FILM | Die Stimme des Adlers

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Birgitt
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FILM | Die Stimme des Adlers

Beitrag von Birgitt »

Abenteuer

Regie: Renè Bo Hansen
Schweden / Deutschland 2009 - 85 min.
Kinostart: 18.06.2009

Mit der teils prächtig bebilderten Selbstfindungsreise eines mongolischen Nomadenjungen versucht sich der norwegische Dokumentarfilmer Renè Bo Hansen erstmals an einem Spielfilm.

Die Coming-of-Age-Story "Die Stimme des Adlers" erzählt vom 13-jährigen Bazarbai, der mit seiner Nomadenfamilie im westlichsten Teil der Mongolei lebt. Eigentlich würde er die triste Einöde zu gern verlassen und wie sein großer Bruder in die Hauptstadt Ulan-Bator gehen, wo das Leben tobt, man ordentlich Geld verdienen kann und die westliche Zivilisation bereits Einzug gehalten hat. Doch sein Vater hat "Besseres" mit ihm vor. Bazarbai soll einmal in seine Fußstapfen treten und - einer alten Tradition folgend - Adlerjäger werden. Da begeht der junge Nomadensohn wenig später einen folgenschweren Fehler. Durch eine Unachtsamkeit fliegt der ihm anvertraute Adler seines Vaters davon. Die Suche nach dem zahmen Tier gerät zu einer Odyssee, die Bazarbai einige aufregende Abenteuer (unter anderem mit Wölfen und einem skrupellosen Zirkusdirektor) bestehen lässt und bis nach Ulan-Bator führt, wo der Bub und der Adler, dessen Vertrauen er inzwischen gewonnen hat, sogar zum Lebensretter des großen Bruders avancieren.

"Die Stimme des Adlers" hat seine Stärken in den imposanten Aufnahmen der rauen, kargen und unendlich weiten mongolischen Landschaft sowie in der Beobachtung des Alltagslebens der Nomaden. Das kommt nicht von ungefähr, schließlich hat Regisseur Hansen sein Handwerk bei Dokumentationen gelernt und bereits dort gedreht ("Street Children in Mongolia"). Dass die Handlung des Spielfilms, die weitgehend dem wahren Leben des Protagonisten entspricht, für Erwachsene dennoch ein wenig hölzern daherkommt, liegt zum einen am minimalistischen Spiel der Laiendarsteller, zum anderen an der zurückhaltenden Inszenierung der dramaturgischen Höhepunkte. Manche Mängel mögen dem niedrigen Budget geschuldet sein, doch als Selbstfindungsreise, als Initiationsfilm sowie als Porträt einer Kultur und eines Landes, die für westliche Augen immer noch höchst befremdlich wirken, funktioniert "Die Stimme des Adlers" ganz wunderbar.


http://www.diestimmedesadlers.de/


Bild


Die Kritiken zum Film sind unterschiedlich.
Negativ äußert sich u.a. die :arrow: Berliner Morgenpost vom 17.06.2009


Gruß
Birgitt
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