Fahrbericht marokko mauretanien mali
Vorweg: mauretanien ist absolut sicher, kann ich nur jedem empfehlen, der ein bisschen nachdenkt und in der lage ist, sich auf fremde länder und fremde sitten einzustellen.
Durch ganz marokko hindurch habe ich mir natürlich viele gedanken gemacht, und bin auch voll in die hysterie mit eingestiegen. Aber ich musste definitiv nach mali wegen zahlreicher ladung, die es auszuliefern galt. Ich musste mich also mit der materie auseinandersetzen.
Und in marokko wird richtig viel erzählt, dass die grenze geschlossen ist und noch alles mögliche andere. Und das kommt alles (wie ich meine) aus der ecke von fahrern mit best ausgerüstetsten geländewagen oder lkws, die eine ausrede brauchen, dass sie da nicht hinfahren müssen. Und damit sie nicht als angsthasen darstehen, werden komische gerüchte verbreitet., damit sie mit sich im reinen sind. Nach dem motto ich würde ja gerne fahren aber es geht nicht.
Vor zwei jahren, als die franzosen erschossen wurden, war es ganz genauso. Und als ich danach da durchgefahren bin, kann ich nur sagen, die waren alle ganz besonders nett, um zu zeigen, das waren nicht wir, wir solidarisieren uns nicht damit. Was hysterie angeht habe ich also ganz guten vergleich.
Visum mauretanien: in rabat, am besten abends ankommen und direkt vor der botschaft in der straße parken und auch dort übernachten. Machen viele, etwa 20 autos standen da. Antragsformular morgens ab 9.00 uhr abholen oder wie ich schon vorher aus dem internet runtergeladen. Es spielt keine rolle, welches modell formular es ist. Dann anstellen und etwas geduld. Ca. 10 leute dürfen rein, dann ist die tür zu, bis die abgefertigt sind, dann die nächsten 10 leute. Bezahlt wird in dirham. Man ist schließlich in marokko. Und wenn ich dann da leute sehe mit dicken euroscheinen ohne kleingeld, dann denke ich mir „merken die noch was…“
350 dh für einen monat und eine einreise, ich habe 510 dh für zwei monate und zwei einreisen gemacht, es wurde dick und fett auf dem formular vermerkt und so habe ich es auch bekommen.
Abholen ab 16.00 uhr. Bei zu viel andrang wird gesplittet, stundenweise, es kann also auch spätere abholzeiten geben. Mit der in afrika üblichen verzögerung gibt es die pässe gegen zuvor erhaltene quittung.
Grenze marokko mauretanien: ich habe 7 km vor der grenze übernachtet, an der ehemaligen grenzstation (kackplatz), man sollte sich kurz vor der grenze nicht mehr frei hinstellen, das macht die marokkaner nervös. Viele haben auch an der grenze direkt übernachtet. Morgens war dann große schlange, etwa 20 fahrzeuge. Abwicklung sehr langsam, obwohl niemand vorsätzlich gepennt hat. Gesamtdauer des grenzübertrittes von 9.00 uhr grenze marokko bis 16.30 uhr mauretanien kreuzung bahnlinie.
In marokko gibt es jetzt auch direkt an der grenze eine tankstelle. Da in der westsahara der preis mehrfach angehoben wurde, ist der diesel in mauretanien nur noch 15 cent teurer. Marokko 50 cent, mauretanien 65 cent. Wechselkurs mauretanien zur zeit 1 euro sind 365 ouguiya (um).
Abfertigung in mauretanien sehr schleppend, und die einheimischen dauergrenzgänger dürfen natürlich vor. Normale mauren müssen auch hinten anstehen. Gendarmerie mit relativ genauer sichtkontrolle. Polizei sehr langsame abfertigung wegen vieler vordrängler und auch der ausreiseleute. Zoll (wenn man da erst mal ist) schnell, 10 euro oder 100 dh, ohne sichtkontrolle, und raus. Versicherung an der grenze ist nicht pflicht, kann man auch wo anders machen, kostet dann die hälfte.
Auf der strecke nouadibou nouakchott viel verkehr, die üblichen kontrollen, mehr macht auch kein sinn, weil das flache gelände das umfahren ganz einfach macht. Dadurch, dass viel verkehr ist und das handynetz überall funktioniert, halte ich die strecke für sicher. Übernachtet habe ich auf halber strecke hinter einem hügel. Selbst wenn man beim rausfahren von 2 oder 3 leuten gesehen wird, das sind doch nicht alles entführer. In der dämmerung oder im dunkeln raus von der strecke, ich habe da verschiedene varianten je nach gefährlichkeitsgrad.
