Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

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MichaF Wüstenfreund
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Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von MichaF Wüstenfreund »

Am letzten Wochenende war das Buschtaxitreffen in Ohrdruf.
Tolles Treffen nette Leute, viel Interesse für die Wüstenländer.

Eine Sache muß ich berichten die mich massiv geärgert hat.

Den Vortrag von Melanie Görz fand ich einfach unterirdisch!
Bilder und Filme wirklich schlecht und für mich das Schlimmste keinerlei Respekt und Empathie für die Menschen in den Ländern die "Frau" besucht.
Keinerlei Vorbereitung, sich null mit den Ländern befasst. Heute kann man anscheinend aus dem Auto mit Starlink alles im Netz arrangieren und auch andere an seinen Heldentaten teilhaben lassen.
Der Mitreisende hat sich von Ihr am Ben Amira getrennt. Alpin Devorce kannte ich, Desert Devorce war mir neu.
Ich hätte gerne die Seite des Hiluxfahrers gehört.
Das Frau heute aus dem "Nirvana" einen Guide bestellen kann der dann auch 12 Stunden vor ihr steht ist eigentlich ein kleines Wunder.
Darüber das dem armen Kerl das Auto verreckt, macht Frau sich auch noch Lustig.
Den Guide den sie als alten Mann mit noch älterem Auto bezeichnet hat ist Hemeiyada der ehemalige Mitarbeiter von Jost/ Bab Sahara.
Ich hatte dann genug und bin aufgestanden und gegangen.
Wer mit seinem Auto nicht an den Bahnschienen entlang von Nouadibou nach Atar fahren kann, sollte das einfach sein lassen!
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Libyen82
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Libyen82 »

Ich kann dir nur beipflichten.
Jeder kann ja mit oder ohne Vorbereitung auf Reisen gehen. Jeder kann machen was er will. Aber der Welt zu suggerieren man ist alleine durch Nordafrika gereist und wurde / hat sich in weiten Teilen begleiten lassen ist schon verwunderlich.
Und dann auch noch bei jedem Treffen 1m über dem Boden zu schweben weil man ja was soooo Tolles gemacht hat (Algerien ohne Wüstenerfahrung alleine bereist) und jetzt die Nordafrikaspezialistin ist, sorgt für Kopfschütteln.
Die alten Hasen, welche über Jahre ihre Reiseerfahrungen gesammelt haben und sich immer weiter vorgewagt haben, treten so nicht auf.
Da kann die Frau noch viel lernen.
Wer ihren Bericht im Landyjournal gelesen hat, sieht das sie von Marokko, Mauretanien und Tunesien wenig gesehen hat.
Sie hat die Länder förmlich abgespult nur um den "Triumpf" Algerien zu bekommen.
Und jetzt holt man sich Libyen mit Grenzübergang nach Ägypten um dann zukünftig 2m zu schweben?
Ich gönn jedem eine tolle Reise und auch einen besonderen Ersterfolg, aber bitte mit Demut, Bescheidenheit und vor allem Respekt ggü den Einheimischen.

Gruß Franz
MichaF Wüstenfreund
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von MichaF Wüstenfreund »

Hallo Franz,

Danke für dein Feedback!
Bei mir ist das Fass übergelaufen, als es um den Führer in Mauretanien ging.
Ich dachte erst, aufgrund der Beschreibung, es ginge um meinen Freund Ahmed.
Ahmed war auch der Guide der Noraly Schoenmaker/ Itchy Boots geführt hat.
Mit Ihm hat ich in der gleichen Nacht noch Kontakt und er wusste auch wer der "Glückspilz" war.

Ich freue mich wenn Jemand wie Noraly ein breites Publikum für die Länder begeistert, auch Immo Mäueler fand ich sehr sehenswert und lustig.
Beiden gemein ist, das sie eine sehr zugewandte Art mit den Einheimischen pflegen.

