Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

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Alexander
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Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Alexander »

Viele arabische Länder verarmen. Die Jugend, selbst wenn sie gut ausgebildet ist, hat keine Aussicht auf einen Job. Liegt es an der geographischen Lage, an den Möglichkeiten oder der Religion? Und welche Folgen hat diese Entwicklung?
Bessere Ausbildung heißt längst nicht oder nicht mehr, dass sie auch einen besseren Job garantiert. Diese Aussage gehört zu den bitteren Einsichten in einem Artikel über Aussichten in arabischen Ländern. Dort erklärt Khalid Abu-Ismail, ein UN-Experte für Armut, dass eine bessere Ausbildung und ein größeres Augenmerk für den Gesundheitszustand oder die Fitness nicht mehr zu einem besseren Leben führen. Es gebe zu wenig Jobs für qualifizierte Arbeit. Das ist der wunde Punkt.
Telepolis: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Grüsse
Alexander
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Albatross
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Albatross »

Wäre es unmoralisch -brain drain- diese Fachkräfte ohne Job im Heimatland nach Europa zu locken?
Gruß Albatross
Wer Tippfehler findet darf sie behalten
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Mauritius
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Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Mauritius »

G. Morgen, hab' mir den Artikel in der TELEPOLIS genauestens durchgelesen, erschreckend, was man da zu erfahren bekommt. - Bezeichnend auch die Kommentare der Leser . . .

Manchmal könnte man einfach nur zum Pessimisten werden - wie soll das alles enden . . .?
Ulf K.
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Ulf K. »

Aus meiner Sicht zahlt man da den Preis für einen Mix aus religiös bedingter Intoleranz und mehr oder minder diktatorischen Regierungssystemen. Demokratie ist oft langsam, ineffizient und von suboptimalen Kompromissen geprägt, aber am Ende ist sie in den meisten Fällen langfristig doch besser als ein diktatorisches System. Auf einen "guten", weitsichtigen Diktator (Qaboos im Oman?) kommen 10 schlechte in anderen arabischen Ländern.

Interessanter finde ich den Aspekt, dass selbst in den vermeintlich reichen arabischen Ländern die Situation teilweise viel differenzierter ist, als im Westen von der Allgemeinheit wahrgenommen. Beispiel Dubai: Wird von Otto-Normalverbraucher als fortschrittlich, tolerant und megareich wahrgenommen. Fortschrittlich stimmt in bezug auf Technik. Tolerant stimmt spätestens nicht mehr, seitdem Kronprinz Mohammed bin Zayed der de facto Ruler der VAE ist und die VAE immer intoleranter und aggressiver in der Außen- und Innenpolitik agieren. Krieg im Jemen, Blockade gegen Katar, Abenteuer in Libyen und am Horn von Afrika. Aufbau des totalen Überwachungsstaates. Das kostet Unsummen, die für die Entwicklung der Emirate fehlen.

Das vermeintlich megareiche, glitzernde Emirat Dubai schrammt seit 10 Jahren immer gerade so an der Pleite lang. Wie finanziert sich Dubai? Anders als viele meinen nicht über Öl-Reichtum. Öl dürfte noch ca. 3% Anteil am BIP von Dubai haben. Dubai finanziert sich vor allem über Immobilien. Zahlreiche der größten Immobilienentwickler wie Emaar und Nakheel gehören dem Emirat Dubai. Gewinne aus dem Bau- und Immobiliengeschäft fließen so dem Emirat Dubai zu. Jahrelang war es so, dass neu geplante Immobilien verkauft waren, bevor der erste Stein gelegt wurde. Das Geld floss in Strömen zu, bevor es überhaupt Baukosten gab. Man schwamm in Liquidität und hatte eine Zeit lang eine Art Geld-Perpetuum-Mobile. Das Modell kam mit der Finanzkrise 2008/9 zum Erliegen. Die Nachfrage nach Immobilien brach ein. Dubai war plötzlich zahlungsunfähig. Dubai musste von Abu Dhabi mit einer Zahlung gerettet werden, die rund 25% des BIP entsprach. Jetzt fallen schon wieder seit 4 Jahren die Immobilienpreise in Dubai und sie werden nach allen Vorhersagen auch mindestens noch die nächsten 1-2 Jahre fallen. Das Immobilienmodell funktioniert als wichtigste Einnahmequelle kaum noch. In den letzten 3 Jahren wurden u.a. auch deshalb schon Mehrwertsteuer, Hotel bed levy, neue Flughafensteuer usw. eingeführt, um irgendwie Einnahmen zu generieren. Aber es reicht nicht, es ist auch nicht vorteilhaft für den Ausbau des Tourismus und so bedingt nun eins das andere.

