Geiselnehmer halten offenbar 140 Gäste und 30 Angestellte als Geiseln in einem Luxushotel (Radisson Blu) in der malischen Hauptstadt Bamako. Laut einem Korrespondentenbericht sind immer noch Schüsse zu hören.
Nach dem Terrorangriff auf das Luxushotel in Mali haben Sicherheitskräfte mit der Erstürmung des Gebäudes begonnen. Etwa 80 Menschen seien bereits aus der Gewalt der Täter befreit worden - jedoch kamen mindestens drei Geiseln ums Leben.
Die Geiselnahme ist noch nicht beendet, aber es wurden bereits zahlreiche Menschen befreit. Augenzeugen berichten, dass die Angreifer (zwischen 5 und 13) in Autos mit diplomatischen Kennzeichen vorgefahren sind. Lt. BBC könnte es sich um einen Anschlag der islamistischen Gruppe Ansar Dine handeln. Deren Anführer Iyad Ag Ghali - siehe Wer kennt Iyad Ag Ghaly ? - soll vor wenigen Tagen zu einem Anschlag auf Frankreich und Frankreichs Interessen in Mali aufgerufen haben.
Mindestens 19 Tote Geiseln. Unter den Opfern ein Belgier, drei Chinesen, eine US-Amerikanerin sowie einige Russen.
Ausnahmezustand im ganzen Land für die kommenden 10 Tage verhängt.
Zu dem Angriff bekannten sich lt. Presseberichten zwei Islamistengruppen, die dem Terrornetzwerk Al Kaida zugerechnet werden. Die Gruppe Al Mourabitoun erklärte in einer Botschaft, "wir, die Mourabitoun, mit der Beteiligung unserer Brüder von Al-Kaida im Islamischen Maghreb, bekennen uns zu der Geiselnahme im Radisson-Hotel". Die Erklärung verlas ein Sprecher am Telefon, geschickt wurde sie an den Nachrichtensender Al-Dschasira und das mauretanische Nachrichtenportal Al-Achbar. Al Mourabitoun wird von dem algerischen Kämpfer Mokhtar Belmokhtar geführt ...... wie oft hieß es schon, Belmokhtar sei tot. Zuletzt sollte er im Juni bei einem US-Luftangriff getötet worden sein !!!
Und hier noch ein interessanter Artikel aus der FAZ. Auf den Zusammenhang mit Iyad ag Ghaly wird auf der zweiten Seite eingegangen: Terror im ganzen Land
Viele Grüße
Angelika
"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche sich die Welt nie angeschaut haben."
Alexander von Humboldt
Al-Murabitun hat verlauten lassen, die Tat zusammen mit der jihadistischen Gruppe al-Qaïda au Maghreb islamique (Aqmi) begangen zu haben. Sowohl al-Murabitun wie auch Aqmi zählen zum Umkreis der Kaida und stehen dem IS ablehnend gegenüber. Experten haben die These geäussert, dass der Anschlag in Mali eine «Antwort» auf das IS-Massaker eine Woche vorher in Paris darstelle. Al-Kaida habe damit dem IS den jihadistischen «Führungsanspruch» streitig machen wollen [...] al-Murabitun [...] wird angeführt vom Algerier Mokhtar Belmokhtar [...] Wenn die Attacke in Bamako nun wirklich von seiner Gruppe zusammen mit Aqmi ausgeführt wurde, hiesse dass, dass es zu einer Versöhnung gekommen ist, möglicherweise in Abgrenzung zum Konkurrenten IS. Es heisst auch, al-Murabitun habe sich mit dem Mouvement pour l'unicité et le jihad en Afrique de l'Ouest (Mujao), ebenfalls eine Aqmi-Splittergruppe, zusammengeschlossen. Aber solche Meldungen sind mit Vorsicht zu geniessen, weil der Sahara-Jihadismus seit je zersplittert und durch dauernd wechselnde Allianzen charakterisiert ist.
Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta macht nun doch noch nicht einen Ableger der Terrororganisation Al-Kaida für den Anschlag auf das Radisson-Hotel verantwortlich. "Anfangs dachte man, dass dies das Werk von Al-Murabitun sei. Doch jetzt deutet alles darauf hin, dass die Macina-Befreiungsfront dahintersteht" [...] Zu dem Überfall bekannte sich zunächst die Dschihadistengruppe Al-Murabitun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar. Nach ihren Angaben war auch die Gruppe Al-Kaida im Maghreb beteiligt. Inzwischen hat sich allerdings auch die Macina-Befreiungsfront verantwortlich erklärt. Sie teilte mit, der gemeinsam mit der Extremistengruppe Ansar Dine verübte Anschlag sei eine Vergeltungsaktion für die französische Militäroperation in Nordmali gewesen
Mein Reden seit Jahren...aber dafür ist hier nicht so richtig die Bereitschaft da......
Hier gibt man lieber "denen da" selbst die Schuld.
Hast den Film gesehen, wo der französische Offizier dem IS Chef salutierend nachwinkt als dieser auf der einzigen Piste die Berggegend im Norden verlässt?
ich bin grundsätzlich kein Freund von Verschwörungstheorien,aber ich kann mir durchaus vorstellen das Jeremy Keenan https://en.wikipedia.org/wiki/Jeremy_Keenan
mit seiner Sicht auf die Dinge richtig liegt.
In diesem Zusammenhang ist der Film Schattenkrieg in der Sahara sehenswert