzes in der Nähe von Dakhla.
Wunderschöner Platz, gänzlich bepflastert mit Wohnmobilen.

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Ansich zeiht es mich da hin, mal zu sehen, was da alles für Köpfe vor sich hinvegetieren und die Einsamkeit in ihren vier weissen Wänden geniessen.
Jedoch steht genau davor eine Polizeipatrouille, die verhindert, dass Bettelnde hineingelangen und so die WoMo's vertreiben.

Und ausserdem, mein Patrol will da gar nicht rein. Der geneigte Patrolkenner sieht es dem Patrol an, dass es gegen seine Natur geht... Asphalt tut ihm ja sowieso nicht gut. :kotz:
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Nein. Sowas brauche auch ich nicht.

Ich suche mir einen Hügelzug mit Blick auf die wunderschöne Halbinsel aus.
Ob ich einen Weg da hoch finde?

Da kommt erstmals eine ganze Reihe Patrols aus einem Camp. Da muss ich anhalten und hinschauen...

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Ich finde eine Auffahrt auf einen Hügel.
Weichsand und als erstes mal grad steckenbleiben.

Die Naben sperren und die hintere Diffsperre betätigen, dann etwas mehr Gas und der Altstahl ist oben.
Nun gut, hier kommen die WoMo's nicht so schnell hoch. Die drängen sich wie Sardinen unten auf den Platz und streiten sich jetzt vielleicht, was sie zum Nachtessen machen wollen... :mrgreen:

Ist das nicht schön?

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Ich fahre ein Stück weiter und finde ein altes Dorf. Es ist verlassen.

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Mir wird etwas komisch zumute. Überall liegen Teile von Fahrzeugen, Knochen, verschossene Munition und Hülsen. Sofort denke ich an Kuno. Hier ging mal was...

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Abträchtig ist dieser Umstand der ganzen Idylle zwar nicht, jedoch bin ich hier in einem Gebiet, dass noch nicht gänzlich von Minen geräumt ist. Südlich von Dakhla muss man durchaus aufpassen.

Nun habe ich wieder einen langen Abend, um den vorbeifahrenden Lichter zuschauen zu können.
Einige Kilometer weiter vorne sehe ich ein Fahrzeug herannahen, welches erst nach 10min meine Höhe erreicht. Es fährt vorbei. Ich kann ihm vielleicht noch 5min zuschauen, bis das kleine rote Licht am Horizont verschwindet.
Ich liebe diese Weite...
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Heute, der neunte Tag im Alleingang. Komischer Tag eigentlich...

Die Wüste zeigt sich von ihrer harten Seite.

Der enorme Sandwind lässt einem keine Weitsicht.

Ich mache noch einen kleinen Rundgang auf meinem Nachtplatz. Nun scheint wieder alles friedlich.

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Fladenbrot, Butter, Melasse, 1/2l Schokolade, und eine Orange. Jajaa, ihr seht es selber. Gut war vor allem die Orange. Die sind dort sonnengereift und zuckersüss. Werden nicht halbreiff von den Bäumen runtergeprügelt.

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Dann weiterfahrt in den Süden.

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Ich entdecke einen reizenden Sandstrand mit ganz hellem Sand.

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Natürlich muss man da auch noch schnell drüberprügeln - ist doch klar.
Ich fahre mit etwas viel Reifendruck rein. Geht am Anfang gut, bis der Sand wieder dunkler wird. Hier trägt er mich auf einmal nicht mehr und ich sacke ab wie ein Stein. Finde ich eigentlich nicht nötig.

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Der Chrigu überlegt nicht lange. Luft ablassen, vielleicht kann ich mich noch freiwühlen. Trotzdem kommt ein wenig Bedenken auf. Sogar zu Fuss sacke ich ziemlich ein. Doof aber auch, da reinzufahren :bang: (Ich würde es aber doch wieder tun.)
Kurze Zeit später ist der Patrol wieder frei. Keine Bleche verlegen müssen
Kampfspuren:

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Ein wenig später an der Landstrasse

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Da fährt man doch in die Wüste und will im Sand fahren. Dann gibts auch hier solche Spassbremsen, die den Sand wegräumen und entsorgen. Die EU marschiert wohl auch hier ein.
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

5km später finde ich einen eingesandeten Militär LKW.
Er steht schieff im Weichsand und hat vorne rechts einen Reifen abgedrückt. Militärische Objekte darf man ja nicht fotografieren.
Darum:

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Ein Renault LKW. Randvoll mit Kies gefüllt. Aus eigener Kraft kann er sich nicht befreien.
Die Crew schaufelt mit einem Holzbrett den Sand um das vordere linke Rad aus. Sehr starker Wind, man sieht fast nichts.
Natürlich haben sie keine Sandbleche und schon gar kein anständiges Bergungsseil. Rein gar keine Ausrüstung.

