Die Geschichte Tunesiens
Archäologische Funde im Süden Tunesiens weisen daraufhin, daß bereits in der Altseinzeit (Paläolithikum) vor ca. 100000 bis 150000 Jahren eine Besiedlung stattgefunden haben muß. Erst vor 10000 Jahren erschien der Homosapiens auf der Bildfläche. Sie sicherten ihr Überleben als Jäger und Sammler in den noch nicht verwüstenden Savannen. Ca. 2000 Jahre später begann das Kilima sich zu ändern, sodaß die Bewohner in den Norden auswandern mußten und sie sich mit anderen Stämmen vermischten. Es entstanden verschiedene Völkergruppen, die von den Griechen als Numider (später Nomaden), Libyer und Nubier bezeichnet wurden. Erst die Römer prägten den Begriff Berber (röm.: Barbari)
Übersicht der tunesische Geschichte:
2000 v. Chr: Anlegen von Handelskolonien entlang der Mittelmeerküste durch die Phönizier
814 v. Chr: Gründung der Stadt Karth Hadasht, daß durch die Römer Karthago genannt wurde und zur wichtigste Bastion im Kampf gegen die griechische Expansion wird.
332 v. Chr: Nach dem Verlußt des phönizischen Heimatlandes wird Karthago neue Heimat der Phönizier und steigt zur größten Seemacht im westlichen Mittelmeer auf. Krieg auf Sizilien zwischen Griechen und Karthager um die Vorherrschaft auf Sizilien.
264–241 v. Chr: Im Ersten Punischen Krieg verlieren die Karthager gegen die Römer und verlieren Sizilien
218-201 v. Chr: Der Zweite Punische Krieg zwischen Karthager und Römer wird durch Grenzstreitigkeiten am Ebro in Spanien ausgelöst. Hannibal überquert mit ca. 30000 Mann, 12000 Reitern und 37 Elefanten die Alpen. Obwohl Hannibal 217 und 216 v. Chr. zwei wichtige Siege über die Römer errang, wird er in der entscheidende Schlacht 202 v. Chr. auf afrikanischem Boden vernichtend geschlagen. Karthago verliert die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum.
149-146 v. Chr: Im Dritten Punischen Krieg vernichtet Rom endgültig Karthago. Der Erdboden wird mit Salz unterpflügt um die Äcker unfruchtbar zu machen. Nahezu alle Karthager werden getötet. Nur wenige können fliehen. Der Rest gerät in die Sklaverei.
146 v. Chr: Das ehemals punische Gebiet, wird durch Rom zur Provinz Africa erklärt. Dieses Gebiet entspricht in etwa dem heutigen gebiet von Tunesien. Südlichste Grenze und Vorposten der römischen Provinz ist der heutige Ksar Ghilane.
2. + 3. Jhd.: Die Provinz Africa erlebt eine neue Blütezeit und wird zur Kornkammer Roms. Danach entstehen Unruhen durch die Christianisierung die mit Christenverfolgungen einhergehen. In den laufenden Jahrhunderten kommt die Provinz nicht zur Ruhe. Einfallende Berberstämme veranlassen Rom mehrmals, die Ordnung wieder aufzubauen.
670: Oqba Ibn Nafi unterwirft die ehemalig römische Provinz und gründet Kairouan als Hauptstadt Tunesiens. Sie wird eine der heiligen Städte des Islams werden. Die Provinz Africa wird in Ifrikya umbenannt.
1000-1100: Kämpfe verschiedener Herrschergruppen gipfeln in der völligen Zerstörung des Landes durch die Araber. Die Waldgebiete Tunesiens werden gerodet und Städte vernichtet. Ifrikya wird vollkommen arabisiert (Sprache, Religion, Schrift)
1229: Unter der neue Regentschaft der Hafsiden wird das Land nun Tunesien heißen mit der neuen Hauptstadt Tunis
1348: Pestepidmie
1508-1534: Spanier und Osmanen erobern Städte an der Küste.
1535: Bei La Goulette wird Tunis auf Bitte Hassans mit Hilfe Kaiser Karls V. zurückerobert
1574: Eroberung Tunis durch die Türken. Tunesien wird 300 Jahre durch das Osmanische Reich verwaltet.
17. Jhd.: Hochzeit der Piraten und Sklavenhändler
1705: Hussein Ben Ali übernimmt Regentschaft. Die Dynastie der Husseiniten-Beys besteht bis 1957. In dieser Zeit werden Steuern erhöht was die Verarmung/Unzufriedenheit der Bevölkerung zur Ursache hat.
19. Jhd.: Imperialismus (Frankreich, Deutschland, Großbritanien)
12.4.1881:Frankreich marschiert von Algerien aus mit 32000 Soldaten nach Tunesien ein und zwingt Tunesien Frankreich als „Schutzmacht“ anzuerkennen.
1885: Enteignung des Grundbesitzes der Nomaden und Zueignung an französichen und italienischen Siedlern. Kolonisierung Tunesiens.
1914-1918: Erster Weltkrieg. Während des Ersten Weltkriegs kämpfen zwar 80000 Tunesier, von den 11000 fallen, an der Seite Frankreichs. Jedoch wird nach Beendingung des Krieges an der Kolonialisierung unvermindert weiter gearbeitet. Die Verarmung der Bevölkerung schreitet voran.
1939-1945: Zweiter Weltkrieg. Tunesien wird Kriegsschauplatz Deutschlands, Italiens, Amerikas und Großbritaniens.
1945-1947: Hungersnot durch Kriegsfolgen und Dürre.
Ab 1950: Freiheitskampf unter Führung von Habib Bourguiba. Frankreich kann den Widerstand nicht mehr brechen, da die französischen Resourcen durch den Algerien- und Indochinakrieg geschwächt sind.
20.3.1956:Tunesien wird unabhängig.
15.4.1956: Erste freie Wahlen
25.7.1957: Habib Bourguiba wird Staatspräsident und richtet das Staatswesen nach dem Westen aus (Gerichtsbarkeit, Gleichstellung der Frauen, allgemeine Schulpflicht)
1961: Vergeblicher Angriff der Tunesier auf die französische Garnison in Bizerte. Zwei Jahre später aber verlassen die Franzosen die Garnison.
1974: Habib Bourguiba läßt sich zum Staatspräsident auf Lebenszeit wählen.
1978: Hohe Arbeitslosigkeit. Generalstreik wird blutig niedergeschlagen
1980: Weiterer Generalstreik.
1.11.1981: „Freie“ Wahlen werden ausgerufen. Oppositionsparteien werden jedoch nicht zugelassen.
1984: Verdoppelung der Brot- und Hirsepreise. Nach blutigen Aufständen wird die Preiserhöhung wieder zurückgenommen.
1985: Libyen weist 35000 Tunesier aufgrund des Ölpreisverfalles aus. Die
Arbeitslosigkeit steigt in Tunesien.
1.10.1985: Israelische Kampfbomber greifen das PLO Lager in Hammam Lif an.
1987: Absetzung Bourguibas durch Zine el Abidine Ben Ali. (Jasmin Revolte)
1990: Putschversuch der Fundamentalisten haben Massenverhaftungen zur Folge
1994: Demokratische Wahlen unter Ausschluß der Fundamentalisten
Tunesien
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Alexander
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