Aegypten? Keine Chance!

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Kuno
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Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Kuno »

Ich habe bewusst einen etwas aggresiven, negativen Titel fuer dieses Thema gewaehlt. "Keine Chance" haben wir ja auch gesagt, als es darum ging, Mubarak loszuwerden... die Aegypter hatten mehr drauf als wir ihnen zugetraut hatten.

Aber nun sind sie Mubarak los und die Probleme sind nach wie vor da. Sein Vermoegen wurde nicht auf die Bevoelkerung verteilt, das Militaer kontrolliert noch immer alles, die Jungen, die Frauen - sind irgendwie aus den Medien verschwunden.

Wurde Aegypten bereits von den Problemen des Alltags eingeholt?

Die neue Regierung - ob sie nun aus alten Koepfen, Demokraten, Islamisten oder wem auch immer besteht hat dochnach wie vor die folgenden Herausforderunge zu bewaeltigen:

- Die Bevoelkerungsexplosion droht Aegypten zu ersticken. Was kann man dagegen tun?

- Die Landwirtschaft wird immer problematischr. Versalzung der Boeden. Wasserknappheit.

- ET muss landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren um Devisen zu bekommen. Das Geuese koennten sie aber selber auch brauchen.

- Neu erschlossene Gebiete in der Wueste sind voellig vom Nilwasser abhaengig. Wie lange geht das noch gut?

- Die suedlichen Nachbarn wollen einen viel hoeheren Anteil vom Nilwasser abzweigen als sie das heute tun. Und sie werden es tun.

- Aufgrund der kommenden Wasserknappheit wird Aegypten nicht nur im Inneren mit Unruhen zu kaempfen haben sondern eventuell bald einmal militaerisch gegen die Nachbarn im Sueden vorgehen muessen.

- Der Friede mit Israel koennte von Aegypten bald ienmal gebrochen werden. Fuer die US wird sich dann die Frage stellen, welchen ihrer Verbuendeten sie sich weiterhin halten wollen - ich tippe nicht auf Aegypten.

- Die Kriege werden Aegypten ruinieren.

Ueberbevoelkert. Trocken. Pleite. Und die Infrastruktur vom Krieg zerstoert.

Die Pyramiden werden uebrigbleiben :!:


...sehe ich da zu schwarz? Vielleicht kann jemand einige meiner Punkte widerlegen. Hoffentlich.
Bodensee
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Bodensee »

Bevor Aegypten pleite geht, wird noch etliches Wasser den Nil runterfliessen...
Ein politisch brisantes und wirtschaftlich bisher vernachlässigtes Problem lauert hier:

Erdgasvorkommen im Mittelmeer
http://jghd.twoday.net/stories/erdgas-v ... iegsgrund/
Man beachte bitte die Karte, mir ist nicht bekannt, dass sich die Natur an „wie mit dem Lineal gezogene Grenzen“ hält, deshalb gehe ich davon aus, dass vor der Mittelmeer-Sinai-Küste auch ein Teil des Erdgasfeldes vorhanden sein muss.
http://www.gtai.de/fdb-SE,MKT201106068008,Google.html
Hier ein Bericht dazu aus dem Jahre 2007
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 47734.html

Der türkische Ministerpräsident geht am kommenden Montag auf Reisen und zimmert sich meiner Meinung nach eine Allianz zusammen:
http://www.voanews.com/english/news/mid ... 05128.html

Wenn die Türkei und Griechenland über ihren Schatten springen (vielleicht von Brüssel aus vorbereitet) und in dieser Sache zusammenarbeiten, dann steht Israel alleine da....

Zum Rest:
Stabilisierung der Bevölkerungszahl, kommt erst mit zunehmender Bildung.
Wassernot bekämpfen mit Entsalzungsanlagen am Roten Meer, mit Sonnenenergie betrieben, aufbereitetes Wasser mit Pipeline zum Nil und nach Kairo, Umstellung der Landwirtschaft auf Tropfen-Bewässerung etc.
Von vielen unbemerkt steigt Aegypten zum Gold-Exporteur auf, siehe hier: http://www.centamin.com.au/
Neben Centamin sind russische Firmen auch im Geschäft...

