Einreise in den Iran am 22.10.2013 in Kapiköy (TR)
Wir wollten zunächst eine Hauptroute und auch die kürzeste Verbindung nach Teheran nehmen. Der Grenzübergang bei Dogubayasit funktioniert wohl für Touristen ganz gut, wenn man sich einen „Schleuser“ bucht.
Lange LKW Schlangen und die Möglichkeit, zum Kauf einer Tankkarte verpflichtet zu werden trieben uns 150 km südlich zu einem kleineren Grenzübergang. Dort, so hatten wir gehört, geht alles viel schneller.
Gegen Vormittag trafen wir dort ein und mussten leider erfahren, dass aufgrund technischer Problem auf iranischer Seite die Grenze geschlossen ist. Heute wird es wohl nichts mehr, hieß es.
Wir kehrten den Grenzanlagen den Rücken zu und verbrachten das Warten lieber in der einsamen, menschenleeren Umgebung bei einem Tee im Liegestuhl.
Um kurz vor 17 Uhr fuhren wir noch einmal zur Grenze. Der Stau hatte sich aufgelöst und wir fuhren durch ein Stahltor, welches sich nach uns wieder schloss. Da standen wir nun in der poleposition, denn pünktlich um 5 gingen alle nach Hause. Wir erfuhren, dass die nächste Abfertigung morgen um 9 Uhr stattfindet. Grenze geschlossen. Also richteten wir uns für die Nacht, während um uns herum Iranischer Treibstoff durch den Grenzzaun gereicht wurde.
Morgens um 9 öffnete sich ein weiteres Tor und wir gingen mit unseren Papieren und ca. 20 weiteren Grenzgängern in eine Baracke. Wir, als Touristen, wurden vorgezogen. Nach kurzer Prüfung der Pässe wurden sie gestempelt. Im nächsten Zimmer wurde das Carnet de Passages abgestempelt und nach der Versicherung gefragt. Ich legte alle meine Papiere auf den Tisch und der Beamte fischte sich zielsicher unsere grüne Versicherungskarte aus dem Stapel. Da sich auf dieser eine Adresse einer iranischen Zweigstelle der AXA befand, war das Thema Versicherung für ihn auch erledigt.
Dann wurden wir aufgefordert, den Wagen zur Inspektion herbeizuholen.
Ein kurzer Blick in unsere Wohnkabine und man wünschte uns eine gute Reise. Zum Abschied bekamen wir statt muffige Blicke einen Apfel vom Obergrenzer geschenkt. Welcome to Iran. Links hinter dem letzten Schlagbaum hat man die Gelegenheit sich iranische Rial zu besorgen. (100€ geben 3.900.000 Rial bei der Bank. Hier bekamen wir ca. 20% weniger)
Die ganze Aktion war nach einer Stunde geschafft.
Es muss keine Tankkarte gekauft werden. Diesel gibt es erst 50 km weiter für 9 Cent/Liter.
Noch ein paar Bemerkungen über die ersten Eindrücke:
Gegenüber der Türkei, in der Gastfreundschaft ja auch groß geschrieben wird, ist der Iran eine echte Erholung. Die Menschen und die Gegend machte einen sehr gepflegten Eindruck. Der Jugendliche, den wir nach einem Internet Café fragten sagte es gäbe leider keins. Wir können aber natürlich sein Smartphone nutzen. An der Zahlstelle für Autobahngebühren hörten wir nur „Tourist? Welcome to Iran. You don‘t have to pay“. Später im Restaurant hätten wir eigentlich 250.000 Rial bezahlen müssen, aber der Besitzer sagte „gib mir 100.000 und es ist gut“.
An einer Raststätte kam eine ca. 20-jährige mit ihrer Mutter zu uns ans Auto,
„Where are you from? Welcome to Iran, have nice trip!“ Und wieder wurden ein paar Äpfel aus dem Auto geholt und uns gereicht.
In diesem Stil verging der erste Tag.
Als Wermutstropfen dann mitten in Teheran ein unschöner Vorfall, der auch erwähnt werden muss. Wir standen mit unserem Wagen am Straßenrand und ein Typ kam an mein Fenster und wollte unsere Pässe checken. Ich sagte, okay, aber erst hätte ich gerne seinen gesehen, da er ja in zivil ist. Er zeigte mir irgend einen Wisch mit arabischen Zeichen, ohne Foto. Ein weiterer junger Mann stand etwas abseits mit einem Funkgerät. Dennoch, ich startete den Wagen, obwohl der Herr am Fenster sagte, please wait.
Wir entschieden uns zur Weiterfahrt, trotz heftiger Proteste. 300m weiter war die Autobahnauffahrt und man folgte uns mit Auto und Motorrad. Auf der Autobahn ließ ich mich fast bis zum Stillstand ausbremsen, um dann doch vorbeizuziehen. Dann, im Feierabendverkehr, gaben die Verfolger bald auf. Wie unsere iranischen Freunde uns im Nachhinein gesagt haben, war es das Beste was wir machen konnten. Keine Uniform, kein stopp, obwohl es sich wahrscheinlich um Beamte gehandelt hat.
Wir haben vor nach Dubai überzusetzen, den Oman zu bereisen und über Saudi-Arabien, Jordanien und Israel zurück zu fahren.
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Einreise Iran
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