Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
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Schmitt.silke
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Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo zusammen. Bei unserem Besuch in Mali hat der lokale Chef der GTZ (dt. Gesellschaft zur technischen Zusammenarbeit) in Mopti folgende Bitte an uns herangetragen: er sucht deutsche Handwerker, die während ihres Urlaubs-Aufenthaltes in Mali einen oder zwei Tage dafür verwenden würden, der lokalen Bevölkerung etwas von ihrem Wissen und technischen Fertigkeiten zu vermitteln.
Wer also einen Mali-Aufenthalt plant und diese Art der Hilfe in Betracht ziehen würde, kann sich gerne bei uns melden, wir werden dann den Kontakt herstellen.
Liebe Grüße
Silke
Wer also einen Mali-Aufenthalt plant und diese Art der Hilfe in Betracht ziehen würde, kann sich gerne bei uns melden, wir werden dann den Kontakt herstellen.
Liebe Grüße
Silke
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
und schwupp, wieder nach oben, die reisesaison hat begonnen!
ist dies noch aktuell?
ist dies noch aktuell?
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Schmitt.silke
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Klar ist das noch immer aktuell. Bei Interesse melden- wir werden dann versuchen, einen entsprechenden Kontakt herzustellen.
LG
Silke
LG
Silke
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo Silke,
ich lese hier schon seit langem mit, habe mich allerdings erst jetzt angemeldet, um auf diesem Thread zu antworten.
Was in aller Welt, sollen 1 oder 2 Tage bringen???? Diese GTZ oder DED Geschichen sind die groesste Geldvernichtung, die man sich vorstellen kann. Auch ich bin lange durch Afrika gereist, habe DED'ler kennengelernt, die etwas bewegen wollten, die eine Vision hatten und letztendlich alle an Afrika gescheitert sind.
Sorry, das muss mir einer erklaeren...
Gruss, '
Amanzi
ich lese hier schon seit langem mit, habe mich allerdings erst jetzt angemeldet, um auf diesem Thread zu antworten.
Was in aller Welt, sollen 1 oder 2 Tage bringen???? Diese GTZ oder DED Geschichen sind die groesste Geldvernichtung, die man sich vorstellen kann. Auch ich bin lange durch Afrika gereist, habe DED'ler kennengelernt, die etwas bewegen wollten, die eine Vision hatten und letztendlich alle an Afrika gescheitert sind.
Sorry, das muss mir einer erklaeren...
Gruss, '
Amanzi
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Schmitt.silke
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo Amanzi
Ich finde schon, dass so etwas 'was bringt.... Hier geht es nicht darum, riesige Dinge zu bewegen, sondern den Leuten im Kleinen zu helfen- schließlich fehlt es ja oft am allernötigsten. Eine große Ausbildung kann hier ohnehin nicht durchgeführt werden, dafür fehlt es ja auch hinterher an fast allem Material- aber auch einige Fertigkeiten von- versierten- Handwerkern, kann dem "kleinen Mann" aus einem Dogon-Dorf schon enorm weiterhelfen.
Man darf natürlich nicht verallgemeinern, aber was ich von den GTZ-Projekten in Mali gesehen habe, fand ich vollkommen OK. Im Dogonland wurden vor allem kleine Staudämme, sogenannte "Micro-barrages" gebaut, die es den Leuten überhaupt erst ermöglichen, in Zeiten der voranschreitenden Wüstenbildung, ihr paar Zwiebeln und ein wenig Reis anzubauen. Ohne diese Barrages müssten die Leute fast verhungern- da glaube ich nicht, dass es sich hierbei um "Geldvernichtung" handelt.
Die Sache mit den Handwerkern ist eine Idee des malischen Chefs der GTZ- Antenne in Mopti- und auch diese Idee würde ja kostenneutral sein, da die Leute ihre Zeit ja ohne Vergütung zur Vefügung stellen würden.
Man kann nicht alle über einen Kamm scheren, denke ich...
LG
Silke
Ich finde schon, dass so etwas 'was bringt.... Hier geht es nicht darum, riesige Dinge zu bewegen, sondern den Leuten im Kleinen zu helfen- schließlich fehlt es ja oft am allernötigsten. Eine große Ausbildung kann hier ohnehin nicht durchgeführt werden, dafür fehlt es ja auch hinterher an fast allem Material- aber auch einige Fertigkeiten von- versierten- Handwerkern, kann dem "kleinen Mann" aus einem Dogon-Dorf schon enorm weiterhelfen.
