Roadtrip Richtung Osten | Maramureș und zurück

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Birgitt
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Slowakei | Ostslowakei - Slowakisches Paradies, Spisska Nova Ves und Levoca

Beitrag von Birgitt »

Südlich der Hohen Tatra und südlich Poprad schließt sich ein Nationalpark mit dem wohlklingenden Namen "Slowakisches Paradies" (Slovenský raj) an. Landschaftliche Vielfalt auf relativ kleiner Fläche, Klammtäler und Wasserfälle laden zu Wanderungen ein. Das Highlight der Region soll die Dobschauer Eishöhle sein, ein UNESCO-Naturerbe. Wir lassen UNESCO diesmal aus ;-) In Pandemiezeiten bewegen wir uns lieber luftig oberirdisch.

Dedinky (auf deutsch Dörfel bzw. Emmrichsdorf), am Nordufer des Stausees Palcmanská Maša im oberen Göllnitztal, bietet sich als Ausgangsort für viele Touren durch den südlichen Teil des Paradieses an

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Das nordöstliche Eingangstor ins Paradies ist das hübsche Städtchen Spišská Nová Ves, auf deutsch Zipser Neudorf. Zentrum der Altstadt ist der wunderschöne linsenförmige, langgestreckte Marktplatz, einer der größten seiner Art in Europa! Die Luftaufnahme, die ich mir bei Wiki ausgeliehen habe ;-) macht die Dimension sichtbar

Von Letecka Skola Ombre - Letecka Skola Ombre, CC BY-SA 4.0<br />https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35053900
Von Letecka Skola Ombre - Letecka Skola Ombre, CC BY-SA 4.0
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In der grünen Mitte des Platzes sind Kirche, Kathedrale, Theater und ein Gymnasium angesiedelt

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Schöne Bürger- und Handwerkerhäuser mit idyllischen Hinterhöfen säumen den Rand. Dazwischen einladende Cafés, die zum verweilen locken

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Gleich "gegenüber", nur 10 km nördlich von hier auf der anderen Seite der Autobahn, ein weiteres Kleinod: Levoča, auf deutsch Leutschau. Das frühere Zentrum der Zips (Spiš). Manch einer vergleicht Levoča mit Rothenburg ob der Tauber. Wegen des gut erhaltenen Stadtzentrums wurde die Stadt 2009 von der UNESCO :) zum Weltkulturerbe erklärt

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Jakobskirche und Renaissance-Rathaus

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Wir ziehen um den Block

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und suchen die noch nicht restaurierten Fassaden. Herrlich, diese Patina

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insbesondere die angegammelte Fassade des Krupek-Haus mit seinen illusionistischen Kassetten. Der einstige Besitzer Sebastian Krupek hatte viel Geld als Händler in Krakau verdient. Seinen Lebensabend aber verbrachte Krupek hier in Leutschau. Sein Familienwappen über dem Eingangstor ist kaum noch zu erkennen. Genau wie Darstellungen der Anna selbdritt sowie der Heiligen Sebastian und Christopherus. Die Renaissancefassade war lange Zeit übermalt und wurde erst bei der Restaurierung in den 1970er Jahren wiederentdeckt. Nun bröckelt es wieder an allen Ecken, die Farben verblassen

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Birgitt
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Slowakei | Ostslowakei - Zipser Burg, Zipser Kapitel und Grauer Bart - Siva Brada

Beitrag von Birgitt »

Weiter geht's durch die Zips - "das Land unter der Tatra" ;-) in Richtung Osten. Ein beeindruckendes Bild ist die weithin sichtbare Zipser Burg (Spišský hrad), mit über 4 ha flächenmäßig eine der größten Befestigungsanlagen in Europa

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Spannender als die Burg ist für uns die Pfütze am Kalkplateau in der Nähe der Hauptstraße - Sivá Brada (deutsch wörtlich Grauer Bart oder Silberbart)

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Hier waren noch in den 1950er Jahren Eruptionen eines Kaltwassergeysirs zu beobachten, bei denen natürliches Mineralwasser bis zu 15 m hoch ausgestoßen wurde. Heute gleicht der Mini-Geysir eher einem unregelmäßig gurgelnden Zimmer-Springbrunnen

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Auf der anderen Seite der Kapelle schichtenweise Travertinablagerungen

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die durch den jahrelangen steten Fluss der unzähligen Rinnsale wachsen

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denn stark glaubersalz- und kohlesäurehaltige Quellen blubbern verstreut über den ganzen Hügel

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Von der barocken Kreuzkapelle aus

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kann man schön zu Fuß durch die Wiesen zum nahen Zipser Kapitel (Spišská Kapitula) spazieren. Die UNESCO-Schätze hören nicht auf ;-) Die stattliche Kirchenburg ist nämlich Teil des Welterbes "Levoča, Zipser Burg und damit assoziierte Kulturmonumente". Zipser Kapitel und - im Hintergrund sichtbar - Zipser Burg sind ein Gesamtkunstwerk.

