Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Kuno
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Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Kuno »

Soweit ich mich erinnere ware die Erstuermung und Besetzung der US Botschaft in Teheran durch "Studenten" damals ein einmaliger Akt. Danach war lange Zeit Ruhe - in den letzten Jahren und gerade aktuell scheint es sich aber zu einem richtigen Trend zu entwickeln, dass in Islamischen Laendern praktisch beliebig Botschaften der US und Europaeischer Laender gestuermt und abgefackelt werden. Der Enthusiasmus der lokalen Sicherheitskraefte, die fuer den Schutz dieser Botschaften verantwortlich sind haelt sich teilweise in engen Grenzen.

Wenn ich richtig informiert bin, dann hat man vor langer Zeit einmal angefangen, Botschaften einzurichten, damit man in schwierige Situationen zwischen Laendern immer noch eine Moeglichkeit hatte, miteinander zu reden. Und genau deshalb sollten die Botschaften unangetastet bleiben, egal wie schwierig / zerstritten das Verhaeltnis zwischen den jeweiligen Laendern auch war.

Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg hat das mW. soweit funktioniert. Und auch spaeter bei allen moeglichen.

Liege ich da falsch?
Alexander
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Alexander »

Botschaftsstürmungen scheinen sich tatsächlich zu häufen. Die territoriale Integrität scheint immer mehr gefährdet zu sein. Hier einige Beispiele:

Syrer stürmen weltweit Botschaften
Iranische Demonstranten stürmen britische Botschaft in Teheran
London: Demonstranten stürmen und besetzen Griechische Botschaft
Verzweifelte Afrikaner stürmen Botschaft
Demonstranten stürmen israelische Botschaft in Kairo
Nach Mord an kurdischem Dissidenten: Sturm auf Botschaften

Es gab aber auch früher, wenn auch sehr selten, Stürmungen auf Botschaften. Ich erinnere mich z.B. in den 80er Jahren, dass gelegentlich versucht wurde, die türkische Botschaft in München zu stürmen bzw wurden Anschläge verübt. Sie wurde daher von starken Polizeikräften rund um die Uhr bewacht. Ansonsten fallen mir keine Ereignisse älteren Datums ein.

Grüsse
Alexander
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Kuno
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Es gab aber auch früher, wenn auch sehr selten, Stürmungen auf Botschaften. Ich erinnere mich z.B. in den 80er Jahren, dass gelegentlich versucht wurde, die türkische Botschaft in München zu stürmen bzw wurden Anschläge verübt.
Ich vermute, dass es sich da um Angriffe von dissidenten Landsleuten gehandelt hat. Das waere dann eigentlich ein anderes Kapitel. Ansonsten ist mir nichts derartiges bekannt.

Findet jemand sonst ein Beispiel?
Kuno
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Kuno »

Bis jetzt habe ich nicht viel gefunden. Es gab noch was in den 1990ern in Afghanistan. Dort haben die Taliban die Iranischen Diplomaten gefangengesetzt - und danach masakriert.

Aktuell sind die Libyer in diesem Thema taetig. Allerdings besetzen sie die eigenen Botschaften im Ausland... Sie waren schon immer etwas anders als die anderen.
Ralf Kiefer
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Ralf Kiefer »

Kuno hat geschrieben: Findet jemand sonst ein Beispiel?
Im Jahr 1989 haben DDRler die deutschen Botschaften in der Tschechoslowakei und in Ungarn gestürmt und besetzt.

Gruß, Ralf
schnorr
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von schnorr »

nicht eine botschaft, sondern alle ausländer waren in china im jahre 1900 betroffen.
im juni 1900 haben die soganannten boxer das diplomatenviertel in peking angegriffen.

