Regie: Arash T. Riahi
Österreich / Frankreich 2008 - 114 min.
Kinostart: 13.08.2009
Von Ankara aus scheint das Fluchtziel Europäische Union zum Greifen nah: Nach einer riskanten Wanderung durch das Grenzgebirge zwischen Iran und Türkei hoffen drei verschiedene Flüchtlingsgruppen, in der türkischen Hauptstadt nun ein selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Doch schnell trübt das langwierige Asylverfahren die Euphorie der acht Iraner und des Kurden Manu. Die Schlange Asylsuchender vor dem UNHCR – dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen – in Ankara ist unendlich lang, die Entscheidungen über ihre Anträge wirken willkürlich und der iranische Geheimdienst ist ihnen auf der Spur ...
Es sind zutiefst beeindruckende Bilder, die der Dokumentarfilmer Arash T. Riahi für seinen ersten Spielfilm findet: Bereits in der Anfangssequenz, die eine Erschießung politischer Gefangener aus der Vogelperspektive zeigt (eine Szene, die sich am Ende der Geschichte wiederholen wird, und deren Bedeutung wir erst dann erfassen), die dann in ein unschuldiges kindliches Murmelspiel mündet, erweist sich der Blick Riahis für dramatische Zuspitzung als Glücksfall für den Film. Trotz der Poesie, die den Bildern und Szenen innewohnt, ist "Ein Augenblick Freiheit" kein beschönigender Film, sondern ein manchmal leiser humorvoller, dann wieder ein zutiefst trauriger und zärtlicher Blick auf die vielen Flüchtlinge, die vor den Toren Europas auf Einlass warten, auf ihre Geschichten, ihre Hoffnungen und die Enttäuschungen. Und auf den Tod, der manchen von ihnen erwartet.
www.foramomentfreedom.com

Dazu ein Artikel aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 11.08.2009
Gruß
Birgitt




