Ein letzter Blick zurück, bevor es weiter Richtung Dakhla geht. Es wird mir immer mehr bewusst, dass sich meine Reise dem Ende nähert. Ich werde nachdenklich....
Je mehr sich die Felsen häufen, um so öfter stosse ich auf Schlangenspuren. Obwohl ich immer wieder den Spuren folge und auch Felsnieschen absuche, finde ich keine Schlange. Es ist ihnen wahrscheinlich, wie mir an diesem Tag etwas zu heiss. An diesem Morgen hatte der Wind wohl wieder einmal verschlafen.
Ich frage mich, warum sich Fliegen immer auf die Nase setzten müssen.

Ich spreche nicht von diesen kleinen Fliegen. Nein, ich meine diese dicken zwei Zentimeterbrummer. Sie setzten sich immer auf die Nase. Und wenn die Nase gross genug ist, dann gesellt sich bestimmt noch eine zweite Fliege dazu. Und wehe die Nase ist besetzt und eine dritte Fliege meldet noch ihren Anspruch an. Dann gibt es Streit um die Landebahn.

Ein Gewirr von Fliegen. Und ist die Nase besetzt, dann gibt es ja noch die Brillengläser. Die eignen sich auch sehr gut als Lande- und Startoberfläche für Fliegen.

Während ich so durch die Landschaft schländere gesellen sich immer mehr Fliegen dazu. Ich wedle mit den Händen, was die Fliegen nur kurz davon abhält, mich weiter zu belästigen. Bei Fliegen scheint es sich um eine ganz besonders sture Spezies zu handeln. Sie sind unerschrocken und unbelehrbar. Immer wieder fuchtle ich vor meinem Gesicht herum, aber erfolglos. Ich bin ein ruhiger und gutmütiger Mensch, besonders in so einer ruhigen und friedlichen Landschaft. Ich merke aber trotzdem, dass ich immer ungehaltener werde. Es regt sich in mir der Wunsch, die Fliegen vom Dieseits ins Jenseits zu befördern. Meine Hemmschwelle sinkt....
Als die Hitze nun immer grösser wurde und diese dicken Plagegeister immer noch nicht von mir lassen wollte, nutze ich den nächsten schattenspendenen Fels, um eine Pause einzulegen. "Jetzt seid ihr drann", dachte ich mir. Da ich mir selbst nicht auf die Nase schlagen wollte, um die Fliegen zu erledigen, wedelte ich wieder mit den Händen herum und wartete, bis die Fliegen sich irgendwo im Sand oder auf meiner Jeans breit gemacht hatten. Ich bewege mich ganz vorsichtig. Ich erhebe die Hand, ziele sicher und schlage zu. 1:0 für mich. Nach wenigen Minuten bin ich wieder alleine und die Wanderung geht weiter.
Immer noch kein Windzug. Da kommt der Schatten gerade zur rechten Zeit. Ich nutze die Gelegenheit zur Blasenversorgung und versuche erneut meiner Taschenlampe wieder Licht zu entlocken. Wiederum zerlege ich sie. Im Schraubverschluss befindet sich ein kleiner Behälter, in der sich eine Ersatz-LED befindet. Ich wechsle sie aus und voila, sie erstrahlt wieder im alten Glanz.
Die Sonne scheint an diesem Tag unerbittlich. Es ist gleich Mittag und es rührt sich immer noch kein Windhauch. Das Sonnenlicht wird von grauen, von Wind und Sand spiegelglatt geschliffenen Felsen reflektiert. Das Licht blendet. Ohne Sonnenbrille wäre es zu grell.
Fortsetzung folgt