Man darf natürlich nicht verallgemeinern, aber was ich von den GTZ-Projekten in Mali gesehen habe, fand ich vollkommen OK. Im Dogonland wurden vor allem kleine Staudämme, sogenannte "Micro-barrages" gebaut, die es den Leuten überhaupt erst ermöglichen, in Zeiten der voranschreitenden Wüstenbildung, ihr paar Zwiebeln und ein wenig Reis anzubauen. Ohne diese Barrages müssten die Leute fast verhungern- da glaube ich nicht, dass es sich hierbei um "Geldvernichtung" handelt.
Die Sache mit den Handwerkern ist eine Idee des malischen Chefs der GTZ- Antenne in Mopti- und auch diese Idee würde ja kostenneutral sein, da die Leute ihre Zeit ja ohne Vergütung zur Vefügung stellen würden.
Man kann nicht alle über einen Kamm scheren, denke ich...
LG
Silke
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Roger-Tecumseh
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo Silke und Amanzi,
an Euren Bemerkungen werden sehr schön die beiden Seiten des Problems deutlich - wenn auch noch durchaus ohne Extrem!
Ich sehe da weniger den Geldaspekt ("Geldvernichtung") wirken, sondern (ich schrieb es ja schon mehrfach), den Eingriff in die lokalen Strukturen, den man inzwischen (nach den Erfahrungen in der Entwicklungshilfe) nachhaltig in Frage stellen muß!
Hier riskiert man, daß mit den wenigen Tagen der "Hilfe" eher der gewünschten touristischen Attraktion des Europäers gedient wird, als jedem anderen Zweck. Daß der dortige Dorfschef (der Hogan wird es ja wohl kaum gewesen sein!) die Initiative unterstützt, sagt keineswegs etwas über die tatsächliche Nützlichkeit. Er wird seine Gründe dafür haben! Da spielen dorfpolitische Gesichtspunkte - Renommee fast immer die größere Rolle. Selbst wenn man einige Zeit dort lebt, bleiben die wirklichen Zusammenhänge dem Europäer gewöhnlich verborgen. Nicht etwa, weil er dumm wäre, sondern, weil man ihm den Kern bewußt nicht zeigen will. (So ganz anders wäre dies umgekehrt ja auch in einem europäischen Dorf nicht!
)
Nun sind hier auch noch ausgerechnet die touristisch weltbekannten Dogon das Beispiel! Ihre Zwiebel- und Gemüsekultur ist seit undenklichen Zeiten bewährt, hat Dürren und Not überstanden. Sie haben, mit erstaunlicher Weisheit, ihre Mittel genutzt. Auf den meisten Märkten Malis verkaufen sie traditionell diese Produkte. Was soll da jetzt ein Klein-(oder Groß-)damm-Projekt? Will man bei den nicht "bedachten" Dörfern Neid erwecken; weiß man nicht, daß dies ein Eingriff in die Marktstrukturen (z.B. Preise) sein wird? Hier hat man schon das Gefühl, daß Aktionismus aus sich selbst heraus gerechtfertigt werden soll.
Katastrophenhilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit und Sache von Spezialisten. Hilfstourismus sollte - eben im Interesse einer wirklichen Hilfe - nicht mehr durchgeführt werden!
Grüße
Roger-T.
an Euren Bemerkungen werden sehr schön die beiden Seiten des Problems deutlich - wenn auch noch durchaus ohne Extrem!
Ich sehe da weniger den Geldaspekt ("Geldvernichtung") wirken, sondern (ich schrieb es ja schon mehrfach), den Eingriff in die lokalen Strukturen, den man inzwischen (nach den Erfahrungen in der Entwicklungshilfe) nachhaltig in Frage stellen muß!
Hier riskiert man, daß mit den wenigen Tagen der "Hilfe" eher der gewünschten touristischen Attraktion des Europäers gedient wird, als jedem anderen Zweck. Daß der dortige Dorfschef (der Hogan wird es ja wohl kaum gewesen sein!) die Initiative unterstützt, sagt keineswegs etwas über die tatsächliche Nützlichkeit. Er wird seine Gründe dafür haben! Da spielen dorfpolitische Gesichtspunkte - Renommee fast immer die größere Rolle. Selbst wenn man einige Zeit dort lebt, bleiben die wirklichen Zusammenhänge dem Europäer gewöhnlich verborgen. Nicht etwa, weil er dumm wäre, sondern, weil man ihm den Kern bewußt nicht zeigen will. (So ganz anders wäre dies umgekehrt ja auch in einem europäischen Dorf nicht!
