Ägypten / Uweinat - Überfall

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Jürgen Kempe
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Jürgen Kempe »

Danke Ibrahim,

klingt logisch was Du da schreibst.

Wie sehen denn Deine Angebote für uns, von denen der Eine oder Andere sicher gern 'mal Deine Dienste in Anspruch nehmen könnte/wollte, aus?

Dein Deutsch lässt darauf schliessen. dass Du Dich gut mit hiesiger Mentalität auskennst :wink: .

Viel Spass hier im Forum wünscht Jürgen Kempe
Kuno
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Kuno »

"Dann erfährt Kny den Grund für die Entführung: Ihr Zeltplatz im Karkur-Talh-Wadi war zu nah an der sudanesischen Grenze, vielleicht auch schon dahinter. In dem nur von Ägypten aus zugänglichem Wadi war das schwer zu erkennen."

Also jetzt schreibt entweder der Spiegel irgend einen Quatsch oder der Herr Kny weiss nicht, was er sagt...

Quelle: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1 ... -2,00.html

Es mag ja Regionen geben, wo die Grenzziehung zwischen den Ländern umstritten ist. Aber soviel ich weiss ist das genau in der betroffenen Region eben nicht der Fall und der Steinhaufen, der die Grenzen zwischen Sudan, Aegypten und Libyen definiert liegt seit den frühen 1930er Jahren umberührt am Platz. Ich kann mir vorstellen, dass man die Grenze optisch nicht erkennt, da sie ja nicht irgendwelchen Geländestrukturen folgt. Aber in einer Zeit, wo man kaum mehr ohne GPS zum nächsten Gemüseladen fährt nehme ich es absolut niemandem ab, der sich auf eine Forschungsreise begibt, dass er keine tauglichen Navigationsmittel mit sich führt.

Weiter oben wird gesagt, dass diese Grenzübertritte in den Sudan ohne entsprechende Genehmigung üblich und toleriert gewesen seien. Ueblich vielleicht schon - aber toleriert? Von wem toleriert?

Der Artikel an und für sich ist schon seltsam genug. Zuerst hat man Todesangst und danach "verlässt man Freunde". Hier würde ich mir halt schon wünschen, dass ein seriöses Nachrchtemagazin wie der Spiegel noch etwas Begleittext dazugibt und die Umstände erläutert.

Tja; die Sache hat sich wohl mittlerweile erledigt: Die Gegend ist nicht mehr zugänglich.

Damit ist nun ja auch der vom Archäologen Kuper geäusserte Wunsch erfüllt worden und die Touristen können keinen Müll mehr in der Gegend abladen und keine Felsbilder mehr zerstören.
yves
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von yves »

Hallo,

Kuno, meinst die etwa den Steinhaufen mit Schild? Der ist jedenfalls unübersehbar ;-)
Bild

Gruss, Yves
petrar
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von petrar »

Weiter oben wird gesagt, dass diese Grenzübertritte in den Sudan ohne entsprechende Genehmigung üblich und toleriert gewesen seien. Ueblich vielleicht schon - aber toleriert? Von wem toleriert?
Das frage ich mich auch mittlerweile. Und ganz sicher wissen die Guides genau, wann sie sich auf sudanesischem Boden befinden und wann nicht.

Und das hier, klingt für mich auch recht fragwürdig:
Ägyptisches Militär erfuhr jedoch von der Entführung und bat Kny, seine Erlebnisse im Internet zu veröffentlichen - als Warnung für andere Wüstenreisende.
Laut meinen Infos sind, aufgrund dieser Geschichte, viele Guides aus den Oasen nicht mehr nach Karkur Talh und Gebel Uwainat gefahren und haben zumindest darauf geachtet sich in (vermeintlich) sicherer Entfernung von den Grenzen aufzuhalten. Aber natürlich nicht alle...

Gruß

Petra
Kuno
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Kuno »

Man beschwert sich ja immer über die Grenzen, welche von den Kolonialmächten auf der Karte mit dem Lineal gezogen wurden...