In den letzten Jahren hat sich in Kairo und Alexandria der Dienstleistungszweig sehr vergrössert. Zahlreiche Firmen haben ihre Callcenter von Indien nach Aegypten verlegt (die Leute lernen schnell Englisch und haben bei richtiger Ausbildung halt fast keinen Akzent)

Viel mehr Sorgen macht mir aktuell die Tatsache, dass die ägyptischen Generäle ihr Volk, deutsch und deutlich gesagt, einmal mehr verarschen wollen. Ich meine, dass wir in Aegypten nochmals eine blutige Revolution erleben werden, weil die Bevölkerung ihre Rechte nicht mehr aus der Hand geben will. Dann werden auch die Generäle ihre Fabriken verlieren.
Kuno
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Kuno »

Bodensee hat geschrieben:In den letzten Jahren hat sich in Kairo und Alexandria der Dienstleistungszweig sehr vergrössert. Zahlreiche Firmen haben ihre Callcenter von Indien nach Aegypten verlegt (die Leute lernen schnell Englisch und haben bei richtiger Ausbildung halt fast keinen Akzent)
Das mit dem Akzent ist bei den Indern ein echtes Problem.
Alexander
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Alexander »

Kuno hat geschrieben:Ich habe bewusst einen etwas aggresiven, negativen Titel fuer dieses Thema gewaehlt. "Keine Chance" haben wir ja auch gesagt, als es darum ging, Mubarak loszuwerden...
Aegypten? Keine Chance!

Diese Worte halte ich mir auch ständig vor Augen. Allerdings steht bei mir hinter dem Wort Chance ein Fragezeichen.
die Aegypter hatten mehr drauf als wir ihnen zugetraut hatten.
Ich würde da etwas unterscheiden zwischen dem ägyptischen Volk und der (prä oder post Mubarak) ägyptischen Regierung.
Ja, das ägyptische Volk hatte wirklich was drauf. Es hatte die, ich drücke es mal populär aus, die Schnauze voll und haben sich durchgesetzt. Mubarak ist weg. Aber was hat sich geändert? Hat sich wirklich etwas signifikant geändert oder sind es nur Zuckerbrote, die dem Volk hingeworfen werden, um es zu besänftigen? Und bestehen die alten Seilschaften immer noch?

Welche Freiheiten hat das Volk wirklich gewonnen? Die Einschränkungen der Versammlungsfreiheit sind vom Miliär immer noch nicht aufgehoben. Demonstrationen werden immer noch gewaltsam beendet.
Stefanie hat geschrieben:Hi Alexander,