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Die dicke Ringmauer des Kapitels hat nur zwei Ausgänge

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Das obere Tor führt zum Uhrturm und den Kanonikerhäusern. Hier lebten über die Jahrhunderte die Bediensteten des Bistums

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Birgitt
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Slowakei | Roma-Siedlungen im Osten

Beitrag von Birgitt »

Wir lassen uns treiben Richtung Süden, immer mit Blick nach rechts und links, ob wir irgendwo eine hübsche Pension für die Nacht entdecken.

Gleich hinter dem ehemaligen Bergbaustädtchen Krompachy, im kleinen Dorf Richnava, trauen wir unseren Augen nicht: ein Hügel voller Wellblechmüll! Im ersten Moment denken wir "ok, eine Müllkippe". Erst auf den zweiten Blick erkennen wir den riesigen Slum. Wellblechhütten, kreuz und quer und dicht an dicht, dazwischen gefühlte Berge an Dreck und Unrat. Menschenmengen tummeln sich auf der Durchgangsstraße. Richnava ist eins der Roma-"Ghettos" in der Ostslowakei und war 2018 unter anderem Drehort für den Film Zerschlag mein Herz. Wir sind ziemlich sprachlos.

Durch die alte Bergbauregion fahren wir weiter über Gelnica (Göllnitz), Helcmanovce (Helzmanowitz) und Medzev (Metzenseifen). Am Ortseingang von Jasov (Jossau) dann die nächste Roma-Siedlung. Etwas kleiner, etwas weniger verwahrlost, für unser Auge dennoch gewöhnungsbedürftig. Mit der Geschichte der Roma in Osteuropa haben wir uns bisher nicht auseinandergesetzt, vielleicht sind wir daher mit dem Anblick etwas überfordert.

Es wird bereits dunkel. Im nächsten Ort - Moldava nad Bodvou (Moldau an der Bodva) - machen wir Station für die Nacht: das neue und moderne Primma Hotel am Rand eines Gewerbegebiets bietet alles, was wir jetzt brauchen: ein hübsches Zimmer, ein gutes Restaurant und einen gesicherten Parkplatz: Primma Hotel - booking.com / Primma Hotel - Website. Dennoch - irgendwie passt die "stylische heile Welt" des Hotels vom Kopf her gerade nicht.

Da wir nun einmal bei einem anderen Thema als UNESCO-Örtchen und schmuck rausgeputzten Altstädten sind:
Wie überall auf der Welt gibt es auch hier die triste Peripherie. Plattenbausiedlungen - meist im typischen "Einheitsschlammgrau" :wink: Foto stellvertretend für viele Randbezirke größerer Ortschaften in der Slowakei

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Und eine Besonderheit, die es bei uns in dieser Form nicht mehr gibt: Lautsprecher in regelmäßigen Abständen an den Strom- oder Lampenmasten! So werden die Bürger über aktuelle Geschehnisse informiert und "beschallt" ;-) Im Kriegs- und Katastrophenfall sicherlich hilfreich

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Slowakei | Ostslowakei - Bergarbeitergemeinde und Salzmuseum Solivar

Beitrag von Birgitt »

Unsere Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit hat uns etwas sehr weit nach Süden abdriften lassen. Von Moldava nad Bodvou sind es nur noch 10 km bis Ungarn. Da wollen wir aber noch nicht hin ;-) Also Kehrtwende auf anderer Route! Eine Stunde später stehen wir in Solivar, auf deutsch Salzburg (nicht verwechseln mit dem bekannten Namensvetter in Österreich ;-) ). Salzburg - der Name ist Programm! Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Gewinnung von Salz verbunden.

