São Tomé und Príncipe wird von kleinen Reiseagenturen als Komplettpaket angeboten. Flug, Hotel, Touren - alles durchgeplant und inklusive. Für Individualtraveller scheinen die kleinen Inselchen aus der Ferne betrachtet eine Herausforderung. Man findet kaum Infos dazu im Netz, und wenn, dann landet man immer irgendwann wieder bei den Reiseagenturen. Und alles erscheint vom heimischen Rechner aus extrem teuer.
Das muss doch auch anders gehen!
Wir checken die Flugpläne. Alle Flüge nach Sao Tome gehen ab Lissabon - wahlweise mit STP oder TAP. Viel Auswahl ist das nicht, das Preisniveau dadurch entsprechend hoch. Die portugiesische TAP fliegt zweimal die Woche, Samstags und Dienstags. Der Samstagsflug ist finanziell jenseits von gut und böse. Kein Problem! Wir basteln uns eine schöne Reise

wir buchen mit der TAP den Dienstagsflug ab Lissabon, reisen aber bereits Freitags von Köln aus an. Die Stopover-Option der TAP macht es möglich! Früh morgens gehts los
Vom Airport Lissabon erreichen wir mit der Metro in rd. 30 Minuten den Stadtteil Rato, wo wir uns nur wenige Meter von der Metro-Station entfernt in
Dom Dinis Studios ein wunderschönes Appartment für die nächsten 4 Nächte gebucht haben. Rato ist die perfekte Basis für uns. Etwas abseits der Touristen-Hotspots und mitten im Leben Lissabons!
Ab hier können wir so ziemlich alles zu Fuß erreichen, und wenn wir abends fußlahm sind, geht es mit der Metro, der Straßenbahn oder dem Bus zurück. Fußlahm ist man am Ende des Tages unweigerlich, denn die Stadt besteht gefühlt nur aus Hügeln, Treppen und Stufen
und natürlich den vielen Aufzügen, die einen auch wieder in die höher gelegenen Stadtteile bringen, wie beispielsweise der markante Elevador de Santa Justa aus dem Jahre 1902
Wer Lissabon hört, denkt als erstes an Fado, die schwermütige Musik, die ganze Stadtviertel prägt
Wir genießen unsere Spaziergänge durch die Stadt ohne schwermütig zu werden

mit leckerem Wein in den Kneipen, Sardinen in den traditionellen Restaurants, Streetfood in den Märkten wie dem am Tejo gelegenen bekannten "Time out Mercado da Ribeira" oder dem hübschen etwas weniger bekannten Markt an der Rua Padre Francisco gegenüber der Igreja do Santo Condestável im Stadtteil Rato. Und natürlich den Pastel de Nata, den verführerischen Blätterteigtörtchen mit Vanillepudding, die es in jeder Bäckerei Lissabons zu kaufen gibt.
Das Wetter Ende Januar ist ein wolkenloser Traum!
Wir nutzen dieses Traumwetter für einen Tagesausflug ins Sintra-Gebirge. Vom Hauptbahnhof Rossio in Lissabon erreichen wir die gleichnamige Kleinstadt mit der Bahn in einer knappen Stunde. Sintra war viele Jahre die Sommerresidenz der Könige. In den bewaldeten Hügeln reihen sich hoch oben Herrenhäuser und Paläste aneinander, eines schöner und/oder kitschiger als das andere

Das Highlight ist dann der Palácio Nacional da Pena
Der Ausblick von hier oben ist umwerfend
Zurück in Lissabon. Sehr empfehlenswert ist ein Spaziergang von Rato zum Cemitério dos Prazeres. Der "Friedhof der Freude" hat etwas märchenhaftes mit seinen vielen Steinfiguren und den schön verzierten Särgen, die meist in kleinen überirdischen Häusern mit schönem Blick auf den Tejo liegen
Von hier kann man bequem weiter spazieren nach Belém und die Moinhos de Santana, die Windmühlen oberhalb Belém, besuchen
Oder das Hieronymitenkloster in Belém besichtigen. Hierhin pilgert so ziemlich jeder und die Warteschlange vor dem UNESCO-Weltkulturerbe ist lang so weit der Blick reicht. Dabei gibt es ganz in der Nähe eine viel bessere - bzw. leckerere Attraktion! Die Confeitaria Pastéis de Belém! Hier werden Vanilletörtchen angeboten, die jedes Pastel de Nata erblassen lassen!!! Die Konditorei findet man sofort, denn auch hier steht immer eine mindestens zweispurige Schlange vor der Theke den Bürgersteig entlang. Wir sitzen gemütlich drinnen in dem großen, verwinkelten schlichten Kaffeehaus mit seinen hübschen Azulejos an den Wänden, dem hier so typischen blauen Fliesenschmuck.
Der Torre de Belém am Ufer des Tejo
und das Denkmal der Entdeckungen
mit der beeindruckenden Landkarte, in der jede portugiesische Eroberung vermerkt ist. Auch São Tomé und Príncipe! Und genau dorthin gehts jetzt