es sind in der Tat jede Menge Veraenderungen. Nicht alle sind im Moment "gluecklich" (zB. die Ernennung diverser Gouverneure mit Vorgeschichte, doch an sich war der Austausch sehr wichtig ind gut! Aenderungen sieht man auch sehr gut in der Medienlandschaft: eine nicht zu vergleichende Vielfalt an Informationen... . Das Auffalendste ist allerdings, dass sich die meisten Menschen befreit fuehlen! Ich habe noch nie mit so vielen Leuten ueber Politik im weiteren Sinn gesprochen. Dabei geht es mir nicht um die Inhalte - es geht darum, dass die Menschen sich trauen, Stellung zu beziehen! Etwas, was frueher nie denkbar gewesen waere: ich sprach mit recht hohen Militaers, Polizisten, Kopten und natuerlich Moslems...jeder hat seine Probleme und Ansichten - und spricht darueber!
Es werden fast taeglich Menschen angeklagt, vor Gericht gestellt...Manchmal nicht die, die "das Volk" im Moment moechte...doch immerhin! Stueck fuer Stueck werden Altlasten abgebaut, was leider auch an manchen Stellen fuer etwas Chaos sorgt. So sind die Stadtverwaltungen manchmal fast handlungsunfaehig, weil alle abwarten, ob und wann sie auch ausgetauscht werden...
Manchmal verbringe ich Stunden im Netz, nur um die Neuigkeiten zu lesen. Trotzdem komme ich nicht mit - es passiert soooo viel!
Und der Satz, den ich in den letzten Wochen am meisten gehoert habe ist: Nach dem 25. Januar ist alles anders! (Allein der Glaube daran gibt vielen Kraft!)
Das sind die Veränderungen, wie sie Stefanie erlebt und ich hoffe, dass es nicht nur die kleinen Veränderungen sind, von denen sie berichten wird.
Kuno hat geschrieben: Aber nun sind sie Mubarak los und die Probleme sind nach wie vor da. Sein Vermoegen wurde nicht auf die Bevoelkerung verteilt, das Militaer kontrolliert noch immer alles.
Eine Verteilung des Vermögens and die Bevölkerung sehe ich als unrealistisch. Was sind die Kriterien, welchen Promillesatz bekommt jeder? Das Geld sollte meines Erachtens vernünftig in die Wirtschaft investiert werden, damit Arbeitsplätze schaffen. Damit wird dem ägyptischen Volk langfristig mehr geholfen, als kurzfristig das Volk finanziell zufrieden zu stellen.

Richtig: Die Probleme sind nach wie vor da und sie werden m.E. auch noch nicht so schnell gelöst werden.
Zunächst muss mit der Mubarak Area abgeschlossen werden. Gerechte Urteile müssen gefällt und vollstreckt werden.
Die ersten Wahlen müssen ohne Zwischenfälle und Manipulationen ablaufen. Die neue Führung muss das Vertrauen der Bevölkerung verdienen und das Volk muss der Führung vertrauen können.

Das wird der schwierigste und der längste Schritt werden. Erst danach wird man zur eigentlichen Tagesordnung übergehen können.

- Die Bevoelkerungsexplosion droht Aegypten zu ersticken. Was kann man dagegen tun?
Das Problem ist nicht die Bevölkerungsexplosion (Ägypten ist ein grosses Land) sondern die Tatsache, dass zu viele Menschen auf engstem Raum leben (z.B Kairo) Ägypten hat eine Bevölkerungsdichte von 80,4/qm, die Schweiz 184,7/qm.
Die ägyptische Regierung muss Anreize schaffen (Zuschüsse, Arbeitsplätze, Infrastruktur) um die Bevölkerung zur Abwanderung in andere Gebiete zu überzeugen.

- Die Landwirtschaft wird immer problematischr. Versalzung der Boeden. Wasserknappheit.
Wasser ist (noch) genügend vorhanden. Die Art und Weise, wie mit dem Wasser umgegangen wird, ist ein Problem.
Ob Nilnebenarm oder der Oasenbach in Siwa. Sie werden als Müllhalden verwendet. Altöl und Chemikalien werdne in das Wasser eingeleitet. Die Art und Weise der Bewässerung sollte überdacht werden. Es nützt nichts, wenn ein grosser Teil des Wassers beim Bewässern verdunstet.

- ET muss landwirtschaftliche Erzeugnisse exportieren um Devisen zu bekommen. Das Geuese koennten sie aber selber auch brauchen.
Ägypten kann die landwirtschaftlichen Erträge durch Optimierung der Bewässerungstechniken steigern und zwar so, dass keine nachhaltige Versalzung des Bodens eintritt. Somit können landwirtschaftliche Produkte exportiert und für den heimischen Verbrauch angebaut werden. Aufgrund des Klimas kann Ägypten mehrere Ernten im Jahr einfahren. Parallel mit einer besser laufenden Wirtschaft (ich vermeide das Wort "florierend", davon ist Ägypten noch weit entfernt) und den daraus erzielten Deviseneinnahmen lässt sich eine ausgewogene Agrarwirtschaft betreiben, für den eigenen und für den Fremdbedarf

- Neu erschlossene Gebiete in der Wueste sind voellig vom Nilwasser abhaengig. Wie lange geht das noch gut?
Nicht das Nilwasser ist das derzeitige Problem sondern die Art und Weise des Wassertransports und der Bewässerung.
Bis das Nilwasser durch die angelegten Kanäle in die neugeschaffenen Anbaugebiete gelangt, sind zigtausend Kubikmeter verdunstet. Vernünftige Wasserwege (unterirdisch, abgedeckt) würde hier Abhilfe schaffen.