Schon die ersten urkundlichen Quellen verzeichnen im Ortsgebiet oberirdische Salzquellen, aus denen durch Verdampfung Salz gewonnen wurde. 1571 begann man mit der Förderung von Steinsalz im 150 Meter tiefen Schacht Leopold, die gut 200 Jahre dauerte. Nach der Überflutung des Bergwerks im Jahr 1752 und Einstellung der unterirdischen Förderung begann man damit, Salz aus der Sole zu gewinnen, diesmal aber in großem Umfang. Um dies möglich zu machen, wurde eine große Drehvorrichtung (Göpelwerk) angelegt, an deren Joch acht Pferde arbeiteten und große Mengen von Sole aus der Erde förderten, die in Behälter mit einem Gesamtvolumen von mehr als 10.000 Hektoliter gepumpt wurden. Anschließend wurde im Siedewerk durch Verdampfen des Wassers das Salz gewonnen. Die jahrelange Tradition der Salzherstellung endete im Jahr 2009, als die Firma Solivary, die das Monopol auf slowakische Salzherstellung besaß, auf Grund von Überschuldung Konkurs anmeldete ... mehr dazu bei Wiki

Als Salzlager fungierte dieses schmucke barocke Gebäude aus dem Jahr 1780, das nach einem Brand 1986 von Grund auf restauriert werden musste.

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Heute befindet sich darin das Salzmuseum, Teil der ERIH - European Route of Industrial Heritage

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Die Wege von der Salzförderung bis zum Vertrieb

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bildlich dargestellt

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und dreisprachig erklärt

zum vergrößern mit rechter Maustaste in neuem Tab öffnen!
zum vergrößern mit rechter Maustaste in neuem Tab öffnen!

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Gegen den Beleg des "Salzverschleißamtes" ;-)

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gab es das begehrte Produkt

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Wegweiser durch die Gemeinde

zum vergrößern Doppelklick!
zum vergrößern Doppelklick!

Das Solelager

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Der Göpel

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und - auf einem Hügel in der Nähe - wieder der obligatorische Klopfturm, der die Menschen damals zur Arbeit rief

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Birgitt
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Slowakei | Ostslowakei - Presov und die Opalmine bei Dubnik

Beitrag von Birgitt »

Genug Salz. Wir haben Kaffeedurst. In Solivar, früher selbständig und heute ein Stadtteil von Presov (auf deutsch Eperies, eingedeutscht auch Preschau), werden wir nicht so recht fündig. Also ab nach Prešov Downtown. Tiptop restauriert präsentiert sich die Altstadt mit vielen historischen Gebäuden

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Die verspielten Fassaden können uns gerade nicht locken ;-)

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denn wir suchen ein Café! Gar nicht so einfach. Es ist Sonntag, die Stadt wie ausgestorben! Dann endlich zieht Kaffeeduft in unsere Nasen

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Eingerichtet im Stil eines alten Kaffeehauses, etwas steif und ungemütlich - aber der Kaffee schmeckt

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Östlich von Prešov erhebt sich Slanské vrchy, das Eperieser/Sovarer Gebirge. Hier ist am Sonntag einiges los. In voller Tracht, Sporen an den Stiefeln, eilen junge Männer über die Straße

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ihrem Happening entgegen

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Haarbänder und Schürzen werden zurechtgezupft, Violinen gezückt und der Sonntagnachmittag zelebriert

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Über enge Straßen durch den Wald

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erreichen wir den Gipfel des Dubník. Den krönt das höchste Bauwerk der Slowakei, der 318 m hohe Sendemast des Senders Kosice Dubnik. Ein gesichtsloser rot-weiß-geringelter Stecken. Durch die eigenwillige Form weithin sichtbar hingegen ist die alte und mittlerweile ziemlich verrostete Sendeanlage davor

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Die Berge sind ein Eldorado für Edelsteinjäger: hier befinden sich die Opallagerstätten der Slowakei. Lange Zeit, bevor in Down Under nach Opalen geschürft wurde, war die Region Kosice, Dubnik und Presov Marktführer auf dem Gebiet Opal. Das goldene Zeitalter erlebte die Region in den Jahren 1845 bis 1880, als die Opalmine vom Wiener Juwelier Solomon Goldschmidt und später seinen Erben gepachtet wurde. Den Goldschmidts gelang es, die Opale auf den Weltmarkt einzuführen und ihnen weltweiten Ruhm zu verleihen. Der größte Opal der Welt, ein Harlekin, stammt aus den slowakischen Opallagerstätten.

