Nordafrika: Regionalpolitische Fronten in BewegungIn Nordafrika sind regionalpolitische Fronten, die sich in mittlerer Vergangenheit auch mit internationalen Blockgrenzen deckten, in Bewegung geraten. Bis zum Ende des Kalten Kriegs war insbesondere Algerien außenpolitisch tendenziell mit dem sowjetischen Block verbündet - aufgrund seiner wichtigen Rolle bei der Entkolonisierung engagierte sich das Land aber auch in der Blockfreienbewegung -, während der Nachbarstaat Marokko stark mit den USA und der Ex-Kolonialmacht Frankreich im westlichen Lager liiert war [...] Diesbezüglich gerieten die Dinge jüngst ins Rutschen. Unter Aufgabe der bisherigen Position der Mehrzahl der arabischen und arabischsprachigen Länder, die die Aufnahme diplomatischer Beziehungen einer auch für die Palästinenser erträglichen Lösung im Nahostkonflikt unterordnete, ging Marokko von dieser Linie ab und nahm im Dezember 2020 offizielle Beziehungen zu Tel Aviv auf [...] Wie auch im Falle der reaktionären Golfstaaten handelt es sich auch beim außenpolitischen Handeln der marokkanischen Monarchie mitnichten um Völkerverständigung, welch letztere mit diesem Tun herzlich wenig zu tun hat. Vielmehr geht es bei dem Deal, den die US-Administration Trump eingefädelt hat, um eine gegenseitige Bestätigung von Besatzungsstaaten in ihrer jeweiligen Okkupationspolitik.
03.01.2020 - heise telepolis
Gruß
Birgitt