Bei mir hatten sich auf Grund meines Posts einige erfahrene Saharareisende gemeldet und meine Eindrücke bestätigt.
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Bernhard_K
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Bernhard_K »

Hallo Micha und Franz,

Ich habe Sie dieses Jahr auf dem Sahara Club Treffen in Westhofen kennen gelernt. Dort hat Sie denselben Vortrag gehalten. Zu dem kann ich Nichts sagen weil ich ihn mir nicht angesehen habe.
Sie hat mich dort gefragt, ob sie bei unserer geplanten Libyenreise dieses Jahr mitfahren könnte. Übrigens ohne zu wissen, was wir überhaupt für eine Tour geplant hatten. Ich habe dann nach Ihrem fahrerischen Background gefragt. Daraufhin habe ich ihr klar gesagt, dass ich Sie nicht mit nehmen würde weil Sie keinerlei Dünenerfahrung hat und wir aber genau da den Schwerpunkt der Reise gesetzt hatten. Das wollte Sie partout nicht akzeptieren und reagierte ziemlich aggressiv. Am Tag danach hat Sie wieder gefragt. Meine Antwort war dieselbe.

Welche Selbstüberschätzung muss man haben, um zu glauben die gleichen Fähigkeiten haben zu können welche sich andere in vielen Jahren Wüstenfahrt angeeignet haben nur weil man einmal teerlastig durch Nordafrika gefahren ist? Auch hat Sie keinen Gedanken daran verschwendet den anderen vielleicht den geplanten Urlaub zu versauen wenn es mit dem Fahren dann doch nicht so klappt. Hybris pur .....

Wenn ich jetzt lese, dass es schon entlang der Bahnlinie in Mauretanien Probleme gab wo das Gelände ja flach und dünenlos ist, weiß ich richtig entschieden zu haben.

Diese Erfahrung wollte ich nur noch beisteuern.

Viele Grüße, Bernhard
Sahara-Club e. V.
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Sahara-Club e. V. »

Hallo Bernhard_K,

als Veranstalter des Westhofen-Treffens ist uns natürlich diese Diskussion nicht entgangen und auch nicht, dass die Melanie sehr empört war über deine Antwort auf ihr Ansinnen.
Zugegebener Maßen fand ich nach dem Vortrag auch, dass sie ob der Blauäugigkeit ihrer Reiseplanung ein recht forsches Selbstbewustsein an den Tag gelegt hat. Andererseits habe ich aber ihren Mut bewundert diese Tour, trotz mangelnder Erfahrung, in Angriff zu nehmen!
Und mit der vielen externen Hilfe hat sie auch viel Glück gehabt.

Jetzt kann natürlich jede/r seine Reisen planen wie und mit wem er/sie will. Und als "Expeditionsleiter" hat man ja auch eine gewisse Verantwortung für die Teilnehmer und das Gelingen seiner Tour. Aber die Gründerväter des Sahara-Club haben sich auch in die Satzung geschrieben, ein gewisses Verständnis der Wüste zu vermitteln und Menschen die Sahara "näher zu bringen". Aber von wem soll ein interessierter Neuling das Dünenfahren lernen, wenn nicht von den "alten Hasen" (und damit meine ich nicht, dass ein Alpha-Männchen dem "jungen Mädle" mal zeigt, wie es zu gehen hat. Oder für sie entscheidet, dass sie das nicht kann...).
Insofern fand ich es als 1.Vorsitzender des Clubs schon sehr schade, dass eine Gästin unseres Treffens, die Anschluss an eine Wüsten- Reisegruppe und Reisepartner gesucht hat (und wo sonst sollte sie das finden, wenn nicht bei uns) so derartig enttäuscht wurde. :shake:

...findet Rudi Hettinger (der übrigens auch keine richtige Dünenerfahrung hat).
Anders Denken, Anders Reisen...
www.sahara-club.de
mail: info(ät)sahara-club.de
Klaus_H_58
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Klaus_H_58 »