Mitten im Wald erinnert ein Monolith an das Familienmitglied Emma Diana Goldschmidt von Libanka

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Ein Stück weiter der Hinweis auf die Mine Slovenské opálové bane, die besichtigt werden kann

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Dass das einst größte Opalvorkommen Europas in Vergessenheit geriet, hängt nicht mit den erschöpften Ressourcen zusammen. Vielmehr machte Australien der Slowakei Konkurrenz. Als bekannt wurde, dass Australien über reichhaltige Lagerstätten verfügt, die leicht zugänglich waren, endete die Opal-Ära von Kosice, Dubnik und Presov offiziell im November 1922 ... mehr bei Steine & Minerale

Bis heute blieben das Portal des Jozef-Stollens und einige Seiteneingänge zu den Lagerstätten erhalten

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Das Wissen darum, dass die Opalförderung nicht deshalb eingestellt worden war, weil die Mine erschöpft gewesen wäre, liess den Leuten, die von den schlummernden Vorräten wussten, in der Folge aber keine Ruhe. Der Geologe Jozef Jancok, der schon 1991 mit einer von ihm gegründeten Gesellschaft eine Explorations-Lizenz für das Gebiet erhielt, machte sich daran, die bestehenden Stollen zu sichern und eine Bestandesaufnahme der Mineralisierung zu erstellen, um herauszufinden, ob sich ein weiterer Abbau lohnen würde ... ein interessanter Artikel aus dem Jahr 2011 in der NZZ: Ein verschüttetes Juwel der Slowakei

Blick hinein in den Berg

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Bevor wir nach Kosice düsen, machen wir noch einen kurzen Schlenker über Herl'any (Herlein). In diesem unscheinbaren, schmucklosen Becken ist etwa alle 32-34 Stunden der Ausbruch eines Kaltwassergeysirs zu bestaunen, der dann für rund 20 bis 30 Minuten bis zu einer Höhe von maximal 20 m aufschießt. Morgen ist es wieder soweit. So lange möchten wir nicht warten

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Birgitt
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Slowakei | Ostslowakei - Übernachtung in Kosice

Beitrag von Birgitt »

Wir übernachten in Košice in der einfachen City Pension in einem ruhigen Wohngebiet am südlichen Stadtrand, mit abgeschlossener kostenfreier Parkmöglichkeit und Straßenbahnanschluss gleich um die Ecke: City Penzion - booking.com / City Penzion - Website

Nur für die Durchreise ist Košice eigentlich zu schade. Immerhin war die zweitgrößte Stadt der Slowakei gemeinsam mit Marseille Kulturhauptstadt Europas 2013. Das Wetter ist uns aber zu uselig, um uns hier länger aufzuhalten. Wir fahren zum Abendessen mit der Tram in die Stadt und flitzen einmal kurz durchs Zentrum

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Kalt ist es. Und zugig. Dort, wo bei angenehmeren Temperaturen das Leben tobt, die Menschen mit einem Drink in der Hand die Außenterrassen bevölkern, herrscht gähnende Leere. Liegt es an den Temperaturen, oder an der Pandemie?

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Detailansicht des gotischen Doms der heiligen Elisabeth, dem größten Gotteshaus der Slowakei und Wahrzeichen der Stadt

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Hrnčiarska ulica, die ehemalige Handwerkergasse

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Giebel des Verfassungsgerichts der slowakischen Republik, Ústavný súd Slovenskej republiky

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Musikbrunnen am Staatstheater

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Birgitt
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Ungarn | Nordungarn - Durchs Sempliner Gebirge nach Tokaj

Beitrag von Birgitt »

In Ungarn ist Corona kein Thema, die Einreise ohne Einschränkung und ohne elektronische Registrierung möglich. Der Grenzübergang von Milhost (Mitterdeutschdorf) nach Tornyosnémeti ist besetzt, unsere Pässe werden gecheckt und auch gleich nachgehakt, ob wir die elektronische Vignette für Ungarn besorgt haben. Haben wir ;-)

türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com
türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com

Isten hozott Magyarországon!
Willkommen in Ungarn!

