Ägypten nach der Wahl

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Stefanie
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Stefanie »

Alexander,
... erster Teil: deutsche Geschichte, der zweite aegyptische Gegenwart ;-)

Wird ausserdem noch nicht als Suchbegriff bei zu beobachten Personen genutzt - gehe ich mal davon aus :mrgreen:
Gruesse aus Baharia
Stefanie

Voltaire: „Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Stefanie hat geschrieben:Alexander,
... erster Teil: deutsche Geschichte, der zweite aegyptische Gegenwart ;-)
Ach shit, da hätte ich auch selber draufkommen können. :oops: Ganz schön kreative Wortspielerei 8)
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Hazi
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Hazi »

Alexander, ich hätte dir jetzt nicht darauf geantwortet, weil ich es für einen Jux deinerseits hielt.
Du hast es doch gewusst - oder? Bitte bitte sag ja, sonst habe ich die Befürchtung, dass bei deinem letzten Abenteuer, das du erlebt hast, irgendwas mit dir gemacht worden ist. Dann müssten dich die User, die dich schon länger kennen, wieder in die Spur bringen :lol:
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Hazi hat geschrieben:Bitte bitte sag ja
JA! ;-)

Nein, ich wurde bei meinem letzten Abenteuer nicht gebrainwashed :-)
Ich bin noch der Alte :mrgreen:

Grüsse
Alexander
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Stefanie
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Stefanie »

Hier mal wieder ein recht guter Artikel ...
http://de.qantara.de/inhalt/praesidents ... en-staates


Uebrigens ist es momentan fast unertraeglich in Aegypten. Wo man geht und steht Bilder des Allmaechtigen Herrschers. In den Familien ist Wahl insofern ein Thema, als dass sie wirklich ernsthaft glauben, dass es ihnen ganz bald wieder gut gehen wird, alles so 'wie frueher' sein wird (die guten alten Zeiten, Mubarak war ja irgendwie doch garnicht so uebel, und erst Nasser...). Plakate haengen in fast allen Haeusern, an Autos, ueberall... Hisi erleuchtet ihr Leben und die Haeuser...
Ich warte dann mal auf die Dunkelheit :mrgreen:
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Stefanie

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martin1101
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von martin1101 »

Hallo Stefanie,

schön wieder etwas von Dir vor Ort zu hören und danke für den Artikel

Beste Grüße
Martin
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Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Stefanie hat geschrieben:Uebrigens ist es momentan fast unertraeglich in Aegypten. Wo man geht und steht Bilder des Allmaechtigen Herrschers.
Liegt es nicht irgendwie an einem natuerlichen Beduerfnis in ET, dass die Herrscher ueberall und zu jeder Gelegenheit dargestellt werden? Wer sich je im ET Museum nach etwas anderem umschauen moechte als die ewiggleichen Darstellungen der jeweils herrschenden Pharaonen... er wird nicht fuendig werden.
Stefanie
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Stefanie »

Ja, Kuno, das ist wohl so!
... doch so aegyptisch kann ich nie werden! :twisted:
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Stefanie

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Hazi
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Hazi »

Habe diesen Link in einem anderen Forum gefunden

http://derstandard.at/2000001488415/Die ... si?ref=rss

Spontan kam mir der Gedanke: Die können so wählen, sind ja nicht in Ägypten :twisted:
Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Hier noch ein Artikel aus der NZZ: "Am kommenden Montag und Dienstag soll Abdelfatah as-Sisi zum Präsidenten Ägyptens gewählt werden. Sisi hat nicht nach der Macht gegriffen, sie wurde ihm aufgedrängt.

Der Videoclip, mit dem Abdelfatah as-Sisi seine Wahlkampagne Ende April eröffnete, sieht mehr nach Tourismuswerbung als nach Wahlpropaganda aus. Bilder von typischen Ägyptern in typisch ägyptischer Umgebung, die erklären, warum Ägypten einen starken Führer braucht und weshalb Sisi der richtige Mann für den Job ist. Der Kandidat selbst ist nicht zu sehen, kein Bild, kein Gedanke, kein Versprechen. Der Kandidat bleibt unsichtbar."


Nachzulesen hier: http://www.nzz.ch/aktuell/international ... 1.18307936

Interessant auch dies:"In einer Dissertation, die er im Jahr 2006 für seinen Abschluss am US Army War College in Carlisle verfasste, schreibt er, Demokratie sei eine säkulare Idee und werde in einer Region, deren Bewohner zur grossen Mehrheit fromme Muslime seien, in keinem guten Licht gesehen. Um die Stabilität eines Landes zu bewahren, müsse eine demokratische Ordnung die Religion einbeziehen. Deshalb müsse man akzeptieren, dass Demokratie im Mittleren Osten andere Formen annehme als im Westen."