- Die suedlichen Nachbarn wollen einen viel hoeheren Anteil vom Nilwasser abzweigen als sie das heute tun. Und sie werden es tun.
Soweit ich mich erinnern kann, hat sich Ägypten und die südlichen Länder geeinigt. Finde den Beitrag gerade nicht. Inwieweit sich diese Einigung hält ist abzuwarten.

- Aufgrund der kommenden Wasserknappheit wird Aegypten nicht nur im Inneren mit Unruhen zu kaempfen haben sondern eventuell bald einmal militaerisch gegen die Nachbarn im Sueden vorgehen muessen.
siehe vorherige Punkte. Das Problem, was ich sehe, ist die Verschlammung des Nassr Sees. Der fruchtbare Schlamm, der sich seit dem Bau des Staudamms angesammelt hat, kann trotz Bemühungen nicht aufgehalten werden.

- Der Friede mit Israel koennte von Aegypten bald ienmal gebrochen werden. Fuer die US wird sich dann die Frage stellen, welchen ihrer Verbuendeten sie sich weiterhin halten wollen - ich tippe nicht auf Aegypten.
Ich tippe auch nicht auf Ägypten. Ich hoffe aber, dass Israel während den Wahlen nicht zu sehr als Schuldenbock herhalten muss. Zuviel Hetze gegen den Nachbarn könnte die Stimmung noch mehr anheizen. Ich baue hier auf nie Vernunft beider Länder. Der Eine kann ohne den Anderen nicht auskommen. Gemeinsam könnten sie für Stabilität im Nahen Osten sorgen.

Grüsse
Alexander
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Stefanie
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Stefanie »

Alexander,
die Nil-Anrainer haben sich zwar im Mai diesen Jahres geeinigt, allerdings ohne Aegypten und Sudan!
http://www.tagesspiegel.de/politik/eini ... 38690.html

