
Libyen | Etwas für die Geologen
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Kuno
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Libyen | Etwas für die Geologen
Diese seltsame Bodenstruktur ist mir NE von Zella "begegnet" - kann jemand erklären, um was es sich da handelt?


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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Grüezi Kuno
Hier handelt es sich vermutlich um Salzsprengungen. Salzhaltiges Wasser versickert im Sand und verdunstet. Die Salze kristallisieren aus, das führt zu einer Volumenvergrösserung und zum Reissen der Oberfläche in ein polygonales Netz. Der stete Wechsel von feucht und trocken bewirkt dann eine solches Erscheinungsbild... Typisch für eine Sebkha.
Gruss Bäärti
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Hier handelt es sich vermutlich um Salzsprengungen. Salzhaltiges Wasser versickert im Sand und verdunstet. Die Salze kristallisieren aus, das führt zu einer Volumenvergrösserung und zum Reissen der Oberfläche in ein polygonales Netz. Der stete Wechsel von feucht und trocken bewirkt dann eine solches Erscheinungsbild... Typisch für eine Sebkha.
Gruss Bäärti
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Regula St.
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Hi Kuno
ich bin zwar keine Geologin, aber solche Wabenstrukturen entstehen, wenn z.B. ein See mit Salzwasser oder ein Salzsumpf austrocknet. Du hast nicht zufällig beobachtet, ob die weissen Strukturen geglitzert haben? Übrigens: die Wabenstruktur entsteht auch in kaltem Klima; auf dem Grafjellet in der norwegischen Hedmark habe ich solche Waben, allerdings natürlich viel grösser (Durchmesser 2 bis 6 Meter), aus Steinen gesehen! Die sind offenbar während Jahrhunderten langsam gewandert.
Lieber Gruss
Regula
ich bin zwar keine Geologin, aber solche Wabenstrukturen entstehen, wenn z.B. ein See mit Salzwasser oder ein Salzsumpf austrocknet. Du hast nicht zufällig beobachtet, ob die weissen Strukturen geglitzert haben? Übrigens: die Wabenstruktur entsteht auch in kaltem Klima; auf dem Grafjellet in der norwegischen Hedmark habe ich solche Waben, allerdings natürlich viel grösser (Durchmesser 2 bis 6 Meter), aus Steinen gesehen! Die sind offenbar während Jahrhunderten langsam gewandert.
Lieber Gruss
Regula
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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
...das wäre dann eine Frostsprengung.Übrigens: die Wabenstruktur entsteht auch in kaltem Klima;
Gruss Bäärti
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Kuno
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Danke für die Erläuterungen. Also die Wabenfelder haben hier auch einen Durchmesser von etwas um die zwei Meter.
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Kuno
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Ah; und geglitzert hat nichts.
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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
...ja, oft sind gips- oder kalkartige Verbindungen am Werk, Kalziumkarbonat und so.und geglitzert hat nichts.
Gruss Bäärti
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Regula St.
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Hi
noch kurz zur Entstehung der Trockenwaben: die Oberfläche trocknet rasch und kriegt Risse; die Feuchtigkeit aus dem Untergrund steigt durch Kapillarkräfte auf und transportiert dabei Mineralsalze nach oben, die dann an der Oberfläche auskristallisieren.
Bei der Frostsprengung von Sümpfen funktioniert das ganz ähnlich. Wie und weshalb sich aber auch Steine in Wabenstrukturen anordnen, hat mir noch niemand erklären können.
Lieber Gruss
Regula
noch kurz zur Entstehung der Trockenwaben: die Oberfläche trocknet rasch und kriegt Risse; die Feuchtigkeit aus dem Untergrund steigt durch Kapillarkräfte auf und transportiert dabei Mineralsalze nach oben, die dann an der Oberfläche auskristallisieren.
Bei der Frostsprengung von Sümpfen funktioniert das ganz ähnlich. Wie und weshalb sich aber auch Steine in Wabenstrukturen anordnen, hat mir noch niemand erklären können.
Lieber Gruss
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Kuno
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Warum es immer wieder zur Wabenstruktur kommt ist mir auc nicht klar - sieht aber gut aus :D
Scheint, dass wir hier im Forum Sachverständige zum Thema Geologie haben - ich werde deshalb mal etwas in meinen Fotos kramen und schauen, ob ich noch mehr "seltsame Strukturen" finde...
Scheint, dass wir hier im Forum Sachverständige zum Thema Geologie haben - ich werde deshalb mal etwas in meinen Fotos kramen und schauen, ob ich noch mehr "seltsame Strukturen" finde...
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Gerhard Göttler
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Hallo Kuno!
Schade, dass Du nicht mittels nassem Finger geklärt hast, ob es sich um Salz handelt. Aus meiner Sicht dürfte hier eher Gips oder eine ähnliche Kalkverbindung vorliegen.
Die "Aufbördelungen" entstehen in der feuchten Phase; dann dehnt sich die Oberfläche aus (sie quillt) und findet nicht mehr genug Platz. Ist das Erde-Kalk- bzw. -Salz-Gemenge homogen, entstehen sechseckige Gebilde. Da aber eine solche Homogenität fast nie vorliegt, werden diese idealen Formen nie erreicht. Trocknet alles wieder aus, schrumpft das Ganze zusammen. Zwischen den Aufbördelungen, die zuerst trocknen und deshalb nicht wieder in den ebenen Zustand "zurückfallen", entstehen dann gerne mehr oder weniger große Risse bzw. Spalten.
Der Gerhard
Schade, dass Du nicht mittels nassem Finger geklärt hast, ob es sich um Salz handelt. Aus meiner Sicht dürfte hier eher Gips oder eine ähnliche Kalkverbindung vorliegen.