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Der Herbst ist greifbar, in langen Reihen liegen die Kürbisse abgeerntet auf den Feldern und bereit zum Abtransport

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Einmal quer durchs Sempliner Gebirge erreichen wir den Bodrog

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und eine der bekanntesten Burg- und Schlossanlagen Ungarns: die aus dem Mittelalter stammende Burg Rákóczi in Sárospatak - Patak am Bodrog

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Die Archäologen sind noch nicht fertig, hinter der Burg wird fleißig weiter gegraben

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Entlang des Bodrog gehts nach Süden, vorbei an Sonnenblumenfeldern, die auf den Mähdrescher warten

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hinein ins Zentrum des wohl bekanntesten ungarischen Weinbaugebietes. Wir sind angekommen in Tokaj

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mit seinen berühmten in den Berg gebauten Weinkellern

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freundschaftlich verbunden mit dem hessischen Oestrich-Winkel

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Im Jahr 2002 hat die UNESCO die gesamte Region Tokaj-Hegyalja als Kulturlandschaft zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Weingüter sind tagsüber gerade verwaist, dafür herrscht in den Weinbergen betriebsame Hektik: die Weinlese hat begonnen

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Die Trauben sind reif

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Die Käfer naschen bereits

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Wir auch :lol: Wir können uns nur noch nicht entscheiden ;-) Hárslevelű, der Lindenblättrige, scheidet aus! Furmint oder Muskateller ... wir sind noch unschlüssig ... hmmm, einfach ein weiteres Gläschen probieren

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solange, bis wir auch irgendwann fröhlich singend auf dem Fass enden :mrgreen:

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Fahren müssen wir heute nicht mehr! Wir haben uns rechtzeitig in der freundlichen familiengeführten Pension von Vasko eingenistet: Vaskó Panzió Borpince - booking.com / Vaskó Panzió Borpince - Website.

Vasko hat ausreichend Parkplätze auf einem abgeschlossenen Grundstück ein paar Meter weiter, auf dem er auch seine Gerätschaften stehen hat. Und er hat einen eigenen Weinkeller. Hier servieren Vaskos Eltern morgens das Frühstück

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Verlaufen kann man sich im kleinen Tokaj sicher nicht, und falls doch, hilft ein Heer an Wegweisern

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Werkstatt ;-)

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und Apotheke. Gyógyszertár. Ungarisch ist doch ganz einfach, oder? :lol: Ein weiteres schönes Wort, das ich mir merken kann: e-töltőpont. E-Ladesäule :lol: Zu mehr hats leider nicht gereicht ;-)

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Ungarn | Nordungarn - Von Tokaj zum Theiß-See

Beitrag von Birgitt »

Tokaj liegt am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza (Theiß), dem längsten Nebenfluss der Donau. "Tisza-Hopping" ist heute angesagt ;-) Entlang der Theiß fahren wir der Puszta entgegen

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Für wenige Forint bringen uns kleine Fähren auf die jeweils andere Seite

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Wer unterwegs vom Fluss etwas sehen will, kommt um die Fähren nicht herum. Durch seine wilden unbefestigten Ufer bleibt die Theiß meist hinter dichter Vegetation verborgen. Teile des Uferbereichs zählen zum Hortobágy-Nationalpark. Genau wie die vielen Fischteiche mit ihren Vogelpopulationen

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Ein letztes Mal übersetzen

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und die wunderbare Flusslandschaft genießen

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Tipp für alle, die träge Flüsse mögen:
In Tokaj und auch in Kisköre am Theiß-See kann man Boote mieten, auch Hausboote! Die Theiß bietet sich an für ein paar entspannte Tage auf dem Wasser

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Ungarn | Nördliche Große Tiefebene - Puszta und Hortobágy Nationalpark

Beitrag von Birgitt »

Östlich der Theiß erstreckt sich die Hortobagy-Puszta, der westliche Ausläufer der eurasischen Steppe. Ursprünglich ist die Puszta nur noch an wenigen Stellen: in kleineren Gebieten um die Theiß und im Hortobágy-Nationalpark. Der Hortobagy Park zählt nicht nur zum UNESCO-Weltkulturerbe, sondern ist darüber hinaus auch anerkannt als UNESCO-Biosphärenreservat und Sternenpark der International Dark Sky Association. Er war das erste UNESCO-Welterbe überhaupt, das auch Lichtschutzgebiet wurde. Wegen der extrem geringen Lichtverschmutzung ist der Hortobágy-Nationalpark der ideale Spot für klare Sternschnuppennächte

