Auswärtiges Amt hat geschrieben:Kolumbien
Stand 23.09.2026
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Sicherheitslage in Santa Marta und Umgebung)
- Sicherheit (Sicherheitshinweis; Terrorismus; Innenpolitische Lage)
- Natur und Klima
- Reiseinfos (Infrastruktur/Verkehr)
Aktuelles
Sicherheitslage in Santa Marta und Umgebung
Seit dem 21. September 2026 kam es in Santa Marta und entlang der Troncal del Caribe (Ruta 90) in Richtung Riohacha zu Straßenblockaden und Brandanschlägen auf Fahrzeuge. Es ist weiterhin mit gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und illegalen bewaffneten Gruppen zu rechnen.
- Vermeiden Sie bis auf Weiteres Fahrten auf der Troncal del Caribe zwischen Santa Marta und Riohacha, einschließlich Fahrten zum Nationalpark Tayrona.
- Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden und Sicherheitskräfte.
- Informieren Sie sich stets und tagesaktuell über die lokalen, internationalen und sozialen Medien über die Lage.
Sicherheit - Teilreisewarnung
Siehe Aktuelles.
Vor Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Venezuela der Departamentos Norte de Santander und Cesar wird gewarnt.
Von Reisen in die nachfolgenden Departamentos bzw. Gebiete wird dringend abgeraten:
- Sämtliche Gebiete des Departamentos Norte de Santander (inklusive der Hauptstraßen zwischen Cúcuta und Ocaña sowie Cúcuta und Tibú), die nicht bereits von der Teilreisewarnung umfasst sind
- Arauca
- Vichada
- Guainía
- Guaviare (mit Ausnahme der Hauptstadt San José del Guaviare)
- Caquetá
- Östliche und südliche Teile von Meta (mit Ausnahme der Tourismusregion Caño Cristales)
- Putumayo
- Nariño (außer der Hauptstadt Pasto und dem Grenzübergang Ipiales)
- Huila
- Süden von Tolima, insbesondere die Gemeinden Ataco, Chaparral, Planadas und Rioblanco
- Cauca (einschließlich der Panamericana)
- Valle del Cauca (einschließlich Buenaventura sowie insbesondere der Gemeinden Jamundí und Palmira, mit Ausnahme der Hauptstadt Cali bei Anreise per Flugzeug)
- Chocó (außer Bahía Solano und dem Küstenstreifen zwischen Nationalpark Utría und Punta Arusi)
- Ländliche Regionen im Norden von Antioquia
- Süd-Córdoba
- Süd-Bolívar
- Unmittelbaren Grenzgebiete zu Venezuela in anderen Departamentos bzw. Gebieten
Fahrten in den genannten Gebieten sollten ausschließlich bei Tageslicht auf Hauptrouten erfolgen, siehe Reiseinfos.
Terrorismus
Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Die Friedensgespräche mit den bewaffneten Gruppen sind seit September 2026 beendet. Anfang 2025 waren Kampfhandlungen zwischen organisierten Gruppen in der nordöstlichen Provinz Norte de Santander (Grenzgebiet zu Venezuela) ausgebrochen; es kam zu größeren Fluchtbewegungen unter der Zivilbevölkerung. Die Region ist seither nicht zur Ruhe gekommen. Weitere Gruppen (ELN, EPL, FARC-Dissidenten sowie Gruppen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität) liefern sich in Norte de Santander, aber auch in anderen Teilen des Landes (Cesar, Bolívar, Córdoba, Guaviare, Norden von Antioquia, Valle del Cauca, Cauca und Caquetá) immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen. Die genannten Gruppierungen sind in vielfältigen Deliktsfeldern (Drogenhandel, illegaler Bergbau, Schmuggel, Erpressung, Entführung, Anschläge, Gewalt- und Tötungsdelikte usw.) aktiv und gehen aggressiv gegen Eindringlinge bzw. potentielle Opfer vor. Dies gilt insbesondere in den Grenzregionen Kolumbiens zu Venezuela und Ecuador und in ländlichen, dünn besiedelten Gebieten. Dort ist die staatliche Kontrolle weiterhin nicht gewährleistet. Auch wenn Reisende in der Regel nicht Ziel von Anschlägen sind, besteht die Gefahr von Kollateralschäden.
