Grenzübergang KZ --> UZ

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus. Staaten: Afghanistan, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Georgien, Indien, Irak, Iran, Kambodscha, Kasachstan, Kirgisien, Kurdistan, Laos, Malaysia, Mongolei, Myanmar, Nepal, Pakistan, Tajikistan, Thailand, Tibet, Türkei, Turkmenistan, Vietnam, Uzbekistan

Moderator: Moderatoren

Antworten
Mauritius
Beiträge: 533
Registriert: Mo 15. Mai 2017, 23:29
Wohnort: Quatre Bornes / Mauritius

Grenzübergang KZ --> UZ

Beitrag von Mauritius »

Was ich hier schreibe, ist mir am Straßengrenzübergang von KZ --> UZ passiert.
In Almaty entschloß ich mich, einen Fern-Nachtbus nach Taschkent zu nehmen. Fahrzeit für die 900 km Strecke um die 15 Std incl. Pausen.

1-44785034yf.jpg
2-44785035cc.jpg
3-44785036ux.jpg

Am Grenzübergang, KZ-Seite, mußten alle Passagiere aussteigen, ihr Gepäck aus dem Bus nehmen und in eine Halle gehen zur Paßkontrolle, wo es den Ausreisestempel gab. Das Gepäck wurde in ein x-ray-Gerät gestellt und durchleuchtet. Danach alle wieder zurück in den Bus, der dann etwa 1 km fuhr bis zum UZ-Kontrollpunkt. Dort das Gleiche wieder, alle aussteigen, Gepäck aus dem Bus nehmen, in eine Halle, dort an den Schalter der Paßkontrolle - und dort, ja dort geschah das Ungewöhnliche:

Ich wurde am Fenster der Paßkontrolle 75 min aufgehalten; der Beamte forderte mich unzählige Male auf, in die kamera zu schauen und jedes Mal schüttelte er den Kopf, was soviel wie: " DAS FOTO IST NICHT VON IHNEN - DIE PERSON AUF DEM FOTO SIND NICHT SIE ! "

Ich wußte erst einmal nicht, was das soll, was ich jetzt machen soll; und, ja, nach durchgefahrener nacht OHNE Schlaf war ich auch geistig sehr träge. Ich sagte dem Beamten, daß ich die ganze Nacht im Bus nicht schlief u. deswegen mein Gesicht etwas mitgenommen aussehen mag, nach schlafloser Nacht. Das interessierte den Beamten nicht im Geringsten, er telefonierte statt dessen nach seinen Vorgesetzten [???], die dann auch erschienen und das Gleiche sagten: " Der Mann auf dem Foto sind nicht Sie !"

Ich nahm meinen Paß und zeigte den Beamten Stempel von Nepal, Rußland, Ukraina, Mazedonien, Kossovo, Georgien, Türkei und Unmengen anderer Länder, die sich alle nicht an dem angeblich falschen Bild im Paß störten.

Inzwischen machte der Busfahrer und die anderen 40 Passagiere Theater, weil sie die letzten 30 KM endlich fahren wollten. Aber ich konnte nichts machen, weil der Paß keinen Einreisestempel hatte.

ENDLICH !!!! Nach 75 min bequemte sich der Beamte, meinen Paß zu stempeln, und ich durfte zum Bus gehen.

WAS ICH DANN SPÄTER ERFUHR:

Im ART HOSTEL, Taschkent, http://arthostel.uz/2015/06/25/welcome-to-art-hostel/
http://arthostel.uz/2015/06/21/rooms-and-rates/, welches ich schon von Almaty aus gebucht habe, erzählte ich den Leuten das mir Geschehene und es tat sich mir plötzlich eine TOTAL ANDERE WELT AUF, auf die ich nie gekommen wäre.

4-44785038tq.jpg
5-44785039cr.jpg
6-44785040rj.jpg

Ich bin einem absolut, extrem KORRUPTEN Bekannten auf den Leim gegangen und habe es nicht einmal gemerkt. Die Kollegen im Hostel sagten, das ist nichts Neues, schuld daran sei mein Reisepass, als deutscher Paß hat der nun mal die unangenehme Eigenschaft, nach GELD ZU STINKEN, und von diesem Geld hätte der Beamte mal so auf die Schnelle einen 100-Dollar-Schein abhaben mögen.-
Übrigens, als ich zurück in Kasachstan war, bestätigten mit meine dortigen Bekannten ebenfalls diese Art der Korruption.

Wie kann ich als Reisender, der seit Jahren alle Kontinente besucht, so naiv sein und nicht auf die Idee kommen, was da wirklich geschehen sei?

MEINE KOSEQUENZEN f. d. Zukunft:

In meinen Reisepaß werde ich ein Zettelchen mit dem Text: IM NOTFALL DEUTSCHE BOTSCHAFT IN . . . ANRUFEN. Das natürlich in der Landessprache des jeweiligen Landes, an dessen Grenze ich gerade stehe. Dazu die Tel.-Nr. der Botschaft.

Ich glaube, jetzt wird sich der Beamte es sich genauer überlegen, ob er behaupten will, mein Paßbild sei nicht ich !!!

Desweiteren werde ich den gesamten Vorfall schriftlich akribisch fixieren und mit Beweisfotos an die USKISCHE BOTSCHAFT in Berlin senden. Lt. den Stempelnummern läßt es sich leicht nachvollziehen, wer zu dieser Zeit Dienst hatte - mal sehen, was da geantwortet wird.

7-44785061cd.jpg

Auf dem Stempel ist die Nr T180 das Ausschlaggebende, daran läßt sich zurück verfolgen, wer zu dem Zeitpunkt am Schalter saß.

Das war mein kleiner Report - natürlich auch in der Hoffnung, daß andere Reisende Bescheid wissen, sollten sie in eine ähnliche Lage kommen.

Ansonsten haben mir die 5 Tg Taschkent sehr gefallen; das nächste Mal werde ich dann noch Buchara und auf alle Fälle Samarkand dazu nehmen und evtll, ja, eben nur evtll, weiter nach Duschanbe fahren.

Jetzt hab' ich erst einmal 3 von 5 STAN-Ländern besucht, und mehr war auch nicht geplant.
Antworten