Der Abstecher in die Botanik erklärt der Fahrer: "Das war willentlich".
Ich denke, er ist eingeschlafen und dann von der Strasse abgekommen. Denn da ist keine Abzweigung. Und Weichsand sollte das schwere Trumm meiden.

Ich helfe mit meiner Schaufel mit. Immer rutscht frischer Sand ins Loch. Der Wind tut seinen Beitrag dazu.

Ein zweiter, seeeeeehr schöner LKW hält an.

2-10217966vn.jpg

Natürlich ist auch er nicht ausgerüstet. Auch der dazufahrende HJZ Pick-Up nicht.

Meinen 9t Bergegurt opfere ich nicht. Lustlos gibt mir einer die Pelle zurück und wartet. Per Funk soll Rettung angefordert werden.
Ich kann hier nicht mehr helfen ausser mit ihnen zwei, drei Orangen zu teilen...

Weiterfahren, Mittag essen, weiterfahren.
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Ich entdecke, etwas fernab der Strasse ein W160 Patrolwrack. :yes:

Mein Herz schlägt höher...

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Die Kilometerleistung kann sich sehen lassen. 8) (ob jetzt plus, oder minus 100'000km)

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Ich kontrolliere das Öl. Es ist brandschwarz, wie es sich gehört. :shock:
Der Ölstand ist niedrig, auf dem Minimum. der fehlende Öleinfülldeckel lässt Sand in den armen Motor eintreten.

Der Motor ist ein SD33 Sauger. Reihenpumpe. Eigentlich geht der nicht kaputt. :cry:

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Dieses Fahrzeug steht auf 2 Rädern und 2 Bremsscheiben mit Steinen unterlegt.
Offensichtlich ist der Wagen aufgegeben worden.
In der Nähe steht eine Relaisstation von Maroc Telecom mit Stacheldraht auf den Mauern. fortschrittliche Solarzellen versorgen die Anlage mit Sonnenstrom. Dahinter steht noch ein Y60 Patrol.

4-10217971ee.jpg

Niemand ist zu sehen.

Ich untersuche weiter den W160. Sehe eine Förderpumpe, Schläuche, Schellen und einen Dieselfilter. Baue zwei, drei wichtige Teile aus.

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Ich schaue mich um. Immernoch niemand da. Ich gehe zum Y60 ran und schaue mal durch die Seitenscheibe. Berühre sie unbeabsichtigt. Fällt sie einfach runter in die Türe. :|

hmmm. Ich ziehe sie wieder hoch und sie hält sich nicht fest.

Dann fahre ich wieder los nach Süden. Hab ja alles, was ich brauch.

Diese Strasse......

- - - - - - - - - - - - - - - -

keine Kurven.


Ich habe Zeit und fahre langsam.



plötzlich komme ich ins Grübeln.

Bin ich jetzt auch so ein "Pistengeier"?

Gehörte der Patrol doch zum Haus. Vielleicht dient der W160 ja als Ersatzteillager?!

Nein. Doch. Hmmm.




Ich halte an. Nein, das geht nicht. Ich kann doch nicht einem Einheimischen den Patrol zerlegen.
5km Strecke fahre ich zurück und lege die Teile eingewickelt in ein Tuch wieder in den Patrol Fussraum rein.

Die Sache hätte mich noch lange verfolgt, das weiss ich. Nun ist wieder gut.

Fahre wieder los und lasse das interessante Wrack alleine zurück.

Alleine?


Nein.

nach ungefähr wieder 5km hat mich der Patrol eingeholt.
Schreck!!!
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Zuerst denke ich, er will überholen und blinke rechts, als Zeichen, dass er freie Fahrt hat.

nein, er will dass ich anhalte.

Längst hätte ich dem 4,2er Sauger davonbrennen können...

Der bärtige, grosse Mann steigt aus und empfängt mich mit einer Umarmung.
Er weiss noch nicht, was genau in mir vorgeht, Er weiss auch nicht, was sich gerade abgespielt hat.

Er sagt mir, dass er mich gesehen hat wie ich (das zweite mall) weggefahren bin.
Dann ging er zu seinem Patrol und sah die offene Scheibe.

Das sieht natürlich nach Diebstahl aus.

Ich erkläre mich und er ist vor Freude ganz aus dem Häuschen.
Sofort lädt er mich zu sich und seiner Familie auf einen Tee ein.

Wieder fahre ich zurück zur Station. Noch ist mir alles etwas suspekt. Jedoch lässt bei mir seine überschwengliche Freundlichkeit jeden Zweifel verfliegen.