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Die Pferde der Puszta

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Auch Landwirtschaft ist im Nationalpark erlaubt, solange es sich um die traditionelle Vieh-Weidewirtschaft handelt. Gezüchtet werden die als Hungaricum bezeichneten Tierarten wie das ungarische Graurind, das Zackelschaf, das Mangalicaschwein (Wollschwein), bestimmte Pferderassen und Gänse

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Die neunlöchrige Brücke -
erbaut um 1830 ist sie mit einer Gesamtlänge von 167 m Mitteleuropas längste öffentliche Steinbrücke

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Gleich hinter der Brücke kehren wir ein in die Hortobágyer Tscharda und testen, ob ein Mangalica-Schwein auch schmeckt ;-) In dem Gasthaus werden seit mehr als 300 Jahren traditionelle ungarische Gerichte aus lokalen Zutaten angeboten. Etwas sehr touristisch, der Laden, aber das Essen ist lecker. Angenehm satt ziehen wir uns irgendwo draußen für die Nacht zurück und warten auf die Schnuppen

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Birgitt
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Ungarn | Nördliche Große Tiefebene - Von Hortobágy über Debrecen nach Rumänien

Beitrag von Birgitt »

Von Hortobagy sind wir schnell in Debrecen, der zweitgrößten Stadt Ungarns. Wieder weht ein kalter Wind, so dass wir unser Sightseeing auf das Wesentliche reduzieren

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Die Stadt gefällt uns. Sehr sogar. Sie wirkt so aufgeräumt

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und ist bei besserem Wetter sicherlich einen längeren Aufenthalt wert. Es heißt also wiederkommen - irgendwann ;-)

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Wir wärmen uns auf im gemütlichen Café Frei

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mit afrikanisch angehauchtem Ambiente ;-)

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Hier im Café wickeln wir die aktuell notwendigen elektronischen Corona-Einreiseformalitäten für Rumänien ab. Wir besorgen uns auch die Rovinieta, die elektronische Vignette für Rumänien, und dann gehts Richtung Grenze.

Eine gute halbe Stunde später stehen wir am Grenzübergang von Nyírábrány nach Valea lui Mihai. Die rumänischen Kontrollen sind auffallend genau. Einreiseanmeldung, Impfnachweis, Ausweis- und Fahrzeugpapiere - alles wird akribisch gecheckt. Das gesamte Prozedere dauert einige Minuten

türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com
türkis = grobe Route / Karte: weltkarte.com

Dann heißt es:

Bine ați venit în România!
Willkommen in Rumänien ;-)

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Rumänien | Maramureș - Übernachtung in Satu Mare

Beitrag von Birgitt »

Was uns als erstes auffälllt, sind die dreisprachigen Ortsschilder: rumänisch, ungarisch und deutsch! Damit werden in dieser Region die europäische Vielfalt und die nationalen Minderheiten gewürdigt. Die Nationalisten sind wenig begeistert. Bereits vor zwanzig Jahren hatten sie dort, wo die ungarische Bevölkerung weniger als zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung Rumäniens ausmacht, das entfernen der Schilder gefordert.

Die Wolfenbütteler stellen sicherlich keine nationale Minderheit in Rumänien dar ;-) Wolfenbüttel ist vielmehr die Partnerstadt von Satu Mare

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Und in Satu Mare in der Strada Wolfenbüttel legen wir unseren Boxenstopp für die Nacht ein: im verspielt altmodischen Hotel Aramia: Hotel Aramia - booking.com / Hotel Aramia - Website

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Satu Mare - übersetzt: Großes Dorf. Das westliche Tor zur Maramureș. 1006 kamen die ersten Deutschen in die damalige Festung der historischen Region Sathmar. 1712 folgte eine weitere Welle von Donau, Iller und Bodensee (Sathmarschwaben). Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gehörte Sathmar dem Königreich Ungarn. Satu Mare war einst wichtiges Handels- und Handwerkszentrum. Das Salz aus den Gruben in Siebenbürgen trug dazu bei, denn hier wurde es gewogen. Die Stadt war auch Zollstelle für alle Waren, die vorbeikamen

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Satu Mare hat ein kleines, hübsches Zentrum. Und ringsum viel Renovierungsbedürftiges

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und viel Leerstand. Pizzeria, Restaurant, Nightclub - zu verkaufen

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Einem Nightclub ähnelt auch der dunkel verspiegelte Eingang des unter Tage liegenden "No Pardon". Traut man sich erst, die Türe zu öffnen und in den Keller hinabzusteigen, wird man belohnt mit einem gemütlichen Restaurant mit leckerem Essen!

