Unmittelbar neben dem Ethnografischen Museum steht das Ankara Resim ve Heykel Müzesi/Staatliches Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara. Es interessiert mich heute weniger. Ich möchte zum Anadolu Medeniyetleri Müzesi, dem Museum für anatolische Zivilisationen, das auch unter dem Namen Hetitermuseum bekannt ist.
Das Kunstmuseum wird von einem Polizisten mit Maschinenpistole bewacht. Daneben steht ein Gruppenwagen, der noch mehr Platz für noch mehr Polizisten bietet. Ich frage den Polizisten, wie ich zum Hetitermuseum komme. Schnell stellt sich heraus, dass er weder englisch noch deutsch spricht und meine Türkischkenntnisse halten sich auch stark in Grenzen.

Es wäre aber nicht die erste Situation auf meinen Reisen, wo ich mich nicht mit Händen und Füßen verständigen könnte
Schnell versteht der Hüter des Museums mein begehren. Aus seinem fragenden Gesichtsausruck entnehme ich, dass es ihm ähnlich geht wie mir. Wir wissen beide nicht, in welcher Richtung das Hetitermuseum liegt. Der Staatsdiener macht sich auf fremde Passanten anzuhalten und zu fragen. Eine Frau nimmt sogar Reissaus. Keine Ahnung, was sie von dem Polizisten erwartet hat.
Irgenwann greift der Uniformierte zum Handy, wählt eine Nummer und nach einigen kurzen Worten auf türkisch reicht er mir das Telefon. Am anderen Ende beginnt ein Gespräch mit dem Bruder des Polizisten. Ich trage ihm mein Anliegen vor, er versteht und ich übergebe wieder das Telefon und mein unfreiwilliger Fremdenführer erhält die entsprechenden Instruktionen.
Zwischenzeitlich war wohl eine halbe Stunde vergangen und eine Polizeipatrouille kommt auf uns zu, die offensichtlich zu Fuß unterwegs war. "Mein" Polizist und Chef der Truppe wechselt ein paar Worte, deutet mir an, in den Bus einzusteigen und ich bekomme eine Sonderfahrt mit einem türkischen Polizeibus zum Hetitermuseum.
Das Museum für anatolische Zivilisationen ist neben dem Arkeoloji Müzesi in Istanbul das bedeutendste archäologische Museum der Türkei und zeigt Exponate von der Steinzeit bis zur Neuzeit.
