Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Nachrichten zu und aus den Sahara- und Wüstenregionen.

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Kuno
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Kuno »

Die Türkei hat doch eben die Hosen runtergelassen - die Aktionen gegen Da'esh... die waren doch nicht wirklich ernst gemeint aber ganz Europa, die USA und auch das "Wüstenschiff" haben freudig in die Hände geklatscht udn glaubten, dass sich nun endlich jemand ernsthaft mit der Vernichtung von Da'esh befasst.

Aber Erdogan ist nicht soooo doof wie man ihn hier gerne hinstellt. Als er erklärte, er werde nun gegen "alle Terroristen" vorgehen, hat man hier immer noch nicht realisert, was er denn eigentlich meinte und nach wie vor geglaubt, Da'esh sei das Hauptziel. Ich gehe davon aus, die Kurden und die Oppositionellen in der Türkei haben diese Anküdigung gleich ganz anders verstanden... und mittlerweile hat es sich auch herausgestellt, dass sie mit ihren Befürchtungen recht hatten.

Man hat sich auch gefreut, dass die USA nun endlich die türkische Airbase von Incirlik benutzen dürfen.
Super.
Erdogan ist aber nicht einfach "eingeknickt" sondern es macht den Anschein, als hätte er dafür erfolgreich Bedingungen gestellt: Die USA dürfen die Luftwaffenbasis Incirlik offenbar nicht ohne Gegenleistung benützen. Laut türkischen Medien stimmte Washington einer Flugverbotszone im Nordwesten Syriens zu.

Also - was feiern wir hier eigentlich:

- Ein paar türkische Bauunternehmer erhalten diese Tage einen netten Auftrag zum Graben ausheben und Mauer bauen.
- Den Kurden in der Türkei geht es an den Kragen, genau so wie wohl nicht wenigen anderen Oppositionellen.
- In Syrien muss sich Da'esh wohl nicht länger mehr Sorgen wegen der syrischen Luftwaffe machen.

Interessant scheint mir auch, dass nun offensichtlich die USA alleine über Flugverbotszonen entscheiden können sollen. Noch vor kurzem hat man da in Libyen en grosses Theater gemacht und darauf bestanden, dass es dafür ein UN-Mandat brauchen würde...

...hat Deutschland eigentlich immer noch die "Patriot"-Abteilung in der Türkei statiniert, um diese vor den Angriffen der syrischen Luftwaffe zu schützen?
Hazi
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Hazi »

Ja Kuno, es ist wie es ist.
Aber gehen wir nicht auch zum Zahnarzt in der Hoffnung, er bohrt nicht und stirbt die Hoffnung nicht zuletzt?
Und wir halten uns als Mensch doch an Hoffnungen fest, auch wenn man tief innen weiß, der Zahnarzt wird bohren.
Wir verdrängen u. sehen, dass der Zahnarzt wirklich nicht den Bohrer nimmt und freuen uns - erst einmal. Die Zange haben wir noch mehr verdrängt.
Die Politiker verdrängen auch und machen jetzt auf Soli für Europa, als gebe es keine anderen Probleme. Sie planen für die Zukunft, die es in dieser Art Europa vllt. nur noch zeitlich begrenzt geben wird, wenn der IS erst einmal die Türkei durchquert hat. Ja, sie rückt immer näher, die Gefahr aus dem Osten.
Ein Seher -war es Nostradamus?- sagte mal voraus, dass der 3. WK vom Osten ausgeht. Man denkt erst an Russland. Aber es geht noch ein bisschen weiter östlich u. scheint sich zu bewahrheiten, wenn man sieht, was jetzt abgeht.
Kuno
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Kuno »

"Zahnarzt", "Gefahr aus dem Osten" und "Nostradamus"... das ist jetz aber grad etwas arg viel auf's Mal, Hasi :roll:
landcruiser.
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von landcruiser. »

Kuno hat geschrieben: ...hat Deutschland eigentlich immer noch die "Patriot"-Abteilung in der Türkei statiniert, um diese vor den Angriffen der syrischen Luftwaffe zu schützen?
Ja, die hätten sie schon bei dem Erdogan-Zinnober beim deutschen Abzug aus Afghanistan da rausholen müssen.

Über kurz oder lang wird Erdogan die Quittung für seine Spielchen erhalten.

Er wird am Ende genauso benutzt wie er es mit anderen macht.

Und um das Spielchen zu gewinnen ist er doch zu dumm.

