Dokumentarfilm
Regie: Milo Rau
Deutschland/Schweiz 2017 - 100 min.
Erscheinungsdatum: 16.11.2017
In mehr als 20 Jahren hat der Kongo-Krieg über sechs Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Viele sehen in dem Konflikt eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, liegen hier doch die wichtigsten Vorkommen vieler High-Tech-Rohstoffe. Für „Das Kongo-Tribunal“ gelingt es Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Krieges drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein unverschleiertes Porträt des größten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte. Quelle: Linden-Museum, Stuttgart
Jean-Paul Sartre und Bertrand Russell veranstalteten 1966 das «Vietnam Tribunal»; analog dazu inszenierte der Schweizer Theatermann Milo Rau 2015 das «Kongo Tribunal». Der Film darüber und ein Buch (im Verbrecher Verlag in Berlin erschienen) dokumentieren die Ereignisse. – Eine traurige Neu-Aktualität des Films liefern die Enthüllungen der «Paradise Papers», die ein Kapitel des Tribunals, die Schürfung von Gold und Coltan im Kongo durch Glencore beleuchten ... mehr
http://www.the-congo-tribunal.com
Der Film wird am Mittwoch, 1. Dezember 2021, um 19.30 Uhr im Linden-Museum in Stuttgart gezeigt.
Gruß
Birgitt
FILM + BUCH | Das Kongo Tribunal
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Birgitt
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FILM | Das Kongo Tribunal - Trailer
Statement des Autors und Regisseurs Milo Rau
«Das Kongo Tribunal» beginnt, fast unvermittelt, mit den Bildern eines Massakers, dessen Zeugen ich und mein Team zufällig während eines Recherchedrehs wurden: des Massakers von Mutarule in der Nähe der Stadt Bukavu, das im Juni 2014 stattfand und dem über 30 Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Es sind wohl die grausamsten und, zu Beginn, unverständlichsten Aufnahmen, die ich je gemacht habe. Denn warum dieses Massaker stattfand, darüber sagen sie nichts. Die gleichsam alttestamentarische Realität der aus 1000 solcher Massaker und Vertreibungen bestehenden ostkongolesischen Katastrophe, die bis heute über 6 Millionen Opfer gefordert hat, erklären sie nicht. Und dies ist der Grund, warum wir das «Kongo Tribunal» durchgeführt haben: Um zu verstehen, warum Mutarule, warum all diese Vertreibungen und Massaker stattgefunden haben und weiter stattfinden und was wir selbst, über unsere Zeugenschaft hinaus, damit zu tun haben.
Wenn ich mich von all den Theater- und Filmprojekten, die ich gemacht habe, für eines entscheiden müsste, dann wäre es «Das Kongo Tribunal» [...] Es handelt sich um ein theatrales Tribunal, bei dem aber alles echt ist: vom Minenarbeiter über den Rebellen und zynischen Minister bis zum Anwalt aus Den Haag spielen sämtliche Teilnehmer nichts anderes als sich selbst .... mehr
Gruß
Birgitt
«Das Kongo Tribunal» beginnt, fast unvermittelt, mit den Bildern eines Massakers, dessen Zeugen ich und mein Team zufällig während eines Recherchedrehs wurden: des Massakers von Mutarule in der Nähe der Stadt Bukavu, das im Juni 2014 stattfand und dem über 30 Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Es sind wohl die grausamsten und, zu Beginn, unverständlichsten Aufnahmen, die ich je gemacht habe. Denn warum dieses Massaker stattfand, darüber sagen sie nichts. Die gleichsam alttestamentarische Realität der aus 1000 solcher Massaker und Vertreibungen bestehenden ostkongolesischen Katastrophe, die bis heute über 6 Millionen Opfer gefordert hat, erklären sie nicht. Und dies ist der Grund, warum wir das «Kongo Tribunal» durchgeführt haben: Um zu verstehen, warum Mutarule, warum all diese Vertreibungen und Massaker stattgefunden haben und weiter stattfinden und was wir selbst, über unsere Zeugenschaft hinaus, damit zu tun haben.