...in der hier besprochenen Gegend hat es aber für den in der Navigation nicht so versierten Wüstenreisenden einen absolut entscheidenden Vorteil:

Wenn der N-Wert auf dem GPS-Display kleiner wird als 22 Grad. Dann befindet man sich definitiv nicht mehr in Aegypten, auch nicht in einem Niemandsland sondern ganz eindeutig im Sudan :roll:

Falls man zu weit nach Westen abdriften sollte, dann hat man das Glück, dass die Grenze ebenfalls ziemlich eindeutig definiert ist :wink:
Regula St.
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Grenzzeichen

Beitrag von Regula St. »

@Kuno, Yves und Petra

hier noch ein Bild eines Grenzzeichens etwas weiter östlich (unsere Begleiter sagten, es habe die Nummer 45). Dem ZugetOf war nicht bewusst, dass die Tour südlicher als die Grenze Ägypten-Sudan ging... (als wir ins Karkur Talh einfuhren, hat er geschlafen und das Grenzzeichen auf dem Berg demzufolge nicht realisiert...)
Bild

Gruss an Euch alle

Regula
Regula St.
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Regula St. »

Ach ja, entschuldigt bitte meine Abkürzung in meinem aktuellen Posting: Ich hab' einen schweizerisch-militärischen Begriff gebraucht... der ZugetOf ist der "Zugeteilte Offizier".

Unserer hatte 3 Tage vor seinem Einsatz geheiratet, kannte die Gegend überhaupt nicht, kam aus dem Nildelta und war vorher nur am Roten Meer stationiert. Er war bewaffnet (Pistole im Koffer), hätte die Waffe aber um aller Gott'sWillen nicht herausgenommen (obwohl wir ihn zu einem Wettschiessen zwischen schweizerischer und ägyptischer Armee aufforderten... :wink: )

Aber eben, das war 2006 und innerhalb von zwei Jahren kann sich sehr viel ändern...

Lieber Gruss an Euch alle

Regula
Kuno
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Kuno »

@ Regula; ich denke, dein Beitrag zeigt schon sehr deutlich, was man von so einer begleitenden Militär (bzw. Polizei) -person erwarten darf: Das sind doch meist Leute, die viel lieber an einem schattigen Plätzchen ihren Routinedienst versehen würden und auf den Gehaltsscheck am Ende des Monats warten. Die sind beim Militär, weil es für sie ein Einkommen garantiert und die gehen in die Wüste, weil es ihnen so befohlen wird. Dass einer von denen die Wüste "liebt" ist nicht auszuschliessen - aber sicher nicht die Regel! (Selbst die Leute, die in der Wüste LEBEN wollen im Normalfall von dort weg :!: ). Die Jungs sind alle froh, wenn sie nach einer Tour mit diesen bescheuerten Europäern wieder heil zuhause ankommen. Seit froh, dass die nicht dauernd mit ihrer Pistole herumfuchteln - das Reiserisiko wäre wahrscheinlich um einiges höher.

Ich denke, dass es nicht primär deren Job ist, die Touristen bei einem Angriff mit der Waffe zu verteidigen sondern viel mehr, sicherzustellen, dass sich der Tourist nirgends hinbegibt, wo ihn die Behörde eben nicht haben will. Wenn er aber dann den Grenzverlauf nicht kennt bzw. wenn die Route schon zum vornherein als grenzüberschreitend festgelegt wird und er immer noch nichts unternimmt, dann wird seine Präsenz schon fraglich...

Würde mich an dieser Stelle gleich mal interessieren, ob bei der Angabe der Route an die Behörden erwähnt wird, dass man die Grenze zum Sudan unbewilligt zu überschreiten gedenkt :roll: - erwarte allerdings auf diese Frage keine Antwort :mrgreen:
Regula St.
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Regula St. »

Hallo Kuno

um die offiziellen Permits zu kriegen, mussten wir (bzw. unser Organisator in Ägypten) die Reiseroute angeben. Soviel ich weiss, stand dann da einfach Karkur Talh drin, und damit hatte sich's.

Aber es ist dann unterwegs etwas passiert, das uns einiges zu denken gegeben hat. Hier der Ausschnitt aus meinem Tagebuch:

"Gegen Mittag halten wir an: Im Sand liegen ein kaputter Reise-Trolley, ein Frauennachthemd und zwei Fotos einer Sudanesin(?). Was ist da wohl passiert?"

Das war ungefähr halbwegs zwischen Karkur Talh und Wadi Sora. Unsere Begleiter haben den Koffer und die Fotos mitgenommen; was sie danach damit gemacht haben, weiss ich nicht...