Nun sind hier auch noch ausgerechnet die touristisch weltbekannten Dogon das Beispiel! Ihre Zwiebel- und Gemüsekultur ist seit undenklichen Zeiten bewährt, hat Dürren und Not überstanden. Sie haben, mit erstaunlicher Weisheit, ihre Mittel genutzt. Auf den meisten Märkten Malis verkaufen sie traditionell diese Produkte. Was soll da jetzt ein Klein-(oder Groß-)damm-Projekt? Will man bei den nicht "bedachten" Dörfern Neid erwecken; weiß man nicht, daß dies ein Eingriff in die Marktstrukturen (z.B. Preise) sein wird? Hier hat man schon das Gefühl, daß Aktionismus aus sich selbst heraus gerechtfertigt werden soll.
Katastrophenhilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit und Sache von Spezialisten. Hilfstourismus sollte - eben im Interesse einer wirklichen Hilfe - nicht mehr durchgeführt werden!
Grüße
Roger-T.
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo,
hierzu fällt mir eine nette Geschichte aus Mali ein:
Ein Freund von mir (Segler) hat 'mal den Niger flussauf- und abwärts mit einem Faltboot besegelt. Dort wollte er den einheimischen Seglern nebenbei beibringen, dass es mit Hilfe eines Holzbrettes möglich ist, auch gegen den Wind zu segeln. Vorführen konnte er es ja, er hatte so ein Brett an seinem Faltboot.
Schwupps - ein Brett an eine einheimische Piroge geschraubt und so konnte auch diese gegen den Wind segeln - die Einheimischen staunten - und als er wieder weg war, schraubten sie das Brett ab und stocherten weiter gegen den Wind.
Windige Grüße
Ferdi
hierzu fällt mir eine nette Geschichte aus Mali ein:
Ein Freund von mir (Segler) hat 'mal den Niger flussauf- und abwärts mit einem Faltboot besegelt. Dort wollte er den einheimischen Seglern nebenbei beibringen, dass es mit Hilfe eines Holzbrettes möglich ist, auch gegen den Wind zu segeln. Vorführen konnte er es ja, er hatte so ein Brett an seinem Faltboot.
Schwupps - ein Brett an eine einheimische Piroge geschraubt und so konnte auch diese gegen den Wind segeln - die Einheimischen staunten - und als er wieder weg war, schraubten sie das Brett ab und stocherten weiter gegen den Wind.
Windige Grüße
Ferdi
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Und noch eine Geschichte aus Mali:
wieder mal meinten es Entwicklungshelfer besonders gut, die beobachteten, wie die Frauen und Maedchen eines Dorfes jeden Tag ihr Wasser muehsam aus einem 3 km entfernten Brunnen holen mussten. Ein neuer Brunnen wurde gebohrt - direkt am Dorfrand.
Was die freundlichen Helfer aus dem fernen Europa leider nicht bedacht hatten: fuer die Frauen war der taegliche Gang zum Brunnen auch die Moeglichkeit, zu kommunizieren, sich auszutauschen, eine gewisse Zeit fuer sich zu haben. Die Wasserholaktion dauerte eine gewisse Zeit, und diese Zeit gehoerte ihnen.
Nach ein paar Wochen war der neue Brunnen vergiftet.
Und noch einer... ich glaube, es war in Burkina Faso:
Deutschland, Belgien und irgendein skandinavisches Land waren involviert. Wieder ging es um Brunnenbau fuer ein bestimmtes Dorf. Deutschland wollte, dass die Dorfbewohner einen gewissen Teil der Arbeit selbst verrichten sollten. Belgien wollte den Brunnen komplett zur Verfuegung stellen. Nach einigem Hin und Her bis der ganze Verwaltungsaufwand geklaert war, hatte das Dorf am Ende ploetzlich 3 (!) Brunnen.
