... erster Teil: deutsche Geschichte, der zweite aegyptische Gegenwart
Wird ausserdem noch nicht als Suchbegriff bei zu beobachten Personen genutzt - gehe ich mal davon aus
Moderator: Moderatoren
Ach shit, da hätte ich auch selber draufkommen können.Stefanie hat geschrieben:Alexander,
... erster Teil: deutsche Geschichte, der zweite aegyptische Gegenwart
JA!Hazi hat geschrieben:Bitte bitte sag ja
Liegt es nicht irgendwie an einem natuerlichen Beduerfnis in ET, dass die Herrscher ueberall und zu jeder Gelegenheit dargestellt werden? Wer sich je im ET Museum nach etwas anderem umschauen moechte als die ewiggleichen Darstellungen der jeweils herrschenden Pharaonen... er wird nicht fuendig werden.Stefanie hat geschrieben:Uebrigens ist es momentan fast unertraeglich in Aegypten. Wo man geht und steht Bilder des Allmaechtigen Herrschers.
Als das Militär Mursi absetzte, tat sich selbst der Westen schwer, von einem Putsch zu sprechen. Maximal sprach man von "demokratischen Mitteln", die genutzt hätten werden sollen. Meiner Meinung bestand zu diesem Zeitpunkt allerdings schon Gefahr im Verzug, als dass man sich hätte lange auf eine Abwahl einlassen können. Das Land befand sich im freien Fall in Richtung Abgrund, sodass nur die Notbremse noch helfen konnte.blaupunktrochen hat geschrieben:...war ein islamistischer Wolf im zivilen Schafspelz. Zunächst hielt er nicht ein einziges (!) Wahlversprechen gegenüber den gruppen, die ihn gegen Shafiq in der Stichwahl unterstützten. Ohne diese gruppen (z.B. die Revolutionsjugend) hätte er niemals gewinnen können Sein Wählerstamm lag bei ca. 24% wie die erste Wahlrunde gezeigt hat. Die Moslembrüder hatten schon damals alleine keine Mehrheit im Volk. Es gab dann unter Mursi mehr Anklagen wegen Beleidigung des Präsidenten als in den gesamten 100 Jahren vorher, es gab eine Blockade des Medienzentrums (wo viele TV-Stationen ansässig sind) von seine Getreuen, es gab ein präsidiales Dekret mit welchem er sich selber über und ausserhalb der Justiz stellte, es gab sehr wohl tote Journalisten, nämlich bei Protesten gegen ihn im Dez. 2012 vor dem präsdentenpalast, wo Moslembrüder Demonstranten gefangen, gefolter und teileweise bestialisch abgeschlachtet haben, es gab Verbote von TV-Sendungen und Einschüchterungen, christliche Kirchen wurden abgefackelt, Shiiten ermordet und Islamistische Terroristen (u.a. Attentäter auf Saddat) freigelassen. Der Mitgründer der Terrororganisation, die 1997 in Luxor 57 Touristen abschlachtete wurde genau dort als neuer Gouverneur eingesetzt. Hassprediger wurden auf offener Bühne umarmt und Freiwillige für den bewaffneten Kampf an der Seite von Al Qaeda in Syrien angeworden. usw. usw. Mursi war ein Despot und wollte Stück für Stück einen islamischen Gottesstaat in Ägypten etablieren. Sein Ziel war, und das kann man nachlesen, das Kaliphat mit Jerusalem als Hauptstadt.Hätte an ihn auch nir noch ein paar Monate an der Macht gelassen, hätte es hier genausowenig je wieder freie Wahlen gegeben wie z.B. im Iran nach dem Sturz des Schah und der Machtübernahme der Mullahs. Mursi hatte bereits begonnen, fast alle Schlüsselstellen mit Moslembrüdern zu besetzen - ungeachtet einer Qualifikation (deshalb auch der desaströse Absturz der Wirtschaft unter seiner Herrschaft). Es gab tagelang kein Benzin mehr, keinen Strom und es war kein Geld mehr vorhanden, Weizen zu importieren für das subventionierte Brot, von welchem Millionen abhängen. Die Ägypter hattenfür all das ein sehr feines Gespür und waren nicht bereit, sich die Freiheiten Stück für Stück nehmen zu lassen, bis nichts mehr übrig blieb. Mursi wurde zu Recht entmachtet! Die Armee hat hier nur den Volkswillen erfüllt. Das sie hierbei auch eigene Interessen hatte, ist nicht abzustreiten, aber im Moment ist Sisi vor allem deshalb so beliebt, weil er einen undemokratischen Despoten zu stürzen half. Demokratisch gewählt zu werden berechtigt nicht dazu, dann die Demokratie abzuschaffen! Diese Lektion mussten Mursi und Konsorten lernen - und das ist auch gut so!