In der Finanznot wurden schon Teile von Emaar und Co. an der Börse versilbert. Das generiert Einmaleinnahmen zu Lasten zukünftig abzuführender Gewinne. Die dem Emirat Dubai gehörende und bislang überaus erfolgreiche und immer profitable Airline Emirates braucht dringend mehr Flughafenkapazitäten, um weiter wachsen zu können. Das weiß man auch in Dubai und wollte deshalb bis 2017 den neuen Megaflughafen DWC fertig haben. Die 30-50 Mrd. USD für das Gesamtprojekt DWC konnte Dubai aber nicht finanzieren. Als nächster Eröffnungstermin wurde 2024/25 genannt. Auch das ist nun wieder verworfen, weil Dubai das immer noch nicht finanziert bekommt. Emirates kann sein Potential nicht mehr ausschöpfen, wächst mittlerweile langsamer als Lufthansa und Co. und die (an das Emirat Dubai abzuführenden) Gewinne werden unter ihrem Potential bleiben. Bislang hat Katar fast 70% seiner Importe über den Hafen Dubai abgewickelt. Durch die aggressive Außenpolitik ist Dubai der ganze Handel mit Katar weggebrochen (Oman sagt Danke!). Der Handel mit Iran war immer wichtig und leidet aktuell ebenfalls. Es schadet dem Standort Dubai auch, dass immer mehr Unternehmen feststellen, dass Dubai gar nicht (mehr) der liberale Handelsstandort ist, für den sie Dubai immer gehalten haben. On top zu den hausgemachten Problemen kommt nun noch ein Abschwung der Weltwirtschaft.

Wie gesagt: Eins kommt zum anderen. Negative Aspekte verstärken sich gegenseitig und selbst beim vermeintlichen Vorzeigemodell Dubai ist die Lage eher prekär als rosig.
Mauritius
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Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Mauritius »

Donnerwetter, Ulf! Ich ziehe den Hut! Respekt vor solch einem geballten Fachwissen - vielen Dank; ich gehöre auch zu den Unbedarft / Naiven, die die VAE zu den Reichsten der Welt zählen - lese gerne noch mehr Fakten zu diesem Thema.

Frage: Wie gelangt man zu einem solchen Wissen? Literatur? Wenn ja, welche? Oder auch welche nicht?

Vielen Dank!

P.S.: Dieses jahr sollte eigentlich noch eine Rucksacktour VAE / Oman + zurück auf dem Programm stehen, dafür diese Führer gekauft - aber solche offenen Worte wie die von Ulf finde ich nur sehr spärlich.

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Bäärti
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Bäärti »

Mauritius hat geschrieben:... Frage: Wie gelangt man zu einem solchen Wissen? Literatur? Wenn ja, welche? Oder auch welche nicht?
... Lonely Planet ist dafür eindeutig nicht die geeignete Literatur. Diese Bücher sind simpel gestrickt und richten sich eher an das anspruchslose Touri-Vieh.

Mein Lesetipp zu diesem Thema: Thomas Kohnstamm - «Die absolut ehrlichen und völlig schamlosen Bekenntnisse eines professionellen Reiseführer-Autors» - Piper Taschenbuch.

Gruss Bäärti
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landcruiser.
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von landcruiser. »