Wir haben leider zu viele Geschichten dieser Art gehoert. Das Hauptproblem dabei aber ist, wie Roger es beschreibt. Und Ferdi's Beispiel ist ein Klassiker.
Trotzdem habe ich Achtung vor jedem, der einfach helfen will. Ob die Hilfe sinnvoll ist oder nicht, sei mal dahingestellt.
Gruss,
Amanzi
wieder mal meinten es Entwicklungshelfer besonders gut, die beobachteten, wie die Frauen und Maedchen eines Dorfes jeden Tag ihr Wasser muehsam aus einem 3 km entfernten Brunnen holen mussten. Ein neuer Brunnen wurde gebohrt - direkt am Dorfrand.
Was die freundlichen Helfer aus dem fernen Europa leider nicht bedacht hatten: fuer die Frauen war der taegliche Gang zum Brunnen auch die Moeglichkeit, zu kommunizieren, sich auszutauschen, eine gewisse Zeit fuer sich zu haben. Die Wasserholaktion dauerte eine gewisse Zeit, und diese Zeit gehoerte ihnen.
Nach ein paar Wochen war der neue Brunnen vergiftet.
Und noch einer... ich glaube, es war in Burkina Faso:
Deutschland, Belgien und irgendein skandinavisches Land waren involviert. Wieder ging es um Brunnenbau fuer ein bestimmtes Dorf. Deutschland wollte, dass die Dorfbewohner einen gewissen Teil der Arbeit selbst verrichten sollten. Belgien wollte den Brunnen komplett zur Verfuegung stellen. Nach einigem Hin und Her bis der ganze Verwaltungsaufwand geklaert war, hatte das Dorf am Ende ploetzlich 3 (!) Brunnen.
Wir haben leider zu viele Geschichten dieser Art gehoert. Das Hauptproblem dabei aber ist, wie Roger es beschreibt. Und Ferdi's Beispiel ist ein Klassiker.
Trotzdem habe ich Achtung vor jedem, der einfach helfen will. Ob die Hilfe sinnvoll ist oder nicht, sei mal dahingestellt.
Gruss,
Amanzi
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Schmitt.silke
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Beispiele für und wider gibt es immer viele- trotzdem finde ich es persönlich wichtig, zu helfen. Natürlich gibt es bewährte Strukturen und natürlich ging vieles schon immer- aber ich bin dennoch der Meinung, Stillstand bedeutet Rückschritt- und das gilt nicht nur in Afrika sondern auch überall sonst auf der Welt. Die Art und Weise, WAS man tut ist allerdings wichtig.
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Sicherlich erleichtert es das Leben ungemein wenn Dörfer einen Brunnen bekommen oder mit anderen Segnungen der "Zivilisation" beglückt werden. Traurig nur, dass diese oft nicht nachhaltig ist. Ich erinnere mich noch gut an eine Situation während meine Afrikareise 2002. Vielleicht 30 Kilometer nach dem Grenzübertritt bei Moyale nach Kenia wurde wir im ersten Dorf auf Kenianischer Seite vom einheimischen Chief angehalten. Sie bräuchten dringend Hilfe, der Brunnen würde nicht mehr funktionieren, die Kinder würden alle weinen, da sie schon seit dem Vorabend nichts mehr zu trinken bekommen hätten, also kurz und gut eine mittlere Katastrophe bahnte sich an. Obwohl wir ja von Brunnen überhaupt keine Ahnung hatten, wollten wir zumindest versuchen den Leuten zu helfen. Also zusammen mit dem Chief und dem eigens ausgebildeten. örtlichen Brunnentechniker zu der etwas abgelegenen Pumpstation gefahren. Wir fanden einen eine für unser Verständniss recht ordentliche und neue Pumpstation betrieben mit einem großen LKw-Motor vor. Beim Versuch den Motor zu starten, konnte man dem Anlasser nur ein Klacken entlocken. Unsere Begleiter waren schon im Vorfeld der Meinung gewesen, man müsste den Motor mit einer anderen Batterie starten, also versuchten wir unsere Glück und bauten unsere Batterie aus (Da die Pumpstation in einem kleinen Häuschen stand war mit Überbrückungskabel nichts zu machen). Und was passierte ? Nichts ausser bekanntem Klacken. Erster Gedanke: Magnetschalter am Anlasser hängt....Dann mehr zufällig noch mal auf den Motor geblickt und was entdeckt ? Sicherungen! 