Dann einen tag nouakchott die lage sondieren, bzw. stimmung. Gucken, was so erzählt wird in den herbergen. Wie die leute in der stadt so auf ausländer reagieren. Ergebnis alles super. Da redet keiner von akuter gefahr, sondern eher was für strecken mit was für fahrzeugen machbar sind.
Aber ich sehe dann auch in nouakchott leute, die in aussehen, kleidung, verhalten und fahrzeugwahl so derart auffallen, dass es mich nicht wundern würde, wenn solche leute überfallen, ausgeraubt oder entführt werden. (bei bedarf detaillierter).
Ich entscheide mich für die direktvariante nach mali ohne senegal. Abends aus nouakchott raus ca. 100 km im dunkeln piste suchen und in den sanddünen verschwinden. Nächste tag weiter bis hinter kiffa. Die üblichen kontrollen, ich habe genügend zettel mit personaldaten und fahrzeugdaten dabei. Alles ganz leicht. Stimmung im land ist gut. Ich reise in landestracht und meine autos oder geländewagen sehen immer wie einheimische taxis aus. Irgendwo hinter kiffa wie gehabt im dunkeln hinter den nächsten berg oder düne.
Die route de l´espoir ist recht stark bewohnt, auch das gibt sicherheit. Die region tintane ist immer noch recht stark überschwemmt, die straße ist aber wieder passierbar. Zwischen kiffa und tintane ist die straße sehr kaputt, immer wieder schrittgeschwindigkeit.
Vor ayoun werden die kontrollen genauer, mit notierung der uhrzeit und telefonieren zum nächsten posten, dass man unterwegs ist. Auch das gibt sicherheit. Ich bin gar nicht nach ayoun rein sondern gleich die umgehungsstraße. Und dann die straße zur grenze. Mittlerweile etwa 30 große löcher, 5x muß man runter von der straße wegen komplett kaputt, je weiter nach süden, desdo besser der zustand. Wie gehabt an den kontrollen zeiten notiert und telefoniert. Ich fühle mich sicher. Kobenni passiert, der zoll ist nicht mehr im ort, etwa 20 km später, kurz formalitäten, 3 km später polizei und das wars.
Etwas weiter mali einreise. Mit polizeiposten. Der zoll ist nicht mehr an der grenze, sondern wieder zurück nach nioro. 100 m weiter noch mal gendarmerie und weiter geht’s nach nioro. Das zollgebäude ist außerhalb von nioro rechte seite, die polizei etwas später linke seite immer noch vor dem ort. Ich mache die formalitäten beim zoll zügig, gebe mich deutlich als tourist zu erkennen. Es stehen gerade ein trupp ungarn beim zoll, die gerade so richtig ausgepresst werden. Aber so ist das spiel: wer sich nicht mühe gibt, der muß bezahlen. Wichtig ist an diesem übergang: eigener name in den fahrzeugpapieren und zeilort außerhalb von mali, also nur durchreise.
An der grenze treffe ich einen franzosen (bruno), den ich kenne, den abend übernachten wir zusammen um busch vor diema.
Nach mali kommen ist immer wieder wie nach hause kommen, schönes land, nette menschen, mein zeil heißt segou, ich bin auch über hotel djoliba zu erreichen.
Ich hab noch ein paar kritische anmerkungen zum forum: warum muß in allen einzelheiten über das berichtet werden, was schlecht ist und was nicht klappt. Dabei wird völlig aus den augen verloren, was alles trotzdem zur gleichen zeit klappt und funktioniert. Ich bin anhänger des positiven denkens.
Vergleich: ca. pro stunde stirbt eine person im deutschen straßenverkehr. Würde irgendjemand von euch fahren in deutschland als gefährlich bezeichnen. Die maßstäbe, die von manchen angelegt werden, sind sehr unterschiedlich.
Das, was man denkt, das setzt sich auch in die tat um, wenn ich also nur schlecht denke, passiert mir auch nur mist. Wenn ich meine konzentration auf das richte , was ich erreichen will, dann klappt das auch. Es gibt zahlreiche psychobücher zu diesem thema, kann ich nur empfehlen.
Immer wenn ich im wüstenschiff lese, muß ich nach spätestens ½ stunde ausschalten, weil einfach zu viel negative energie verbreitet wird, und ich merke, wie ich diese negative energie langsam aber sicher aufsauge und immer mehr angst vorm leben und vorm reisen bekomme. Wann waren die, die besonders negativ denken und reden das letzte mal in afrika……? Brauchen die vielleicht auch eine persönliche rechtfertigung, nicht mehr zu reisen, weil es ja einfach nicht mehr geht…..?