Er sollte sich schon mal ein Land suchen welches in dann, gegen entsprechende Zahlungen, aufnehmen möchte.

Ist nur eine Frage der Zeit.

Nur werden es in dieser Zeit etliche Leute mit dem Leben bezahlen.
Hazi
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Hazi »

Kuno, tust du so oder bist du so?
Kannst du keine Methaper auf andere Situationen übertragen? Oftmals nötig, damit Menschen spüren, was man ihnen erklären will.
Ist der IS keine Gefahr aus dem Osten? Kommen die etwa aus dem Norden oder Westen?
Ich sehe die jetzt im Moment als größere Gefahr als Russland an.
Man sollte allgemein alles mal gelesen haben. Dazu zählen auch solche Bücher, die es über solche Seher wie Nostradamus gibt. Ob man dran glaubt - hm, nicht unbedingt. Man kommt aber ins Grübeln, wenn man gelesen hat u. jetzt die Realität sieht.
Darf man das nicht schreiben u. seinen Gedanken mal freien Lauf lassen? Wusste nicht, dass das hier ein rein politischer Thread ist, wo Leute auf dem Sofa sitzend Strategien entwerfen, was andere hätten tun oder nicht tun sollen, ohne selbst persönlich betroffen zu sein u. hab mal einfach was reingeschrieben, was sicher viele Menschen jetzt beschäftigt. Die eigenen Gedanken, die dahin führen, dass man die "Chance", persönlich betroffen zu sein, vllt. bald bekommen wird.
Aber du liebst es ja, Postings zu zerpflücken. Brauchst du das für dein Selbstbewusstsein, versuchen, andere als lächerlich hinzustellen?
Schick dir ne Portion von mir. Hab soviel davon, dass ich die Meinung anderer einfach an-/hinnehmen kann, ohne nach Dingen zu suchen, damit ich mich eine Stufe höher stellen kann. Armer Mensch.
Kuno
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Kuno »

Hazi hat geschrieben:Kuno, tust du so oder bist du so?
Wenn du fragst - ja, ich bin natürlich so. Schau; das Thema ist doch einfach etwas zu ernst, als dass man jetzt noch mit Nostradamus hineinkommen muss. Nostradamus hat ja bekanntermassen nicht in Klartext geschrieben und wenn man es möchte, dann kann man rückwirkend wohl so ziemlich alles in seine Angaben hineininterpretieren - was auch gerne gemacht wird: http://nostradamus-prophezeiungen.de/

Es steht dir selbstverständlich frei, über Nostradamus "Prophezeiungen" nachzudenken und dich dazu zu äussern. Vielleicht muss es aber nicht gerade in diesem Thema sein?
Alexander
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Alexander »

Dschihad John alias Mohamed Emwazi ist uns seit den Enthauptungsvideos als Oberschlächter bekannt. Vor einigen Monaten sah ich von ihm ein Foto auf einer islamistischen Webseite im Zusammenhang mit Libyen, woraus geschlossen werden konnte, dass er sein Unwesen jetzt in Libyen treibt.

Dies scheint sich jetzt zu bestätigen, da US Drohnen ihn vermutlich in Libyen aufgespürt haben. Aus IS Kreisen ist zu hören, dass Mohamed sich versteckt, um zu verhindern irgendwelchen westlichen Spezialeinheiten in die Hände zu fallen, oder Opfer eines Drohnenangriffs zu werden. Damit wird er für den IS unbrauchbar und IS Quellen meinen, er könnte jetzt das gleiche Schicksal erleiden wie seine Opfer. Der IS ist dafür bekannt, dass er in diesen Fällen gnadenlose Entscheidungen fällt.

Mein Mitleid für ihn würde sich in diesem Falle in starken Grenzen halten.

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Alexander »

Hazi hat geschrieben:Wie ich deinem Post entnehme, bist du momentan in der Türkei?
Stimmt und daher bin ich etwas vorsichtig ;-)
Hazi hat geschrieben:Was passiert jetzt? Erdogan gegen die Kurden war zu erwarten, aber ich so hatte gehofft, dass ein bisschen Grips bei dem noch vorhanden ist.
Erdogan hat jetzt natürlich einen Freifahrtschein gegen alles vorzugehen, was ihm schon immer im Magen lag. Also in diesem Falle die PKK und den IS, den er bisher geduldet hat. Sein Assad Magengeschwür, wird ihm wohl noch etwas bleiben. Diese Rechnung ging mit der bisherigen Strategie nicht auf.