Da er den Tee erst noch machen muss, schenkt er mir Milch. Ich gehe zum Fahrzeug und schenke ihm 1/2l Schweizer Milch und 2 glückliche Schweizer Hühnereier. Erkläre ihm, wie man zusätzlich mit Mehl, Crêpes macht :mrgreen:

Lange sitzen wir nun am Tee und berichten über dies und das. Das vorgefallene ist bereits vergessen...

Ich verspreche ihnen beim Abschied, auf der Rückfahrt der ganzen Familie Crêpes zu mache. Ich darf die Teile mitnehmen und dann zurückbringen, wenn ich wiederkomme. Quasi Leihteile



Glücklich bin ich über diese Begebenheit.
Was wäre aber gewesen, wenn er mich mit all dem Material eingeholt hätte?
Erklärungsnotstand. Ich mag nicht anlügen.

Hier habe ich gelernt, besser auf mein Herz zu hören.

Etwas weiter gefahren.
Um den wunderschönen Sonnenuntergang etwas besser sehen zu können, fahre ich direkt an den Strand.
Geniessen und ausspannen ist angesagt.

1-10217998gv.jpg

Viele Kilometer kann ich nicht mehr fahren. Am Wegesrand sind überall Wegweiser/Tafeln.
Glatt ignoriere ich sie fortan, weil man den Hinweis/die Richtungsangabe nicht mehr sehen kann. Weggerostet.


Nachtplatz, etwas ab von der Strasse gefunden. Direkt hinter ein par kleinen Hügeln. Ich sehe noch knapp zur Strasse, jedoch bin ich hier etwas verborgen.

Kurzer Blick aufs GPS um den Morgigen Tag etwas zu planen.

Erneuter Schreck!!!!

Ich befinde mich kurz vor einem Minenfeld. Klar habe ich dies im GPS verzeichnet. Jedoch schwimmen Minen teilweise bei starkem Regen. Hmmm. Das hingegen brauche ich jetzt nicht.
Zurückfahren ist nicht, ich sehe meine eigenen Spuren kaum. Hoffen!

Auf dem GPS sehe ich, dass es 12km südlich von mir ein Tödlicher Minenunfall gegeben hat.
Das rundet den Tag doch ab. :!:

Es folgt eine fast schlaflose Nacht. Angst, was wird Morgen bei der Rückfahrt zur Strasse werden?
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Schlechte Nacht im Minengebiet.

Zur Strasse kann ich zum Glück heil wieder zurück. Ich habe Glück, dass der Wind die Spuren nicht verweht hat und kann ihnen bis zur Strasse folgen.

kleines Stück auf der Landstrasse weiter nach Süden fahren.

Rechts steht ein Serie III Landy. Etwas schräg im Graben. Darunter ein Mann, der irgendwas reparieren will.
Ich fahre daran vorbei. Wende aber bald und gehe zu ihm. Verständigung ist fast nur mit Händen und Füssen möglich.

1-10245804ae.jpg

Als ich sehe, woran das Problem liegt, hole ich mein eigenes Werkzeug hervor und baue ihm die hintere Kardanwelle aus.
Das Kreuzgelenk ist gar nicht mehr vorhanden. So will er mit Frontantrieb weiterfahren.

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Er muss vorne aber noch eine Radnabe tauschen. Schon von Auge sehe ich, dass die Splines der Antriebswelle nicht übereinstimmen. Er murkst sie dran und will losfahren. Der Wagen bewegt sich nicht..

Darauf zeige ich dem Mann, wie ich meine und seine ölverschmierten Hände mit Seife und Sand aus der Sahara und mit Zugabe von etwas Wasser reinige. Er ist verwundert...
Essen wir doch darauf eine Orange und schauen, wie weiter vorgehen.

Er fragt mich, ob er mit mir bis zur nächsten Tankstelle mitkommen darf. 20km Strecke nehme ich den Mann also mit.
Er warnt mich noch, dass hier ab und zu Geschwindigkeitskontrollen gemacht werden.
Auch wenn er kein Französisch kann, redet er dafür sehr laut. So verstehe ich vielleicht besser, was er meint.

Ankunft bei der Tankstelle, wieder solch ein genialer LKW

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Beitrag von Chrigu »

Bei der Tankstelle sehe ich tatsächlich die Polizei. Sie rücken nach Süden aus. Logisch, ich komme ja von Norden.

Die Gelegenheit nutze ich, um noch etwas 2-Takt Öl nachzukaufen, um die Einspritzpumpe etwas zu schonen.

