Regie: Anusha Rizvi
Indien 2010 - 108 min.
Kinostart: 11.11.2010
Der introvertierte Bauer Nathan sieht keinen Ausweg mehr: Aufgrund seiner Schulden, bei denen er keine Möglichkeit sieht, sie zurückzuzahlen, ist nicht nur sein Hof in Gefahr, sondern die Zukunft seiner ganzen Familie. Um der Not zu entgehen, kündigt Nathan seinem Bruder an, Selbstmord begehen zu wollen. Denn in Indien entschädigt die Regierung Angehörige von Selbstmördern. Doch sein Vorhaben wird publik und löst ein riesiges Medienecho aus.
Sozialdrama und Satire vermengen sich zu einem bitteren Blick auf Indiens arme Agrarregionen, wo sich eine menschliche Tragödie abspielt. Dabei fußt die tragikomische Ballade auf erschreckenden Zahlen - 200.000 Bauernselbstmorde binnen der vergangen zehn Jahre zählten indische Behörden. Rizvi fokussiert in ihrer Farce auf eine mittellose, ausgebeutete Kaste, die zum Spielball ehrloser Mächtiger wird, deren unbeschreibliche Verlogenheit systematisch auf dem Rücken von Menschenleben gedeiht. Frank und frei prangert sie damit in akkurater Manier dieses Leid an. Sie widersteht der Versuchung, das Szenario ins Unglaubwürdige zu überzeichnen, wodurch ein trauriger, wenngleich trefflicher Eindruck all jener Mechanismen entsteht: Nämlich wie Willkür, Korruption und Verantwortungslosigkeit den gesamten Verwaltungsapparat sowie die Zivilgesellschaft vergiftet haben ... mehr
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Gruß
Birgitt