Hallo Bernhard_K, deine Entscheidung war meines Erachtens grundsätzlich richtig, auch wenn sie in der Situation sicher unbequem war. Ich habe im Schwarzwald mal erlebt (bei einer MTB-Tour mit Wurzelpassagen und einem steilen Schlussstück), das ein Mitfahrer ohne Trailerfahrung unbedingt dabei sein wollte, und am Ende hat die halbe Gruppe fast zwei Stunden gewartet bzw. die Runde ggf. abgekürzt. Ein klares Nein vorab ist in der Regel fairer als Probleme mitten im Gelände, dann dort kann man sich den Untergrund nicht mehr aussuchen.

VG
Klaus
MichaF Wüstenfreund
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von MichaF Wüstenfreund »

Sahara-Club e. V. hat geschrieben: ↑
Mo 19. Okt 2026, 18:51
... Aber die Gründerväter des Sahara-Club haben sich auch in die Satzung geschrieben, ein gewisses Verständnis der Wüste zu vermitteln und Menschen die Sahara "näher zu bringen". Aber von wem soll ein interessierter Neuling das Dünenfahren lernen, wenn nicht von den "alten Hasen" (und damit meine ich nicht, dass ein Alpha-Männchen dem "jungen Mädle" mal zeigt, wie es zu gehen hat. Oder für sie entscheidet, dass sie das nicht kann...).
Insofern fand ich es als 1.Vorsitzender des Clubs schon sehr schade, dass eine Gästin unseres Treffens, die Anschluss an eine Wüsten- Reisegruppe und Reisepartner gesucht hat (und wo sonst sollte sie das finden, wenn nicht bei uns) so derartig enttäuscht wurde. :shake: ...
Sorry hier bin ich total auf Bernhards Seite.
Stell dir mal den Aufschrei vor wenn ein Holländer sich über einen Bergführer lustig macht, der Ihn nicht auf Sandalen an einer Mehrseillängen Bergtour mitnehmen wollte.
Ich bin seit den 90ern in Afrika unterwegs und wurde immer von den alten Hasen z.B. Bernd Woick, Klaus Därr supportet.
In den letzten Jahren bin ich auch mit Leuten unterwegs gewesen, die das erste Mal im Sand waren. Überhaupt kein Thema hat super geklappt, die haben aber auch zugehört und hatten nicht diese Hochnäsige Art gegenüber den Einheimischen.

Nichts für ungut Michael
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°Daniel
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von °Daniel »

Hallo Zusammen,

ich habe den Vortrag auf dem Sahara Club Treffen in Westhofen gesehen.

Sie nun als „hochnäsig“ zu bezeichnen? — Ich weiß es nicht. Jedenfalls empfand ich das von ihr dargestellte Verhalten während der Reise ausnehmend egozentrisch, ebenso wie die Art der präsentierten Bilder:
Eindrücke von Land und Leuten hat man recht wenig bekommen, vom Flair und der Atmosphäre des Landes kaum was zu spüren. Es ging letztlich um sie und ihr „I did it!“-Erlebnis. Sie fand es anscheinend cool, jegliche örtlichen Gepflogenheiten zu missachten, so dass ich mir sicher bin, sie hat damit den Ruf der Individualreisenden und die Hoffnung auf bessere Reisefreiheiten vor Ort geschädigt.

Ihr dargestelltes Verhalten empfand ich extrem naiv. Viele Umstände, wie sie was organisiert hat, blieben ungenannt, aber ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die übliche große Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft vor Ort, ihren Scharm und persönliche Bindungen schamlos und über die Maße zu ihrem Vorteil ausgenutzt hat. — Offen dargestellte Naivität weckt offensichtlich Beschützer-Instinkte und lässt einen nett wirken. — Da passt es aus meiner Sicht sehr gut ins Bild, dass das verantwortungsvolle „Nein“ von Bernhard auf taube bis ignorante Ohren stieß.

