Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Birgitt
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Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Birgitt »

On Arwad Island off the coast of Syria, a group of 20 sailors-to-be are preparing for a voyage their captain believes has not been undertaken for two and a half millennia. They plan to set off on Sunday on a journey that attempts to replicate what the Greek historian Herodotus mentions as the first circumnavigation of Africa in about 600BC ...

Around Africa in a Phoenician boat
09.08.2008 - BBC

Gruß
Birgitt
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

wer wie ich mit großem Interesse die verrückten Ideen anderer verfolgt-
etwa die Jungs, welche in Hongkong eine uralte Dschunke wieder aufgetakelt haben, kurz darauf mit dem Teil abgesoffen sind,
den Mut nicht verlierend die Ärmel hochgekrempelt haben,
und letztlich unter vollen Segeln zur- wenn ich mich recht erinnere- Kieler Woche unter dem heftigen Beifall der Zuschauer in den Hafen geglitten sind....

Auch wenn die Umrundung Afrikas durch die Phönizier nicht näher belegt ist, folgendes gilt als gesichert:
Die Schiffe der Phönizier und die Kenntnis und Geschicklichkeit ihrer Kapitäne und Besatzungen waren damals eindeutig unschlagbar.

Die Griechen haben regelmäßig eine Art Schiffs-Olympiade veranstaltet, die Phönizier haben gnadenlos abgeräumt. Eine fremdländische Seemacht, welche ihr Reich ein wenig vergrößern wollte, tat gut daran, phönizische Schiffe in ihren Sold zu nehmen- tat es der Gegner, sanken ihre Chancen gen Null.

Auf diese Weise haben die Phönizier sehr lange das Mittelmeer unangefochten kontrolliert und durch den Austausch von Waren, Kultur und Kenntnis ALLE damaligen Zivilisationen bereichert.

Sollte dieses Projekt stattfinden, fände ich es höchst interessant zu verfolgen.


Gruß
Micha
Zuletzt geändert von mikepiller am Do 29. Okt 2009, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Wow, ich mag die Geschichte....

wen es interessiert:

Hier die eigene Seite des Projekts:

http://www.phoenicia.org.uk/educating-photo-gallery.htm

wunderschön den Werdegang beschreibend und bebildert!

Und natürlich Live Tracking:

http://live.adventuretracking.com/phoenicia

noch liegt sie im Ausgangshafen.

Die angezeigte Route nach England bedient übrigens nicht nur die britische Innitiative dieses Projektes.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Phönizier schon damals mit diesen Schiffen den Weg durch die rauhe Nordsee bezwungen haben- auf der Jagd nach Edelmetall aus England, welches sie kunstfertig verarbeitet haben.

DAMIT und vielen anderen, edelsten Waren haben sie die dekadenten Römer so scharf gemacht, dass die fast in die Pleite geritten sind, sie waren süchtig danach...

Verzeiht mir meinen intensiven Einwurf hier,
dieses winzige Völkchen von der levantischen Küste hat mich schon immer fasziniert, sie haben die damalige Welt zutiefst geprägt.

phönizische Grüße
Micha
Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

@ Mike; ich bin nicht gerade Metallurge aber ich glaube, Zinn ist kein Edelmetall - und genau das haben die Phoenizier damals von den Britischen Inseln geholt. Das soll natürlch nicht heissen, dass dieses Metall vor allem damals nicht enorm wertvoll war!
Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

mikepiller hat geschrieben: Eine fremdländische Seemacht, welche ihr Reich ein wenig vergrößern wollte, tat gut daran, phönizische Schiffe in ihren Sold zu nehmen- tat es der Gegner, sanken ihre Chancen gen Null.
...es sei denn, der Gegner machte der angemieteten Flotten ein besseres Angebot oder...

...der Gegner hatte dieselbe Idee und sich ebenfalls ein paar Phönizische Schiffe ausgeliehen.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Kuno,

klar, ich denke auch, die Welt war damals keine bessere, lach.

Und verzeih mir meinen Fehler und DANK an Deine Präzisierung- ich wollte und könnte auch kein Fachwissen vermitteln, sondern lediglich etwas Appetit erzeugen auf diese Idee, dieses Projekt mit dem phönizischen Schiff- um aufzuzeigen:
Es waren nicht irgendwelche zusammen gezimmerte Holzkonstruktionen, sondern innovative Entwicklungen- lange Zeit unübertroffene High Tech- Konstruktionen der Vergangenheit sozusagen.

Nur Das, lach.

Gruß an Euch
Micha
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Interessant könnte zudem der eigentliche Hintergrund dieses Projektes sein:

Die vermutete Umrundung Afrikas durch die Phönizier
ca 600 v.Chr.
ist einzig durch die Geschichtsschreibung von Herodot beschrieben.

Die erste, eindeutig belegte Umsegelung Afrikas erfolgte ja (ich musste nachschlagen, man vergisst so vieles) durch Vasco Da Gama 1497/98- auch da waren in den Karten m.W. noch Seeungeheuer eingezeichnet und der Gedanke, dass die Erde eine Scheibe sei und der Ozean irgendwo über den Rand kippen müsste nicht ausgeräumt.

Dieses heutige Projekt möchte auch versuchen, Herodots Hinweis zumindest zu verfestigen, dass es möglicherweise schon über 2000 Jahre vor da Gama gelungen sein könnte, Afrika zu umrunden- eine nautische Sensation

Und jetzt reicht es, lach. Präzisierungen willkommen,
aber letztlich geht es wohl nur darum, mit welcher Motivation so viele Menschen ein so verrücktes Projekt auf die Beine stellen.