Doof ist der Mann nicht.
Hazi
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Hazi »

naja, wer weiß, wieviel er für die Dissertation bezahlt hat

Denn das klingt konträr dazu:

"Heute gibt sich Sisi als Gegner der Islamisten, weil, wie er in einem Interview sagte, die Vermischung von Politik und Religion dem Islam die Menschlichkeit nehme."
Kuno
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Hazi; hast du ein plausibles Indiz, dass Sisi fuer das Erstellen seiner Dissertation jemanden bezahlt hat?

Die Dissertation stammt aus dem Jahre 2006 - in den Jahren seither und auch im Hinblick auf die Ereignisse, die in dieser Zeit stattgefunden haben, muss man davon ausgehen, dass jemand seine Meinung aendern oder aufgrund der Erfahrungen anpassen kann (und warhscheinlich auch soll). Die meisten Menschen haben jedoch das Glueck, dass sie nie etwas derartiges aufschreiben und man sie deshalb auch nie mit ihrer Meinung von vor vielen Jahren konfrotntieren kann :wink:

Immerhin - die Aussage dass eine Demokratie in ET nicht dieselbe sein kann wie die Demokratie in der EU halte ich fuer sehr vernuenftig (wobei ich mich jetzt an dieser Stelle nicht auf eine Diskussion bezueglich der Demokratie in der EU einlassen will).
Hazi
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Hazi »

Indizien habe ich natürlich keine, aber so meine Erfahrungen mit Dissertationen :)
Z.B. hat mal eine RAin eine supertolle Dissertation geschrieben, so dass ich dachte, die wäre was "für uns". Habe sie kontaktiert. Da hatte die Dame nicht einmal Fax, was in einer Kanzlei mit ein wichtiges Gerät ist, um Eilanträge sofort ans Gericht faxen zu können.
Dann hat die mir erzählt: Dann fährt mein Papa mit dem Fahrrad auf die Post u. faxt es.
Dissertation u. RAin lagen da aber ganz weit auseinander, denn sie hatte mit der Tätigkeit, die die Dissertation betraf überhaupt nichts zu tun. Null Ahnung davon.
Und wenn ich eine Dissertation schreibe, muss ich ja wenigstens den Inhalt verinnerlicht haben. Kommt beim Schreiben automatisch.
Deshalb kam spontan mein Gedanke u. meine Niederschrift.
Vllt. hätte ich noch einen Smilie dahinter machen sollen.
Alexander
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Ägypten wählt am Montag und Dienstag. Der Sieger dürfte schon feststehen. Viele Ägypter setzten ihr ganze Hoffnung auf al Sisi. Allle anderen Kandidaten spielen nur eine Randrolle im ägyptischen Wahlgetümmel. Von Wahlkampf, wie wir ihn kennen, kann man in Ägypten nicht sprechen. Sisi lässt sich kaum in der Öffentlichkeit sehen und es gibt auch nur wenige Reden. Die Reden die er gegeben hatte, wurden im Fernsehen ausgestrahlt und geschnitten. Einige interessante Meldungen zu den Wahlen:

Ägypten wählt wieder den militärischen Weg
Der Widerstand gegen den neuen Mubarak wächst
Ägypten: Die Träume des Abdelfattah al-Sisi

