(Mali) Die Eroberung des Songhaireiches

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Kuno
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(Mali) Die Eroberung des Songhaireiches

Beitrag von Kuno »

Wer hat schon einmal etwas vom ehemaligen Songhaireich gehoert?

Waehrenddem man uns gerne glauben machen moechte, dass in Schwarzafrika eigentlich alles in Ordnung & friedlich war, bis die boesen westlichen Sklavenhaendler und dann noch die Kolonisten kamen sieht die Geschichte des Kontinents natuerlich in Wahrheit anders aus.

Ein interessantes Beispiel dazu gibt uns das Songhaireich - hier ein kurzer Abriss aus Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Songhai

"Seitdem ein marokkanisches Expeditionskorps 1584 bis nach Waddan (1.100 km westlich von Timbuktu) vorgedrungen war, wusste man in Gao von der Gefahr, die von Marokko ausging. Ein wichtiger Streitpunkt zwischen den beiden Ländern waren die Salinen von Teghaza, die die Saadier Marokkos 1556 unter ihre Herrschaft gebracht hatten. Die Askiyas waren allerdings zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um ernsthafte Maßnahmen zur Rückgewinnung der weit im Norden gelegenen Salinen zu treffen. Noch wichtiger war in den Augen der Saadier das Gold des Sudan, von dem sie sich die Anfüllung ihrer Staatskasse versprachen.

Deshalb organisierte Ahmad al-Mansur (1578–1603) ein Expeditionskorps von 5000 Soldaten und stellte es 1590 unter das Kommando des spanischen Renegaten Judar Pascha. Die meisten Soldaten des Korps waren mit Feuerwaffen bewaffnete Europäer, ehemalige Kriegsgefangene, die in marokkanische Dienste getreten waren. Die kleine aber schlagkräftige Armee traf 50 km nördlich von Gao bei Tondibi auf das Songhai-Heer von 50 000 Mann. Trotz des ermattenden Fußmarsches durch die Wüste, gelang es Judar Pascha dank seiner Feuerwaffen, das Songhai-Heer nach kurzem Widerstand zu besiegen und in die Flucht zu schlagen. Die königstreuen Songhai zogen sich hinter den Niger zurück und leisteten den Marokkanern von Dendi aus einen jahrzehntelangen erbitterten Widerstand. Doch vergeblich, gegen die Feuerkraft der Marokkaner war mit den lokalen Waffen nicht anzukommen.

Judar Pascha machte Timbuktu zu seinem Amtssitz und etablierte hier auch einen Schattenkönig der Askiya. Im Anschluss an seinen militärischen Erfolg und das viele erbeutete Gold, das Karawanen nach Marrakesch brachten, erhielt Ahmad al-Mansur den Ehrentitel al-dhahabi, der „Goldene“. Die direkte Herrschaft Marokkos über den Nigerbogen dauerte jedoch nur bis 1612. Letztlich erwiesen sich die Entfernung und die Beschwerden der Wüstendurchquerung doch als unüberwindbare Hindernisse für eine dauerhafte Herrschaft. Zwar nannten die Besatzer den Namen des marokkanischen Sultan noch bis 1660 im Freitagsgebet in Anerkennung seiner formalen Oberherrschaft, aber de facto waren sie auf sich allein gestellt und mussten bald ohne Unterstützung ihres Heimatlandes zurechtkommen. Ihre militärische Überlegenheit garantierte ihnen das Überleben als fremde Besatzer, aber ihre Isolation von der Bevölkerung konterkarierte alle Bemühungen einer stabilen und weiträumigen Herrschaftsbildung. Im Gegenteil, letztlich beschränkte sich die Herrschaft des marokkanischen Pascha lediglich auf die Städte Timbuktu und Djenné und deren unmittelbare Umgebung."
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