FILM | Midwives

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Birgitt
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FILM | Midwives

Beitrag von Birgitt »

Dokumentarfilm

Regie: Snow Hnin Ei Hlaing
Myanmar, Kanada, Deutschland 2022 - 92 min.
Kinostart: 26.01.2023

Die junge Muslima Nyo Nyo ist fest entschlossen eine zuverlässige Hebamme zu werden. Ihre buddhistische Lehrerin Hla hat eine improvisierte Klinik im Westen Myanmars, in der die beiden Frauen trotz ihrer unterschiedlichen ethnischen und religiösen Zugehörigkeiten zusammenarbeiten, aber auch bedroht werden. Die Klinik ist für schwangere Frauen, Neugeborene und Kinder die einzige Hoffnung auf medizinische Versorgung, denn die muslimische Rohingya sind rechtlos. Hla’s Belastung im Klinikalltag ist groß und ihre Sicherheit in Gefahr. Trotzdem ermutigt sie täglich ihre Schülerin und fordert sie heraus, besser zu werden. Im Land kämpft die Bevölkerung mit den Nachwirkungen des Militärputsches und dem harten Vorgehen gegen Demonstrant*innen. Die beiden Hebammen trotzen den widrigen Umständen, Chaos und Gewalt und ringen um das Glück, dass sich immer dann einstellt, wenn eine Geburt gelingt und ein Kind zur Welt kommt.

Snow Hnin Ei Hlaings drehte ihr bemerkenswertes Dokumentarfilmdebüt über sechs turbulente Jahre im Rakhaing-Staat in Myanmar. Voller Liebe, Empathie und Hoffnung bietet MIDWIVES einen seltenen Einblick in die komplexe Realität Myanmars und seiner Menschen. Gleichzeitig macht der Film auf den unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung Schwangerer, junger Mütter und Neugeborener aufmerksam, den Hebammen weltweit leisten.

Der Film gewann beim prestigeträchtigen Sundance Filmfestival und ist nominiert für den Independent Spirit Award ... mehr


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Birgitt
Birgitt
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FILM | Midwives - Kritik + Trailer

Beitrag von Birgitt »

Midwives ist das eindrucksvolle Porträt einer komplexen Beziehung, die vor dem Hintergrund politischer Instabilität und sozialer Ungleichheit zwischen Freundschaft und Abhängigkeitsverhältnis, Nächstenliebe und Eigennutz oszilliert. Wirkt es anfangs so, als sei Hlas Provinzlazarett der letzte Hafen der Menschlichkeit, fördert der Zeitraffer bald schon erste Risse zutage. Unter dem Eindruck behördlicher Schikane und leicht zu goutierender Pop-Propaganda aus den Regionalmedien wird Hlas Ton gegenüber Nyo Nyo rauer. Die wiederum kapselt sich nach und nach ab, um eigene Träume zu verwirklichen.

Mit reichlich Einfühlungsvermögen gelingt es Ei Hlaing, sehr intime Momente einzufangen. Als Erzählerin nimmt sie sich zurück, für den — nicht immer klaren — Kontext sorgen Texttafeln, Nachrichtenschnipsel und Social-Media-Clips. Zu Wort kommen beinahe ausschließlich die Menschen vor der Kamera. Sie äußern Wut und Unverständnis, flüchten sich in Galgenhumor und lassen sich zeitweise von der Resignation „übermannen“. Buchstäblich: Midwives thematisiert auch den Kraftakt, der dem Frausein (nicht nur) in dieser Region innewohnt. So kämpft Nyo Nyo als Angehörige der verfolgten Rohingya nicht nur um ihre Existenz sondern auch um eine Selbstverwirklichung in patriarchalischen Strukturen, die für sie die Rolle der umsorgenden Mutter und Ehefrau vorsehen. Und auch Hla erkennt, dass sie mehr mit ihrer Angestellten gemeinsam hat, als ihr die ideologischen Scharfmacher glauben machen wollen. Eine Erkenntnis, die Anlass zur Hoffnung gibt ... mehr bei kino-zeit.de




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