Wenn ich mich von all den Theater- und Filmprojekten, die ich gemacht habe, für eines entscheiden müsste, dann wäre es «Das Kongo Tribunal» [...] Es handelt sich um ein theatrales Tribunal, bei dem aber alles echt ist: vom Minenarbeiter über den Rebellen und zynischen Minister bis zum Anwalt aus Den Haag spielen sämtliche Teilnehmer nichts anderes als sich selbst .... mehr
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Buch | Das Kongo Tribunal
Ergänzend zum Film gibt es auch das Buch:
Das Kongo Tribunal
Bundeszentrale für politische Bildung
Seit mehr als 20 Jahren herrscht Bürgerkrieg im Kongo. Über drei Millionen Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Der Kampf um Rohstoffe wie Coltan, Zinn und Kupfer, an denen der Ostkongo reich ist, spitzt sich weiter zu. 2015 inszenierte der Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau das Kongo Tribunal - ein politisches Theaterstück -, um den Konflikt und seine Widersprüchlichkeiten öffentlich darzustellen und die gegensätzlichen Positionen, die Interessen und Unvereinbarkeiten zu entschleiern. Durch ein symbolisches Urteil am Ende des Tribunals sollten die Verantwortlichkeiten festgestellt und öffentlich gemacht werden. Milo Rau lud Opfer, Milizionäre, Regierungsvertreter, Oppositionelle, Unternehmer und Vertreter internationaler Organisationen ein und verhandelte mit ihnen drei Fälle, die symbolisch für den Konflikt stehen sollten.
Dieses Buch ist eine Verschriftlichung des Tribunals. Milo Rau gewährt Einblicke in sein Regietagebuch und verdeutlicht durch Bilder und Fotos die Eindringlichkeit des Theaterstücks. Im Buch eingebunden sind zudem Interviews, Zeitungsartikel, Reden und Reaktionen. Auch wenn es eine symbolische Verhandlung war, weckt das Theaterstück Hoffnung auf die Möglichkeit eines solchen Tribunals.
Gruß
Birgitt
Das Kongo Tribunal
- Autor: Milo Rau
- Seiten: 304
- Verlag: Verbrecher Verlag, Sonderausgabe bpb
- Erscheinungsdatum: August 2017, Sonderausgabe bpb 17. Mai 2019
Seit mehr als 20 Jahren herrscht Bürgerkrieg im Kongo. Über drei Millionen Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Der Kampf um Rohstoffe wie Coltan, Zinn und Kupfer, an denen der Ostkongo reich ist, spitzt sich weiter zu. 2015 inszenierte der Schweizer Regisseur und Theaterautor Milo Rau das Kongo Tribunal - ein politisches Theaterstück -, um den Konflikt und seine Widersprüchlichkeiten öffentlich darzustellen und die gegensätzlichen Positionen, die Interessen und Unvereinbarkeiten zu entschleiern. Durch ein symbolisches Urteil am Ende des Tribunals sollten die Verantwortlichkeiten festgestellt und öffentlich gemacht werden. Milo Rau lud Opfer, Milizionäre, Regierungsvertreter, Oppositionelle, Unternehmer und Vertreter internationaler Organisationen ein und verhandelte mit ihnen drei Fälle, die symbolisch für den Konflikt stehen sollten.
Dieses Buch ist eine Verschriftlichung des Tribunals. Milo Rau gewährt Einblicke in sein Regietagebuch und verdeutlicht durch Bilder und Fotos die Eindringlichkeit des Theaterstücks. Im Buch eingebunden sind zudem Interviews, Zeitungsartikel, Reden und Reaktionen. Auch wenn es eine symbolische Verhandlung war, weckt das Theaterstück Hoffnung auf die Möglichkeit eines solchen Tribunals.
Gruß
Birgitt