Losfahrt, in die Wärme.
Ich fahre nur 60km/h statt der erlaubten 100km/h.

Bald sehe ich die Polizei in einer Kuhle und mir entgegenmessend bereit zum Abschuss.
Nun ja, mit 60 fahrend können sie mir nun wirklich nichts anhaben.
Ich lächle sie an und zeige ihnen den Mahnfinger. Welch fetter Fisch entgeht ihnen heute... Provision adee...

Minentafeln häuffen sich. Die meisten sind unrettbar verrostet.

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Davor sollten die Tafeln warnen

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Zoll MA/RIM

Mein Visum läuft erst vom 20. Dezember an - einen Tag zu spät für mich.

Ich gehe zum Marokkanischen Beamten und frage ihn, ob das weiter tragisch sei.
Ich könne nicht passieren. Das Visum läuft erst ab Morgen.
Jedoch gäbe es eine Möglichkeit, dass ich schon heute reinkommen kann. Ansonsten Übernachtung an der Grenze.
Diese Möglichkeit muss ich nutzen, um nicht nochmals auf der Strasse zu bleiben. Dort ins Gelände raus zu fahren, um einen weiteren Tag zu überbrücken, ist eine schlechte Wahl. Minen und Wall.

Dem Beamten erkläre ich, dass ich das System schon lange begrifffen habe. Mit Geld lässt sich das Gesetz umgehen.

Viele interessieren sich für meinen Patrol und wollen ihn kaufen. Geldwechsel wird mir ebenfalls angeboten.

Ein Beamter fragt nach Geschenk, ein weiterer (Marrokanischer) will mich wegen 310l Westsaharadiesel nicht ausreisen lassen.
"Nun, wie lösen wir das?"
Ich: "Ich habe seeehr viel Zeit um auf eine Lösung zu warten."
Er gibt sehr schnell auf und merkt, dass bei mir nichts zu holen ist. Schon gar nicht bei der Ausreise. Bei der Einreise in Mauretanien würde ich es eher verstehen.

Niemandsland
Hat viele Minen, sind ausgeschildert. Minenunfälle sichtbar in Form von demolierten Autos.
Sehr schlechte Piste

Mauretanischer Posten

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Ich muss eine Grenzversicherung abschliessen, da meine Grüne Karte nur auf Europa und MA beschränkt ist.
Dass erst der 19. Dezember ist, und mein Visum erst am Morgen gilt, scheint hier niemand zu stören.

Ein Beamter Mauretanischerseits fragt, ob er etwas Diesel von mir haben könnte, für den Generator des Grenzpostens.
Ein anderer bemängelt meinen grossen Dieselvorrat, gibt sich jedoch mit etwas Schweizer Schokolade zufrieden, die er sofort versteckt.

Nach 4h Bürokratie bin ich durch das ganze geordnete Durcheinander durch.


Frei von Bürokratie bin ich endlich an meinem Reiseziel angekommen. Schliesslich wird hier der Weg das Ziel sein, in ganz Mauretanien.

Ich suche die Bahnlinie und fahre eine Zeit lang auf dem Gleis, dann im Sand nebenan. Bald zeichnet sich die wichtige Piste ab. Der folge ich die nächsten par Hundert Kilometer.

7-10245828qw.jpg

Auch hier wird vor Minen gewarnt

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Schon am ersten Abend sehe ich den längsten Zug der Welt. (Ob das noch aktuell ist?)
An die 22'000t Eisenerz transportiert er mit rund 200 Wagen. 3-4 Lokomotiven ziehen und schieben den Zug.

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Beitrag von Chrigu »

Ein Kurzvideo vom Zug



Fahrt der Bahnlinie entlang. Vor mir entdecke ich einen grünen Patrol.
Nicht höhergelegt, und fleissig darin, den Sandfeldern auszuweichen.
Bei einer Auffahrt gibt es nur einen Weg - Sand!
Da fährt er sich fest, ich kann gleich zuschauen. Hab damit gerechnet.

Gurt hervorgekramt und raus das Ding. Alle beide sehr freundliche Saharier

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Mein Täglich Brot beim fahren... Das rüttelt ganz schön

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Kurz nach Sonnenuntergang finde ich ein schönes Plätzchen hinter einer Düne, unweit von der Piste entfernt.
Nach meinen infos müsste ich in etwa 7km östlich auf ein weiteres Minenfeld stossen. Also bleibe ich hier.
Von allen wurde mir Angst eingajagt bezüglich irgendwelcher Strolche oder Minen.

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Fondue im Alleingang. Aber gut ist es ja immer. Rote Zwiebeln aus Marokko reingeworfen und so geniessen.

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Es folgt ein denkwürdiger Abend...
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