Satu Mare bei Nacht

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Birgitt
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Rumänien | Maramureș - Von Satu Mare nach Sapanta

Beitrag von Birgitt »

Die Markthallen in Satu Mare, ideal um unsere Obstvorräte nochmal aufzufüllen

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Durch kleine Dörfchen zuckeln wir über die DN 19 in Richtung Sighet. Traditionelle Häuser

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wechseln sich ab mit Prachtvillen! Der Gipfel ist das Dorf Certeze, das die Menschen in der Region auch Micul Paris nennen. Klein Paris. Dicht an dicht steht Villa neben Villa. Skulpturen, Glas, Stahl. Alles, was Eindruck schindet, ist verbaut. Davor mindestens eine Doppelgarage.

Das Geld kommt aus dem Ausland. Menschen ohne Perspektiven sind in Massen abgewandert, um im Ausland zu arbeiten. Grundstücke sind vorhanden, die gehören den Familien, die müssen nicht gekauft werden. In Gemeinschaftsarbeit wird mit dem im Ausland erwirtschaften Geld Villa nach Villa hochgezogen. Bevölkert sind diese Dörfer von Alten und Kindern. Die Kinder sind die Leidtragenden, wenn beide Elternteile im Ausland arbeiten, und sie bei den Großeltern aufwachsen.

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Jeder muss demonstrieren, dass er erfolgreicher ist als der Nachbar. Also noch eine Skulptur modeliert und noch ein Spitztürmchen aufs Dach gesetzt ;-)

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Und damit bloß kein Vogel die guten Stücke verunstaltet, werden diese fein säuberlich mit Netzen geschützt

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Weiter gehts über die schmale Landstraße

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bis wir wieder an der Theiß stehen. Die Tisa trennt hier den rumänischen Kreis Maramureș von der ukrainischen Oblast Transkarpatien. Wir ahnen nicht, dass nur fünf Monate später auf der anderen Flusseite Krieg herrschen wird

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Birgitt
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Rumänien | Maramureș - Der lustige Friedhof von Săpânța

Beitrag von Birgitt »

Nur wenige Kilometer entlang der Theiß sind es bis Săpânța

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Am Ortsrand liegt das Kloster Peri - 1703 zerstört und 2003 neu aufgebaut und rekonstruiert. Die Kirche mit dem schlanken spitzen Turm ist mit 78 m die höchste Holzkirche Europas

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Das Highlight aber ist Săpânța "Downtown" ;-) Das Dorf platzt aus allen Nähten und nicht nur motorisierte Fahrzeuge sind hier unterwegs

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Rund um die zwei Kirchen in der Dorfmitte reihen sich Verkaufsstände

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mit lokalen Spezialitäten, leckeren frisch gebackenen Snacks, Souvenirs, Trödel

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Trachten, Schaffellen, Stickarbeiten

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und bunten Stoffen

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die genauso fröhlich daher kommen, wie die Hauptattraktion des Dorfes: der lustige Friedhof!

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Die kunstvoll geschnitzten leuchtend blauen und bunt bemalten Kreuze sind eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Maramureș und ein kleiner Obolus von 5 Lei Eintrittsgeld für den Friedhof ist fällig, der es aber allemal wert ist! Die Bilder zeigen das Leben und den Tod der Verstorbenen. Die Verse sind traurig, lustig, teils bissig und rechnen manchmal sogar mit den Toten ab. Meist in der Ich-Form gehalten berichtet der Tote den Besuchern von seinem Grab. Mal gesteht er seine Untreue, mal macht er im nachhinein eine Liebeserklärung oder gesteht, dass er viel zu oft viel zu tief ins Glas geschaut hat

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Besonders beliebt ist das Schwiegermutter-Grab. Hier stehen die Besucher Schlange, lesen die Verse laut vor, kichern und hauen sich vor lachen auf die Schenkel. Unser MM-Reiseführer liefert die Übersetzung der "Ode an die Schwiegermutter":

Unter diesem schweren Kreuze
Ruht meine Schwiegermutter.
Hätte sie nur drei Tage noch gelebt
Läge ich da, und sie läse das.
Ihr, die ihr hier vorübergeht,
Versucht sie nicht zu wecken.
Denn sie kommt wieder.
Macht sie mich weiter nieder.
Ich werde mich so benehmen,
Dass sie nicht wird zurückkehren.
Liebe Schwiegermutter,
bleib bloß da liegen!
Denen, die das hier lesen,
Soll es mal besser ergehen.
Eine gute Schwiegermutter mögen sie finden.
Und eine glückliche Zeit mit ihr verbringen.