Ich denke man kann die Situation z.B. in Dubai nicht mit der in Tunesien vergleichen.
Den Bericht von Ulf zu Dubai fand ich erstaunlich.
Ich war der Meinung, dass diese Situation erst in ein paar Jahren so eintreten würde. Das es bereits so weit ist, hätte ich nicht gedacht. Hab aber auch keine Ahnung von Dubai oder den VAE.
Der Schlüssel zum Fortschritt liegt nach wie vor in der Bildung.
Nur ohne gefüllten Bauch nützt einem Bildung dann auch nicht so viel, wenn der Bildungsweg zu Ende ist.
Warum gibt es keine Arbeit in TUN?
Warum gibt es dort keine Industrie, Dienstleistungszentren oder anderes?
Weil z.B. die Franzosen die Früchte aus dem Land geholt, verarbeitet und das fertige Produkt zurückgesandt haben?
Weil die EU Tomaten und Milchpulver billig dorthin exportieren?
Weil alle nur den Nutzen aus den Ländern gezogen haben ohne Interesse an einer Partnerschaft?
Nur die üblichen plakativen Beispiele?
Da weder die Tunesier noch wir dort mittelfristig Arbeitsplätze aus dem Boden stampfen werden, müssen Übergangslösungen her, die den Menschen dort eine Perspektive bieten.
Ohne eine, wie auch immer geartete, Perspektive wird dort nie Ruhe und Frieden einziehen.
Als EU oder D würde ich versuchen mein Arbeitskräfteproblem (ja das haben wir heute schon!) durch geordnete Anwerbung von Menschen aus diesem Raum zu lösen.
Parallel dazu würde ich versuchen dort entsprechende Industrie zu entwickeln, um z.B. unsere Ressourcenprobleme zu lösen: Sonnenenergie > Wasserstoff.
Sicher, alles nur Träumereien.
Nur wird der Aufwand die Völkerwanderung Richtung Norden aufzuhalten auch irgendwann "unwirtschaftlich".
Warum also nicht mal einen anderen Weg versuchen?
Man kann Menschen nicht langfristig durch Zäune aufhalten. Das hat die DDR nicht geschafft, das wird Trump nicht schaffen und das wird die EU mit Frontex oder wie auch immer nicht schaffen.
Menschen bleiben nur dort wo sie sind, wenn sie dort für sich eine Perspektive sehen.
Keine Almosen, keine Hilfeleistungen, sondern ein Ansatz zu einer gemeinsamen Lösung zum Nutzen aller Beteiligten.
Und bitte auch ohne einen anderen Staat zurück in die Steinzeit zu bomben wie man es mit Libyen versucht hat.

Genug geträumt ....
Ulf K.
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Registriert: Mo 4. Dez 2017, 12:45

Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Ulf K. »

Also ich erwarte nicht, das Dubai morgen pleite ist. Wenn es nicht noch externe Schocks gibt, haben die das halbwegs unter Kontrolle und die machen das PR-mäßig geschickt. Andauernd gibt es Meldungen zu spektakulären Entwicklungen in Dubai: Tesla-Taxis, Drohnen als Flugtaxis in Erprobung, Hyperloop-Strecke geplant u.ä. Bei genauerem Hinsehen viele Projekte, die weltweit Schlagzeilen bringen, aber heute kaum Geld kosten. Viele heiße Luft.

Die wahre Story verbirgt sich in solchen Berichten, die nur eine Randnotiz in Wirtschaftsmagazinen wert sind.
https://www.reuters.com/article/us-emir ... LL1JV?il=0
Dubai ist kein eigenes Land und hat deshalb kein eigenes Credit Rating. Aber man kann am Credit Rating der dem Emirat gehörenden Unternehmen ablesen, wie es um Dubais Finanzen bestellt ist. Und da stehen mittlerweile so einige nur noch eine Stufe vor Junk - mit der ausdrücklichen Begründung, dass das Emirat Dubai nicht mehr in der Lage ist, diese Unternehmen zu stützen, sollten die finanzielle Unterstützung brauchen.

In Deutschland werden Dubais Herrscher, die Al-Maktoums, gern als "Protz-Scheichs" verspottet (Bild). Eigentlich hat man relativ viel richtig gemacht und die Transformation der Wirtschaft dort ist eine große Leistung, die man auch anerkennen darf. Aber man hat dann overpaced. Die erste Palmeninsel (Palm Jumeirah) lief spektakulär an. Gleich die zweite noch größere Palmeinsel geschaffen und die dritte angefangen. Palm Jebel Ali ist seit 2007 aufgeschüttet und seit 12 Jahren unbebaut. Palm Deira ist verworfen. The World Islands sind gefloppt. Und nun schießt man sich in jüngster Zeit durch die aggressive Außenpolitik der VAE selbst ins Knie. Allerdings wird die Außenpolitik in Abu Dhabi gemacht. Es ist unklar, ob Dubai hinter dem aktuellen Kurs steht oder ihn nur gezwungenermaßen mittragen muss.

