Regie: Henning Christoph
Deutschland 2009 - 70 min.
Kinostart: 08.07.2010
Für das abendländische Publikum ist es eine unbekannte, rätselhafte und durch allerlei Fehlinformationen und effekthascherische Hollywood-Verwurstungen düstere Welt: die des Voodoo-Kults. Dabei handelt es sich bei Voodoo um keinen bösen Zauber, sondern um das Gegenteil: ein Heilmittel. Es sind Reinigungszeremonien, Initiationsriten, die Anrufung von Ahnen, Exorzismen und Orakelbefragungen. Der Glaube an die spirituellen Naturkräfte wacht als magisches Weltbild über soziale Normen und Moral, integriert, heilt, verbindet. Es ist eine für viele Strömungen offene Religion, die sich im steten Wandel befindet.
Schmiederer verzichtet auf jeden Kommentar, womit er eine postkolonialistische Perspektive vermeidet und sich einen ungezwungenen Zugang zu Heilern, Magiern und Priestern verschafft, die ihre Praktiken schrittweise erklären oder einfach ausführen. Den Rest erläutern Texttafeln. Es sind Reinigungszeremonien, Initiationsriten, Anrufung von Ahnen, Exorzismen und Befragungen des Fa-Orakels. Das ersetzt die medizinische Anamnese, bevor Kräuter und tote Tiere zu Arzneien vermengt werden. Der Glaube an die spirituellen Naturkräfte wacht als magisches Weltbild über soziale Normen und Moral, integriert, heilt, verbindet. Es ist eine für viele Strömungen offene Religion, die sich im steten Wandel befindet. Die Anteil nehmende, nie aufdringliche Kamera filmt auf Augenhöhe und hat konsequent jeder Effekthascherei abgeschworen. Dieser Verzicht auf alles Reißerische schafft Raum für Normalität und Würde. So darf man zahlreiche Riten und den extensiven Pantheon eines in den Alltag integrierten Kultes vorurteilsfrei und aufschlussreich wie selten zuvor erforschen ... mehr

Gruß
Birgitt