Interessanter als dieser Artikel: Wahlen in Ägypten: Sehnsucht nach dem Pharao ist dieser Leserkommentar:
blaupunktrochen hat geschrieben:...war ein islamistischer Wolf im zivilen Schafspelz. Zunächst hielt er nicht ein einziges (!) Wahlversprechen gegenüber den gruppen, die ihn gegen Shafiq in der Stichwahl unterstützten. Ohne diese gruppen (z.B. die Revolutionsjugend) hätte er niemals gewinnen können Sein Wählerstamm lag bei ca. 24% wie die erste Wahlrunde gezeigt hat. Die Moslembrüder hatten schon damals alleine keine Mehrheit im Volk. Es gab dann unter Mursi mehr Anklagen wegen Beleidigung des Präsidenten als in den gesamten 100 Jahren vorher, es gab eine Blockade des Medienzentrums (wo viele TV-Stationen ansässig sind) von seine Getreuen, es gab ein präsidiales Dekret mit welchem er sich selber über und ausserhalb der Justiz stellte, es gab sehr wohl tote Journalisten, nämlich bei Protesten gegen ihn im Dez. 2012 vor dem präsdentenpalast, wo Moslembrüder Demonstranten gefangen, gefolter und teileweise bestialisch abgeschlachtet haben, es gab Verbote von TV-Sendungen und Einschüchterungen, christliche Kirchen wurden abgefackelt, Shiiten ermordet und Islamistische Terroristen (u.a. Attentäter auf Saddat) freigelassen. Der Mitgründer der Terrororganisation, die 1997 in Luxor 57 Touristen abschlachtete wurde genau dort als neuer Gouverneur eingesetzt. Hassprediger wurden auf offener Bühne umarmt und Freiwillige für den bewaffneten Kampf an der Seite von Al Qaeda in Syrien angeworden. usw. usw. Mursi war ein Despot und wollte Stück für Stück einen islamischen Gottesstaat in Ägypten etablieren. Sein Ziel war, und das kann man nachlesen, das Kaliphat mit Jerusalem als Hauptstadt.Hätte an ihn auch nir noch ein paar Monate an der Macht gelassen, hätte es hier genausowenig je wieder freie Wahlen gegeben wie z.B. im Iran nach dem Sturz des Schah und der Machtübernahme der Mullahs. Mursi hatte bereits begonnen, fast alle Schlüsselstellen mit Moslembrüdern zu besetzen - ungeachtet einer Qualifikation (deshalb auch der desaströse Absturz der Wirtschaft unter seiner Herrschaft). Es gab tagelang kein Benzin mehr, keinen Strom und es war kein Geld mehr vorhanden, Weizen zu importieren für das subventionierte Brot, von welchem Millionen abhängen. Die Ägypter hattenfür all das ein sehr feines Gespür und waren nicht bereit, sich die Freiheiten Stück für Stück nehmen zu lassen, bis nichts mehr übrig blieb. Mursi wurde zu Recht entmachtet! Die Armee hat hier nur den Volkswillen erfüllt. Das sie hierbei auch eigene Interessen hatte, ist nicht abzustreiten, aber im Moment ist Sisi vor allem deshalb so beliebt, weil er einen undemokratischen Despoten zu stürzen half. Demokratisch gewählt zu werden berechtigt nicht dazu, dann die Demokratie abzuschaffen! Diese Lektion mussten Mursi und Konsorten lernen - und das ist auch gut so!
Als das Militär Mursi absetzte, tat sich selbst der Westen schwer, von einem Putsch zu sprechen. Maximal sprach man von "demokratischen Mitteln", die genutzt hätten werden sollen. Meiner Meinung bestand zu diesem Zeitpunkt allerdings schon Gefahr im Verzug, als dass man sich hätte lange auf eine Abwahl einlassen können. Das Land befand sich im freien Fall in Richtung Abgrund, sodass nur die Notbremse noch helfen konnte.

Sisis Wirtschaftsplan ist für die Dauer von 25 Jahren ausgelegt, was mir realistisch erscheint, auch wenn einige Punkte utopisch klingen. 20000 neue Schulen und der Bau on 22 neuen Industriestädten, 25 Städte und Resorts einschließlich acht Flughäfen sind jede Menge Holz und noch mehr Geld. Innerhalb der 25 Jahren wäre das erreichbar. Ich hoffe, dass sie ein besserers Mangement haben als die Berliner mit ihrem Pleiteairport.

Es stellt sich jetzt die Frage, was sind Sisis tatsächlichen Intentionen und aus dieser Antwort könnte sich noch die Frage stellen: wer ist der "bessere" Despot. Demokratie, wie es sich der Westen vorstellt, wird es in Ägypten noch lange nicht geben. Zumindest keine Demokratie, wie wir sie kennen, was vermutlich auch nicht realistisch ist und es auch nicht das ist, was die Ägypter wollen. Was die Menschen vor allem wollen ist Meinungsfreiheit. Das auszudrücken, was man denkt, ohne gleich in den dunklen Verliesen der Geheimpolizei zu verschwinden.

Grüsse
Alexander
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Stefanie
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Re: Aegypten nach der Wahl

Beitrag von Stefanie »

... stellt euch vor es ist Wahl... und keiner geht hin...

Eigentlich bin ich ja der festen Ueberzeugung, dass jeder sein Wahlrecht nutzen sollte. Doch hier und jetzt in Aegypten unterstütze ich aus voller Ueberzeugung alle Nichtwaehler. Da die ganze Aktion eh eine Farce ist, kann Hisi nur ein Zeichen durch niedrige Wahlbeteiligung gegeben werden - und das scheint aufzugehen. Die Wahl wurde aufgrund niedriger Wahlbeteiligung um einen Tag verlaengert. Beide Kandidaten haben dagegen eingesprochen, doch das Gesetz laesst keine Einsprueche mehr zu. Die Wahlkommission hat die Macht...
Es wurde gester in den Medien verbreitet, dass jeder Nichtwaehler 500 le Strafe zahlen muesse. Abends wurden die Moscheen genutzt um zum Wahlgang aufzurufen (wie war das mit der Trennung von Politik und Religion?).
Ein Schauspiel, bei dem ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll...
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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