Oman hat längst Junk-Status und erhebliche Probleme. Man schaut jetzt, dass man Tafelsilber zu Geld macht: Flughafenbetreiber, Strom- und Wasserversorger und sowas. Die pauschalen Benzinpreissubventionen wurden schon wegrationalisiert. Maut für Autobahnen uvm. sind kein Tabu mehr und werden durchgerechnet. Trotzdem sehe ich da noch eine Chance, dass die die Kurve bekommen. Bahrain ist praktisch pleite und sucht Finanzhilfe aus anderen Golfstaaten. Saudi-Arabien sehe ich in 5-10 Jahren in erheblichen Problemen. Die Finanzierung des Landes nur durch Öl-Einnahmen wird in 5-10 Jahren nicht mehr funktionieren. Die Transformation der Wirtschaft weg vom Öl bekommt Saudi-Arabien mit eigenem Geld nicht finanziert. Nach dem von Mohammed bin Salman angeordneten Kashoggi-Mord und anderen Vorkommnissen dürften sich kaum internationale Geldgeber finden, die da investieren. Nur Katar ist wirklich reich. Im staatlichen Investmentfond ist rechnerisch für jeden der gut 300.000 Kataris rund 1 Million USD hinterlegt. Da steigt zwar auch die Verschuldung etwas, aber bislang haben die keine großen Sorgen.

Zu Tunesien weiß ich nicht viel. Letztlich kann die EU da keine Arbeitsplätze schaffen. Unternehmen können Arbeitsplätze schaffen. Trotz niedriger Löhne dort vermute ich, dass Tunesien derzeit für Investoren nur begrenzt interessant ist: Niedrige Löhne treffen wohl auf eher schlechte Infrastruktur und fehlende politische Stabilität und Sicherheit. Großes Potential hat der Tourismus und da gibt es auch ein realistisches Szenario für einen Boom. Marokko hat 2007 ein Open-Sky-Abkommen mit der EU geschlossen. Ryanair, Easyjet und andere Billigflieger haben danach riesige Kapazitäten nach Marokko aufgebaut. Allein Ryanair fliegt heute Marrakesch von mehr als 40 Städten in Europa an. Das hat nach dem Terrorismus ab 2001 und der Finanzkrise den Tourismus in Marokko gerettet und zu neuer Blüte verholfen. Tunesien hat Ende 2017 nun auch ein Open-Sky-Abkommen mit der EU unterzeichnet. Leider ist das immer noch nicht ratifiziert. In Tunesien sperren sich u.a. Gewerkschaften dagegen, weil sie Angst haben, das Tunisair den Wettbewerb dann nicht überlebt. Wenn das mal in Kraft tritt, dürfte der Tourismus boomen. Bei Flugpreisen von 20 oder 50 EUR vergessen viele ihre Vorbehalte...
Mauritius
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Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Mauritius »

Bäärti hat geschrieben:... Lonely Planet ist dafür eindeutig nicht die geeignete Literatur. Diese Bücher sind simpel gestrickt und richten sich eher an das anspruchslose Touri-Vieh.
Dann weiß ich ja Bescheid, gehöre dann eben mal seit 30 Jh. zum "anspruchslosen Touri-Vieh" mit der Benutzung "simpel gestrickter Bücher".
Nur eigenartig, daß diese simpel gestrickten Bücher mich seit Jahrzehnten [erfolgreich] durch die Welt begleitet haben, auch in Gegenden, wo ein "reise-know-how"- Führer nicht hingeführt hat. - Ja, sie mögen simpel gestrickt sein, bin aber auch der Meinung, daß Rucksack-Welt-Reisende sicher nicht der Absicht sind, kompliziert-gestrickte Doktor-Arbeiten mit auf Reisen nehmen zu wollen . . .

Unter der Überschrift: "Our story" schreibt der Gründer Tony Wheeler in jeder Ausgabe:

"I believe that a great guidebook should do three things: inform, educate and amuse".

Besser hätte er es nicht ausdrücken können - diese Worte könnten auch von mir stammen, und alle drei "things" erfüllen diese Reiseführer für mich, auch jetzt auf meiner 5-wöchigen Alaska-Reise.

