Das ist keine Grundsatzentscheidung, sondern es kommt drauf an was man vor hat.es zu schlucken oder einfach nicht mehr hinzufahren... oder wie sehr Ihr das?
In Libyen habe ich mit dem Begeleit „Service“ in so weit meinen Frieden gemacht, als dass es viele Sachen gibt die man gezielt sehen oder suchen wollte. Auf Grund der Distanzen steht die Fahrerei ohnehin stark im Vordergrund. Wenn die Gruppengröße 4 Personen überschreitet wird es ohnehin unruhiger, da kommt es dann auf einen weiteren Mitfahrer nicht an. Zumal man sich nach ein par Tagen aneinander gewöhnt hat und daraus auch Freundschaften entstanden wenn man den ganze Tag zusammen im Auto saß. Als schwierig habe ich das ein oder andere mal empfunden, dass auch Begleiter die schön öfter unterwegs waren nicht damit zurecht kamen mehr als 3-4 Tage ohne an einen ihn bekannten Anlaufpunkt zu sein. Nach 8 Tagen Querfeldeinfahren lagen bei machen die Nerven blank und es kam schon mal Ungeduld auf.
Aber die Wüstenfahrerei besteht für mich – und sicher die meisten anderen hier – nicht nur aus dem Fahren. Mit die schönsten Reisen waren Alleinfahrten (zwei Leute, ein Auto). Die täglich gefahrenen Kilometer werden plötzlich immer weniger und man lässt sich an jeder Ecke Zeit zum schauen. Mit einer Gruppe von 8 oder mehr Leuten geht das kaum.
Aus diesem Grund habe ich auf dem Rückweg aus Libyen z.B. immer gerne noch ein par Tage in Tunesien drangehängt um hinter der Düne oder einem Berg zu verschwinden ohne irgend einen Zeitplan zu haben.
Wer mal zum See will oder einfach mal wieder Sandfahren möchte wird sicher irgendwie klarkommen. Wer aber seine Ruhe sucht hat verloren. Wir waren im Frühjahr am See. Auch wenn man in ein par Stunden da sein kann ist das nicht für jeden das Ziel. Mit dem Heli ginge es ja noch schneller. Man kann sich auch fünf Tage zeit lassen und anstatt auf der schnellen Hauptroute einfach mal der Nase nach fahren und ab Mittags beim Tee dösend hocken bleiben. Ich brauche und will niemanden der mit den Weg zeigt und dem ich erklären muss warum ich jetzt drei Stunden um einen Berg herumlaufe oder da hocke. Das würde nämlich am dritten Tag zur Ungeduld führen. Das bisher noch frei befahrbare Stück ist so klein, da darf keine Eile aufkommen, sonst ist’s so schnell vorbei.
Noch was an Dr.Maus
Geld spielt dabei keine Rolle. Das was ich nicht für den „Führer“ ausgegeben habe, habe ich halt woanders ausgegeben, wo ich was bekommen habe was ich will oder brauche. Die Gesamtbilanz aller Länder, die im Tourismus eine solche „Kreativität“ an den Tag gelegt haben ist durchweg negativ. Wer den Leuten etwas anderes suggeriert schadet ihnen. Wenn jemand etwas nicht will, wird er sich dazu maximal einmal zwingen lassen, z.B. weil grade da ist oder weil er es halt mal gesehen haben will. Diejenigen, die gerne in großen Gruppen mit möglichst viel Kirmes fahren haben auch vorher schon jemanden angeheuert, die anderen bleiben weg.
Ich habe seit der Revolution viele tausend Euro auf 5 oder 6 Reisen dort gelassen und keinen Cent bereut, lasse mich aber nicht nötigen und mich auch in keinen moralischen Zugzwang bringen. Ich werde wohl im April wieder ein par Tage drunten sein, wenn das Wetter außerhalb der Region Kebili wieder gemütlicher ist.
Grüße