Lieber Gruss

Regula
Kuno
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Kuno »

@ Regula;

da beleuchtest du einen ganz anderen Aspekt des "Saharareisens". Eigentlich schon erstaunlich, wie wir alle das Augenmerk auf ein paar wenige Reisende fixieren, welche freiwillig in der Gegend unterwegs sind und dabei die Schicksale der vielen, welche aus wirtschaftlicher Not die Wüste durchqueren nicht einmal im Ansatz kennen.
AndreasHirsch
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von AndreasHirsch »

Nun, es ist wohl klar, das die Boat-People in Malta
irgendwie an die Küste hoch kommen.
Es sind ja auch schon in Libyen "Flüchtlinge", die einfach
mal irgendwo vom Laster gefallen sind, von Reisenden
gefunden worden. Lebend und auch Tot. :shock:
Fotografiert hat wohl schon jeder so einen LKW.
Es soll auch so sein, das der Begleiter ein Begleiter bleibt
und kein Verteidiger ist.
Es möchte wohl niemand wirklich einen ausgerüsteten
Kämpfer auf so einer Reise dabei haben.

GRuß aus Berlin
Gruß aus Berlin
Stefanie
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Grenzueberschreitungen

Beitrag von Stefanie »

Hallo Kuno!

In der letzten Saison traf mein Mann (Fahrer und Guide aus Baharia) waehrend einer Tour auf eine sudanesische Militaertruppe. Aufgrund der regen Schmuggelverkehrs waren dort Libyer, Sudanesen und auch Aegypter von Zeit zu Zeit unterwegs.
Nachdem sie erst mit vorgehaltenen Waffen zum Anhalten gezwungen wurden, dann - nach Aufklaerung der Situation - gemeinsam Tee getrunken wurde, stellte mein Mann die Frage, ob es im allgemeinen ok waere, wenn die Grenze bei den Touren einige Kilometer ueberschritten wuerde. Es wurde der zustendige Obermufti herbeigeordert, der ihm dann bestaetigte, dass es geduldet sei, wenn die Reisegruppen aegyptisches Gebiet verlassen. Er bekam sogar dessen Telefonnummer, falls es Probleme gaebe.
Aufgrund der vermehrten Spuren von Schmugglern (wie oben geschildert u.a. Taschen, aber auch liegengebliebene Wagen) haben die Guides - vor allem nach dem Vorfall von 8 Bells - Grenzuebertritte vermieden!

Inzwischen ist es ja nun eh hinfaellig geworden!

Uebrigens - die Taschen werden nach Hause mitgenommen...vielleicht kann man ja was gebrauchen!

Gruss
Stefanie
Werner Lenz
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Werner Lenz »

Hallo Regula,

kannst Du noch etwas genauer sagen, wann und wo Du damals diesen Fund gemacht hast?
Auf dieser Strecke, etwa auf Höhe des Süd-Gilf befindet sich seit mindestens 2 Jahren ein "Sudanesen-Grab", wie es die Ägypter nennen. Die zugehörige Geschichte wird unter den Begleitern auch verbreitet.

Gruß
Werner
Regula St.
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Regula St. »

Hallo Werner

genaue Daten habe ich leider nicht, aber: Wir sind damals um etwa 08.00 im Karkur Talh weggefahren und waren etwa um 12.30 an dieser Stelle. Etwa eine Fahrstunde später (ca. 14.15, zwischendurch gab's noch eine Mittagsrast) trafen wir auf Autowracks der Kufra-Konvoys; hier ein gutes Bild:
http://www.fjexpeditions.com/expedition ... ct0908.jpg
Das muss eine halbe Stunde vor Wadi Sora gewesen sein.

Tut mir leid, dass ich nichts näheres sagen kann, aber ich hatte kein GPS dabei und unsere Begeleiter wussten (ich muss es annehmen, da sie ebenfalls sehr erstaunt waren) offenbar auch nichts.

Lieber Gruss

Regula
Regula St.
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Re: Ägypten / Uweinat - Überfall

Beitrag von Regula St. »

Hallo Werner

ein Feld zurück:
Das Ganze ist uns damals doch sehr in die Knochen gefahren... Wir hatten uns dann die Aufgabe gestellt, uns bis zum nächsten Mittag eine Geschichte zu Reisetrolley, Passfotos und Nachthemd auszudenken...

Kannst Du mir mitteilen, welche Geschichte bei bzw. von den Begleitern erzählt wird?

Für Geschichten bin ich immer zu haben...

Danke und lg

Regula
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