Türken und PKK sollten sich eigentlich darüber einig sein, wo das größere Problem liegt und das würde ich mit dem Namen IS bezeichnen. Die Kurden haben in Kobane und an einigen anderen Schauplätzen einen guten Job gemacht. Sicherlich wurden und werden sie von der Idee motiviert, einen eigenen Staat zu haben und da bietet sich das von ihnen befreite syrische Gebeit ganz gut an. Hätten wir die Kurden nicht gehabt, die dem IS die Faust gezeigt haben, dann würde der IS seinem Zeitplan jetzt nicht 18 Monate hinterher hinken. Ich möchte gar nicht wissen, wo der IS heute stehen würde.

Es sieht aber wieder mal so aus, als hätte man die Kurden gegen eine Start- und Landebahn und einigen anderen Zusagen verkauft.

Auf jeden Fall wird die Situation in der Region um keinen Deut klarer. Ganz im Gegenteil, die Situation wird immer chaotischer, was schlussendlich dem IS zum Vorteil gereichen wird. Hängt aber auch davon ab, mit welcher Intensität und wie lange die Türkei gegen den IS vorgehen wird.

Grüsse
Alexander
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lehencountry
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von lehencountry »

oder ist das vielleicht die Absicht von Erdogan:
Den IS (überwiegend allein) zu vernichten, damit er als Retter des Islam in die Geschichte eingeht. Eine Vormachtstellung im Nahen Osten war schon lange sein Wunsch, da kommt ihm der syrische Bürgerkrieg gerade recht. Deshalb will er der PKK keinen Teilruhm zugestehen, greift sie an und schwächt diese. Mit der Zurückschlagung des IS, und sollte es auch nur teilweise sein, bekommt die Türkei die Kontrolle über den Norden von Irak, Syrien und natürlich auch über die Entstehung eines evt. Kurdenstaates. Zudem wird Erdogan der wichtigste Partner im Kampf gegen den IS. Die Türkei hat die nötigen Waffen dazu und die beste Lage.
Ich denke, es wäre für Erdogan ein großer Erfolg und seine anfängliche IS-Sympathie wird man bald vergessen.

Die Türkei gegen den IS, was ändert sich da noch alles.
- Rekrutierung von IS-Kämpfern in der Türkei fällt weg
- alternative Wege für Angeworbene aus Europa, wie gelangen sie nun nach Syrien ?
- Nachschub für IS (medizinische Versorgung, Lebensmittel, Ersatzteile, Erlöse aus Ölverkauf) fällt weg, wird IS hart treffen.

Diese Veränderungen müssten doch zwangsläufig den IS ziemlich stark schwächen. Wenn dann seine Basen (Mosul und Raqqa) fallen, kann er nur noch aus dem Untergrund kämpfen.
Alexander
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Alexander »

Jihadi John scheint nun wirklich in Panik zu geraten. Er konnte aus Libyen flüchten und will sich auf dem Weg nach Syrien einer kleineren Terrorgruppe anschließen, um etwas unterzutauchen. John dürfte jetzt auf der IS Liste der "most wanted" stehen und dürfte im Falle eines Fahndungserfolgs seinen Kopf verlieren. Der Schlächter tauchte zum letzten Mal offiziell für den IS auf, als er den japanischen Journalist Kenji Goto enthauptete. Es dürfte beim IS genügend Psychopathen geben, die den Platz des Halsabschneiders einnehmen möchten.

Jijadi John alias Mohammed Emwazi ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenig der IS etwas mit dem Islam zu tun hat. Mohammed konsumierte bereits in der Jugend Drogen und Alkohol, nahm nicht an den für den Islam vorgeschriebenen Gebeten teil und kümmerte sich auch sonst nicht um religiöse Pflichten. John fiel schon sehr früh durch seine Brutalität gegenüber Mitmenschen auf.

Grüsse
Alexander
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lehencountry
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von lehencountry »

Gegner und Unterstützer des IS
Mehr als 40 Staaten beteiligen sich in Syrien und im Irak am Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Welche Länder fliegen Luftangriffe gegen den IS, wie verhalten sich die arabischen Staaten in dem Konflikt - und haben die Extremisten noch Verbündete? Ein Überblick.

USA: Die mächtigste Militärmacht der Welt organisiert die internationalen Luftangriffe im Irak und in Syrien, die im August 2014 begannen. Die USA bilden zudem syrische Rebellen für den Kampf gegen den IS aus.

