Glücklicherweise hat uns das Thema bislang nicht betroffen, aber eine Auseinandersetzung damit erscheint uns sinnvoll.
Das Thema ist natürlich ein weites Feld.
Anknüpfungspunkt für die Diskussion: Grenzen der Selbstverteidigung, Agieren oder "nicht den Helden spielen" und passives Warten auf externe Hilfe.
Aus dem Merkblatt einer Versicherungsgesellschaft (ohne Zitat/Werbung):
Bei Start einer Entführung oder Geiselnahme wird empfohlen:
- keine Gegenwehr, Abwehrhaltung, Drohungen
- jeden Anschein von Überheblichkeit, Abneigung, Verachtung vermeiden
- in Gesprächen aufgeschlossen, neutral reagieren
- gezielt alle Wahrnehmungen einprägen
- unauffällig Zeichen anbringen, persönliche Gegenstände verstecken
- Fluchtversuche nur, wenn das Gelingen sicher erscheint
- auf Forderungen der Täter zum Schein eingehen
- Kooperationsbereitschaft zeigen
- frühzeitig auf notwendige ärztliche Hilfe oder Medikamente hinweisen
- Wunsch nach Verpflegung / Getränken äußern
- Gefühl der Hilflosigkeit
- Ungewissheit über das eigenen Schicksal
- Ungewissheit über die Reaktion der Familie /Angst um die Familie
- Unkenntnis über Bemühungen der Behörden und Berichterstattung in den Medien
- Isolation
- Fehlen des eigenverantwortlichen Handelns
- Stressbewältigung
- Stressbewältigung
- Stress als Zustand zunächst akzeptieren
- mögliche körperliche Stressbewältigungsübungen anwenden falls möglich, Tagebuch schreiben
- "Zwangsgemeinschaft" mit den Tätern für Beziehungsaufbau nutzen (mögliche "positive" Gefühle für die Täter zulassen)
- Problem "Stockholm-Syndrom" – Identifizierung mit den Idealen der Täter
- neue Gewohnheiten / Abläufe für die Dauer der Tat annehmen
- körperliche Ertüchtigung anstreben
- Gespräche mit einer imaginären Person führen
- soziale Unterstützung "nicht alleine drin zu hängen"
- Verärgerung über schwierige Geiseln
- gruppendynamische Prozesse
- Problem des Bindungsaufbaus zu den Tätern aus der Gruppe heraus