3 Sicherungshalter , zwei davon bestückt und eine der Sicherungen durchgebrannt. Den Oberbrunnentechniker gefragt, wo der denn Ersatzsicherungen hätte, der nur fragend geschaut, als ob er noch nie welche gesehen hätte. Glücklicherweise hatten wir für unser Fahrzeug Sicherungen dabei, leider hatte es wohl die Verpackung bei unserer bisherigen Reise total zerbrösselt und die Sicherungen in den unendlichen Weiten der großen Werkzeugbox (die zu allem Unglück auf dem Dachgepäckträger festgemacht war) verteilt, so das wir die erstbeste Sicherung die irgendwie zu greifen war ausprobierten. Natürlich lief der Motor sofort an. Mission erfolgreich erfüllt, den Cheftechniker noch instruiert, dass er sich unbedingt schnellstmöglich Sicherungen besorgens soll und zu allergrößten Not auch mit einem Draht brücken kann. Wir haben unsere Reise dann fortgesetzt und uns auch nur gefragt wie kann so was passieren ? Es werden etliche tausend Euro ausgegeben um einen Brunnen zu bauen, ein Techniker wird angeblich ausgebildet. Dann funktionert das ganze Ding nicht und zwei doofe Urlauber, die in ihrem ganzen Leben noch keine Pumpstation gesehen haben und auch sonst nicht durch überragende Technikkentnisse aufgefallen sind werden benötigt um das Ding wieder zum laufen zu bringen. Ich weiß zwar nicht mehr genau welche Hilfsorganisation den Brunnen gebaut hat, bin mir aber ziemlich sicher, dass es eine deutsche war. Aber da wurde wohl auf halber Strecke aufgehört mit denken, wenn ich dem Techniker nicht mal ein paar Sicherungen (ein Handbuch o.ä. war übrigens auch nicht vorhanden) da lasse und ihm nicht mal die einfachsten Fehlerquellen zeige, dann braucht man sich nicht wunder, wenn die Anlagen nach einer gewissen Zeit nicht mehr funktionieren und letztendlich verwahrlosen. Meine Meinung zur Entwicklungshilfe ? Auf jeden Fall sinnvoll aber nachhaltig und nicht nach dem Gießkannenprinzip !
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Alexander
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo perrone,
Nachhaltigkeit ist mit Sicherheit eines der Zauberwörter. Wie du schon erwähnst, man baut irgendwo einen schönen Brunnen und das wars dann. Aus den Augen aus dem Sinn. Ob der "Techniker" seinen Aufgaben als Brunnenwächter gewachsen war, möge angezweifelt werden.
Daher nicht das Gieskannenprinzip anwenden sondern langfristig, wobei wir wieder beim Thema Nachhaltigkeit angelangt sind, einige wenig Projekte betreuen, wie in diesem Fall die Schule in Mali.
Nur weil in manchen Fällen Fehler gemacht werden/wurden, sollte es uns nicht davon abhalten, die Menschen zu unterstützen. Daher beginnen wir auch bei dem kleinsten Kettenglied in der Gesellschaft, den Kindern. Damit sie u.a. in der Schule lernen, mit ihren Möglichkeiten und Resourcen nachhaltig umzugehen.
Viele Grüsse
Alexander
Nachhaltigkeit ist mit Sicherheit eines der Zauberwörter. Wie du schon erwähnst, man baut irgendwo einen schönen Brunnen und das wars dann. Aus den Augen aus dem Sinn. Ob der "Techniker" seinen Aufgaben als Brunnenwächter gewachsen war, möge angezweifelt werden.
Daher nicht das Gieskannenprinzip anwenden sondern langfristig, wobei wir wieder beim Thema Nachhaltigkeit angelangt sind, einige wenig Projekte betreuen, wie in diesem Fall die Schule in Mali.
Nur weil in manchen Fällen Fehler gemacht werden/wurden, sollte es uns nicht davon abhalten, die Menschen zu unterstützen. Daher beginnen wir auch bei dem kleinsten Kettenglied in der Gesellschaft, den Kindern. Damit sie u.a. in der Schule lernen, mit ihren Möglichkeiten und Resourcen nachhaltig umzugehen.
Viele Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
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Kuno
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Also, man macht sich da ja schon auch seine Gedanken. Ursprünglich gab's einen Brunnen, aus dem man rcht mühsam von Hand das Wasser heraufholte.
