Säulenhallen und Ehrenbögen: Nordafrika in römischer Zeit
Ruinen geben nicht nur Auskunft über frühere Kulturen, sie appellieren auch an das Gefühl. Nicht zuletzt deswegen pilgern wir zu den Baudenkmälern und Ausgrabungsstätten der griechisch-römischen Antike – auf die Athener Akropolis ebenso wie nach Pompeji, zur Maison Carrée in Nîmes oder zum Amphitheater von El Djem.
...
Nun liegt zu dieser hochbedeutenden antiken Kulturlandschaft, in der sich römische und punische Einflüsse mischten, die erste zusammenfassende Übersicht in deutscher Sprache vor. Verfasst wurde sie von einem der besten Kenner der Materie, dem französischen Archäologen François Baratte, der sich als Erforscher der bis in die vandalische und byzantinische Zeit wichtigen Stadt Ammaedara (Haïdra) einen Namen gemacht hat. mehr...
François Baratte hat ein reich bebildertes Buch publiziert, das zu Entdeckungen in den nordafrikanischen Zentren der römischen Zeit einlädt. Allerdings beschränkt er sich in seiner Darstellung auf den städtischen Raum und die unmittelbare Umgebung (Landgüter im direkten Umkreis der Städte); das bäuerliche "Hinterland", ohne das eine Stadt nicht existieren konnte (und kann), wird nur marginal abgehandelt. Mir fehlen Antworten auf Fragen wie: Woher kamen die Lebensmittel (Korn, Öl, Gemüse, Fleisch)? Woher kamen die Baumaterialien (Stein, Holz, Ziegel)? Wie waren die Zulieferer organisiert bzw. gab es Siedlungen/Gehöfte, die nachweisbar über den Eigenbedarf hinaus produzierten?
Mit dieser Art von Stadt-konzentrierter Darstellung habe ich als Prähistorikerin etwas Mühe: Für mich fehlt zu viel, damit ich mir ein annähernd korrektes Bild machen kann... und der Untertitel ("Nordafrika in römischer Zeit") verspricht mehr als er hält.
LG Regula
François Baratte: Die Römer in Tunesien und Libyen. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2012. 143 S. ISBN 978-3-8053-4459-3. CHF 41.90, EUR 29,99. Versandkosten innerhalb Europas EUR 10,00 (Deutschland und Österreich frei).




