FILM | No Time to Die

Länder- und Wüstenbezogene Filme

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Birgitt
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Beitrag von Birgitt »

Komödie

Film des Regisseurs King Ampaw
Deutschland / Ghana 2006 - 90 min.
Kinostart: 18.06.2009

Asante (einer der beliebtesten Schauspieler des Landes: David Dontoh) ist auf den Straßen Accras mit Zylinder und schwarzem Anzug unterwegs - der Mann kutschiert per Leichenwagen Tote zum Begräbnis. Das Business boomt, er liebt seinen Job, wegen dem er Single ist. Frauen meiden ihn. Als ihm ein blinder Seher prophezeit, noch heute die Liebe seines Lebens zu finden, verguckt er sich in die junge Tänzerin Esi (wuchtig: Agatha Ofori), die gerade ihre Mutter verloren hat. Mit dem cleveren Dreikäsehoch Issifu (Issifu Kassim), der ihm assistiert, chauffiert er seine Kundin in ihr Buschdorf und lehnt Geld ab, in der Hoffnung, dadurch ihr Herz zu gewinnen. Damit setzt er sich nicht nur über die Geschäftsregeln seines Bosses hinweg, auch durchschaut Esi seine Pläne. Mit Sabotage, Hartnäckigkeit und Glück reüssiert er dennoch zumindest bei ihr. Doch Esis resoluter Vater schießt quer.

Eine entspannte, schelmische Geschichte über Liebe und Tod, in der es recht betulich zugeht, erzählt hier Häuptlingssohn King Ampaw, einer der Filmpioniere des westafrikanischen Landes. Er studierte unter anderem mit Wenders, Herzog und Schroeter an der HFF München und benötigte zwölf Jahre, um seinen dritten Spielfilm zu finanzieren. Mit leichter Hand und den Mitteln einer Tragikomödie befasst er sich mit einem kritischen Thema - einer Gesellschaft, die eine absurde Angst vor dem Tod pflegt, zugleich aber einem ruinösen Totenkult frönt. In der Begräbniskultur des Volkes Ga ist es üblich, sich heillos zu verschulden und bizarre Särge anfertigen zu lassen. So wird Esis Mutter etwa in einer Flugzeugnachbildung christlich beerdigt. Ferner blüht der Aberglaube. Asante sucht mehrfach den Seher auf und bucht den Zauberer Kokuroko, der Beschwörungstänze aufführt und ihm Wundermittel gibt, um Esi zu erobern. Das löst fast eine Tragödie aus. Die nutzt Ampaw, um mit einem Scheintoten den Geisterwahn zu entlarven und Aufklärungsarbeit zu leisten. So gelingt es ihm weitgehend schnörkellos, sich auf unterhaltsame Art mit Kultur und Tradition auseinanderzusetzen, und er bietet damit ein heiteres Gegenprogramm zu all den Schreckensmeldungen und Jeremiaden, die unser Bild vom schwarzen Kontinent prägen.


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Gruß
Birgitt
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