Was vor Ort seit Beginn der Affäre abläuft, sind inzwischen innenpolitische Vorgänge mit einer nahezu unkalkulierbaren außenpolitischen Wirkung (Tourismus), seit Ausländer betroffen sind.
Innenpolitisch kann sich kein Regime dort eklatante Schwäche leisten. Es handelt sich nicht um demokratische Regime; die Pressefreiheit ist eingeschränkt; politische Opposition wird eingeschnürrt. (Es genügt dazu u.a. ein Blick in die Berichte von RSF und AI.)
Zum Sperrgebiet: wollte man es jetzt tatsächlich vollständig SPERREN, dann müßte man sich doch klar sein, daß eine solche Aktion ein schwerwiegendes Eingeständnis von Schwäche wäre: zu einem ganzen Landesteil würde der Zugang wegen akuter terroristischer Aktivitäten gesperrt! Innen- und außenpolitisch (die Feriensaison steht vor der Tür) wäre dies nicht vertretbar. (Die starken militärischen Aktivitäten auf beiden Seiten im Grenzbereich - von denen nun auch Reisende berichten - sind nicht erst seit der Entführung eine Tatsache, sondern seit Wochen und Monaten.)
Seit Jahren ist doch gerade der kleine südtunesische Teil der Sahara, von dem wir hier sprechen, besonders imagestark. Er prägt das Bild des Landes auch für die Touristen, die u.U. dort gar nicht hinfahren wollen.
Die jetzt geforderten Führer-Preise sind so deutlich prohibitiv, daß man sie weniger als "Absahnen" betrachten sollte, sondern als - zumindest vorübergehende - Abschreckung! - Sie stehen weder in einem nachvollziehbaren Verhältnis zu gewohnten touristischen Landespreisen, noch zum Aufwand und schon gar nicht zum üblichen Einkommen für eine solche Tätigkeit. - Eine weithin unangenehm dröhnende allgemeine Sperre kann so vermieden werden. (Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß auch dieser "Zoll" etliche finanziell Unverzagte nicht abhält!)