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Birgitt
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Rumänien | Maramureș - Besuch im Memorial Sighet

Beitrag von Birgitt »

Etwas weniger lustig ging es jahrelang in Sighetu Marmației zu. Auf deutsch Marmaroschsiget, von allen inoffiziell kurz Sighet genannt.

Sighet war früher Schmelztiegel vieler Völker und Religionen, in dem alle friedlich zusammen lebten: Rumänen, Deutsche, Ungarn und Ukrainer. Orthodoxe, Katholiken und Juden. Insbesondere die Juden haben beide Seiten der Medaille kennengelernt, das freundliche - und das grausame Sighet. Die faschistische ungarische Besatzungsregierung unter dem Pfeilkreuzler Ferenc Szálasi deportierte bis zum Jahr 1944 mehr als 20.000 Juden von Sighet nach Auschwitz und andere Konzentrationslager.

Auch in der darauf folgenden Herrschaft des Kommunismus blieb Sighet Schauplatz politischer Verfolgung und Unterdrückung. In Sighet ist die rumänische Geschichte im Memorial Sighet, der Gedenkstätte des einstigen kommunistischen Gefängnisses, verstörend und bewegend aufbereitet worden

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Zwischen 1950 und 1955 kerkerten die Kommunisten im Gefängnis von Sighet - zum Teil ohne rechtskräftiges Urteil - ihre politischen Gegner ein. An den Wänden der Gänge Fotos der Opfer

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In großen Ausstellungsräumen ist die Geschichte - bis in die Gegenwart - dargelegt

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Extrem beeindruckend und bedrückend ist der Gang durch das ehemalige Gefängnis

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Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen

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Blick in eine ehemalige Zelle

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Auf über 50 einstige Gefängniszellen verteilen sich Fotos

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Dokumente, Installationen

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Hörproben und Objekte

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Im Obergeschoss

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befindet sich die Zelle eines der berühmtesten Insassen: Iuliu Maniu, ehemaliger rumänischer Ministerpräsident und Führer der Nationalen Bauernpartei. Er verstarb 1953 hier in Gefangenschaft

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Der Weg in den Hof. An den Wänden sind die Namen der Toten eingraviert: Tote aus den Gefängnissen, Lagern, Deportationszentren.

Nur 2 km sind es von hier bis zum Grenzposten der Ukraine. Dem Land, in dem heute wieder Dinge passieren, für die dieses Memorial eigentlich Mahnung sein soll ...

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Birgitt
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Rumänien | Maramureș - Übernachtung in Valea Stearului, Schweinstal

Beitrag von Birgitt »

Es geht weiter ;-)


Die Maramureș - eine Landschaft aus Bergen, Hügeln, viel Grün und dazwischen abgelegene Dörfchen und etwas Landwirtschaft

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mit den traditionellen Heu Ricks

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Neben den zum trocknen aufgehängten Maiskolben bestimmen Wellblech, Schindeln

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und ganz viel Holz das Bild der Dörfer

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Zieh-Brunnen in den Gärten

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Zwischen den Häusern Wegekreuze

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und vor den Häusern Geländewagen mit Winde

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und der hier erforderlichen Bereifung ;-)

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Auf dem Tisch steht selten Wein oder Bier. Auf den Tisch gehört Pálinka. Selbst gebrannter Obstschnaps. Morgens, Mittags und selbstverständlich Abends. Härtet ab gegen alles!

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Typisch für die Maramureș sind die mächtigen handgearbeiteten und kunstvoll geschnitzten hölzernen Eingangsportale

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mit den geflochtenen Weidezäunen

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Na, passen wir durchs Tor?

Es passt. Wir bleiben für die Nacht in Valea Stejarului, Schweinstal. Nicht sehr weit entfernt von Sighet. Das Zimmer in der Pension ist gemütlich, Ioanas Essen schmeckt und Palinka gibt's reichlich ;-)

Pensionea Ioana - booking.com / Pensionea Ioana - facebook

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