Wie man den Vortrag findet ist eine andere Sache. Erwartet man eine informative Dokumentation über Wüste, Land und Leute, dann war das ein Reinfall.

Mein Eindruck beim Vortrag war aber eher der einer Komödie aus den 80-er Jahren:
Ein unbedarftes „Blondchen“ stolpert als Hauptdarsteller durch die Handlung, getriggert durch die Ereignisse. Aber es findet sich immer eine hilfsbereite Seele, die sie, trotz ihrem Talent zur Selbstsabotage, letztlich zum Erfolg bringt. — Die eigentlichen Helden der Geschichte sind die Nebendarsteller. — Aus dieser Sichtweise war das mal eine interessante, thematisch passende Abwechslung zur Masse der tollen Eindrücke der anderen Vorträge. :wink:

Damit stellt der Vortrag (sicherlich unbeabsichtigt) ein indirektes, aber großes Lob für die Menschen des Maghreb und ihre Hilfsbereitschaft dar:
Sie wurde nicht hängen gelassen. Viele Einheimische haben einiges auf sich genommen, ihr zu helfen. Selbst das Militär hat sich über weite Strecken um sie gekümmert, dass ihr nichts passiert. — Mein Respekt also an die Helden dieser Geschichte; den Leuten, die Melanie Görz die Reise durch Marokko, Mauretanien und Algerien mit ihrer spontane Unterstützung zum gelingen gebracht haben.

Gruß,
°Daniel
Andree
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Andree »

Ich möchte noch einen anderen Punkt ansprechen.

Warum sollte man bei einer Reise jemanden von der "schreibenden Zunft" mitnehmen? Da bin ich vorsichtig!

Man kann nicht steuern wie über die Reise berichtet wird.

Gruß Andree
Sahara-Club e. V.
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Sahara-Club e. V. »

MichaF Wüstenfreund hat geschrieben: ↑
Di 20. Okt 2026, 22:13
Sorry hier bin ich total auf Bernhards Seite.
Stell dir mal den Aufschrei vor wenn ein Holländer sich über einen Bergführer lustig macht, der Ihn nicht auf Sandalen an einer Mehrseillängen Bergtour mitnehmen wollte ...
Ok, ich geb´s zu: der Vergleich mit dem Holländer war gut! :lol:
LG
Rudi
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Barbara4x4
Beiträge: 467
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Barbara4x4 »

Daniel hat es sehr schön auf den Punkt gebracht. Durch den Thread hier habe ich mir auch mal die Internetauftritte der Dame angesehen..... Okay, nicht mein Ding, geht nicht um Land und Leute sondern die Dame :roll:

@Rudi:

Für mich ist seit Jahrzehnten eine Regel, nur Leute in die Wüste mitzunehmen, die mir sympathisch sind. Gesund und fit müssen sie auch sein, alles andere gibt nur Trouble. Und wer auf eine Ablehnung seines Angebotes zur "Reisebegleitung" empört reagiert hat sich bei mir damit erfolgreich disqualifiziert.

Greenhorns bei der Sand- bzw. Dünentaufe zu assistieren ist big fun wenn die Chemie stimmt. Nur halte ich eine Tour wie von Bernhard geplant nicht für geeignet zum Einstieg. Erst mal in Marokko o.ä. die Dünenbasics lernen bevor man eine Ergtour fährt.

Nachwuchsförderung in Ehren und immer gern. Bei einer Reisegruppe ist ja die Chemie wichtig. Wenn das Greenhorn chemisch nicht passt dann lieber keine Nachwuchsförderung. Dafür ist die Zeit im Sand zu wertvoll und sollte in bester Stimmung absolviert werden. Ist auch besser für die Sicherheit.

