Genug Salz. Wir haben Kaffeedurst. In Solivar, früher selbständig und heute ein Stadtteil von Presov (auf deutsch Eperies, eingedeutscht auch Preschau), werden wir nicht so recht fündig. Also ab nach
Prešov Downtown. Tiptop restauriert präsentiert sich die Altstadt mit vielen historischen Gebäuden
Die verspielten Fassaden können uns gerade nicht locken
denn wir suchen ein Café! Gar nicht so einfach. Es ist Sonntag, die Stadt wie ausgestorben! Dann endlich zieht Kaffeeduft in unsere Nasen
Eingerichtet im Stil eines alten Kaffeehauses, etwas steif und ungemütlich - aber der Kaffee schmeckt
Östlich von Prešov erhebt sich Slanské vrchy, das Eperieser/Sovarer Gebirge. Hier ist am Sonntag einiges los. In voller Tracht, Sporen an den Stiefeln, eilen junge Männer über die Straße
ihrem Happening entgegen
Haarbänder und Schürzen werden zurechtgezupft, Violinen gezückt und der Sonntagnachmittag zelebriert
Über enge Straßen durch den Wald
erreichen wir den Gipfel des Dubník. Den krönt das höchste Bauwerk der Slowakei, der 318 m hohe Sendemast des
Senders Kosice Dubnik. Ein gesichtsloser rot-weiß-geringelter Stecken. Durch die eigenwillige Form weithin sichtbar hingegen ist die alte und mittlerweile ziemlich verrostete Sendeanlage davor
Die Berge sind ein Eldorado für Edelsteinjäger: hier befinden sich die
Opallagerstätten der Slowakei. Lange Zeit, bevor in Down Under nach Opalen geschürft wurde, war die Region Kosice, Dubnik und Presov Marktführer auf dem Gebiet Opal. Das goldene Zeitalter erlebte die Region in den Jahren 1845 bis 1880, als die Opalmine vom Wiener Juwelier Solomon Goldschmidt und später seinen Erben gepachtet wurde. Den Goldschmidts gelang es, die Opale auf den Weltmarkt einzuführen und ihnen weltweiten Ruhm zu verleihen. Der größte Opal der Welt, ein Harlekin, stammt aus den slowakischen Opallagerstätten.
Mitten im Wald erinnert ein Monolith an das Familienmitglied Emma Diana Goldschmidt von Libanka
Ein Stück weiter der Hinweis auf die Mine
Slovenské opálové bane, die besichtigt werden kann
Dass das einst größte Opalvorkommen Europas in Vergessenheit geriet, hängt nicht mit den erschöpften Ressourcen zusammen. Vielmehr machte Australien der Slowakei Konkurrenz. Als bekannt wurde, dass Australien über reichhaltige Lagerstätten verfügt, die leicht zugänglich waren, endete die Opal-Ära von Kosice, Dubnik und Presov offiziell im November 1922 ... mehr bei
Steine & Minerale
Bis heute blieben das Portal des Jozef-Stollens und einige Seiteneingänge zu den Lagerstätten erhalten
Das Wissen darum, dass die Opalförderung nicht deshalb eingestellt worden war, weil die Mine erschöpft gewesen wäre, liess den Leuten, die von den schlummernden Vorräten wussten, in der Folge aber keine Ruhe. Der Geologe Jozef Jancok, der schon 1991 mit einer von ihm gegründeten Gesellschaft eine Explorations-Lizenz für das Gebiet erhielt, machte sich daran, die bestehenden Stollen zu sichern und eine Bestandesaufnahme der Mineralisierung zu erstellen, um herauszufinden, ob sich ein weiterer Abbau lohnen würde ... ein interessanter Artikel aus dem Jahr 2011 in der NZZ:
Ein verschüttetes Juwel der Slowakei
Blick hinein in den Berg
Bevor wir nach Kosice düsen, machen wir noch einen kurzen Schlenker über Herl'any (Herlein). In diesem unscheinbaren, schmucklosen Becken ist etwa alle 32-34 Stunden der Ausbruch eines Kaltwassergeysirs zu bestaunen, der dann für rund 20 bis 30 Minuten bis zu einer Höhe von maximal 20 m aufschießt. Morgen ist es wieder soweit. So lange möchten wir nicht warten