In den vergangenen sechs Monaten sind aus dem anglophonen Teil Kameruns erneut tausende Menschen geflüchtet, mindestens 170 kamen bei Unruhen ums Leben. Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht ...
Augenzeugen aus der Region berichten, dass sich aktuell vor allem Regierungstruppen von Präsident Paul Biya und Separatisten - die sogenannten Amba-Boys - Kämpfe liefern. Letztere sind auch für zahlreiche Entführungen verantwortlich. Mitte Februar kidnappten sie 170 Schüler der katholischen Schule in Kumbo, vier Wochen später die Fußballmannschaft der Universität von Buea. Allerdings dürften sich unter die Separatisten auch Trittbrettfahrer mischen, die von der unübersichtlichen Situation profitieren und Überfälle verüben.
Der Konflikt in Kamerun hat die am wenigsten beachtete Flüchtlingskrise der Welt herbeigeführt. Thomas Ngoe ist selbst nach Nigeria geflohen ...
Heute leben in Nigeria knapp 36.000 registrierte Flüchtlinge aus Kamerun. In Kamerun selbst sollen 530.000 Menschen aus den Provinzen Nordwest und Südwest auf der Flucht vor der Armee und den anglophonen Separatisten sein [...] Der Flüchtling steht auf. Er hat noch etwas zu erledigen. „Wir müssen dringend mit der UNO sprechen. Sie hat versagt“, sagt er zum Abschied. „Es geht nicht um Essen oder die Monatsrationen für uns Flüchtlinge. Es geht darum, dass endlich über Kamerun gesprochen wird. Oder müssen erst alle ermordet werden?“
Seit bald drei Jahren tobt die Gewalt in den englischsprachigen Regionen Kameruns. Lange spielte Staatschef Paul Biya die Krise herunter, nun hat er einen "nationalen Dialog" versprochen. Nicht jeder ist davon überzeugt ...
Es ist in seltenes Ereignis: Kameruns Präsident Paul Biya wendet sich in einer Rede an sein Volk. Das tut der 86-Jährige für gewöhnlich nur drei Mal im Jahr. Am 10. Februar wendet er sich an die Jugend, am Nationalfeiertag an die ganze Bevölkerung und am 31. Dezember hält er seine Neujahrsansprache. Doch angesichts der Krise im anglophonen Teil des Landes konnte der Langzeitherrscher nicht länger schweigen - am Dienstagabend sprach Biya per Staatsfernsehen zu seinem Volk [...] bleibe abzuwarten, welche Taten den "goldenen Worten" Paul Biyas folgen würden. Außerdem sei es wichtig, dass der Konflikt international mehr Beachtung fände. Nur so könne wirklich Druck aufgebaut werden, um etwas zu verändern.
Die Polizei in Kamerun ist nach mehreren mutmaßlichen Angriffen von Separatisten in Yaounde und Douala in höchster Alarmbereitschaft. Nur wenige Tage vor den mit Spannung erwarteten Parlamentswahlen wurden Wahllokale in hauptsächlich englischsprachigen Regionen zerstört ...
Die prominente kamerunische Menschenrechtsaktivistin Beatrice Titanji machte Freudensprung, als am 29. März ein Waffenstillstand verkündet wurde, um die Menschen vor der "Wut" des Coronavirus im englischsprachigen Kernland des zentralafrikanischen Staates zu schützen. Zu ihrem Entsetzen gehen die Kämpfe unbeirrt weiter. Der Ambazonia Governing Council erklärte, ein einseitiger Waffenstillstand würde den Regierungstruppen den Weg ebnen, ungehindert in das von ihm kontrollierte Gebiet zu marschieren ...
2017 begannen englischsprachige Separatisten gegen die frankophone Zentralregierung von Kamerun zu rebellieren. Seitdem kommt es regelmäßig zu bewaffneten Zusammenstößen im Land. Wie sieht die aktuelle Lage aus?
Ein Interview mit der Trägerin des Deutschen Afrika-Preises Sally Mboumien über den Bürgerkrieg in Kamerun, Gewalt gegen Frauen und den Friedensprozess ...
Kameruns Präsident Biya weilt in der Schweiz, Oppositionsführer Tchiroma lebt in Gambia. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Kamerun am 12. Oktober 2025 hatten sich sowohl Biya als auch Tchiroma zu Siegern erklärt. Der 93-jährige Biya, seit 1982 im Amt, behielt die Macht. Dennoch sehen sich beide als Staatschef – Platz ist nur für einen ...