Was nun Kunos Beitrag mit der etwas krovokanten These angeht, so wuerde ich auch lieber ein Fagezeichen setzen.
Das, was ich seit Februar immer wieder versuche meinen aegyptischen Gespraechspartnern klar zu machen, dass eine Veraenderung Zeit braucht. Demokratie kommt nicht mit Absetzen des Diktators zustande. Aegypter sind aber leider kein geduldiges Volk :wink: . Dass der Weg lang und steinig sein wird, war wohl allen halbwegs gebildeten Menschen klar. Das Problem sind - und das ist einfach der Dreh- und Angelpunkt - die ungebildete Masse! Und da ich in einem Ort lebe, der die Mehrheit des aegyptischen Volkes recht gut wiederspiegelt, kann ich die Stimmen, die ich sowohl hier als auch in der Kairoer Unterschicht hoere sicher gut als Durchschnittsmeinung sehen. Es interessiert niemanden, dass die gesamte Weltwirtschaft im Moment schwankt, dass andere Laender auch mit hohen Lebensmittelpreisen kaempfen... Was die Menschen interessiert ist, dass sie endlich wieder genug Geld fuer Lebensmittel haben, dass sie Arbeit haben - und vor allem, dass endlich Ordnung wiederhergestellt wird. Und dabei mehren sich leider immer haeufiger die Stimmen, die das alte Regime wieder haben moechten, denn schliesslich waren die Strassen sicherer! Es wird ueber die Demonstranten geschimpft, die immer wieder fuer Unruhe sorgen. Es wird ueber die Polizei geschimpft, die nicht fuer Ruhe sorgt. Die Uebergriffe Ende Januar werden dem verhassten Habib el-Adly zugeschrieben, die Wut gegen den Polizei-Apperat ist gross, doch fehlt einfach die Sicherheit, die in dem alten "Ueberwachungsstaat" herrschte. Es war eingespielt: ich musste dem Polizisten auf der Strasse unauffaellig Geld in die Hand druecken, dann durfte ich an verbotener Stelle drehen. Heute weiss niemand, wie er wem trauen kann und was er machen kann. (An Regeln halten, koennte man denken! Doch wenn diese Regeln Jahrzehnten nur auf dem Papier standen, muss man erst lernen, dass sie auch Gueltigkeit haben!)
Klar, das Selbstversatendnis ist ein anderes geworden. Immer noch sind die meisten stolz, was "sie" erreicht haben (waren aber eigentlich nur wenige, andere!). Jetzt wollen aber auch die, die selber nicht beteiligt waren endlich Ergebnisse sehen!
Es laeuft gerade der Prozess gegen Mubarak etc...Was wird passieren, wenn die alle nicht oder nur gering bestraft werden??? Dann brennt Aegypten! Was passiert, wenn Tantawi, der morgen unter Ausschluss der Oeffentlichkeit als Zeuge befragt wird, nicht gegen Mubarak aussagt? (Ich hoffe, dass wirklich keine Details seiner Aussage oeffentlich werden!)...
Aegypten hat sich in der letzten Woche mit dem grossen Bruder Saudi Arabien angelegt, da es sehr viele Probleme bei der Rueckkehr von Pilgern gab und den Saudis unterstellt wird, sie wuerden Aegypter schlecht behandeln, weil sie Mubarak "abgeschossen" haben. ...Und jetzt Israel: das sind klare Ablenkungsmanoever von innenpolitischen Problemen!
Es muss endlich ein Fahrplan fuer die Wahl aufgestellt werden. Nach und nach muessen alle Begleiter Mubaraks ausgetauscht werden! Er muss wieder ruhig in Kairos Strassen werden...dann ist der Rest auch zu bewaeltigen - inshallah!

Demokratie muss man lernen! Und bis sich Anderungen im Bildungswesen bemerkbar machen, vergehen etwa 20 Jahre!!!
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Kuno »

Stefanie:

Die Aegypter haben einen Vorteil, den die gebildeten Europaer nicht haben - sie wissen, wie man mit ganz wenig ueberleben kann.
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Re: Aegypten? Keine Chance!

Beitrag von Stefanie »

Ja, Kuno, das ist genau das, was mich nicht ganz pessimistisch stimmt!
Sie brauchen aber "Zeichen". dass sich auch fuer sie etwas aendert! Gerade im vergangenen Ramadan fiel wieder einmal auf, wie gross die Armut ist! "Multi-Jobber", die sich trotzdem keine neue Kleidung leisten konnten, wie es zum Ramadan Tradition ist, geschweige denn ein Festessen! Es wurde auf kleinster Flamme gekocht(sogar im engsten Sinne, da das Gas wieder einmal knapp war - zeitweise!)
Ich glaube, dass Aegyppten wirtschaftlich keine schlechte Position hat. Es werden gerade Investoren gesucht zur Foerderung diverser Bodenschaetze, die Menschen sind (zwar meist aus Not, aber...) motiviert. Momentan herrscht allerdings noch die Stimmung vor, dass sie "nur" demonstrieren muessen, dann aendert sich alles. Es streiken die Aerzte, Lehrer, Polizisten haben gestreikt...das verbreitet einfach Unwohlsein und Unruhe bei den anderen. Die neue Freiheit muss sich erst "einspielen"!
Stromprobleme, schlechte Wasserverteilung, teure Nahrungsmittel, Benzin-Engpaesse...da muss sich fuer die Menschen mit geringer Bildung hier schell etwas aendern. Das sehen sie direkt!
Wenn sie durchhalten, sehe ich durchaus eine Chance!
Gruesse aus Baharia
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