Dann kam das Hilfswerk und installierte eine schöne Pumpe, die viel einfacher viel mehr färderte.
Man war begeistert und das Hilfswerk zog wieder ab (in der nächsten Stadt blieb aber ein untätiges Büro weiterhin offen. Die Angestellten bezogen ein schönes Salär und fahren einen dicken weissen Lancruiser
).
Die Dorfbevölkerung konnte aufgrund der erhöhten Wasserförderung grössere Gärten anlegen und mehr Ziegen halten.
Das lief einige Zeit gut....
Die ersten, die Probleme hatten, waren die Jungs, die sich mit dem Wasser aus dem Brunnen ziehen ihren Lohn verdienten. Die hatten kein Einkommen mehr, denn der neue "Brunnenmeister" war der Schwager vom Dorfchef.
Dann kam der Tag wo die Pumpe verreckte. Der "Brunnenmeister" hatte eine einzige Qualifikation: Er war der Schwager - von der Pumpe wusste er genau so viel, dass er sie starten konnte.
Das Vebindungsbüro des Hilfswerks in der Stadt meldete auf die Anfrage, ob sie was reparieren könnten, dass sie für Reparaturen nicht zuständig seien sondern nur für die Administration.
Die Ziegen waren eh ein Problem, da die gewachsene Kopfzahl in letzter Zeit auch viel zu viel Grünzeug weggeputzt hatte. Und nun gabs nicht mehr genug Wasser. Die Eigentümer beschwerten sich beim Dorfchef (denn der doofe "Brunnenmeister" hatte sich längst aus dem Staub gemacht). Genützt hat's nichts und die Ziegen gingen ein.
Die vergrösserten Gärten mussten halt wieder reduziert werden. Kohle für's Saatgut rausgehauen und nun keine Ernte. Scheisse.
Etwa so läuft das doch immer wieder ab.
----
Als Soforthilfe wurde dann ein weiterer Lancruiser an das Verbindungsbüro des Hilfswerks überstellt
Dann kam das Hilfswerk und installierte eine schöne Pumpe, die viel einfacher viel mehr färderte.
Man war begeistert und das Hilfswerk zog wieder ab (in der nächsten Stadt blieb aber ein untätiges Büro weiterhin offen. Die Angestellten bezogen ein schönes Salär und fahren einen dicken weissen Lancruiser
Die Dorfbevölkerung konnte aufgrund der erhöhten Wasserförderung grössere Gärten anlegen und mehr Ziegen halten.
Das lief einige Zeit gut....
Die ersten, die Probleme hatten, waren die Jungs, die sich mit dem Wasser aus dem Brunnen ziehen ihren Lohn verdienten. Die hatten kein Einkommen mehr, denn der neue "Brunnenmeister" war der Schwager vom Dorfchef.
Dann kam der Tag wo die Pumpe verreckte. Der "Brunnenmeister" hatte eine einzige Qualifikation: Er war der Schwager - von der Pumpe wusste er genau so viel, dass er sie starten konnte.
Das Vebindungsbüro des Hilfswerks in der Stadt meldete auf die Anfrage, ob sie was reparieren könnten, dass sie für Reparaturen nicht zuständig seien sondern nur für die Administration.
Die Ziegen waren eh ein Problem, da die gewachsene Kopfzahl in letzter Zeit auch viel zu viel Grünzeug weggeputzt hatte. Und nun gabs nicht mehr genug Wasser. Die Eigentümer beschwerten sich beim Dorfchef (denn der doofe "Brunnenmeister" hatte sich längst aus dem Staub gemacht). Genützt hat's nichts und die Ziegen gingen ein.
Die vergrösserten Gärten mussten halt wieder reduziert werden. Kohle für's Saatgut rausgehauen und nun keine Ernte. Scheisse.
Etwa so läuft das doch immer wieder ab.