Vielen dank für das bis hierher lesen. Wir sehen uns auf der piste…
Grüße thomas
Reisebericht Mauretanien Februar 2010
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Kuno
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Re: reisebericht mauretanien februar 2010
Jahr Verkehrstote (Deutschland)ThomasSch hat geschrieben:Vergleich: ca. pro stunde stirbt eine person im deutschen straßenverkehr. Würde irgendjemand von euch fahren in deutschland als gefährlich bezeichnen. Die maßstäbe, die von manchen angelegt werden, sind sehr unterschiedlich.
2007 4949 −2,8 %
2008 4477 −9,5 %
2009 4080 (Hochrechnung) −9 %
Da ich nicht davon ausgehe, dass sich derTrend massiv entgegen der Hochrechnung fuer 2009 entwickelt hat, ist deine Aussage, dass pro Stunde eine Person im Verkehr stirbt nicht zutreffend. Das Jahr hat 8760 Stunden.
Du erwaehnst ja schon selber die unterschiedlichen Massstaebe - merkst aber nicht, dass du mit der Anwendung eines Massstabes selber deine Probleme hast.
Du fragst: "Wann waren die, die besonders negativ denken und reden das letzte mal in afrika……? Brauchen die vielleicht auch eine persönliche rechtfertigung, nicht mehr zu reisen, weil es ja einfach nicht mehr geht…..?"
Darf ich vielleicht einfach mal frech gegenfragen: Suchst du selber vielleicht ebenso nach einer Rechtfertigung zu fahren?
Am Ende muss es jeder mit sich selber ausmachen. Und wenn mich das duenne Eis auch schon hundert Mal getragen hat und ich mich absolut sicher fuehle - genau dann passe ich nicht mehr auf und breche ein. Wenn wir im Strassenverkehr bleiben wollen: Es sind oft die, die sich sehr sicher fuehlen, auch bei hohen Geschwindigkeiten, die in auffahrunfaelle verwickelt werden.
Aber du hast schon recht; positives Denken hilft in jedem Fall. Selbst wenn man mal irgendwo von irgendwem festgesetzt werden sollte. Mindestens eine zeitlang duerfte es helfen.
Und: Das ist jetzt alles nicht negativ gemeint.
Zuletzt geändert von Kuno am Mo 22. Feb 2010, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.
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taylor1979
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Re: Reisebericht Mauretanien Februar 2010
...danke für den Bericht 
...was den Infosmog angeht stimme Ich dir Zu !
...was den Infosmog angeht stimme Ich dir Zu !
Das Vergnügen, mit dem wir durch die Schneise
rennen, die ein System uns ins Gehölz
geschlagen hat, läßt uns vergessen, daß zu beiden Seiten der Urwald unversehrt geblieben ist.
rennen, die ein System uns ins Gehölz
geschlagen hat, läßt uns vergessen, daß zu beiden Seiten der Urwald unversehrt geblieben ist.
Re: reisebericht mauretanien februar 2010
@Kuno
Hajo
Good Vibrations, wherever you areKuno hat geschrieben: Und: Das ist jetzt alles nicht negativ gemeint.
Hajo
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Kuno
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Re: reisebericht mauretanien februar 2010
Das weckt doch gerade eben wieder Sehnsucht nach mit dem Landrover ueber die Ruettelpiste fahrenHajo hat geschrieben:Good Vibrations, wherever you are
Re: reisebericht mauretanien februar 2010
Schelm, nichts anderes hatte ich gemeintKuno hat geschrieben:Das weckt doch gerade eben wieder Sehnsucht nach mit dem Landrover ueber die Ruettelpiste fahrenHajo hat geschrieben:Good Vibrations, wherever you are
Re: Reisebericht Mauretanien Februar 2010
Hi Thomas!
Danke Dir für den Bericht!
Ich finde gut, daß Du frisch von der Leber weg schreibst..
Hat nämlich par ganz aufschlußreiche Infos für mich drinn.
Uns ist wohl allen klar, wass Du im Vergleich mit "den Stündlichen Verkehrstoten" aussagen möchtest.
Mann kann aber auch alles schönreden.
...Du kannst schlußendlich nämlich auch Zuhause von der Treppe fallen...
Gruß Chrigu
Danke Dir für den Bericht!
Ich finde gut, daß Du frisch von der Leber weg schreibst..
Hat nämlich par ganz aufschlußreiche Infos für mich drinn.
Uns ist wohl allen klar, wass Du im Vergleich mit "den Stündlichen Verkehrstoten" aussagen möchtest.
Mann kann aber auch alles schönreden.
...Du kannst schlußendlich nämlich auch Zuhause von der Treppe fallen...
Gruß Chrigu
>>>Geduld ist die Kunst, nur langsam wütend zu werden!<<<