Europäische Staaten: Frankreich und Großbritannien beteiligen sich an den US-Luftangriffen gegen den IS. Deutschland liefert Waffen und andere Ausrüstungsgüter an die Kurden im Nordirak. Zudem bildet die Bundeswehr irakisch-kurdische Kämpfer aus.

Arabische Staaten: Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar und Jordanien unterstützen die USA bei Luftangriffen in Syrien. Die Staaten sind selbst vom IS bedroht, dessen "Kalifat" einen Anspruch auf Herrschaft über alle Muslime erhebt.

Türkei: Ankara hat lange nur humanitäre Hilfe geleistet. Im Juli 2015 flog die Armee erstmals Luftangriffe gegen den IS. Zudem dürfen die USA jetzt den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik nutzen. Die Türkei will auch den Sturz des Assad-Regimes in Syrien. Zugleich bekämpft die Türkei auch die PKK - unter anderem mit Luftangriffen auf PKK-Lager im Nordirak. Die PKK ihrerseits ist mit den Kurden im Irak und Syrien verbunden.

Kurden: Sowohl die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak als auch die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im Norden Syriens haben dem IS Niederlagen zugefügt.

Syrien: Die syrische Armee bekämpft den IS zwar, richtet aber die meisten ihrer Angriffe gegen andere Rebellen im Land. Kritiker werfen dem Assad-Regime vor, es habe einen heimlichen Waffenstillstand mit den IS-Extremisten und den IS so mit aufgebaut.

Syrische Rebellen: Zwischen Aufständischen und dem IS kommt es immer wieder zu Gefechten. Verfeindet ist die IS-Terrormiliz auch mit der Nusra-Front, dem syrischen Ableger der Terrormiliz Al-Kaida, obwohl beide Gruppen dieselbe Ideologie teilen.

Irak: Bagdad hat Anfang vergangener Woche eine Offensive gegen den IS im Westen des Landes begonnen. Unterstützt wird Iraks Armee von schiitischen Milizen, die mit dem Iran verbunden sind.

Sunniten: Unterstützung erhält der IS von Sunniten und sunnitischen Stämmen im Irak und in Syrien, die sich von ihren Regierungen diskriminiert fühlen. Im Irak haben sich viele alte Kader des Regimes des früheren Machthabers Saddam Hussein dem IS angeschlossen, weil sie die Regierung in Bagdad stürzen wollen.

Quelle: dpa
Kuno
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Kuno »

Alexander hat geschrieben:Jijadi John alias Mohammed Emwazi ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenig der IS etwas mit dem Islam zu tun hat. Mohammed konsumierte bereits in der Jugend Drogen und Alkohol, nahm nicht an den für den Islam vorgeschriebenen Gebeten teil und kümmerte sich auch sonst nicht um religiöse Pflichten.
Ich weiss, was du meinst, Alexander - aber ich glaube, dass das so nicht zutrifft.

Nebst dem, dass eine Unzahl von Gruppierungen behaupten, dass sie -und vor allem nur sie- den wahren Islam vertreten, sehe ich jetzt nicht direkt, was das Verhalten eines Einzelnen in der Zeit bevor er zu Da'esh stiess erklären soll ob Da'esh etwas mit dem Islam zu tun hat (oder eben nicht).

Zudem ist es nicht gerade selten, dass Menschen aus einer persönlichen Krise heraus, aufgrund von einem Erlebnis (oder weil sie mit ihrem bisherigen Lebensstil keinen Erflg hatten) sich einer religiösen Gruppierung anschliessen und sich dann dort auch besonders aktiv beteiligen. (Gibt es da nicht auch das Sprichwort "vom Saulus zum Paulus"?).
Wolfgang K
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Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Wolfgang K »

Wie schon weiter oben geschrieben hat die Türkei (besser die Erdogan Regierung) sicher mehrere praktische Gründe gehabt (Schwächung der Kurden, Druck auf Assad) den IS gewähren zu lassen. Ein weiterer Grund war sicher auch durch Wegschauen selbst nicht ins Visier zu geraten. Das ist in gewisser Weise schlüssig, wenn man unterstellt, dass Erdogan die Kurden und Assad als das größere Problem sieht. Wenn jetzt doch der IS anfängt sich aktiv gegen die Türkei zu wenden darf man gespannt sein was jetzt geschieht. Es wird sich aus praktischen Erwägungen das Verhalten an einigen Stellen ändern, die Grundhaltung aber ganz sicher nicht.