Die "Aufbördelungen" entstehen in der feuchten Phase; dann dehnt sich die Oberfläche aus (sie quillt) und findet nicht mehr genug Platz. Ist das Erde-Kalk- bzw. -Salz-Gemenge homogen, entstehen sechseckige Gebilde. Da aber eine solche Homogenität fast nie vorliegt, werden diese idealen Formen nie erreicht. Trocknet alles wieder aus, schrumpft das Ganze zusammen. Zwischen den Aufbördelungen, die zuerst trocknen und deshalb nicht wieder in den ebenen Zustand "zurückfallen", entstehen dann gerne mehr oder weniger große Risse bzw. Spalten.
Der Gerhard
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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
wie ich schrieb - Kalziumkarbonat....dürfte hier eher Gips oder eine ähnliche Kalkverbindung vorliegen.
Gruss Bäärti
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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Doch, doch – die Wabenstruktur bietet sich an. Es geht hier um das Gleichgewicht der verschiedenen Kräfte. Die sechseckige Wabe ist optimal.Warum es immer wieder zur Wabenstruktur kommt ist mir auch nicht klar
Annahme; die Fläche muss aufgrund irgendwelcher Spannungen reissen. Sie macht das in zahlreiche, gleichgrosse Teilflächen. Idealerweise wären die einzelnen Flächen rund (kleinster Umfang im Verhältnis zur Fläche). Dann würden zwingend um jede runde Fläche jeweils sechs runde Teilflächen (Kusszahl) zu liegen kommen. Dabei bleiben aber kleine Restflächen (Zwickel) übrig. Das darf aber nicht sein, da ja die Spannungen überall gleich sind und die Gesamtfläche deshalb in gleiche Teilflächen reissen muss. Also reisst die Fläche in idealerweise sechseckige Waben, so bleibt kein Rest übrig (Mathematik: Sechseckige Parkettierungen)...
Betrachte mal den Seifenschaum, hier sieht man die ganze Sache dreidimensional.
Gruss Bäärti
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Kuno
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Du kennst dich scheinbar damit aus - und bringst es auch noch verständlich auf den Bildschirm. Dankeschön 
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Gerhard Göttler
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Ja, Bäärti,
ich wollte Dir mit meinen Gips- bzw. Kalkverbindungen nicht widersprechen. Gerne Kalziumkarbonat. Gibt es denn noch andere Kalkverbindungen? Kenne mich damit nicht wirklich aus. Aber mein Eindruck ist, dass es da schon allerhand verschiedene Zusammensetzungen gibt. Was bildet denn eigentlich im hiesigen Lehm den "Quellkörper"? Könnte natürlich auch mal googeln, aber es ging mir einfach gerade so durch den Sinn ...
Der Gerhard
ich wollte Dir mit meinen Gips- bzw. Kalkverbindungen nicht widersprechen. Gerne Kalziumkarbonat. Gibt es denn noch andere Kalkverbindungen? Kenne mich damit nicht wirklich aus. Aber mein Eindruck ist, dass es da schon allerhand verschiedene Zusammensetzungen gibt. Was bildet denn eigentlich im hiesigen Lehm den "Quellkörper"? Könnte natürlich auch mal googeln, aber es ging mir einfach gerade so durch den Sinn ...
Der Gerhard
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Bäärti
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Re: Libyen | Etwas für die Geologen
Grüezi Gerhard
Jetzt wird die Sache kompliziert...
Die Begriffe Kalk, Salz usw. werden je nach Disziplin sehr unterschiedlich verwendet.
Kalkstein besteht vorwiegend aus Kalziumkarbonat (Calciumcarbonat). Calciumcarbonat ist (für den Chemiker) ein Salz. Kalkstein besteht also eigentlich aus einem Salz – schmecken aber nicht salzig!
Für uns Bauleute sind aber Gebrannter Kalk (Calciumoxyd), Gelöschter Kalk (Calciumhydroxid), Zement (kieselsaures Calcium), Gips (Calciumsulfat) usw. wichtig.
Kalkstein ist (für den Geologen) ein Sedimentgestein (Ablagerungsgestein) und kommt in unzähligen Varianten vor - von Marmor bis Tropfstein. Gips kommt auch als Alabaster, Sandrose usw. vor.
Lehm ist wieder eine ganz andere Sache. Lehm ist eine Gemisch aus Sand, Silt und Ton. Die Eigenschaften variieren je nach Zusammensetzung. und so weiter...
Gruss Bäärti
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Jetzt wird die Sache kompliziert...
Die Begriffe Kalk, Salz usw. werden je nach Disziplin sehr unterschiedlich verwendet.
Kalkstein besteht vorwiegend aus Kalziumkarbonat (Calciumcarbonat). Calciumcarbonat ist (für den Chemiker) ein Salz. Kalkstein besteht also eigentlich aus einem Salz – schmecken aber nicht salzig!
Für uns Bauleute sind aber Gebrannter Kalk (Calciumoxyd), Gelöschter Kalk (Calciumhydroxid), Zement (kieselsaures Calcium), Gips (Calciumsulfat) usw. wichtig.
Kalkstein ist (für den Geologen) ein Sedimentgestein (Ablagerungsgestein) und kommt in unzähligen Varianten vor - von Marmor bis Tropfstein. Gips kommt auch als Alabaster, Sandrose usw. vor.
Lehm ist wieder eine ganz andere Sache. Lehm ist eine Gemisch aus Sand, Silt und Ton. Die Eigenschaften variieren je nach Zusammensetzung. und so weiter...
Gruss Bäärti
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