Seit Ende April 2026 kommt es zu einer Serie von Bomben- und Drohnenanschlägen, schwerpunktmäßig in den Departamentos Norte de Santander und Cauca, mit weiteren Vorfällen unter anderem in Antioquia, Valle de Cauca, Bolívar, Chocó, Cesar, Tolima, Huila und Nariño. Ziel sind meist Polizeiwachen und Militäreinrichtungen, auch in Ortskernen und in Städten wie Cali, Cúcuta und Popayán. Es gab Todesopfer und Verletzte, darunter Zivilpersonen. Die Sicherheitslage entlang der Panamericana südlich von Cali ist weiterhin kritisch.
- Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei besonderen Anlässen aufmerksam.
- Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Sicherheit
Innenpolitische Lage
Demonstrationen, Protestaktionen und Streiks können insbesondere in großen Städten in Kolumbien jederzeit stattfinden. Verkehrsbehinderungen und Straßenblockaden, auch vor Grenzübergängen wie nach Ecuador und Venezuela, sowie gewalttätige Ausschreitungen können dabei nicht ausgeschlossen werden.
- Informieren Sie sich über die lokalen Medien.
- Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
Natur und Klima
Siehe Aktuelles.
Kolumbien liegt in einer seismisch aktiven Zone. Im Bereich der Kordilleren im Westteil Kolumbiens ist mit einer erhöhten Erdbebengefahr zu rechnen. Auch gibt es einige aktive Vulkane.
Das Klima ist überwiegend tropisch oder subtropisch, in höheren Lagen wie in Bogotá auch gemäßigt.
Von April bis Mitte Juni und im Oktober und November ist in Kolumbien Regenzeit, in der es zu heftigen Regenfällen, häufig mit Überschwemmungen und Erdrutschen kommt.
An der Nordküste am karibischen Meer ist von Juni bis November Wirbelsturmsaison.
Starke Strömungen, Unterströmungen und plötzlicher, starker Wellengang können an den Küsten Kolumbiens auch im niedrigen Wasser so stark sein, dass sie gute Schwimmer in Lebensgefahr bringen.
Reiseinfos
Infrastruktur/Verkehr
Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden (mit Ausnahme der Panamericana südlich von Cali, siehe Sicherheit). Ausflüge in der Umgebung von Bogotá und (mit Einschränkungen) in den Umgebungen anderer Städte sind ebenfalls möglich.
Aufgrund des schlechten Straßenzustands und der gebirgigen Topographie besteht allerdings ein erhöhtes Unfallrisiko; mit langen Fahrtzeiten ist zu rechnen.
Zudem können jederzeit Behinderungen durch Erdrutsche oder Streiks entstehen, weshalb bei Fahrten mit eigenem oder Mietwagen gründlich geplant und vorab die aktuelle Lage geprüft werden sollte. In den Städten und auf Hauptverkehrsverbindungen sind die aktuellen Angaben von Internetservices wie „Waze“ oder „Google-Maps“ in der Regel korrekt.
Außerhalb der großen Städte und insbesondere in den Naturparks gibt es keine flächendeckende Internet- und Mobilfunkverbindung.
- Fahren Sie stets defensiv und kalkulieren Sie längere Fahrtzeiten ein.
- Führen Sie stets ausreichend Trinkwasser und bei Fahrten durchs Gebirge warme Kleidung mit.
- Vermeiden Sie wegen der erhöhten Unfall- und Überfallgefahr im ganzen Land Nachtfahrten (auch mit Bussen).
- Führen Sie für Notfälle bei Touren in Nationalparks und anderen abgelegenen Gegenden alternative Kommunikationsmittel wie ein Satellitentelefon oder ein anmietbares Notrufsystem wie z.B. SPOT mit.