Viele Grüße
Barbara
Bernhard_K
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Registriert: Di 25. Jul 2006, 20:24

Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Bernhard_K »

Sahara-Club e. V. hat geschrieben: ↑
Mo 19. Okt 2026, 18:51
Hallo Bernhard_K,

als Veranstalter des Westhofen-Treffens ist uns natürlich diese Diskussion nicht entgangen und auch nicht, dass die Melanie sehr empört war über deine Antwort auf ihr Ansinnen.
Zugegebener Maßen fand ich nach dem Vortrag auch, dass sie ob der Blauäugigkeit ihrer Reiseplanung ein recht forsches Selbstbewustsein an den Tag gelegt hat. Andererseits habe ich aber ihren Mut bewundert diese Tour, trotz mangelnder Erfahrung, in Angriff zu nehmen!
Und mit der vielen externen Hilfe hat sie auch viel Glück gehabt.

Jetzt kann natürlich jede/r seine Reisen planen wie und mit wem er/sie will. Und als "Expeditionsleiter" hat man ja auch eine gewisse Verantwortung für die Teilnehmer und das Gelingen seiner Tour. Aber die Gründerväter des Sahara-Club haben sich auch in die Satzung geschrieben, ein gewisses Verständnis der Wüste zu vermitteln und Menschen die Sahara "näher zu bringen". Aber von wem soll ein interessierter Neuling das Dünenfahren lernen, wenn nicht von den "alten Hasen" (und damit meine ich nicht, dass ein Alpha-Männchen dem "jungen Mädle" mal zeigt, wie es zu gehen hat. Oder für sie entscheidet, dass sie das nicht kann...).
Insofern fand ich es als 1.Vorsitzender des Clubs schon sehr schade, dass eine Gästin unseres Treffens, die Anschluss an eine Wüsten- Reisegruppe und Reisepartner gesucht hat (und wo sonst sollte sie das finden, wenn nicht bei uns) so derartig enttäuscht wurde. :shake:

...findet Rudi Hettinger (der übrigens auch keine richtige Dünenerfahrung hat).
Hallo Rudi,

ich würde gerne ein Paar Punkte klarstellen:

- Wir haben für unsere Reise keine weiteren Reisepartner gesucht. Mit vier Autos hatten wir die gewünschte Gruppenstärke. Da in Libyen z.Z. Spritmangel herrscht aber auch aus anderen Gründen macht diese Limitierung Sinn.

- In Ländern mit Führerpflicht (Libyen, Algerien) besteht eine besondere Situation: eine Gruppe kann sich nicht einfach aufspalten wenn es z. B. mit dem Fahren nicht harmoniert oder gruppendynamische Konflikte ausbrechen. Dass heißt, man ist gezwungen die Reise in der ursprünglichen Konstellation zu Ende zu bringen. Ich hatte das in meinem ursprünglichem Posting schon erwähnt, dass einem dies den schwer verdienten Jahresurlaub versauen kann. Man hat dann viel Geld bezahlt, um am Ende Pisten oder Teer zu fahren.

- Der Tourplan umfasste die Durchquerung mehrerer Ergs (Ubari, Murzuk, Uan Kasa) ohne Standardrouten zu nutzen in spurenloser Querfeldeinfahrt nach vorheriger Planung anhand von Satellitenbildern. Also technisch anspruchsvolles Dünenfahren mit der Fahrtrichtung z.T. schräg zu den vorherrschenden Dünenzügen entgegen der Hauptwindrichtung. Da gilt es dann zwischen aufwendigen Umwegen zu geeigneten Übergängen und schrägen Hangpassagen abzuwägen und nicht bereits vorgelegten "Spurenautobahnen" zu folgen.

- Für solche Fahrten sollten Fahrtechniken sitzen die nicht dem Lehrbuch (Falllinie hoch, Falllinie runter) entsprechen. Wenn man sich beispielsweise auf einem verschachtelten Übergang langsam hocharbeitet und die schmalen Kanten langfahren muss weil sie die einzige Möglichkeit darstellen freuen sich die hinteren Fahrer wenn die Vordermänner die Passage nicht völlig durchgenuddelt haben. Dazu braucht es Disziplin und Können. Die hinteren Fahrer müssen eh die Besten sein und es gehört auch eine Portion Mut dazu gegebenenfalls auf dem Gas stehen zu bleiben, also eine entschlossene Fahrweise.