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Aber, ich weiß ja jetzt: Seit 30 Jh lonely-planet - Nutzer gehöre ich ja auch zur Gattung "anspruchsloses Touri-Vieh".

P.S.: Deinen, Bäärtis, Lesetip: "Mein Lesetipp zu diesem Thema: Thomas Kohnstamm - «Die absolut ehrlichen und völlig schamlosen Bekenntnisse eines professionellen Reiseführer-Autors» - Piper Taschenbuch. "
habe ich letzte Nacht noch bestellt, fand ihn irgendwo für 2,41 € - müßte in wenigen Tg zu Hause ankommen.
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Gode_RE »

Die für das Thema dieses Forums spannende Frage ist: Ergeben sich durch die zunehmende Verarmung in den arabischen Ländern Konsequenzen für unsere Reisen in diese Regionen? Sinkt durch immer größere Not und Perspektivlosigkeit der Bevölkerung, aber auch durch immer krasser werdende religiös verbrämte Engsicht die Hemmung, sich bei den Touristen das zu nehmen, was den Notleidenden wie Dekadenz vorkommen muss? Zum Beispiel teuer aussehende Reisemobile?
landcruiser.
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Re: Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von landcruiser. »

Ich weiß nicht ob Tourismus für die angesprochenen Länder als Perspektive taugt.
Dubai wird nach meiner Wahrnehmung seit einiger Zeit regelrecht verramscht (im Februar 8 Tage für < 600 € mit Flug und Ü/F im neuen Hilton Double Tree ****).
In TUN soll der Tourismus in 2018 ja um bis zu 40% zugenommen haben.
Dieser Tourismus findet aber zu 99% an der Küste in den Hotels statt, bringt also für das ganze Land keine echte Perspektive für Arbeitsplätze für Leute mit Ausbildung, zumal er bei einem neuen Anschlag sofort einbrechen wird.
Sahnen nicht auch die europäischen Reiseveranstalter den Großteil ab?
Die europäischen 4x4 Touris, die ihre Erbsensuppe in Dosen mitbringen, sind auch keine Geldquelle.

Warum sollten also Unternehmen z.B. in TUN Betriebe gründen und damit Arbeitsplätze und die nötige Perspektive schaffen?

Wird ohne Anschub durch den Staat Tunesien, der kein Geld hat, bzw. aus der EU kaum funktionieren.

Da sehe ich eher schwarz.

Bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker irgendwann mal aufwachen und verstehen wo die Probleme liegen.

Bis zu einer Lösung wirds dann noch etwas dauern.

Oder sie begreifen vorher, dass es schon mittelfristig wirtschaftlichere Methoden als Grenzzäune und Frontex oder Asylverfahren gibt wenn man den Menschen in ihrer Heimat Perspektiven schafft.

Das ist keine Frage von Entwicklungshilfe im bisherigen Sinn oder von "unsere Steuergelder werden in Afrika verpulvert"; das wird schon heute eine existentielle Frage für Europa.

Vielleicht kommen unsere Tomaten ja irgendwann aus Ländern, in denen man keine Energie für die Beheizung von Gewächshäusern benötigt.

Und sie werden nicht aus europäischen beheizten Gewächshäusern nach Afrika transportiert.

Sowas könnte man doch in einem ersten Schritt einfach verbieten.

Mit Verboten haben die Jungs doch sonst auch wenig Probleme?
Mauritius
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Bedrohliche Verarmung in arabischen Ländern

Beitrag von Mauritius »

Bäärti hat geschrieben:. . . Diese Bücher sind simpel gestrickt und richten sich eher an das anspruchslose Touri-Vieh. - Lesetipp zu diesem Thema: T. Kohnstamm - «Die absolut ehrlichen und völlig schamlosen Bekenntnisse . . .
Hallo, Bäärti, guten Morgen - als ein Teil des "anspruchslosen Touri-Vieh" hab' ich mir das Buch sogleich bestellt, gestern kam es:

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Jetzt bin ich wahnsinnig gespannt, was mich da erwartet - evtll werde ich aber Schwierigkeiten haben, als ein Mitglied des "anspruchslosen Touri-Vieh" den Inhalt zu verstehen - in diesem Falle würdest Du mir doch sicher Nachhilfe erteilen, oder irre ich mich in der Annahme . . .?
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