Dass Erdogan trotz der Möglichkeiten nicht militärisch eingeschritten ist, stellt aber gar nicht die wesentliche Unterstützung des IS dar.

Die Türkei ist sozusagen der Logistikpartner des IS. Sie ist das internationale Drehkreuz für Anhänger und Kämpfer, die zwischen Europa, Vorderasien und Nordafrika wahrscheinlich recht frei hin und her reisen.
Dass der IS in Libyen auftauchen hat können, dürfte im Wesentlichen daran liegen, dass man sich von Syrien über die Türkei mit ganz normalen Linienflügen bewegen kann. Ob und wie dabei kontrolliert wurde wer ein und ausreist mag man sich gar nicht fragen.

Wenn man wissen möchte wie ernst es der Türkei ist gegen den IS vorzugehen, dann muss man wohl den Augenmerk darauf richten wie in Zukunft drauf geachtet wird wer über die Türkei in entsprechende Länder reist.

Die finsterste Variante sieht so aus, dass man zwar den IS auch militärisch im Nordirak bekämpft, aber möglichen Kämpfer, die sich absetzten quasi freies Geleit nach Libyen gibt um sie loszuwerden.

Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass die Regierung Erdogan nicht Teil der Lösung, sondern einer der Löwenanteil des Problems ist, und zwar auch für Nordafrika und das schon vor dem Medienhype um den IS.

Und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die Türkei bei dem Spiel auf allen Hochzeiten gleichzeitig überreizt hat und tatsächliche an der Südgrenze was passiert, dann dürfen die NATO Partner ran um den ganzen Schmu noch zu schützen. Pervers!

Grüße
Wolfgang
Guido3

Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Guido3 »

lehencountry hat geschrieben:oder ist das vielleicht die Absicht von Erdogan:
Den IS (überwiegend allein) zu vernichten, damit er als Retter des Islam in die Geschichte eingeht.
Man kann IS militärisch besiegen. Aber die Ursachen für IS und die Ideologie sind dann immer noch da. In ein paar Jahren hat man wahrscheinlich den selben Mist wieder. Eine militärische Vernichtung des IS wird große Kollateralschäden verursachen, wird tausende unschuldige Muslime töten, wird Städte in einzige Schutthalden verwandeln (siehe Kobane). Da sind nicht wirklich Lorbeeren zu verdienen und ich bezweifle, das am Ende irgendwer als gefeierter Problemlöser, Retter oder Held da stehen kann - eher als Buhmann, wie sonst immer die USA. Das dürfte einer der Gründe sein, warum der Westen sich da bisher nicht groß engagiert.

Vermutlich gibt es auf absehbare Zeit keine wirkliche Lösung für das Problem und der Mist wird noch 1-2 Jahrzehnte weiter köcheln. Man kann einstweilen nur versuchen, die Auswirkungen einzudämmen.

Beste Grüße

Guido
Turi
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Wohnort: Ostschweiz

Re: Der IS - wirklich nur eine "Terror Miliz"?

Beitrag von Turi »

Hallo Wüschigemeinde

betreffend:
warum der Westen sich da bisher nicht groß engagiert.
Am besten wäre doch, der Westen würde sich gar nicht engagieren, ist ja eigentlich nicht unser Problem, noch nicht.

Alles andere wird, wegen unserer bekannten Rechtstaatlichkeit, in die Hosen gehen.

Für die Kosten eines Angagements könnte man unseren Teil der Welt absichern und die Grenzen absolut dicht machen.

Die IS Freunde dürfen raus, mit gratis Ticket, rein kommt einer mehr.

Einen Abwehrschirm wie die Israeli und eine einsatzfähige Luftwaffe, das Problem wäre, zumindest für uns, gelösst.
Sollen sie sich doch rundherum die Köpfe einschlagen.
Würde das Hoheitsterritorium von, sagen wir mal Europa, angegriffen, würde das schon überm Meer in Ordnung gebracht, so müsste man noch nicht mal mehr den Schrott entsorgen.
Wieso hält man sich nicht raus?
Meiner Meinung nach sind da wieder sehr grosse finanzielle Interessen vorhanden.

Sei es von den Waffenproduzenten oder den div. Gesellschaften betreffend Öl und sonstigen Ressourcen.

Andere Lösungen wären gefragt :wink:
Gruss

Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
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