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Als Soforthilfe wurde dann ein weiterer Lancruiser an das Verbindungsbüro des Hilfswerks überstellt
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Hallo,
ja man macht sich ueber Entwicklungshillfe so seine Gedanken,wenn man den Kontinent bereist hat.Ich habe wunderschoene"Verwaltungsgrund-
stuecke" und deren Fuhrpark gesehen,und zwei Strassen weiter das bekannte afrikanische Problem.Mich beschleicht das Gefuehl,dass entsprechende Organisationen zusammen mit den Clanchefs sich eine goldene Nase verdienen,denkt man an die Milliarden,die schon nach Afrika geflossen sind.Diese gesamte Problematik ist schon sehr interessant und fuer Afrikafreunde sehr lesenswert beschrieben worden in "Afrikanische Totenklage" von Peter Scholl-Latour und auch in "Ach,Afrika" von Bartholomäus Grill
Gruss Herbert
ja man macht sich ueber Entwicklungshillfe so seine Gedanken,wenn man den Kontinent bereist hat.Ich habe wunderschoene"Verwaltungsgrund-
stuecke" und deren Fuhrpark gesehen,und zwei Strassen weiter das bekannte afrikanische Problem.Mich beschleicht das Gefuehl,dass entsprechende Organisationen zusammen mit den Clanchefs sich eine goldene Nase verdienen,denkt man an die Milliarden,die schon nach Afrika geflossen sind.Diese gesamte Problematik ist schon sehr interessant und fuer Afrikafreunde sehr lesenswert beschrieben worden in "Afrikanische Totenklage" von Peter Scholl-Latour und auch in "Ach,Afrika" von Bartholomäus Grill
Gruss Herbert
Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Ich denke es gibt viele Beispiele, bei denen Projekte vor Ort an Kleinigkeiten gescheitert oder im Sande verlaufen sind, es gibt aber auch positive Beispiele, wo mit akzeptablem Aufwand nachhaltig geholfen wurde.
Zum Beispiel mit der Pumpe und den Sicherungen: Ich habe hier in Deutschland lange Software verkauft. Mind 50% der Probleme, die bei mir an der Hotline ankamen, waren Punkte, die im Rahmen der Schulung besprochen wurden. Aber in dem Rahmen werden so viele neue Dinge rübergebracht, dass die Köpfe der zu schulenden einfach irgendwann mal dicht waren. Vielleicht war es so auch bei dem örtlichen "Sicherungsverwalter". Und nicht wenige Probleme resultierten im zivilisierten Deutschland einfach aus einem Klassiker: Die Putzfrau hat den Stecker bewußt gezogen oder unbewußt gelockert.
Mit solchen Problemen muss man hier kämpfen und es ist doch illusorisch anzunehmen, dass solche Probleme in Afrika nicht auftreten. Und solche Probleme dürfen nicht der Grund sein, zu sagen: hier in Deutschland sind Computer unnütz oder aber in Afrika bringt Hilfe nix.
Dennoch muss man natürlich versuchen, wo es geht solche Probleme zu verhindern oder vermeiden, wohl wissend, dass das nicht immer gelingen kann und dass man nicht irgendwann vor lauter Frust das als Alibi nimmt, die Hilfe ganz sein zu lassen.
Zum Beispiel mit der Pumpe und den Sicherungen: Ich habe hier in Deutschland lange Software verkauft. Mind 50% der Probleme, die bei mir an der Hotline ankamen, waren Punkte, die im Rahmen der Schulung besprochen wurden. Aber in dem Rahmen werden so viele neue Dinge rübergebracht, dass die Köpfe der zu schulenden einfach irgendwann mal dicht waren. Vielleicht war es so auch bei dem örtlichen "Sicherungsverwalter". Und nicht wenige Probleme resultierten im zivilisierten Deutschland einfach aus einem Klassiker: Die Putzfrau hat den Stecker bewußt gezogen oder unbewußt gelockert.
Mit solchen Problemen muss man hier kämpfen und es ist doch illusorisch anzunehmen, dass solche Probleme in Afrika nicht auftreten. Und solche Probleme dürfen nicht der Grund sein, zu sagen: hier in Deutschland sind Computer unnütz oder aber in Afrika bringt Hilfe nix.
Dennoch muss man natürlich versuchen, wo es geht solche Probleme zu verhindern oder vermeiden, wohl wissend, dass das nicht immer gelingen kann und dass man nicht irgendwann vor lauter Frust das als Alibi nimmt, die Hilfe ganz sein zu lassen.
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Kuno
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Re: Angebot | Mali - Handwerker gesucht, die Urlaub und Hilfe verbinden
Gut, dass es immer noch Optimisten gibt :D