- Wenn man dann doch beginnt seitlich abzurutschen muss klar sein welche Fahrmanöver man blitzschnell einzuleiten hat. Anfänger würden in einer solchen Situation eher dazu tendieren zu bremsen.

- Wir haben technisch anspruchsvolles Fahren auf den letzten Algerienreisen bewusst praktiziert zuletzt im Grand Erg Occidental auf der Fahrt von Taghit west/südwestlich Richtung Oued Namous.

- Zu den Risiken: Als Anfänger in technisch schwierigen Gelände unterwegs zu sein birgt per se ein hohes Risiko nicht nur für sich selbst sondern auch für den Rest der Gruppe, ob man das wahr haben will, oder nicht. Weiterhin kann man in Libyen z.Z. nicht erwarten im Falle einer Notsituation schnell Hilfe von Außen zu bekommen. Daran ändern auch vorhandene Kommunikationsmittel wie Satphones oder Starlink überhaupt nichts. Niemand von uns kennt sich mit Ihrem Auto aus, sie selber übrigens auch nicht. Also ist das Gesamtrisiko von vorne herein erhöht und ich halte Libyen daher für völlig ungeeignet um Dünenerfahrung zu sammeln. Viel geeigneter wäre z.B. Marokko wie das bereits Barbara erwähnt hat. Da sind die Sandgebiete überschaubar groß und Hilfe wäre im Falle eines Falles schnell vor Ort.

- Über eine Absage empört zu sein ist absurd. Sie hat gefragt und ich habe "nein" gesagt was völlig legitim ist.

Was Du Rudi von uns forderst wäre das Gleiche wie von einer Gruppe passionierter Tiefschneefahrer zu verlangen auf Ihre Leidenschaft zu verzichten, um mit einem Anfänger auf blauen Pisten das Fahren zu üben. Das ist wohl doch etwas viel verlangt.

Ich bin ein Freund klarer Worte: Danke an die Vorredner. Ihre Beiträge lassen auf Charaktereigenschaften schließen, auf die ich in meiner Reisegruppe gut verzichten kann – ganz unabhängig von den fahrerischen Leistungen.

Viele Grüße,
Bernhard
Sahara-Club e. V.
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Registriert: So 22. Mär 2009, 17:16
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Sahara-Club e. V. »

Hallo Bernhard und Barbara,
danke für Eure klaren und ausführlichen Erklärungen, die ich beide sehr gut nachvolziehen kann. Ich denke, denen ist nichts hinzu zu fügen (außer, dass es mir hier natürlich nicht zusteht, von irgend jemandem etwas zu "fordern"... :wink: ).
Liebe Grüße und viel Spaß und Erfolg auf Euren sandigen Reisen!
Rudi
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Mädchen
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Re: Vortrag Marokko-Mauretanien-Algerien BTT

Beitrag von Mädchen »

Hallo

Ich muss Bernhard zustimmen.

Es ist eigendlich nicht mehr zu ertragen, das "angezecke" von Personen.

Damit meine ich Personen, die meinen weil sie sich was "angeschaut" haben, noch nicht mal sich was abgeschaut haben, weil sie die Zusammenhänge gar nicht begreifen, meinen die "Sie können etwas".
Dem ist leider nicht so.
Zudem sind solche Personen dann noch beleidigt, eingeschnappt wenn man höflich NEIN sagt.

Ich bin da auch inzwischen bei den "Neinsagern", bzw sage, sei dann und dann an dem Ort / Grenze / dann kannst du ja einfach mitfahren.
Keiner der Leute schaffte es bis jetzt, sein Fahrzeug herzurichten, ne Fähre zu, usw usw.

Mir ist da meine Zeit auch zu wertvoll.

ein Mädchen.
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