Dr. Rudolph Kuper, ein persönlicher Nachruf
Rudolph Kuper arbeitete nach Abschluss seines Studiums zuerst als Archäologe im Rheinischen Braunkohlenrevier. 1962 unternahm er unter dem Ethnologen Hans Rhotert seine erste Expedition zur Felsbildforschung in die Wüste, ins Fezzan.
1980 begann er in Südwest-Ägypten mit Forschungen zur Siedlungsarchäologie der östlichen Sahara, 1985 startet die erste große Forschungsexpedition von Köln aus mit einem Unimog und mehreren Geländewagen u.a. zum Abu Ballas in Ägypten.
1989 gründete er mit weiteren Mitarbeitenden der Forschungsstelle Afrika das Heinrich-Barth-Institut (HBI) für Archäologie und Umweltgeschichte Afrikas e.V. Dort war er Herausgeber der Buchserie Africa Praehistorica.
Durch Kupers Bemühungen entstand 1997 das Grabungshaus des HBI in Balat/Dachla.
2002 präsentierte das Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung Wüste, besonders unterstützt von Rudolph Kuper. Dort lernte ich ihn als Referent mehrerer Vorträge als auch im persönlichen Gespräch kennen. Wir waren uns gleich sympatisch, ich erzählte ihm von meinen beiden Reisen mit der Ente durch Ägypten und erwähnte mein Interesse daran, bei Möglichkeit die Wissenschaft mit meiner Erfahrung als Vermessungsingenieur zu unterstützen. Auch berichtete ich vom Sahara Club, unserem Treffen in Westhofen und den vielen Wüstenbegeisterten, die da zusammenkommen, um Wüstenreisen zu planen.
Im Sommer 2003 bot Rudolph Kuper mir an, mit einigen wissenschaftlich Interessierten Clubmitgliedern die Arbeits- und Lagerräume des HBI in Köln zu besichtigen, welch toller Nachmittag mit 1000 Fragen und Antworten und abschliessend ein Grillabend im Hof der Jennerstraße.
Auf dem Westhofentreffen in 2004 gab es auf Kupers Anregung den ersten wissenschaftlichen Vortrag, dem noch etliche weitere in den nächsten Jahren folgen sollten.
Und Kuper fragte mich im Herbst , ob ich in der Oase Dachla die topografische Vermessung des zukünftigen Museumshügels durchführen könnte. Nichts lieber als das!
So flog ich - zusammen mit der Leiterin des Ruhrlandmuseums und einer Architektin - nach Kairo, wo wir mit einem der Geländewagen weiter nach Balat zum Grabungshaus fuhren. Im Laufe einer Woche war der Hügel vermessen und 3D-Pläne angefertigt, während im Grabungshaus Pläne für das AHMED FAKHRY DESERT CENTER und seine Ausgestaltung gemacht wurden. Die Tage in Dachla waren lehrreich und unterhaltsam, an mehreren Abenden trafen wir uns mit Kollegen anderer Forschungsbereiche. Hier lernte ich Rudolph als einen feinfühligen Menschen kennen, der immer offen für Ideen und Vorschläge anderer war. Zum Abschluss der Woche in Dachla gab es noch einen Ausflug zu den neuesten Entdeckungen in der Umgebung der Oase.
Ende Januar 2005 trafen wir (auf meiner östlichen Mittelmeerumfahrung) wieder in Kairo zusammen, er bat uns nach Dachla zu kommen, um ihn bei der Führung eines Filmteams zu archäologischen Fundplätzen zu unterstützen, was wir gerne machten.
Angelika Baumann hatte dazu seinerzeit einen schönen Beitrag hier im Wüstenschiff geschrieben: Land der Kontraste
Zum Schluss reichte er mir einen Stein, den er mich bat mit nach Deutschland zu nehmen ... es war ein Fessel- oder Anbindestein, der im Sommer 2006 in der Austellung Wüste in Rosenheim ausliegen sollte. Der Stein hat es tatsächlich über alle Grenzen hinweg nach Rosenheim geschafft!
Rudolph kam noch zweimal zum Treffen des Sahara Club nach Westhofen, um einen Vortrag zu halten, ihm war wichtig, die Wüstenreisenden für den Erhalt des kulturellen Erbes der Sahara zu sensibilisieren.
Download zum Flyer: Respect the Desert
Leider wurde der Kontakt geringer durch den politischen Umbruch in Ägypten, individuelle Reisen waren ebenso wie Forschungen in der Wüste nahezu unmöglich geworden.
Zu seinem 80. Geburtstag lud er mich ein, es wurde groß in der Jennerstraße, dem Sitz des HBI, gefeiert.
Rudolf konnte auch im Alter nicht von den Forschungen lassen, Archäologie war nicht sein Beruf, sondern sein Leben, und das Heinrich-Barth-Institut war als sein Gründer fast wie sein Kind.
Nun ist er von uns gegangen, ich werde ihn sicher in guter Erinnerung behalten.
Uwe Schmitz
Dr. Rudolph Kuper, ein persönlicher Nachruf
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Rockatanski
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Re: Dr. Rudolph Kuper, ein persönlicher Nachruf
Danke für deinen Nachruf.
- Achim Vogt
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Re: Dr. Rudolph Kuper, ein persönlicher Nachruf
Sehr berührend, danke, lieber Uwe!
Viele Grüße
Achim
Viele Grüße
Achim
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Wolfgang K
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Re: Dr. Rudolph Kuper, ein persönlicher Nachruf
Hallo Uwe,
Vielen Dank für die Worte.
Wolfgang
Vielen Dank für die Worte.
Wolfgang