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Boxeraufstand.html
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Stefanie
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Stefanie »

Ich denke, dass der entscheidende Aspekt das Sicherheitspersonal des "Gastlandes" darstellt. Ich erinnere mich an die 80-er Jahre in Deutschland, als die Autonomen-Bewegung losbrach, Bonn noch Hauptstadt war. Da ich dort studierte war ich auch oefters auf groesseren Demos. Meine letzte war eine Demo 1986 vor der US-Botschaft, nachdem auf Libyen Bomben geworfen wurden. Es fand eine recht grosse Demo vor der US-Botschaft statt, die aber aufgrund ihrer Lage - umgeben von einem grossen Park - recht sicher war. Der Verfassungsschutz war allgegenwaertig und filmte, die Botschaft war nochmals weiter abgesperrt...Und irgendwann kamen die Autonomen auf den Plan. Haetten die Sicherheitskraefte, incl der GSG9, die dazugerufen wurde, nicht mit aller Macht das Gelaende gesichert, haette es auch ein Stuermung gegeben.
Wenn ich nun sehe, in welchem Umfeld die Stuermungen stattfinden, so liegt fuer mich der Schluss nahe, dass die "Gastlaender" nicht immer an einem absoluten Schutz interessiert zu sein scheinen und es deshalb auch vermehrt zu Stuermungen kommt. Das gilt fuer mich auch bei den weltweiten Stuermungen der Syrischen Botschaften im letzten Jahr. Sie wurden zwar im Nachhinein verurteilt, doch wurden sie nicht verhindert...eine Art "Solidaritaetsbekundung".
Genau wie es heute "Mode" zu sein scheint, dass Fahnen verbrannt werden, so ist die Botschafts-Stuermung ein Machtbeweis. Ich behaupte einmal, dass die meisten Menschen, die an einer Stuermung beteiligt sind (siehe zB Kairo) nicht wirklich wissen, wie der Status von Botschaften ist, welche eigentliche Funktion sie haben.
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Stefanie

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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Kuno »

Stefanie hat geschrieben: Ich behaupte einmal, dass die meisten Menschen, die an einer Stuermung beteiligt sind (siehe zB Kairo) nicht wirklich wissen, wie der Status von Botschaften ist, welche eigentliche Funktion sie haben.
Warum schreibst du immer und immer wieder, dass die Aegypter nicht wissen, was sie tun?
Das klingt gerade im Falle von einem "unbewilligten Betreten eines fremden Hauses" in einer muslimischen Gesellschaft absolut unglaubwuerdig... :wink:

Zumal - es sind ja eigentlich immer gerne "Studenten" die bei solchen Anlaessen fuehrend sind. Die sollen auch voellig "unwissend" sein :mrgreen:
Stefanie
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Stefanie »

Kuno,
erstens ich sehe nicht, dass es sich ueberwiegend um Studenten gehandelt hat. Ich denke, dass nicht nur Moslems sicher wissen, was sie tun, indem sie ein Haus unerlaubt betreten, doch dass eine Botschaft einen besonderen Status hat, der interantional geschuetzt ist...? Und falls es (zweitens) einige wissen, dem "Mob" ist es in dem Moment voellig egal. Es geht darum ein Feinbild/einen Feind anzugreifen.
Wie auch immer, Kuno, der Schwerpunkt meiner Aussage war der, dass die Sicherheit der "Gastlaender" der entscheidende Faktor ist...und das gilt sicher auch fuer die aegyptischen Sicherheitskraefte im Hinblick auf Israel!
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Kuno »

Stefanie - die Botschaftsstuermer werden oft als Studenten deklariert (wir reden hier nicht nur ueber Ereignisse in ET :wink: ).
Stefanie
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Re: Botschaftsstuermungen - gab es das frueher auch schon?

Beitrag von Stefanie »

Kuno,
ich finde lediglich bei der Stuermung der britischen Botschaft in Tehran vor einem Jahr den Hinweis auf Studenten und 1979, wieder im Iran, die Stuermung und Geiselnahme in der US-Botschaft...
Es mag also am Iran liegen, dass dort Studenten fuer die Stuermungen zustaendig sind :wink:
Gruesse aus Baharia
Stefanie

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