Gruß
Micha
Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

...der Begriff "Edelmetall" ist ja irgendwie auch etwas irreführend. Zinn war für den damaligen Alltag viel wertvoller als Gold.

---

Was an den Phönikern und danach auch an den Karthagern noch interessant ist: Die haben sich nicht primär mit militärischer Gewalt grosse Einflussgebiete unterjocht sondern setzten an geeigneten Positionen Handelsposten ein. Somit unterschieden sie sich doch erheblich von ihren Konkurrenten. (Ich will damit aber nicht sagen, dass sie sich nicht tüchtig in die Innenpolitik der "besuchten" Gebiete eingemischt hätten ;-))

---

Das Umrundungsprojekt ist natürlich hochinteressant. Wenn auch nicht grundsätzlich neu. Thor Heyerdal hat ja diesen Zweig der Urlaubsschiffart in den 1960ern schon erfunden...
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

anscheinend ist die Phoenicia gestartet.


Bild




Bild


Gruß
Micha
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

wie es aussieht, wird die Phoenician noch heute den ersten Hafen auf ihrer Afrika- Umrundung erreichen.

Hier ein Video, welches die Expedition beschreibt und das Schiff "in Action" zeigt- um ein kleines Gefühl zu bekommen, mit was für einer "Nussschale" die Leute unterwegs sind.

https://www.youtube.com/watch?v=0tyUMss ... re=related


Aktueller Kurs:

Bild

Gruß
Micha
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

falls einer von Euch diesen Thread begleitet und über etwas verfügt, was mir gänzlich fehlt-
nämlich Kenntnisse vom segeln,
dann bitte ich hier mal um Hilfe:

Gestern abend um 20 Uhr hat die Phoenicia in den Küstengewässern vor dem Hafen offensichtlich gestoppt- heute früh schien die Position im kleinen Maßstab der Karte unverändert.
Erscheint mir logisch, weil medienwirksamer, wenn sie am Tage in den Hafen fährt.


Bild


Auf größter Zoomstufe sieht die nächtliche Ruhepause dann so aus:

Bild


Was tun die da?
Ich meine, können die nicht einfach dieses Eisending da rein schmeißen- Anker nennt sich das wohl- und Ruhe ist? Wie soll man da schlafen?
Kreuzen- den Begriff habe ich schon gehört- sieht das tatsächlich so besoffen aus?

Wenn mir hier jemand etwas navigatorische Unterstützung geben könnte, wäre ich sehr dankbar- vielleicht auch der eine oder andere Leser hier, dem es ähnlich gehen mag.

Gruß
Micha
schnorr
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schnorr »

hallo micha,
die bewegungen sind ja innerhalb eines kleinen radius' von vielleicht mal 50 metern. ich weiss leider nicht, wie tief dort das wasser ist, scheint mir aber schon tief zu sein.
eine ankerkette (oder-leine) wird nur selten straff vom boot senkrecht runter zum meeresboden geführt, sondern schreibt meist eine kurve(sonst reisst ein anker zu leicht aus dem grund, er sollte möglichst waagerecht zum grund greifen) es wird normalerweise massig mehr ankerkette gegeben als meerestiefe vorhanden ist, damit sich das schiff auf reede bewegen kann.
die strömung, wellen und der wind werfen das schiff vor sich hin und her (hast du vielleicht schon einmal auf einer luftmatratze am unruhigeren meer gesehen, dass die nie ruhig auf einem fleck bleibt.)
und weil die ankerkette locker liegt, hat das schiff auch einigen spielraum, sich mit den wellen zu bewegen.

wiki schreibt zum schwojen (so heisst das auf fachchinesisch)
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwojen

siehe auch:
http://www.tis-gdv.de/tis/taz/s/schwoien.htm

dass die immer noch da liegen kann mit den einreisebestimmungen und dem zoll zusammenhängen. die sind auch nicht schneller als die kollegen an land.

kreuzen nennt der segler die schiffsbewegung, die er machen muss, um gegen den wind zu segeln.

dazu wieder einmal wiki, weil gut erklärt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzen_%28Seefahrt%29
Zuletzt geändert von schnorr am Mo 25. Aug 2008, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

Ich verstehe zwar nicht viel von phönikischer Seefahrt und Segeln - aber könnten die Bewegungen nicht auch zum Teil von der Ungenauigkeit des GPS herrühren. Also meines macht auch solche Zacken, wenn mein Landrover irgendwo stehenbleibt...
schnorr
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schnorr »

das kommt natürlich mit dazu.
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
schu achbar ?

Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schu achbar ? »

Die Publicity wird es zum einen sein .
Aber auch so ist es nicht ratsam mit so einem Boot nachts einzulaufen.
Trotz Hafenkarte kann es schnell mal zu unvorhersehbaren Begegnungen kommen.
Eine normale Segelyacht streicht vor der Einfahrt die Segel u. motort hinein.
Mit Motor kann man seine Geschwindigkeit dosieren, aufstoppen, rückwärts laufen.
Wenn ich das richtig sehe haben die wohl nichtmal einen kleinen 10 PS Aussenborder.
Da wird jedes Einlaufen ein ganz besonderer ''Spass''
Nachts muss man sich das schon garnicht geben.

Mein erster Gedanke als dieser Strang neu erschien , war ?
Haben die somalischen Piraten sich die vorrausberechnete Ankunft dieses
Bootes wohl schon in ihrem Palm abgespeichert ?
:shock:
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