doncarlos
Die ganze Crux liegt m.E. auch darin, daß Europa handlungsunfähig ist wegen Rücksichtnahme auf den Nato-Partner Türkei, der in seinem Nachbarland schmutzige Spielchen betreibt und andererseits Israel, das ganz ähnlich gelagerte Interessen hat nämlich die fortdauernde (Selbst-) Zerfleischung Syriens und der übrigen arabischen Staatenwelt, zumal sich damit das ganze moslemische Lager vor der ganzen Weltöffentlichkeit selbst diskreditiert.
Hallo doncarlos
ich stimme dir zu, dass die Europa zuviel Rücksicht auf die Türkei genommen hat, die bekanntlich lange dem Treiben der IS zugeschaut hatten und die geschlossenen Grenzen nicht mal für syrische Flüchtlinge zeitweise öffneten. Der EU aber gleichzeitig inhumanes agieren mit Flüchtlingen vorwarf.
Wo ich nicht zustimme, dass Israel Interesse hat an einer Zerfleischung Syriens. Für mich unlogisch, wenn sich mehrere Kräfte an meiner Grenze streiten, noch dazu, dass keine dieser Kräfte den Israelis friedlich gesonnen sind. Da war es bisher für Israel leichter und vor allem berechenbarer mit Syriens Alleinherrscher Assad senior und Junior umzugehen.
Auch das die großen Militärplayer und auch die reichen Golfstaaten Interesse hätten, dass der IS-Konflikt noch lange dauert wegen Waffenverkäufe etc., kann ich mir nicht vorstellen. Waffen werden auch in friedlichen Zeiten in riesigen Summen verkauft. Ist die Destabilisierung der Region für alle Beteiligten nicht die grösste Sorge? Auch für Russland und USA sind Kriegskosten eine Last, beide haben schon deswegen Kriegsgebiete aufgeben müssen.
Ich sehe bei diesen beiden Großmächten die Beteiligung am Syrienkrieg eher als unfreiwillig. Beide hielten sich anfangs auffällig zurück. Als der IS-Einfluß immer größer wurde, sah sich auch die USA gezwungen einzugreifen.
Verständlich ist dann auch, dass dann auch Russland seine (späteren ) Interessen am Mittelmeer nicht vergessen wird. Mit Syrien hat Russland einen militärischen Stand am Mittelmeer und gleichzeitig mitten im Nahen Osten.
Wir können froh sein, dass Russland und USA einen gemeinsamen Feind haben und den Kontakt aufrecht erhalten.