Ägypten: Ein kühner Wüstentraum versandetDie nagelneuen Laternen hier stehen dichter als in Kairo. Schwarz geteerte Straßen flimmern in der brütenden Sonne. Bis zum Horizont ziehen sich breite Betonkanäle mit tiefblauem Wasser durch den Wüstensand. Ab und zu ragt ein einsamer Handymast in den wolkenlosen Himmel. "Zweites Ägypten" und "Neues Niltal" priesen Ägyptens Macher das wohl ambitionierteste Investitionsvorhaben seit dem Assuan-Staudamm in den fünfziger Jahren. Bis zum Jahr 2017 sollen in der Toshka-Region im Süden des Landes 175.000 Hektar Wüste mit abgezweigtem Nilwasser zum Blühen gebracht werden, und eine Million Menschen in 20 neuen Dörfern und Städten wohnen. In der anfänglichen Euphorie war sogar von 600.000 Hektar Neuland die Rede. Fünf Milliarden Euro hat Kairo nach offiziellen Angaben seit 1997 in diese wohl größte Urbarmachung der Welt gesteckt.
22.07.2010 - tagesspiegel
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Alexander




