Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Aber das war in Libyen doch damals auch ein vorgeschobener Grund, vergl. dazu die verlinkte Bachelor Arbeit in dem Posting davor.
Ja, diese Ausarbeitung kommt zu diesem Schluss. Und meine beim Lesen aufgetaute Erinnerung spricht auch von einer interessensbasierten Intervention.Wir hatten uns damals gefragt, was für einen Deal die westlichen Staaten mit Russland und China für deren Nicht-Veto ausgehandelt haben könnten. — Aber dennoch: ist der Konflikt erstmal von innen heraus gestartet.
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Da liegt ja der Hase auch im Pfeffer. Wie glaubwürdig ist den im Falle Libyens, dass dort unter einem der despotischeren der Diktoren der Neuzeit - ein Aufstand ohne Push von aussen stattgefunden hat?
Recht glaubwürdig. Es war der arabische Frühling, der von Tunesien aus beginnend letztlich den ganzen islamisch geprägten Mittelmeerraum erfasst hat. Eine sehr hoffnungsvolle Zeit, finde ich. Wie die entsprechenden Regierungen damit umgegangen sind und was jeweils daraus geworden ist, steht auf einem anderen Blatt.
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass dass genügend Grenzfälle und Präsedenzfälle den Weg zum heutigen Zustand geebnet haben. Regime Change ist ja durchaus ein Begriff der heute nicht mehr ganz fremd ist.
Nein, aus meiner Sicht sind Deine Beispiele mit dem jetzigen Geschehen nicht vergleichbar. Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist wohl eher vergleichbar mit dem zweiten Angriff der USA auf Irak: Es spielten ganz eigene, vom Aggressor unbenannte Interessen eine Rolle. Die Begründungen für den Angriff waren jeweils an den Haaren hebeigezogen und unhaltbar.
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
U.a. kommt mir bei dem Stichwort ja auch ein Land in den Sinn, welches da auf dem Maidan (...) - aber ich schweife ab. Aber ja da war doch der Nulan leak und die Rolle von Hunter Biden. Da gibt es ja einiges Material dazu, hier von der BBC.
Oh, 2014 herrschte Krim-Krieg-Propaganda und 2019 US-Wahlkampf. Dazu kann ich nur die Primaten aus dem Film „Madagaskar“ zitieren:
„Wirf mit Puh-Puh, wenn Du kannst."
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Worauf ich hinaus wollte ist, dass wir diese "Dehnungen" und Präsedenzfälle geschluckt haben ohne auf die Strasse zu gehen. Es ist ja nicht so dass es nicht Demonstrationen gab. Aber die "vernehmbaren" der politisch aktiveren haben halt den Fokus auf die Umwelt und das Gendern gelegt.
Wer setzt sich denn für Demokratie ein, wenn sie einfach und selbstverständlich da ist?
Wer geht auf die Straße, wenn seine Daddelkiste mit der Echokammer WLAN braucht, das mit dem Plus-Paket noch schneller ist?
Die gehen auf die Straße, wenn der Konsum- und Party-Terror schon um 22:00 Uhr abegschaltet wird.
Ich war sehr erstaunt und erfreut über den Erfolg Greta's, dass sich die Leute mal für etwas einsetzen, das nur mit einer größeren Perspektive verständlich ist.
Wieso bittet nicht eine noch so kleine chinesische Minderheit in Taiwan um Hilfe? Wäre heute doch "nicht unüblich" hier seitens China das ganze wieder einzuverleiben. Dass ist die Völkerrechtsauslegung im 2022 - durchaus traurig. Gibt ein paar Sanktionen, wie üblich..
Konflikt mit China: Biden sagt Taiwan militärische Unterstützung zu(22.10.2021, Tagesschau)
Dass China hierzu spaßbefreit ist, lässt sich z.B. an diesen jüngeren Beispielen sehen:
Taiwan-Botschaft in Vilnius: Litauen bringt die EU ins China-Dilemma (22.01.2022, Tagesschau)
Waffenverkäufe an Taiwan China sanktioniert US-Konzerne (21.02.2022, Tagesschau)
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Was ich wirklich nicht verstehe, das ist die Motivation von Putin. Was soll da mittel und langfristig positives für Russland herauskommen?
[...]
DH: wieso wird bzw wurde die Ukraine als strategischer Puffer angesehen?
Mit der Ukraine hat Russland einen uneingeschränkt kontrollierten Zugang zum schwarzen Meer. Mit
Sewastopol einen eisfreien Hafen und damit jederzeit Zugang zum Mittelmeer. Ein bündnistreues NATO-Mitglied ist da echt kontraproduktiv.
Damit bringt er sich für den nächsten Schritt in eine strategisch bessere Position:
- ein offene Flanke weniger
- mehr Aktionsradius für Militär, Logistik und Handel
Surfy hat geschrieben: ↑Fr 25. Feb 2022, 16:39
Auch eine andere Verständnisfrage kommt hoch: Wo jetzt welches Land Atomwaffen aufstellt oder einen Schutzschild hochzieht, ist doch seit dem Einsatz der Atom-Ubooten (und (bald) Hyperschall-Raketen) gar nicht mehr so wichtig? Ausser es geht um eine klassische Kriegsführung mit Panzern und Soldaten...
Im Gegensatz zum kalten Krieg, an dem die Kontinentalraketen (ballistische Flugbahn höher als die der ISS) mit ihrer schieren atomaren Sprengkraft die Sicherheit durch Angst bringen sollten, sind die
heutigen Atomwaffen kleiner (regional begrenzt) und können mit den Hyperschall-Flugkörpern strategische Ziele im gegnerischen Heimatland treffen (keine Ahnung wie weit die damit sind). Das legt die fadenscheinige Argumentation nahe, man wäre in der Lage, nur militärische Ziele damit zu treffen und die Zivilbevölkerung zu schonen.

— Vielleicht macht man aus den „kleinen“ verseuchten Gebieten anschließend Naturschutzgebiete, um den CO2-Haushalt im Griff zu behalten.

Im fieseren Fall wird's halt ein Internierungs- oder „Umerziehungslager“. Das beschleunigt die ideologische Auslese.
Aber letztlich erfordert fast jegliches Szenario am Ende ein „boots on the ground“, so dass die eingesetzte Marionettenregierung auch wirklich „geschützt und gut beraten“ ist.
